Wednesday, 23. May 2012
22.09.2009
 

Droht den USA eine Invasion?

Torsten Mann

Vielen Lesern dürfte bereits bekannt sein, dass der KGB-Oberst und Experte für Informationskrieg und Desinformation Igor Panarin das Auseinanderbrechen der USA für den Sommer 2010 angekündigt hat, doch kürzlich ergänzte Panarin seine Prognose und erklärte, der Zerfall der USA würde bereits in zwei Monaten, d.h. im November 2009 einsetzen. Panarin sagte, Obama sei der Präsident der Hoffnung, aber in einem Jahr werde es für die USA keine Hoffnung mehr geben. Obama sei ein netter Kerl, der nett daherredet, aber er sei keine Führungsfigur und er werde Amerika in den Zusammenbruch führen. Sobald die Amerikaner dies erkennen, würde es wie eine »Bombe« einschlagen.

Angesichts der gigantischen finanziellen und wirtschaftlichen Verwerfungen in den USA bedarf es heute zwar beileibe keiner hellsichtigen Fähigkeiten mehr, um zu erkennen, dass den USA die größte Krise ihrer Geschichte bevorsteht, aber Panarin prophezeit das Auseinanderbrechen der USA im Sommer 2010 bereits seit 1998, also seit einer Zeit, in der sich die gegenwärtige Krise, aus gewöhnlicher Perspektive betrachtet, noch keineswegs abzeichnete. Da stellt sich natürlich die Frage, wie kommt Panarin dazu, sogar ein Jahrzehnt im voraus einen so exakten Zeitpunkt anzugeben? Panarin selbst gibt zu, dass er seine Vorhersage auf geheime Informationen des russischen Geheimdienstes stützt, die neben der wirtschaftlichen Situation offenbar auch solche Faktoren wie den moralischen Niedergang, die Masseneinwanderung und die dadurch verstärkten inneren Spannungen einbeziehen.

Es besteht kein Zweifel, dass der russische Geheimdienst über all diese Faktoren tatsächlich sehr genau informiert ist, schließlich hat er den moralischen Niedergang der gesamten westlichen Welt seit den 1960er-Jahren mithilfe seiner zahllosen Einflussagenten selbst vorsätzlich herbeigeführt. Wenn man in Moskau hinter verschlossenen Türen also davon ausgeht, dass die USA aufgrund der genannten Faktoren im Sommer 2010 auseinanderbrechen werden, dann bedeutet dies nichts anderes, als dass die vorsätzliche Zersetzung der westlichen Staaten nun auf die geplante Spitze getrieben wird, und dass man jetzt dazu übergegangen ist, die USA und wahrscheinlich auch weitere westliche Staaten vorsätzlich und aktiv auseinanderzubrechen.

 

KGB-Überläufer Yuri Bezmenov 1984

 

Details über die Jahrzehnte andauernden Vorbereitungen für diesen geplanten Zerfall gab der KGB-Überläufer Yuri Bezmenov bereits zu Beginn der 1980er-Jahre. Die Vorgehensweise des KGB für das Auseinanderbrechen westlicher Staaten verlaufe, so Bezmenov, in drei aufeinanderfolgenen Schritten, angefangen von einer mehrere Jahrzehnte andauernden Phase der schleichenden Demoralisierung, gefolgt von einer wenige Jahre andauernden Periode der Destabilisierung und einer anschließenden nur wenige Monate andauernden Krise.

Die Phase der planmäßigen Demoralisierung des Westens begann in den 1960er-Jahren mit dem Aufbau der 68er-Bewegung und ihrem anschließenden Marsch durch die Institutionen sowie mit der künstlichen Kultivierung ihrer Folgeerscheinungen, zu denen neben der Ökobewegung und dem Aufbau des internationalen Terrornetzwerks u.a. auch die Verbreitung von Rauschgiftkonsum und die Befürwortung massenhafter Zuwanderung gehörte.

Die Phase der Destabilisierung setzte spätestens mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center und der anschließenden Radikalisierung der inzwischen völlig demoralisierten und überfremdeten Gesellschaften der westlichen Welt ein, welche aktuell von der lange erwarteten Weltwirtschaftskrise noch verstärkt wird.

Was Panarin für den Sommer 2010 ankündigt und was ihm zufolge bereits im kommenden November beginnen soll, ist identisch mit jener Krise, welche laut Bezmenov gekennzeichnet ist vom völligen Zusammenbruch der Wirtschaft, der Währungen und des Staatsapparats, dem Ausbruch innerer Unruhen und der Machtergreifung linksextremer Parteien und Gruppierungen. Diese selbsternannten linksextremen Regierungen würden sogleich die Intervention einer ausländischen Ordnungsmacht erbitten, um mit ihrer Hilfe die inneren Unruhen zu befrieden. Nicht zufällig erwartet auch Panarin eine solche ausländische Intervention in den USA. Er sagte, die USA würden entweder nach dem tschechoslowakischen Modell auf friedliche Weise zerfallen oder nach dem Vorbild Jugoslawiens gewaltsam, gefolgt von einer Intervention russischer und chinesischer Kräfte. Russland übernähme dann den US-Bundesstaat Alaska, während China in Kalifornien, Washington, Oregon, Nevada, Arizona, Utah und Idaho interveniere. Weitere Staaten der USA würden unter die Kontrolle Mexikos geraten.* Igor Panarin spricht hier de facto also über nichts anderes, als über eine bevorstehende kombinierte russisch-chinesische Invasion in Nordamerika.

 

Ist das die Zukunft Nordamerikas?

 

Dass ein solches Szenario schon seit Jahrzehnten bis ins Detail geplant ist, offenbarte der Überläufer des russischen Militärgeheimdiensts GRU Stanislav Lunev bereits in den 1990er-Jahren. Lunev berichtete, im Anschluss an einen massiven Atomschlag würden russische Truppen Alaska und Teile Kanadas besetzen, während China in den restlichen 48 Bundesstaten einfiele. Unterstützt würden sie dabei durch mehrerer Drittweltländer, denen anschließend sogenannte »Plünderungsrechte« zugestanden würden. Je chaotischer die Situation in Nordamerika im Vorfeld der östlichen Invasion sei, umso leichteres Spiel habe natürlich der Aggressor.

Es ist erstaunlich, wie offen Moskau seine Absichten zur Schau stellt. Doch weiß man dort offenbar sehr genau, dass der Westen bereits zu demoralisiert ist, um zu erkennen, dass die von Panarin angesprochene Besetzung der USA nicht das Ergebnis einer spontan und unwillkürlich ablaufenden Entwicklung ist, sondern das vorsätzlich herbeigeführte Resultat von Moskaus aggressiver Langzeitstrategie zum Sturz der Weltmacht USA, gefolgt von der Errichtung einer sozialistischen Neuen Weltordnung.

 

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Wall Street Journal, 29.12.2008, »As if things weren’t bad enough, Russian professor predicts end of U.S.«

 

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