Saturday, 25. June 2016
23.11.2015
 
 

Woher bekommt ISIS alle diese Panzer, Waffen und nagelneuen Toyota-Kleintransporter, fragt sich das US-Schatzamt

Elizabeth Parker

Wenn wir schon gegen ISIS Krieg führen, warum versorgen wir sie weiter mit Panzern, Waffen, Humvees und nagelneuen Toyota-Kleintransportern? CNN berichtet: »Man kann sie kaum übersehen. Vollgepackt mit ISIS-Kämpfern und schweren Waffen werden Toyota-Kleintransporter mit offener Ladefläche und SUVs in den ISIS Propagandavideos prominent herausgestellt.«

 

Laut ABC hat die Abteilung für Terror-Finanzierung im US-Schatzamt endlich Notiz von den endlosen Aufmärschen der glänzend-neuen Toyota-Kleintransporter, die eine Hauptrolle in ISIS-Propaganda-Videos spielen, genommen. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet.

 

Ed Lewis, Sprecher für Toyota in den USA, sagte Reportern, dies sei Teil einer größeren Untersuchung über die Versorgungsketten und Kapitalströme in den Nahen Osten. Lewis versprach seitens Toyota volle Kooperation und versicherte, das Unternehmen würde niemals an Terroristen verkaufen.

»Toyota hat strikte Richtlinien, keine Fahrzeuge an mögliche Abnehmer zu verkaufen, die sie für paramilitärische oder terroristische Aktivitäten verwenden oder umbauen könnten, und wir haben Verfahren und vertraglich verpflichtende Regelungen eingeführt, die dazu beitragen, dass unsere Produkte nicht für unerlaubte militärische Zwecke missbraucht werden.«

Puh! Was für eine Erleichterung!

 

Toyota Trucks: Für Dschihadisten die Fahrzeuge der ersten Wahl.

 

CNN machte Jonathan Schanzer ausfindig. Er war früher im US-Schatzamt für das Aufspüren der Terroristen-Finanzierung zuständig und arbeitet nun für die Stiftung zur Verteidigung der Demokratien (Foundation for Defense of Democracies), um mehr herauszufinden. Schanzer erklärte, dass grobe Freiluftfanatiker und Geländefahrer nicht die Einzigen seien, die ihre Toyota-Kleinlaster lieben:

»Toyotas sind die Kleintransporter mit offener Ladefläche, welche sich Dschihadisten aussuchen, wenn sie in den Krieg ziehen wollen. Es ist das Gleiche wie mit den Kalaschnikows [das russische vollautomatische Gewehr, in den USA eher als AK-47 bekannt]. «

Und wie gelangt dieses schlimme Spielzeug in die Hände der ISIS Terroristen? Schanzer vermutet, dass sie ganz offen in die Autohäuser gehen und bar bezahlen.

»Ich glaube, sie kaufen sie wahrscheinlich ganz offiziell. Sie gehen vermutlich direkt zu den Autohändlern und kaufen sie ihnen ab. Sie weisen sich nicht als ISIS aus. Wer würde das schon?«

Oh, und obwohl die Toyotas der Dschihadisten erste Wahl sind, würden sie bei einem oder zwei Fords nicht Nein sagen. Wir hätten gerne den Gesichtsausdruck dieses US Klempners gesehen, nachdem er erkannte, was ISIS – wie Schanzer vermutet ‒ bei einer Versteigerung mitgenommen hat. Wie um uns mit der Nase darauf zu stoßen, machten sie sich nicht einmal die Mühe, die Angaben des früheren Besitzers auf der Beifahrerseite von der Tür zu entfernen.

 

Schanzer fuhr fort, ISIS eifriger Erwerb von Toyota Kleintransportern sei nur ein Beispiel dafür, wie ISIS arbeitet, nämlich wie »eine Kombination aus einer Mafia-Bande und einem Großunternehmen«. Mit anderen Worten, wie ein Großkonzern. Hier das Video mit dem Bericht von CNN.

 

 

ISIS besitzt auch tonnenweise US-Waffen, Fahrzeuge und andere militärische Ausrüstung.

 

Toyota Kleintransporter sind nicht alles, was ISIS bei uns einkaufen, abfangen oder ergaunern konnte. Im Juni berichtete CNBC, dass wir bisher den Islamischen Staat aus Versehen mit Waffen, Fahrzeugen und anderem militärischen Gerät im Wert von mindestens 656.421.524 US-Dollar versorgt haben ‒ und das ist nur das, was wir darüber wissen.

 

Aufgrund verschiedener Berichte legte CNBC die folgende Liste über den Nachschub vor, den bisher an den ISIS zu liefern, die USA so freundlich waren.

• 2.300 gepanzerte Humvee-Fahrzeuge zu je $ 70.000: $ 161.000.000

• 40 M1A1 Abram Panzer je $ 4,3 Millionen: $ 172.000.000

• 52 M198 Geschütze auf Selbstfahrlafetten je $ 527.337: $ 27.421.524

• 74.000 Armee Maschinengewehre je $ 4.000: $ 296.000.000

Insgesamt $ 656,4 Millionen an militärischen Waffen, Fahrzeugen und anderen Nachschub- und Ausrüstungsgütern für den ISIS.


Wie gelangt der Islamische Staat an all diese US-Waffen? Wir liefern sie entweder direkt oder über die zerschlagenen Überreste des irakischen Militärs. Jeremy Salz, ein politischer Beobachter in Ankara, stauchte RT.Com ganz schön zusammen:

»Glaubt ihr denn, der Islamische Staat wäre ohne den versehentlichen oder zugestandenen Zugriff auf US-Militär-Rüstung so erfolgreich gewesen? Lassen Sie mich nur kurz die Geschichte der amerikanischen Fehler der letzten paar Jahre in Bezug auf die Waffen überfliegen, die in die Hände des Islamischen Staates gelangt sind.«

Salz erinnerte uns dann an die großen Fehler unserer Nation, dem ISIS in den letzten paar Jahren Waffen geliefert zu haben.

• unbeabsichtigter Abwurf von Waffen und Nachschub, die für syrische Kurden bestimmt waren, über dem Gebiet des Islamischen Staates.

• Das ist nicht nur einmal geschehen, sondern mehrmals.

• Waffen und Zubehör, die der ISIS bei der Einnahme von Mossul (Irak), Ramadi (Irak) und Palmyra (Syrien) eroberte.

Salz machte sich nicht einmal die Mühe zu erklären, wie die Regierung George W. Bush den ISIS mit der Invasion in den Irak aufgrund falscher Vorwände schuf und die schwer bewaffneten und gut ausgebildeten Baath-Soldaten vertrieb.

 

Aber er fragt, wie es nur möglich sei, dass die US-Geheimdienste und das Militär ‒ beide gehören zu den teuersten der Welt ‒ möglicherweise nicht voraussehen konnten, was sich da zusammenbraute.

 

Was Salz hier über die Zerstörung von Palmyra durch den ISIS sagt, gilt auch für die Plünderung von Mosul und Ramadi.

»Glauben wir im Ernst, die Vereinigten Staaten konnten nicht erkennen, wie sie anrückten, nicht sehen, wie diese Pick-ups durch die syrische Wüste rasten, schon allein nicht die riesigen Staubwolken, die sie aufwirbelten? Danach gelangen sie nach Palmyra und nehmen die Stadt ein.«

Salz setzt einen Punkt. Wie ist es möglich, dass wir die kilometerlangen Fahrzeugkolonnen voller maskierter, Waffen schwenkender ISIS-Kämpfer mit ihren schwarzen Fahnen übersehen konnten, die meilenweit sichtbare, erstickende Wolken aus Wüstensand aufwirbelten? Es sieht fast so aus, als ob wir das alles mit Absicht ignoriert haben.

 

Was Präsident Barack Obama anbelangt, hat er einige intelligente Züge gemacht. Aber wie kann er in einem außer Kontrolle geratenen Zug, der seit Jahrzehnten dahinschlingert, die Vollbremsung einlegen? Schließlich hatte Reagan damals al-Qaida, als sie gegen die ehemalige UdSSR als Mudschaheddin-Widerstandskämpfer vorgingen, bewaffnet und ausgebildet.

 

Außerdem halfen wir Saddam Hussein 1953 im Irak an die Macht. Hussein stand mindestens seit 1959 auf der Gehaltsliste der CIA. Und dann haben wir ihn gestürzt und ließen es zu, dass die Region ins Chaos verfiel, weil George W. Bush nichts von »nation building« (Staatsaufbau) hielt.

 

Hier das Video mit dem Nachrichten-Bericht von RT über den Erwerb der ISIS von US-amerikanischem, militärischem Nachschub, von Waffen, Ausrüstung und Fahrzeugen.

 

 

 

 

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