Sunday, 25. September 2016
30.01.2016
 
 

George Soros setzt lebenslangen Krieg gegen Russland erst einmal aus

Eric Zuesse

Der Mega-Spekulant und Milliardär George Soros ist bisher immer ein leidenschaftlicher Gegner nicht nur des Kommunismus, sondern auch des späteren Russlands gewesen. Nun aber forderte er am 21. Januar im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos in einem Interview mit Bloomberg News, die USA (und möglicherweise auch die Europäische Union) müssten nun einen neuen Marshall-Plan für ganz Europa, einschließlich seines Erzfeindes Russland, finanzieren.

 

Beendet er tatsächlich seinen lebenslangen Krieg gegen Russland, oder setzt er ihn nur kurz aus? Gehen wir der Sache einmal auf den Grund und analysieren die Hintergründe seiner Äußerungen – entscheidende Aspekte dieser Hintergründe, die für das Verständnis seiner Äußerungen wichtig sind, werden in den Links ausführlicher erörtert.

Schon zuvor hatte Soros sowohl die USA als auch die EU gedrängt, Summen unterschiedlicher Höhe – einmal waren es 20 Mrd. Dollar (in einigen seiner Artikel), ein anderes Mal handelte es sich um 50 Mrd. Dollar (in anderen Artikeln) – in den Krieg in der Ukraine zu pumpen, um die Kontrolle über die früheren ukrainischen Regionen der Krim und des Donbass zurückzugewinnen.

 

Beide Regionen hatten mit überwältigender Mehrheit (75 Prozent auf der Krim und mehr als 90 Prozent im Donbass) für den demokratisch gewählten ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch gestimmt, den US-Präsident Obama am 20. Februar 2014 in einem blutigen, manipulierten Putsch stürzen ließ.

 

Die Kämpfer der Putschisten rekrutierten sich im Wesentlichen aus zwei Naziparteien, die entweder direkt rassistisch-faschistisch oder ihrer Ideologie nach nazistisch sind und über die USA mit Geldern unterstützt wurden, die über die CIA verteilt wurden. Gerade die Krim und der Donbass sind stark prorussisch und antinazistisch geprägt – und diese Einstellungen haben sich seit der Zeit des Zweiten Weltkrieges nicht geändert.

 

Aber dann scheiterten die von den USA angeführten Bemühungen, die von ihnen an die Macht gebrachte ukrainische Regierung aufzurüsten und so in die Lage zu versetzen, einen neuerlichen Krieg zu führen. Sie dienten dazu, die Krim und den Donbass zurückzuerobern oder irgendwie wieder einzugliedern. Doch seit US-Präsident Barack Obama zumindest zeitweise seine aktive Unterstützung der Ukraine einstellen und sich auf Rhetorik beschränken musste, trat George Soros wieder auf die Bühne.

 

Über seinen International Renaissance Fund hatte Soros höchstpersönlich dazu beigetragen, den Sturz Janukowytschs zu finanzieren. Jetzt drängt er die USA (und möglicherweise auch Europa) dazu, Europa einschließlich Russlands zu unterstützen, damit es sich von den Schäden erholen kann, die diesem erweiterten Europa durch die amerikanischen Invasionen und Putsche nicht nur in der Ukraine, sondern auch in der Nahmittelostregion aufgezwungen wurden.

 

Die meisten Flüchtlinge, die gegenwärtig nach Europa kommen, fliehen aufgrund der amerikanischen Interventionen im Irak, in Libyen und Syrien sowie der Unterstützung für die dort kämpfenden Dschihadisten durch die amerikanischen Verbündeten Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

 

Soros erklärte jetzt, die Flüchtlingsströme aus dem Nahmittelosten nach Europa würden die EU auseinanderbrechen lassen, falls sie nicht gestoppt würden. Die amerikanischen Steuerzahler (und möglicherweise auch die europäischen Steuerzahler) müssten nun die Rettung all derjenigen Länder finanzieren, die die USA – zum großen Teil auf Drängen und mit der Unterstützung von Soros – fast völlig zerstört haben. Vielleicht will er aber auch nur, dass die westlichen Steuerzahler ihn retten.

 

Die heutigen Äußerungen und Forderungen von Soros gehen in die gleiche Richtung wie seine Unterstützung für ein Rettungspaket für Osteuropa, einschließlich Russlands, aus dem Jahre 1989, das vermutlich auch das Vorbild seiner heutigen Forderung nach einem von den Steuerzahlern finanzierten Rettungspaket für Europa einschließlich Russlands bildet.

 

Aber damals versuchte er, staatliche Kredite zu mobilisieren, um Schulden und damit Verpflichtungen zu erzeugen, die die damals noch kommunistischen Länder gegenüber den westlichen Steuerzahlern eingegangen wären. Sein Vorschlag wurde zurückgewiesen, da die Demokratie damals im Westen noch stark genug war und die öffentliche Ablehnung seines Vorschlags seine Verwirklichung verhinderte.

 

Heute hat sich die Situation dramatisch geändert, nachdem die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Harvard und George Soros die russische Regierung in den 1990er-Jahren in einen »Kapitalismus« gesteuert hatten, der gar kein Kapitalismus, sondern eine »kapitalistische Vetternwirtschaft«, mit anderen Worten also »Faschismus«, war.

 

George Soros und die Universität Harvard haben im Verlauf dieses Prozesses Milliardenwerte an Dollar an Staatseigentum der ehemals kommunistischen Länder zu Dumpingpreisen eingesackt. Diese Vermögenswerte wurden über Insiderabsprachen nicht nur an russische und ukrainische (und andere) Insider, sondern auch an amerikanische Interessenten (insbesondere Soros persönlich) verschleudert.

 

So schildert der bemerkenswerte Artikel von Janine Wedel, wie als Folge einer von Insidern kontrollierten Auktion »H.M.C. (Harvard Management Company) und Soros zu Großaktionären von Nowolipetsk, dem zweitgrößten russischen Stahlwerk, und des Unternehmens Sidanko Oil wurden, dessen Erdölreserven die von Mobil Oil noch übertrafen«.

 

Die Ukraine gehörte damals zu den Ländern, die auf diese Weise ausgeplündert wurden. Diese Ausplünderung wiederholt sich nun im Zuge der Übernahme des Landes durch die USA mit der Hilfe von Soros in noch größerem Umfang ein weiteres Mal.

 

Die ukrainische Regierung von Obamas und Soros‘ Gnaden ist praktisch bankrott, weil sich ihre »Anti-Korruptions«-Rhetorik eben nicht mit ihrer völlig korrupten Politik vereinbaren ließ. Das Gleiche war schon unter Jelzin in Russland geschehen, so dass es jetzt zu weiteren Zuwendungen der westlichen Steuerzahler an die ukrainische Regierung in der von Soros geforderten Höhe von »20 Mrd. Dollar und mehr« nicht kommen wird. Soros schwenkte daher um und fordert nun in seinem neuen Vorschlag einen »Marshall-Plan« für Osteuropa (einschließlich Russlands).

 

Auf diese Weise soll sich einerseits Osteuropa noch weiter gegenüber den westlichen Regierungen verschulden. Zugleich aber will Soros seine eigenen Investitionen in Osteuropa (einschließlich Russlands) vor dem Verlust retten. Nur mit Unterstützung der Steuerzahler können diese Investitionen überhaupt noch Gewinne bringen.

 

Genau das ist die Folge, wenn sich private Investoren in die Außenpolitik einmischen: Die Regierungen werden von internationalen Spekulanten und Finanzmagnaten kontrolliert. Im Folgenden ein kurzer Ausschnitt aus dem Interview von Soros mit Bloomberg, das ohne die oben geschilderten Hintergründe nicht richtig verstanden werden kann:

Soros: Die Europäische Union steckt in einer existenziellen Krise, und sie muss sich daraus befreien, weil die Flüchtlingskrise die Europäische Union massiv belastet – sie fällt praktisch auseinander, und das zu einer Zeit, in der wir dringend eine größere Initiative, einen Marshall-Plan, benötigen. Dieser [Vorschlag] ist absolut angemessen. Es überrascht, dass [dieser Vorschlag] von Schavio kommt, der sonst immer einer der Befürworter der ›reinen Lehre‹ der Bundesbank war. Ich unterstütze dieses Konzept schon seit Langem. Ich habe vor mehr als 25 Jahren [noch vor dem Untergang der Sowjetunion] 1989 in Potsdam einen Marshall-Plan für Osteuropa vorgeschlagen. Potsdam lag in der DDR, und ich erklärte, dieser Marshall-Plan für Europa, einschließlich Russlands, sollte unter Führung der … von den Europäern finanziert werden, damit eine Wende möglich werde. Die Anwesenden begannen zu lachen, und die Allgemeine [Zeitung] schrieb, mein Vorschlag sei mit Belustigung aufgenommen worden.

Dieser Vorschlag sollte nicht mit Belustigung aufgenommen werden, er sollte sehr ernst genommen werden. Es wird sehr schwierig sein, ihn durchzusetzen, denn gegenwärtig gibt es viele Meinungsverschiedenheiten, als Folge des Zerfalls, aber meiner Meinung nach sollte dieser Vorschlag unbedingt öffentlich und enthusiastisch unterstützt werden. Meiner Ansicht nach ist den meisten klar, dass etwas katastrophal schiefgelaufen ist und man das korrigieren muss.

 

Besteht die Gefahr eines Zerfalls [der EU]? Im vergangenen Jahr haben sich alle wegen Griechenland Sorgen gemacht, weswegen sollten wir uns in diesem Jahr Sorgen machen?

Soros: Griechenland ist meiner Meinung nach immer noch ein Problem. Es ist eines der Probleme, für die es keine Lösung gibt, weil die Lage so verworren ist, dass man sich nur noch irgendwie durchwurschteln kann. Aber es gibt keine Lösung, und tatsächlich verschärfen sich die Probleme gegenwärtig wieder. Das kann man sehr gut an den Schlagzeilen der Medien beobachten, aber gegenwärtig spielt es im größeren Zusammenhang keine wesentliche Rolle.

 

 

 

 

 

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