Saturday, 28. May 2016
26.02.2015
 
 

Dank Washington ist die Gefahr eines Atomkriegs zurück

Dr. Paul Craig Roberts

Foreign Affairs ist eine Veröffentlichung des elitären Council on Foreign Relations, einer Ansammlung ehemaliger und aktueller Vertreter der US-Regierung, Akademiker und Manager aus Wirtschaft und Finanzwelt. Gemein ist ihnen, dass sie sich als Hüter der amerikanischen Außenpolitik sehen und als diejenigen, die diese Politik bestimmen.

 

Veröffentlichungen dieser Denkfabrik haben viel Gewicht und sind normalerweise nicht für ihren Humor bekannt. Dennoch kam ich aus dem Lachen nicht heraus, als ich in der Online-Ausgabe vom 5. Februar einen Artikel von Alexander J. Motyl las, der die Überschrift trug: »Goodbye Putin: Why the President’s Days Are Numbered.«

»Eine ganz clevere Parodie der Anti-Putin-Propaganda Washingtoner Machart«, dachte ich. Eine absurde Aussage nach der anderen, es war lustiger als bei [dem amerikanischen Fernsehkomiker Stephen] Colbert. Ich kriegte mich gar nicht mehr ein.

 

Dann jedoch musste ich feststellen, dass dieser gequirlte Mist keine Parodie auf Washingtons Propaganda war. Motyl ist ein glühender ukrainischer Nationalist und lehrt als Professor an der Universität Rugers.

 

Ihm war es todernst damit, als er schrieb, Putin habe 45 Milliarden Dollar gestohlen, Putin baue das Sowjetreich wieder auf, Putin habe Truppen und Panzer in der Ukraine stehen, Putin habe den Krieg in der Ukraine zu verantworten und Putin sei ein autoritärer Mensch, dessen Regierung »extrem brüchig« sei und der jeden Augenblick gestürzt werden könne − von den Menschen, die er mit einstmals hohen Öleinnahmen ruhig gestellt hatte, oder von einer »orangefarbenen Revolution in Moskau«, bei der von den USA finanzierte Nichtregierungsorganisationen ähnlich wie in der Ukraine Demonstrationen anzetteln, oder durch einen Staatsstreich von Putins eigener Prätorianergarde.

 

Und wenn das noch nicht ausreichen sollte, um Putin aufs Altenteil zu schicken, läuft ja immer noch die Lage im Nordkaukasus, Tschetschenien, Inguschetien, Dagestan und bei den Krimtataren aus dem Ruder, sodass Washingtons Willen doch geschieht und Putin gehen muss.

 

Der Rest der Welt kann vor den katastrophalen Verwüstungen, die Putin überall hinterlässt, nur durch die guten Beziehungen gerettet werden, die der Westen zur Ukraine, zu Weißrussland und zu Kasachstan pflegt.

 

In einer vermeintlich angesehenen Publikation mit einer derartigen Anhäufung ignoranten Unfugs konfrontiert zu werden, zeigt, wie schlecht es mittlerweile um die politische und mediale Elite des Westens bestellt ist. Es führt zu nichts, gegen Schwachsinn zu argumentieren.

 

Was wir hier bei Motyl sehen, ist der reinste Ausdruck der offensichtlichen Propagandalügen, die Fox »News«, Sean Hannity, die Neocon-Kriegstreiber, das Weiße Haus, die Regierung und die Kongressabgeordneten absondern, die dem militärisch-industriellen Komplex nahestehen.

 

Selbst für jemanden wie Henry Kissinger sind es zu viele Lügen

 

»Amerikas Krieg gegen die Welt tobt«, räumt Stephen Lendman, der die ständig zunehmende antirussische Propaganda dokumentiert, offen ein.

 

»Die größte Herausforderung, vor der die Welt steht, ist es, dieses Monster aufzuhalten, bevor es alle vernichtet.«


Wie absurd das Ganze ist! Selbst der größte Dummkopf weiß doch: Wenn Russland Panzer und Soldaten in die Ukraine schickt, dann in Mengen, die ausreichen, die Sache auch zu Ende zu bringen. Der Krieg wäre in wenigen Tagen, vielleicht auch in wenigen Stunden vorüber. Wie Putin selbst vor einigen Monaten erklärte: Wenn russisches Militär in die Ukraine eindringt, würden nicht Donezk und Mariupol die Schlagzeilen dominieren, sondern der Fall von Kiew und Lwiw.

 

Jack Matlock, von 1987 bis 1991 US-Botschafter in der Sowjetunion, hielt am 11. Februar eine Rede vor dem nationalen Presseclub der USA. Darin warnte er vor übertriebenen propagandistischen Angriffen auf Russland.

 

Er kann nicht verstehen, wie man Russland als Regionalmacht abtun könne, die für das mächtige US-Militär nicht von großer Bedeutung sei. Kein Land, das über zahlreiche, präzise und mobile Interkontinentalraketen verfüge, könne als bloße Regionalmacht angesehen werden, so Matlock. Fehleinschätzungen wie diese würden es sein, die die Welt in die Zerstörung treiben.

 

Und auch er wies noch einmal darauf hin, dass die gesamte Ukraine ähnlich wie die Krim jahrhundertelang Teil Russlands war und dass Washington und die NATO nichts in der Ukraine zu suchen hätten.

 

Matlock verwies auch darauf, dass man Russland gegebene Versprechen gebrochen habe, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Diese und andere Aggressionen der USA gegenüber Russland hätten dazu geführt, dass das Vertrauensverhältnis zum Kreml, das US-Präsident Ronald Reagan so mühsam aufgebaut hatte, wieder dahin sei.

 

Reagan behandelte die Sowjetführung höflich und sperrte sich dagegen, Differenzen zu personalisieren. Das führte zu einer Ära der Zusammenarbeit, die Reagans debile Nachfolger über Bord geworfen haben. Reagan und Gorbatschow hatten die Gefahr eines Atomkriegs gebannt, nun ist sie wieder da.

 

Washingtons Außenpolitik sei autistisch, so Matlock: im sozialen Umgang stark eingeschränkt, in der Kommunikation mangelhaft und im Verhalten beschränkt und nach stets demselben Muster ablaufend.

 

 

 


 

 

 

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Leser-Kommentare (18) zu diesem Artikel

27.02.2015 | 22:42

EU-Gegner

@Susanne Lüscher: Da las ich vor einigen Jahren, daß Putin es geschafft habe, Erlöse für Rußlands Öl/Gas zu verlangen. Vorher hatte es die Sowjetrepublik quasi verschenken müssen. Meinen Sie das?


27.02.2015 | 21:16

EU-Gegner

@BewusstSEIN : Am 21. Februar sah ich hier die Empfehlung zu "Planet der Gottlosen" und bestellte es sogleich; am nächsten Tag fing ich die pdf-Version an zu lesen und stellte fest, daß es hervorragend kongruiert mit "Das Urwort - Die Physik Gottes" von Michael König, welches ich gerade auch nochmals las. Seltsamer Zufall? Wer sich mit der Thematik beschäftigt, wird hier Einblicke in die "unsichtbare Welt" erfahren, welche geistig faßbar ist und...

@BewusstSEIN : Am 21. Februar sah ich hier die Empfehlung zu "Planet der Gottlosen" und bestellte es sogleich; am nächsten Tag fing ich die pdf-Version an zu lesen und stellte fest, daß es hervorragend kongruiert mit "Das Urwort - Die Physik Gottes" von Michael König, welches ich gerade auch nochmals las. Seltsamer Zufall? Wer sich mit der Thematik beschäftigt, wird hier Einblicke in die "unsichtbare Welt" erfahren, welche geistig faßbar ist und beide Bücher ergänzen sich auf wunderbare Weise. Schalkowski ist gut lesbar und leicht verständlich, König als Physiker spricht viel von Quantenphysik und ist für mich als Laie nicht ganz einfach, jedoch drückt er sich begrifflich aus und ist in Verbindung mit Schalkowski ein Quell der - nun ja - ?kleinen Offenbarung. Und beide schreiben, daß es Energieverschwendung ist, seine Kraft auf Beseitigung des Systems, sondern Energien auf die Schaffung eines lebenswerten Planeten für alle zu konzentrieren (so mit meinen Worten).


27.02.2015 | 19:22

GLADIO

tsunami@26.02.2015 | 23:22 >>> BewusstSEIN 27.02.2015 | 03:33 >>> als ein kleine Dankeschön +++ So bin ich nicht Euer Feind, ein Freund steht vor der Tür und möcht sich vorstellen, seine Gedanken teilen, kritisch und fordenrd wirken, und trotzdem liebenswert sein +++ eine kleine Ode, von mir erfunden, sie soll den Zusammenhalt symbolisieren >>> viele Grüße ...


27.02.2015 | 18:04

Leo

Ja Herr Roberts hat es benannt, normal müßte man sich totlachen. Aber es gibt eben so viel Dummheit gepaart mit Ignoranz, dass man sich tagelang übergeben könnte, So auch gestern Abend bei Maybrit Ilner, die Frau Beck der Grünen und auch der Hr, Dawis gaben solche zum Kotzen veranlassende Ausgüsse von sich, kaum zu glauben auf welchem Planeten der Affen die zu Hause sind. Verstehe auch nicht mehr ob die grüne Partei noch überhaupt eine Daseinsberechtigung hat?. Waffenlieferungen,...

Ja Herr Roberts hat es benannt, normal müßte man sich totlachen. Aber es gibt eben so viel Dummheit gepaart mit Ignoranz, dass man sich tagelang übergeben könnte, So auch gestern Abend bei Maybrit Ilner, die Frau Beck der Grünen und auch der Hr, Dawis gaben solche zum Kotzen veranlassende Ausgüsse von sich, kaum zu glauben auf welchem Planeten der Affen die zu Hause sind. Verstehe auch nicht mehr ob die grüne Partei noch überhaupt eine Daseinsberechtigung hat?. Waffenlieferungen, wenn keine Diplomatie mehr greift ist ähnlich, wie wenn die Feuerwehr mit Benzin löscht. Würden keine Waffen mehr geliefert wäre der Spuk schon vorbei. Zum Anderen, die Ostukraine bracht Rußland zur Abnahme ihrer Waren, der Westen kauft nichts davon. Kann nur sagen, sobald unsere Politiker und Konsorten den Mund aufmachen, dann stinkt es gegen den Himmel


27.02.2015 | 12:53

Wütender

so sieht es wirklich aus in der Ukraine. https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_wJJOb0yEf4 Wir müssen auch für Fredeen aufstehen. Weg mit all den Kriegstreibern in den Parlamenten


27.02.2015 | 12:02

WachtamRheinbeiRhöndorf

Solche unempathischen Faschisten haben den Zweiten Weltkrieg herbeieskaliert, auf polnischer bzw. "panslawischer" und angelsächsischer Seite. Also echte Demokröten der der Achse des Guten.

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