Wednesday, 24. August 2016
28.12.2011
 
 

Zahlungsunfähigkeit der Großbanken: Die Rolle des IWF, der EZB und der Fed

Bob Chapman

Schulden und ihre Rückzahlung sind ein Thema, über das nur wenige reden wollen oder von dem nur wenige etwas verstehen. Wir wissen zwar, dass die meisten großen Banken dieser Welt zusammen mit mindestens sechs Ländern der Euro-Zone in Schieflage geraten sind. Ähnliches gilt noch für viele andere, aber die größten Sorgen bereitet die Verschuldung der stärkeren Nationen, die angeblich solvent sind. Der Hinweis auf die extreme Staatsverschuldung der USA erübrigt sich fast, und der Kongressausschuss, der Haushaltseinsparungen erarbeiten sollte, scheiterte am parteipolitischen Gezänk und konnte sich nicht auf eine Begrenzung der Ausgaben einigen.

In den amerikanischen Kongress wurde ein Gesetz eingebracht, mit dem verhindert werden soll, dass amerikanische Gelder über den Internationalen Währungsfonds (IWF) dazu benutzt werden könnten, europäische Banken und Regierungen zu retten. Dieses Gesetz wird den Kongress nicht ohne Schwierigkeiten passieren, da beide Häuser von elitären Kräften kontrolliert werden. Andererseits würde sich ohnehin nicht viel ändern, da die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bereits die Swap-Schleusen geöffnet und andere Wege der verdeckten Bereitstellung von Liquidität gefunden hat, um europäischen Banken verschiedenster Größe und unterschiedlichsten Grades der Finanznot mit frischem Kapital beizustehen.

Zum Jahresende 2011 herrscht Ruhe an der Westfront. Aber hinter den Kulissen verschwören sich die Eliten praktisch unbemerkt von allen anderen und planen, wie sie sich aus dem Sumpf befreien können, in den sie sich selbst hinein geritten haben. Aber wie wollen sie die Krise auf Eis legen und

sich etwas Luft verschaffen? Die immer wieder genannten sechs Länder, denen der Staatsbankrott droht, erwarten Hilfeleistungen, aber es stellt sich die Frage: Von wem? Eine Antwort darauf ist bis heute noch nicht  gefunden, und jetzt muss selbst Frankreich eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit um zwei Stufen befürchten, und auch Deutschland ist nicht so zahlungskräftig, wie man dachte. Könnte es dazu kommen, dass Frankreich und Deutschland ihre Schulden nicht bezahlen können? Führt man sich dies einmal vor Augen, wird auch klar, warum die Gelddruckmaschine, die auch als Fed bekannt ist, über ihre Rettungsmaßnahmen für Europa schweigt. 95 Prozent der Weltbevölkerung wissen nicht einmal, was ein »Swap« ist. [Unter einem »Swap« versteht man ein Tauschgeschäft, bei dem zu einem zukünftigen Zeitpunkt zwischen zwei Akteuren festgelegte Fälligkeiten oder Zahlungsströme (cash flows) ausgetauscht werden.] Aber selbst wenn sie es wüssten und verstünden, würde die Fed ihnen niemals die ganze Wahrheit offenlegen, wie wir in Gerichtsverfahren und im Zusammenhang mit jüngsten Enthüllungen des amerikanischen Government Accountability Office (GAO, eine Mischung aus Bundesrechnungshof und Kartellamt) erleben mussten.

 

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann anders als die Fed nicht praktisch unbegrenzt Geld schöpfen und Kredite vergeben. Das heißt aber nichts anderes, als dass die Steuerzahler in jedem dieser Länder zur Kasse gebeten werden, wenn die Fed nicht einspringt und ihnen Liquidität verschafft. Wir haben es also mit einer Zentralbank zu tun, die eigentlich gar keine ist. Deutschland lehnt es bisher strikt ab, der EZB die gleichen Vollmachten und Möglichkeiten einzuräumen, wie sie die Fed und die Bank von England besitzen. Deutschland erinnert sich noch zu lebhaft an die Verhältnisse der Weimarer Republik und der darauf folgenden Machtergreifung Adolf Hitlers und des Nationalsozialismus. Selbst wenn derartige verheerende Konsequenzen heute ausgeschlossen scheinen, so befürchtet Deutschland eine Hyperinflation als Folge unbegrenzter Schuldenaufnahme. Die Nordeuropäer tolerierten ungeachtet ihrer eigenen Mitgliedschaft in der EU und der Euro-Zone die Schwächen und kulturellen Unterschiede ihrer südeuropäischen Nachbarn. Europa hat mehr als zwei Jahre lang an dieser falschen Politik festgehalten. Es gibt einfach niemanden, der diese sechs Länder retten kann. Man muss ihnen ermöglichen, sich für zahlungsunfähig zu erklären und die Euro-Zone zu verlassen.

Die kurzfristigen Aufwendungen einer derartigen Konsolidierung werden sich in den kommenden ein oder zwei Jahren auf sechs Billionen Dollar belaufen. Aber auch danach wird das zugrundeliegende Problem nicht nur nicht gelöst sein, sondern sich sogar noch verschärfen. Experten sind sich dieser Probleme teilweise bewusst, und als Folge dieser Erkenntnis stiegen die Zinsen und das gesamte europäische System einschließlich der Aktienmärkte geriet unter Druck. Wir wissen auch, dass die »Arbeitsgruppe Finanzmärkte«, die den amerikanischen Präsidenten berät, auf den Märkten weltweit aktiv war, aber aufgrund der strikten Geheimhaltung kennen wir das Ausmaß der Marktmanipulationen nicht, die die Märkte   auf ihrem Hoch halten wollen, auch wenn eigentlich eine Abwärtsbewegung einsetzen sollte. Wenn Ron Paul Präsident der Vereinigten Staaten würde und damit die Herrschaft der Banker beendet wäre, könnten wir uns überhaupt erst einmal ein Bild vom Ausmaß der Verbrechen dieser Kriminellen verschaffen. Einem erheblichen Teil der Welt drohen nun Rezession und Depression. Europa ist bereits dabei, in eine Rezession zu stürzen, was die Lage noch weiter verschärfen wird. Europa befindet sich in einer Sackgasse, und die Gefahr, dass Deutschland seinen eigenen Weg beschreitet, wächst mit jedem Tag.

Es könnte die Euro-Zone verlassen, die sechs angeschlagenen Nationen ihrem Schicksal überlassen und die Verluste hinnehmen und sich sogar aus der EU verabschieden. Man erinnere sich, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen weder den Euro noch die Maastrichter Verträge wollten, aber sich im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung dazu gezwungen sah, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die Lasten dieser Bemühungen waren ungeheuerlich. Die Deutschen waren gezwungen, ihre Deutsche Mark zu einem viel zu niedrigen Kurs gegen eine Einheitswährung einzutauschen. Deutschland ist es leid, immer der Dumme zu sein, und unserer Ansicht nach würden 65 Prozent der Bevölkerung oder mehr lieber die Eurozone und die EU verlassen, was auch durchaus passieren könnte, auch wenn dies kaum einer für realistisch hält. Die jüngste Auseinandersetzung mit England im Zusammenhang mit den Überlegungen zu einer Finanztransaktionssteuer, von der natürlich die City of London besonders betroffen wäre, könnte eine List gewesen sein, um das deutsche Ausscheiden aus der Euro-Zone und der EU zu beschleunigen. Aus diesem Grunde sind wir gerne Querdenker.

Um die üblichen Regeln zu umgehen, haben die Eliten und ihre Mitläufer ein neues Rettungsprogramm entworfen und finanziert, das über den IWF laufen soll, obwohl der IWF dafür überhaupt nicht gedacht und geschaffen worden war. Dahinter steht die Absicht, Europa zu retten. Die Rettung eines einzelnen Landes ist eine Sache, aber die Rettung eines ganzen Kontinents eine ganz andere. Man könnte höchstens sagen, die Aufgabe des IWF bestünde darin, Ländern aus einer misslichen Lage zu helfen, damit diese ihre Zinsen bezahlen und so die Banken solvent bleiben.

Die große Frage lautet letztlich aber: Wer rettet die USA? Die Antwort lautet: niemand. Und aus diesem Grund wird es irgendwann zu einem Treffen aller Länder kommen, auf dem man alle Währungen gegeneinander neu bewertet und es zu einer allgemeinen Neuregelung der Schulden kommt. Das heißt aber auch, dass jeder einen Teil der unausweichlichen Verluste schultern muss. Die einzige Ausnahme betrifft die Länder, die über Vermögenswerte verfügen, die an Gold oder Silber gekoppelt sind. Die Eliten wissen, dass sie die Schulden nur solange durch eine Erhöhung der Geldmenge »umschulden« können, bis eine Hyperinflation einsetzt. Und das wäre dann das Ende.

Wir werden niemals genau erfahren, in welchem Ausmaß die Verkaufsauktion deutscher Anleihen vor einigen Wochen manipuliert war. Verkaufte die Regierung selbst nur die Hälfte der Anleihen oder handelte es sich um einen Trick? Aus logischer Sicht war die Auktion eine Katastrophe, aber die Dinge sind nicht immer so, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Handelte man in gutem Glauben, könnte dahinter die Absicht stehen, Deutschland zu einer Geldpolitik der »Quantitativen Lockerung« (QE, ein Euphemismus für eine Ausweitung der Geldmenge) zu drängen.

Ohne Zweifel hat die vermehrte Geld- und Kreditschöpfung, die eben auch als QE bekannt ist, maßgeblich zur Refinanzierung der Schulden mit neuen Schulden beigetragen und so Inflation begünstigt. Börsenhändler und Investoren  haben diesen Aspekt glücklicherweise verstanden, aber sie haben keinen Schimmer, wie schlimm die Lage in Wirklichkeit ist und um wie vieles schlimmer sie noch werden wird.

Studenten der Wirtschaftsgeschichte, ob sie nun der keynesianischen oder der österreichischen Schule angehören, wissen, dass auf eine unbegrenzte Kreditausweitung unvermeidlich der Zusammenbruch folgen wird. Die einzige Lösung besteht deshalb darin, diese Geld- und Kreditvermehrung einzustellen und den exzessiven Fehlinvestitionen im System ein Ende zu machen.

 

 

 


 

 

 

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