Donnerstag, 23. März 2017
25.04.2016
 
 

Wie die Neokonservativen die Hoffnung der Menschheit auf Frieden zunichtemachten

Dr. Paul Craig Roberts

Präsident Ronald Reagan befreite seine Regierung vom bösartigen Einfluss der Neokonservativen, indem er sich von ihnen distanzierte, sie aus ihren Funktionen in der Exekutive entfernte und einige von ihnen sogar strafrechtlich belangte. Danach handelte er mit dem russischen Präsidenten Gorbatschow das Ende des Kalten Krieges aus. Der Militärische Sicherheits-Komplex, die CIA und die Neokonservativen lehnten das Ende des Kalten Krieges vehement ab. Sie sahen ihre Finanzmittel sowie ihre Macht und ideologische Vorherrschaft durch die Aussicht auf Frieden zwischen den beiden nuklearen Supermächten bedroht.

 

Ich bin mit dieser Entwicklung deshalb so vertraut, weil ich damals persönlich an ihr beteiligt war. Ich unterstützte Reagan dabei, die wirtschaftliche Grundlage dafür zu schaffen, der im Niedergang begriffenen sowjetischen Wirtschaft mit einem neuen Wettrüsten zu drohen, um auf diese Weise die Sowjets dazu zu drängen, einer Vereinbarung zur Beendigung des Kalten Krieges zuzustimmen.

 

Ich wurde zu jener Zeit in einen geheimen, dem Präsidenten unterstehenden Ausschuss berufen, der u.a. befugt war, die CIA auch unter Strafandrohung vorzuladen. Dieser Geheimausschuss sollte auf Anordnung Reagans die Behauptung der CIA untersuchen, die Sowjetunion würde aus einem neuerlichen Wettrüsten als Sieger hervorgehen.

 

Der Ausschuss kam jedoch zu dem Schluss, die CIA versuche auf diese Weise, den Kalten Krieg zu verlängern und damit ihre Bedeutung und Notwendigkeit zu zementieren.

 

Die Regierung unter Präsident George H.W. Bush und dessen Außenminister James Baker hielt die Versprechen Reagans gegenüber Gorbatschow ein und ermöglichte so die Wiedervereinigung Deutschlands. Dabei sicherte sie zu, die NATO werde sich keinen Zentimeter nach Osten ausdehnen.

 

Die korrupten Clintons, deren wichtigster Lebenszweck darin zu bestehen scheint, reich zu werden, verletzten die von den USA gegebenen Zusagen, die zum Ende des Kalten Krieges geführt hatten. Die beiden auf Bill Clinton folgenden amerikanischen Präsidenten – George W. Bush und Barack Obama – waren nicht mehr als Marionetten und verloren die Kontrolle über die Regierung an die Neokonservativen, die umgehend wieder zur Politik des Kalten Krieges zurückkehrten. Sie sind von der arroganten und anmaßenden Vorstellung besessen, die Geschichte selbst habe die USA zur Weltherrschaft auserwählt.

 

Auf diese Weise zerstörten sie die Hoffnung der Menschheit auf allgemeinen Frieden, und damit einhergehend verspielten die USA auch ihren moralischen Anspruch auf eine weltweit führende Rolle. Unter dem Einfluss der Neokonservativen verwarf die amerikanische Regierung ihre bisherige Politik der sogenannten Soft Power, d.h. der Fähigkeit, politische Macht durch wertorientiertes vorbildhaftes Verhalten sowie eine indirekte Beeinflussung der politischen Willensbildung anderer Akteure auszuüben und auf diese Weise weltpolitisch eine Phase des Interessenausgleichs und des Gemeinwohls einzuleiten, in der der amerikanische Einfluss weiterhin prägend wirkte.

 

Stattdessen überzogen die Neokonservativen die Welt mit Zwang und Gewalt, griffen acht Länder an und schürten in zahlreichen früheren Sowjetrepubliken sogenannte »Farbenrevolutionen«.

 

Als Folge dieses politischen durchgeknallten Wahnsinns näherten sich Russland und China wirtschaftlich, strategisch und militärisch immer mehr an. Ohne die arrogante Politik der Neokonservativen wäre es nie zu diesem Bündnis gekommen. Vor zehn Jahren schrieb ich zum ersten Mal, das strategische Bündnis zwischen Russland und China sei die verständliche Reaktion auf den neokonservativen Anspruch auf amerikanische weltweite Vorherrschaft.

 

Diesem strategischen Bündnis zwischen Russland und China ist Washington weder wirtschaftlich noch militärisch gewachsen. China kontrolliert die Produktion der Erzeugnisse vieler führender amerikanischer Unternehmen wie etwa Apple. China besitzt die weltweit größten Devisenreserven. China könnte, wenn die Regierung es wollte, die amerikanische Geldmenge massiv erhöhen, indem es seine in Dollar ausgewiesenen amerikanischen Anleihen und Vermögenswerte auf den Markt würfe.

 

Um einen völligen Preisverfall bei amerikanischen Staatsanleihen zu verhindern, müsste die amerikanische Notenbank Federal Reserve dann weitere Billionen an Dollar aus dem Nichts schöpfen, um die auf den Markt geworfenen Finanzierungsinstrumente aufzukaufen. Die restliche Welt würde dem amerikanischen Dollar mit immer größerer Skepsis begegnen, da sie erneut Zeuge würde, wie die Dollar-Menge drastisch ausgeweitet würde, ohne dass dieser Ausweitung eine entsprechende realwirtschaftliche Leistung gegenüberstünde. Sollte der Dollar seinen Status als Weltreservewährung verlieren, wären die USA nicht mehr in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

 

Europa seinerseits hängt von russischen Energielieferungen ab. Und dazu sind auch kurzfristig, und vermutlich nicht einmal mittelfristig, keine Alternativen in Sicht. Russland könnte Europa praktisch von dieser Energieversorgung abschneiden. Wenn dies geschähe, könnte die deutsche Industrie nicht mehr produzieren und Europa würde im Winter frieren müssen. Trotz dieser Faktenlage haben die Neokonservativen die Europäer gezwungen, gegen Russland Wirtschaftssanktionen zu verhängen. Was würde geschehen, wenn Russland dies mit gleicher Münze heimzahlte?

 

Wie amerikanische Militärs freimütig einräumen, ist die NATO keineswegs in der Lage, in Russland einzumarschieren oder einem russischen Angriff auf die NATO standzuhalten. Die NATO dient als Deckmantel für amerikanische Kriegsverbrechen. Zu etwas anderem ist sie nicht fähig.

 

Die Gier amerikanischer Unternehmen veranlasste diese dazu, ihre Produktion zur Gewinnmaximierung nach China auszulagern. China war so in der Lage, seine Produktionstechniken auf den neuesten Stand zu bringen, und zwar Jahrzehnte früher, als die Neokonservativen erwartet hatten. China modernisiert auch seine Streitkräfte – mit russischer Waffentechnologie. Die neuen strategischen Raketen Chinas machen die hochgerühmte amerikanische Kriegsmarine mitsamt ihren Flugzeugträgerkampfgruppen zu einem überholten Konzept.

 

Die Neokonservativen rühmen sich damit, Russland eingekreist zu haben. Tatsächlich aber wurde Amerika aufgrund der mit den Clintons einsetzenden Unfähigkeit der amerikanischen Führung von Russland und China eingekreist. Angesichts der Unterstützung für die Präsidentschaftskandidatur »Killary« Clintons scheinen viele Wähler fest entschlossen, auch weiterhin eine inkompetente Führungsriege an die Macht zu bringen.

 

Obwohl ihr außenpolitischer Handlungsspielraum sehr eingeschränkt ist, halten die Neokonservativen daran fest, einen Krieg mit Russland (und damit auch mit China) vom Zaun zu brechen. Sollte Killary Clinton zur amerikanischen Präsidentin gewählt werden, könnte es tatsächlich zu diesem von den Neokonservativen gewollten Krieg kommen.

 

Die Neokonservativen haben sich im Wahlkampf auf die Seite Killary Clintons geschlagen. Sie ist ihre Kandidatin. Gegenwärtig setzen die von der Ideologie des Feminismus infizierten amerikanischen Frauen alles daran, Killary Clinton zur Präsidentin zu machen. Vergessen wir nicht, dass der amerikanische Kongress die ihm von der Verfassung übertragene Vollmacht, einen Krieg zu erklären, praktisch an den Präsidenten abgetreten hat.

 

Die amerikanische Bevölkerung ist leider alles andere als hochintelligent oder gut informiert. Die Vorherrschaft der USA im 20. Jahrhundert hat ihre Wurzeln in den beiden Weltkriegen dieses letzten Jahrhunderts, in deren Verlauf andere, fähigere Länder zerstört und ihre Bevölkerung dezimiert und demoralisiert wurde. Amerika wurde aufgrund der selbstzerstörerischen Politik anderer Länder zur Supermacht.

 

Auch wenn die Neokonservativen es vehement bestreiten, hat ihre arrogante und anmaßende Politik eine mächtige strategische Allianz zwischen Russland und China entstehen lassen, die nun zu einer welt- und machtpolitischen Realität geworden ist, wie erst jüngst ein Professor am amerikanischen Navy War College zu Recht feststellte.

 

Erst im vergangenen August fand im Japanischen Meer, das durch Süd- und Nordkorea sowie Russland einerseits und die japanischen Inseln andererseits begrenzt wird, ein gemeinsames russisch-chinesisches See- und Luftmanöver statt. Es zeigte dem amerikanischen Vasallen Japan, dass es praktisch nicht zu verteidigen wäre, wenn Russland und China sich zu einem Angriff entschlössen.

 

Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu erklärte damals, das gemeinsame Manöver veranschauliche die Partnerschaft zwischen den beiden Mächten und die von ihr ausgehende stabilisierende Wirkung in der Region. Der chinesische Außenminister Wang Yi ergänzte, die russisch-chinesischen Beziehungen seien so stabil, dass ihnen keine internationale Krise etwas anhaben könne.

 

Die einzigen »Errungenschaften« der amerikanischen Neokonservativen bestehen darin, für den Tod von Millionen Menschen in acht Ländern im Rahmen von Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein und die verbliebene dortige Bevölkerung dazu veranlasst zu haben, sich aufgrund der bedrohlichen und unhaltbaren Zustände in ihren jeweiligen Ländern als Flüchtlinge auf den Weg nach Europa zu machen. Diese Flüchtlingsströme werden die amerikanischen Marionettenregierungen in Europa weiter destabilisieren und damit die Chancen auf einen weltweiten Frieden mit einer führenden Rolle der USA durch die Entstehung einer mächtigen strategischen Allianz zwischen Russland und China erneut zunichtemachen.

 

Hier offenbart sich das dramatische Scheitern der neokonservativen Politik. Diesmal sollten die Neokonservativen zur Rechenschaft gezogen und nicht ein weiteres Mal eine neue Marionette ins amerikanische Präsidentenamt gewählt werden, die sie nach ihrem Willen und im Sinne ihrer Interessen manipulieren können.

 

 

 


Wer profitiert vom Krieg gegen den Terror?

Amerika hat sich seit dem 11.9.2001 an einen permanenten Kriegszustand gewöhnt. Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft - darunter viele arme Jugendliche vom Land, die zur Armee gehen - kämpft und stirbt, während eine fest etablierte nationale Sicherheitselite zwischen hohen Posten in Staatsapparat, Auftragsfirmen, Denkfabriken und Fernsehstudios rotiert: Karrierechancen, mit denen es vorbei wäre, wenn die Vereinigen Staaten plötzlich im Frieden leben.

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