Freitag, 9. Dezember 2016
07.12.2013
 
 

Nach Niederlage gegen die Taliban wollen es die USA nun mit Russland und China aufnehmen

Dr. Paul Craig Roberts

Die bisherigen Tage der Proteste und Kundgebungen in der Ukraine sind auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Polizei- und Sicherheitskräfte bisher relativ zurückgehalten haben. Anders als in den USA, Kanada, Thailand, Griechenland und Spanien wurden die friedlichen Demonstranten weder geschlagen noch ging man mit Wasserwerfern oder Elektroschockpistolen gegen sie vor. Und anders als in Ägypten, Palästina und Bahrain haben die ukrainischen Demonstranten ihrerseits nicht mit scharfer Munition geschossen. Die Zurückhaltung der ukrainischen Regierung und der Sicherheitskräfte angesichts der Provokationen ist bemerkenswert. Offenbar wurde die ukrainische Polizei nicht durch das amerikanische Heimatschutzministerium militarisiert.

Worum geht es eigentlich bei den Protesten und Demonstrationen in der Ukraine? Oberflächlich betrachtet ergeben sie keinen Sinn. Die ukrainische Regierung hat die richtige Entscheidung getroffen, sich nicht an die Europäische Union (EU) zu binden. Die wirtschaftlichen Interessen der

Ukraine gehen in Richtung Russland und nicht in Richtung der EU. Das liegt eigentlich auf der Hand.

 

Die EU will, dass sich die Ukraine ihr anschließt, um sie dann ähnlich wie Lettland, Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Portugal ausplündern zu können. In Griechenland hat sich die Lage so weit verschlechtert, dass sich, wie die Weltgesundheitsorganisation berichtet, einige Griechen selbst mit dem HI-Virus anstecken, um die 700 Euro monatlich zu bekommen, die für HIV-infizierte Personen bezahlt werden.

 

Die USA wollen, dass sich die Ukraine mehr am Westen orientiert, damit sie dann auch in diesem Land ihre gegen Russland gerichteten Raketenbasen errichten können.

 

Warum sollte es sich die Ukraine wünschen, ausgeplündert zu werden? Warum sollten die Ukrainer dafür sein, als Standort für amerikanische Aggression gegen Russland Ziel russischer Iskander-Boden-Boden-Raketen zu werden? Warum sollte die Ukraine ihre Souveränität von Russland errungen haben, um sie dann an die EU wieder zu verlieren? Kein auch nur halbwegs intelligenter Ukrainer würde einen Beitritt zur EU zu diesem Preis befürworten.

 

Warum dann diese Proteste?

 

Ein Teil der Antwort hat mit dem tiefen Hass ukrainischer Nationalisten auf Russland zu tun. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Ukraine von Russland unabhängig. Wenn Imperien zusammenbrechen, werden andere Interessen an die Macht gespült. In unterschiedlichen Entwicklungen bildete sich aus dem Zerfallsprozess der Sowjetunion heraus eine Gruppe kleinerer Staaten wie Georgien, Aserbeidschan, die früheren zentralasiatischen sowjetischen Teilrepubliken, die baltischen Staaten und die Teilstücke, in die die frühere Tschechoslowakei und Jugoslawien aufgrund »nationalistischer « Strömungen auseinanderbrachen. Für Washington war es ein Leichtes, die Regierungen dieser relativ schwachen Staaten zu kaufen. Die Regierungen dieser mehr oder weniger machtlosen Länder sind eher für Washington als für die Interessen ihrer eigenen Bevölkerung empfänglich. Ein großer Teil der früheren Sowjetunion gehört jetzt praktisch zum amerikanischen Empire. Georgien, das Land, in dem Josef Stalin geboren wurde, sendet nun seine Söhne nach Afghanistan, um dort für amerikanische Interessen zu sterben – so wie sie früher für die Sowjetunion gestorben waren.

 

Diese früheren Bestandteile des russischen oder sowjetischen Imperiums wurden einfach vom amerikanischen Empire geschluckt. In ihrer Naivität sind die gutgläubigen Nationalisten in diesen amerikanischen Kolonien vielleicht sogar überzeugt, nun frei zu sein, während sie in Wirklichkeit nur den einen Herren gegen einen anderen ausgetauscht haben.

 

Sie sind blind für ihren Untertanenstatus, weil sie sich noch an ihre Unterwürfigkeit gegenüber der Sowjetunion erinnern und ihre Abhängigkeit von Washington, das sie als Befreier mit einem großen Scheckbuch sehen, noch nicht realisiert haben. Sollten diese schwachen und einflusslosen neuen Länder einmal erkennen, dass ihr Schicksal nicht in ihren, sondern in den Händen Washingtons liegt, wird es für sie zu spät sein.

 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion machte sich Washington rasch daran, sich die Reste einzuverleiben und die Stelle Russlands einzunehmen. Die neu entstandenen Länder waren, wie Russland damals auch, faktisch pleite und damit eine leichte Beute. Washington setzte Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die von den USA und ihren europäischen Verbündeten finanziert wurden, dazu ein, in den früheren sowjetrussischen Teilrepubliken russenfeindliche, proamerikanische und proeuropäische Bewegungen aufzubauen. Die gutgläubigen Bevölkerungen dort waren so froh, der sowjetischen Unterdrückung entkommen zu sein, dass sie nicht erkannten, dass sie sich in eine neue Abhängigkeit begaben.

 

Es ist eine begründete Vermutung, dass die Proteste in der Ukraine von der CIA geschürt werden, die die von Washington und der EU finanzierten NGOs einsetzt und sich den Hass der ukrainischen Nationalisten zunutze macht. Die Proteste richten sich gegen Russland. Sollte es gelingen, die Ukraine von Russland zu entfremden und wieder in den amerikanischen Einflussbereich einzugliedern, wäre Russland als Weltmacht geschwächt.

 

Als Teil dieser Kampagne veranstaltete die NATO im November mit Operation Steadfast Jazz 2013 gegen Russland gerichtete Manöver. Finnland, die Ukraine, Georgien und das neutrale Schweden haben bereits ihre militärische Beteiligung an weiteren NATO-Manövern in der Nähe der russischen Grenze angekündigt, obwohl sie nicht einmal der NATO angehören.

 

Die Schwächung Russlands und die Verringerung seines Einflusses als Weltmacht spielen in der Agenda Washingtons eine entscheidende Rolle. Wenn Russland anhaltend geschwächt werden kann, bleibt als einziger Konkurrent nur noch China.

 

Die Entscheidung der Regierung Obama, sich wieder stärker in Asien zu engagieren, schließt die Pläne der USA ein, China mit Marine- und Luftwaffenstützpunkten einzukreisen. Zudem will sich Washington in alle Streitigkeiten einmischen, die China mit seinen asiatischen Nachbarn hat. China hat auf diese Provokation Washingtons mit der Einrichtung einer neuen »Identifizierungszone der Luftverteidigung« reagiert. Die USA bezeichneten im Gegenzug diesen chinesischen Schritt als »destabilisierend«, während es doch in Wirklichkeit Washington ist, das in der Region eine destabilisierende Politik betreibt.

 

Es ist unwahrscheinlich, dass sich China einschüchtern lässt. Aber es birgt für China durchaus Gefahren, wenn die nun angekündigten Wirtschaftsreformen die chinesische Wirtschaft zu sehr westlicher Manipulation öffnen. Sobald China den Kurs seiner Währung frei schwanken lässt und sich der freimarktwirtschaftlichen Ideologie öffnet, kann Washington die chinesische Währung manipulieren und sie so anfällig machen, dass China möglicherweise davor zurückscheut, seine Währung zum Gegengewicht zum Dollar aufzubauen. China leidet darunter, dass so viele seiner Studenten an amerikanischen Universitäten studiert haben, wo sie mit der Ideologie Washingtons indoktriniert wurden. Wenn diese nun eher proamerikanischen Akademiker nach China zurückkehren, tendieren einige von ihnen dazu, zu einer Art »fünfter Kolonne« zu werden, deren Einfluss sich mit den amerikanischen gegen China gerichteten Bestrebungen verbünden dürfte.

 

Was bedeutet das nun für uns? Washington wird solange die dominierende Weltmacht sein, bis der Dollar zusammenbricht.

 

Gegenwärtig wird der Dollar noch durch zahlreiche Mechanismen gestützt. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) und die von ihr abhängigen so genannten Bullionbanken haben den Preis für Gold und Silber durch Leerverkäufe auf den Wertpapier-Terminmärkten künstlich gedrückt. Damit wurde einerseits zwar der Verkauf großer Mengen an Gold zu niedrigen Preisen nach Asien ermöglicht, zugleich aber auch der Druck gemindert, den ein steigender Goldpreis sonst auf den Kurswert des Dollars ausgeübt hätte.

 

Washington hat sich gegenüber Japan und anscheinend auch gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgesetzt und druckt Geld in Massen, um einen Wertzuwachs des Yen und des Euro gegenüber dem Dollar zu verhindern. Das so genannte Transpazifische und das Transatlantische Freihandelsabkommen dienen dem Zweck, die beteiligten Länder in dem vom US-Dollar dominierten Weltfinanzsystem zu halten und auf diese Weise den Wert des Dollar auf den Devisenmärkten zu stützen.

 

Den osteuropäischen EU-Mitgliedsländern, die immer noch über eine eigene Währung verfügen, wurde klargemacht, dass sie ebenfalls die Gelddruckmaschine anwerfen müssten, um einen Anstieg ihrer Währung gegenüber dem Dollar zu verhindern, da sonst ihre Wettbewerbsfähigkeit bei Exporten leiden würde.

 

Noch wird die Finanzwelt von Washington kontrolliert. Und Washingtons »lockere Geldpolitik« kommt vor allem vier bis fünf internationalen Großbanken zugute. Dies sollte den Demonstranten in der Ukraine die Augen öffnen und zu denken geben.

 

 

 

 


 

 

 

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