Thursday, 25. August 2016
24.02.2016
 
 

US-Militär: »Sternenkrieger« rüsten auf

Andreas von Rétyi

Der Antrag zum Budget der US-Luftwaffe für 2016 konzentriert sich diesmal auf den Weltraum. Die Militärs wollen den erdnahen Raum möglichst effektiv nutzen, um wachsenden Gefahren zu begegnen. Überall stehen die Signale auf Krieg, nicht selten hausgemacht. Zusammen mit den US-Geheimdiensten will die US-Luftwaffe ihre militärischen Weltraumsysteme in den kommenden Jahren »belastbarer« machen.

 

Im All stationierte militärische Verteidigungssysteme gibt es nun schon seit Jahrzehnten. Nachdem die berühmte SDI-Initiative Ronald Reagans beendet worden war, freute sich die Welt über das politische Tauwetter. Doch das SDI-Kind lief seither unter verschiedensten Namen weiter und wurde nie wirklich aufgegeben.

So geht es den Militärs jetzt erneut darum, die Aufrüstung auch im Weltraum voranzutreiben. Natürlich als Reaktion auf drohende Gefahren. Schließlich dreht sich alles um Verteidigung.

 

Das klingt einfach viel schöner als Angriff – und deshalb spricht man auch lieber vom Verteidigungsministerium als vom Kriegsministerium. Denn jeder muss sich verteidigen. Weil Angriff aber bekanntlich als die beste Verteidigung gilt, entstehen Kriege sehr schnell und immer aus ehrbaren Absichten heraus.

 

Winston Beauchamp ist der führende Pentagon-Berater in Sachen Weltraum. Zumindest sofern es um militärische Fragestellungen geht – also eher um schwarze Projekte als um Schwarze Löcher. Beauchamp ist unter anderem auch für die Koordination von militärischen Weltraumprojekten zwischen verschiedenen Regierungsbehörden zuständig.

 

Er bestätigt: Gegenwärtig wird im Angesicht der wachsenden Bedrohungen großen Wert darauf gelegt, die verschiedensten Programme jener »extraterrestrischen Art« zu optimieren und zu erweitern. Dabei gilt natürlich die »Weltraumsicherheit« als eine der aktuellen Pentagon-Prioritäten.

 

Vom Namen her noch am anschaulichsten im Gewirr von Kürzeln und Codes ist dabei der »Weltraumzaun« Space Fence, der künstliche Satelliten und Weltraummüll im Erdorbit verfolgen soll. Finanziert mit einem Milliardenbudget, soll das System im Jahr 2019 aktiviert und von zwei Basisstationen am Erdboden überwacht werden: einmal vom Kwajalein-Atoll auf den Marshall-Inseln aus, einmal von einer Radareinrichtung in Westaustralien. Im US-Haushaltsjahr 2017 soll auch ein neues Radarkonzept verfolgt werden, das unter anderem die Koordination von militärischen Einsätzen im Weltraum übernehmen soll.

 

Der Ausbau des militärischen Netzwerks im Kosmos umfasst sämtliche Bereiche, selbstverständlich auch die Kommunikation. So soll ein Paket von Satelliten erworben werden, die im extremen Hochfrequenzbereich arbeiten und eine störsichere militärische Kommunikation ermöglichen. Allerdings wird bereits für die Folgejahre bis 2021 angestrebt, diese AEHF-Satelliten durch ein weiterentwickeltes System abzulösen (Evolved AEHF).

 

Genauso soll ein Evolved SBIRS ins Leben gerufen werden, die nächste Generation von Raketenfrühwarnsatelliten. Damit soll nun endlich das bereits seit 30 Jahren betriebene Defense Support Program (DSP) abgelöst werden. Bereits mehrere Versuche dazu sind gescheitert – vor allem wegen zu hoher Kosten und mangelhafter Technologie.

 

Doch schon 1994 entschloss sich das Pentagon für eine Verstärkung der Frühwarnsysteme. Dies sei aufgrund der Erfahrungen aus dem Zweiten Golfkrieg geschehen.

 

SBIRS arbeitet mit einer gegenüber DSP ausgefeilten Infrarottechnik, um vor taktischen Kurzstreckenraketen, aber auch vor Waffensystemen mit langer Reichweite zu warnen.

 

Vor allem die Empfindlichkeit der Detektoren wurde gegenüber dem Vorgänger wesentlich verbessert. Die US-Luftwaffe will nun in den kommenden Jahren etwa 2,3 Milliarden Dollar in ein weiterentwickeltes Evolved SBIRS stecken. Hinzu kommen zahlreiche weitere Initiativen, um das Weltraumnetzwerk so effektiv wie möglich werden zu lassen.

 

Das fängt bei neuen GPS-III-Satelliten an und endet bei Hyperschalltransportsystemen zum Schnelleinsatz von Waffen sowohl an jedem Punkt der Erde als auch im Erdorbit. Ob Killersatelliten, Funkstörsysteme oder leistungsstarke Weltraumlaser, das Militär zieht wieder alle Register.

 

So wie im Ersten Weltkrieg sogenannte »Fliegerpfeile« die Energie des freien Falls nutzten und am Erdboden verheerend wirkten, genau so ließe sich eine derartige Attacke auch aus dem Weltraum fahren.

 

Wolframstäbe sind widerstandsfähig genug, den Atmosphärenflug zu überstehen, und werden als bunkerbrechende Waffe diskutiert. Ob sie wirklich effizient sind, will der Pazifist in der Regel gar nicht wissen. Zwar durchschlugen bereits jene Fliegerpfeile mühelos einen Stahlhelm, doch die modernen Arsenale lassen ganz andere Kaliber zu, auch in Hochatmosphäre und Weltraum. Nicht zu vergessen die mächtige EMP-Waffe. Von Abrüstung jedenfalls keine Spur.

 

Die Spirale geht wieder nach oben. Von allen Seiten wird provoziert und gehetzt. Und jeder wirft dem anderen Propaganda vor. Als im vergangenen Juli die USA die meistgebaute US-Atombombe B61-12 testweise und ohne Sprengkopf über Tonopah im US-Bundesstaat Nevada abwarfen, hagelte es natürlich Kritik aus dem Ausland. Hier werde bereits der nukleare Krieg gegen Russland simuliert, der Test sei ein klares Signal, auch die eigenen Atomwaffen zu erneuern, so erklärte der russische Militärexperte Konstantin Siwkow damals.

 

Und aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es, diese Aktion sei verantwortungslos gewesen. Friedensaktivisten warnen vor einer Eskalation, die unmittelbar in einen Nuklearkrieg der Supermächte münden könne. Fakt ist, dass der uralte, wohl genetisch verankerte Irrsinn nie enden wird. Die menschliche »Zivilisation« steuert gegenwärtig zielstrebig auf eine Apokalypse zu, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

 

 

 

 

 

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