Saturday, 22. November 2014
28.08.2011
 
 

Liaison der Obama-Regierung mit Gen-Konzernen: Ausverkauf der amerikanischen Landwirtschaft

Ethan A. Huff

Die Freiheit, seine Lebensmittel selbst anzubauen, gehört zu den Grundpfeilern der Zivilisation. Sie muss unter allen Umständen bewahrt werden, wenn die Menschheit auch weiterhin bestehen soll. Doch genau diese Freiheit wird in den USA untergraben, weil multinationale Konzerne wie Monsanto die Kontrolle über die Nahrungsmittelversorgung übernehmen. Überall werden patentiertes gentechnisch verändertes (GV) Saatgut und GV-Feldfrüchte propagiert. Die Obama-Regierung sitzt gewissermaßen am Steuerknüppel dieser feindlichen Übernahme: Sie unterstützt offen alle Bemühungen, den Gen-Anbau zu verbreiten, sei es auf privatem Ackerland oder in öffentlichen Wildreservaten.

Die amerikanische Landschaft verwandelt sich rapide in einen riesigen Flickenteppich von Biotech-Farmen, die von Konzernen beherrscht werden. Private Landbesitzer gehen diesen Konzernen voll auf den Leim, sie bestellen bereitwillig ihre Felder mit »Frankensaat« – wie in Frankenstein – und sprühen und verteilen Millionen Tonnen chemischer Herbizide und Pestizide wie »Roundup« von Monsanto. Jetzt will die US-Regierung auch in den Wildreservaten Gen-Pflanzen anbauen lassen, wo die sehr leicht übertragbaren transgenen Stämme dieser Feldfrüchte mit Sicherheit unberührte Ökosysteme verseuchen werden.

 

Obama-Regierung – dieselbe Haltung zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) wie Bush, außer bei Steroiden

Unter George W. Bush wurde die Regierung von Befürwortern der organischen Landwirtschaft und von Verbraucherorganisationen wegen der offenen Unterstützung für GVO scharf kritisiert. Anstatt nun sofort mit dieser korrupten Politik Schluss zu machen, hat die Obama-Regierung sie auf eine neue Stufe gestellt: Sie setzt alle Hebel in Bewegung, die Verbreitung von GVO zu fördern.

Fast unmittelbar nach seinem Wahlsieg 2008 berief Barack Obama reihenweise GVO-Befürworter in seine Regierung. Darunter waren sein Landwirtschaftsminister Tim Vilsack, ehemals Gouverneur von Iowa und langjähriger GVO-Unterstützer, und Michael Taylor, Berater der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA, der zuvor Vizepräsident der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei Monsanto gewesen war.

Eine ausführliche Liste der GVO-Werbetrommler, die Obama in seine Regierung berufen hat, finden Sie hier.

 

Obama hat in Bezug auf die Kennzeichnungspflicht für GVO gelogen

Viele haben es wahrscheinlich schon vergessen, aber Obama hat im Wahlkampf versprochen, sich für eine Kennzeichnungspflicht für GVO einzusetzen. Als Präsident hat er dieses Versprechen nicht nur nicht eingelöst, sondern er selbst und seine Regierung vertreten in praktisch allen Belangen das genaue Gegenteil davon.

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Public Employees for Environmental Resposibility (PEER), einem landesweiten Bündnis umweltbewusster Angestellter von Kommunen, Bundesstaaten und Regierung, ist die Obama-Regierung eine Allianz mit der Biotech-Industrie eingegangen, um die noch bestehenden verfahrensrechtlichen Hemmnisse aus dem Weg zu räumen, die der ungehinderten Verbreitung von GVO im Wege stehen. Dazu gehört die jüngst vom US-Landwirtschaftsministerium verkündete »Hände weg«-Politik, wonach GVO im Wesentlichen keiner behördlichen Aufsicht mehr unterliegen.

Die Obama-Regierung hat 2010 eine Arbeitsgruppe »Biotech in der Landwirtschaft« einberufen, die aus 35 Vertretern von zehn verschiedenen Bundesbehörden besteht. Aufgabe der Gruppe ist es, für eine GVO-Landwirtschaft zu werben. GVO sollen rechtlich geschützt werden, sodass sie ungehindert weiter verbreitet werden können. Diese illegitime Partnerschaft zwischen Industrie und Regierung nutzt natürlich nicht der Öffentlichkeit – sie dient nur dazu, dass Monsanto, Syngenta, BASF und andere Player, die ohnehin dabei sind, Schritt für Schritt die Kontrolle über die gesamte Landwirtschaft übernehmen und weiter kassieren können.

 

Obama liefert keinen »Change«, alles bleibt beim Alten

Bisher besteht Obamas Erbe darin, dass er nicht nur die miserable Politik der Bush-Regierung fortsetzt, sondern alles noch viel schlimmer macht. Trotzdem scheinen nur wenige überhaupt daran zu denken, die Regierung für die unverfrorenen Lügen über GVO zur Rechenschaft zu ziehen. Oder auch dafür, dass sie die Tradition der Vorgängerregierung fortsetzt, als »Drehtür« für die wichtigsten Player zu dienen, die mühelos zwischen Posten in der Biotech-Industrie und hohen politischen Ämtern hin- und herwechseln konnten.

Doch jetzt versucht PEER (Public Employees for Environmental Responsibility) mit einer Strafanzeige gegen die Arbeitsgruppe der Regierung die Dinge wirklich zu verändern. Nach wie vor halten Behörden wichtige Dokumente zurück, die das wahre Ausmaß, in dem die US-Regierung mit der Biotech-Industrie unter einer Decke steckt, enthüllen könnten. Mehr über die Strafanzeige lesen sie hier.

»Offen gestanden ist es deprimierend, dass der höchste Beamte, der im Weißen Haus für die Erholung des Ökosystems zuständig ist, gentechnisch veränderte Sojabohnen auf Land ausbringen lässt, das für Wildtiere reserviert ist«, sagte Kathryn Douglass von PEER kürzlich in einer Erklärung über die entsprechenden Vorschläge. »Wir wissen, dass diese Biotech-Arbeitsgruppe das Gegenteil transparenter, wissenschaftsbasierter Entscheidungsprozesse, die uns diese Regierung versprochen hatte, an den Tag legt.«

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Quelle für diesen Bericht war unter anderen:

alliance for natural health

 

 


 

 

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