Wednesday, 28. September 2016
05.12.2010
 
 

Vor dem Abgesang der Klimapolitik

Edgar Gärtner

Vieles spricht dafür, dass der »Klima-Gipfel« im mexikanischen Luxus-Badeort Cancún zum Abgesang der ebenso kostspieligen wie wirkungslosen Klimapolitik wird. Nach der Veröffentlichung kompromittierender E-Mails durch einen bis heute unbekannten »Wistleblower« der Climate Research Unit (CRU) der University of East Anglia in Norwich vor einem Jahr, bekannt geworden als »Climategate«-Skandal, und dem nachfolgenden Fiasko des größten UN-Palavers aller Zeiten in Kopenhagen ist es den Strippenziehern diverser UN-Bürokratien nicht gelungen, dem »Klimaschutz« wieder den früheren Anschein von Seriosität zu verleihen. Im Gegenteil, die Aufdeckung einer Serie von »Ungenauigkeiten« im letzten Bericht des »Weltklimarates« IPCC gab den Zweifeln an der wissenschaftlichen Kompetenz des Gremiums weitere Nahrung.

Aus den am 17. November 2010 auf einem russischen Server übers Internet zugänglich gemachten E-Mails und Textdateien der CRU geht hervor, dass führende Wissenschaftler des IPCC wie Phil Jones (GB) und Michael Mann (USA) Temperaturdaten manipuliert haben, um ihre Warnungen vor einer Überhitzung der Erde glaubwürdig erscheinen zu lassen. In Deutschland wurde die Tragweite dieser Enthüllung allerdings von den Mainstreammedien erfolgreich heruntergespielt. Die im IPCC-Bericht von 2007 enthaltene Prognose, die fortschreitende Erderwärmung werde das Himalaya-Massiv schon in 25 Jahren schnee- und eisfrei machen und die Quellen des Ganges versiegen lassen, löste aber schließlich auch in Deutschland allenthalben Kopfschütteln aus. Weiß man doch, dass solche Schnee- und Eismassen zum Abschmelzen Jahrhunderte brauchen. Durch »Himalayagate« geriet der Vorsitzende des IPCC, der indische Eisenbahningenieur Rajendra Pajauri, selbst in die Schusslinie. Plötzlich interessierte sich die Presse auch für die zum Teil fragwürdigen Geschäftsbeziehungen zwischen Pachauris The Energy and Ressources Institute (TERI) und Firmen, die vom internationalen CO2-Emissionshandel profitierten. Bekannte Klimaforscher wie etwa der Deutsche Hans von Storch forderten Pachauris Rücktritt. Doch dieser stellte sich stur.

Auf einer vom scheidenden kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger gesponserten Klimakonferenz in Los Angeles bedauerte Pachauri nun erstmals öffentlich die im letzten IPCC-Bericht enthaltenen irreführenden Angaben. »Wir hätten besser auf solche Probleme vorbereitet sein müssen«, meinte er. »Bei einer so weitläufigen und komplizierten Herausforderung wie dem Klimawandel dürfen wir keine geradlinige Antwort erwarten. Vielmehr müssen wir mit einem Auf und Ab der öffentlichen Meinung rechnen, weil auch Probleme wie die Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Rezession zur Debatte stehen«, fügte Pachauri hinzu. Und Gastgeber Schwarzenegger bedauerte: »Im vergangenen Jahr gab es einen furchtbaren Rückschlag für uns, weil manipulierte Daten und wissenschaftliche Aussagen der Gegenseite Argumente lieferten.«

Auch Ex-US-Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat Al Gore, der vor zwei Jahren zusammen mit Pachauri den Friedensnobelpreis erhielt, ging vor Kurzem in sich. Auf einer von der Marfin-Volksbank gesponserten Konferenz über »grüne Energien« in Athen bedauerte er, dass er aus wahltaktischen Gründen die Subventionierung der Herstellung von Bio-Äthanol aus Mais für die Beimischung zu Kfz-Treibstoffen unterstützt habe. Im vergangenen Jahr sei die Bio-Äthanol-Herstellung in den USA mit fast acht Milliarden Dollar subventioniert worden. Über 40 Prozent der US-amerikanischen Maisernte oder 15 Prozent der Welt-Maisernte seien zu Treibstoff verarbeitet worden. Das sei nicht ohne Einfluss auf die Nahrungsmittelpreise geblieben. Er plädierte dafür, in Zukunft stattdessen Biotreibstoffe der zweiten Generation aus Abfällen und Holz zu fördern, da diese nicht mit der Nahrungsmittelherstellung konkurrieren. Wie flexibel er ist, hat Gore auch bei anderer Gelegenheit bewiesen: Rechzeitig bevor sich der Preis für CO2-Zertifikate in den USA der Null-Linie näherte und die Chicago Carbon Exchange (CCX) den Zertifikatehandel aufgeben musste, hat Gore seine Gesellschafteranteile an der CCX versilbert.

 

 


 

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