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Erst kürzlich regte sich Protest, als bekannt wurde, dass die Gates-Stiftung angeblich im
vergangenen Herbst der Clemson University im US-Bundesstaat South Carolina mehr als eine halbe Million Dollar und dem National Center on Time and Learning (NCTL) über 600.000 Dollar an Forschungsgeldern bewilligt hat. Die Organisation NCTL untersucht Methoden, wie die Leistung der Schüler verbessert werden kann. Die Zuschüsse sollen für Studien über die Effektivität von speziellen Armbändern zur Messung der »galvanischen Hautreaktion« verwendet werden. Die körperliche Reaktion soll Aufschluss darüber geben, wie Schüler auf das Lehrmaterial reagieren.
Erteilt ein Lehrer beispielsweise einem Schüler eine neue Aufgabe, soll das Armband elektrische Veränderungen auf der Haut und im Körper aufspüren, mit deren Hilfe beurteilt werden kann, wie gut dieser diesen neuen Stoff lernt. Außerdem kann mit dem Armband auch die kognitive Reaktion im Gehirn des Schülers ermittelt werden, die zeigt, ob ein besonderer Unterrichtsstil seiner Begabung und seiner Art zu lernen entspricht oder nicht.
Durch solche Armbänder könnte die Schulbildung in Amerika noch mehr entmenschlicht werden
Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als könnte der Schulunterricht in Amerika mithilfe solcher Armbänder tatsächlich verbessert werden. Was soll schon Schlimmes daran sein, die emotionalen und kognitiven Reaktionen auf externe Reize zu überprüfen, um damit die Lehrmethoden der Lehrer zu verbessern?
Aber eine derartige Überwachung der Schüler kann einer weiteren Entmenschlichung des Schulunterrichts Tür und Tor öffnen. Standardisierte Tests, Bewertungen der Lehrer aufgrund von Tabellen und andere ergebnisorientierte Unterrichtsformate haben schon jetzt das menschliche Element der Schulausbildung so gut wie ausgeschaltet, das in Amerika immer sehr betont wurde.
Darüber hinaus könnte auch das Lernklima durch diese Armbänder so verändert werden, dass Schüler vor allem das lernen, was sie lernen wollen, und nicht das, was sie wirklich brauchen. Die emotionale Reaktion der Schüler auf das Lehrmaterial als Maßstab dafür zu benutzen, wie gut ein Lehrer unterrichtet, ist ein Irrweg, der schon bald zur Folge haben könnte, dass qualifizierte, erfahrene Lehrer den Dienst quittieren.
Was ist mit den Armbändern wirklich geplant?
Zu Beginn der Auseinandersetzung über die Armbänder und insbesondere über die Finanzierung
durch die Gates-Stiftung wiesen die Befürworter dieser Technik den Vorwurf zurück, der Einsatz werde sich nachteilig auf das Lernklima auswirken. Beispielsweise dementierte Deborah Veney Robinson von der Presseabteilung der Gates-Stiftung gegenüber Forbes, dass die Armbänder zur Überprüfung der Leistung von Lehrern verwendet werden sollten, wie die Kritiker behaupten.
Aber wenn sie dazu nicht dienen sollen – wozu dann? Mit Recht fragen sich das viele Lehrer und Experten der Unterrichtsforschung. Offensichtlich verfolgt die Gates-Stiftung damit bestimmte Pläne, die sie aber nicht preisgeben will.
»Warum wollen sie Armbänder mit drahtlosen Sensoren für Kinder und Lehrer, die die physiologische Reaktion messen?« fragt Diane Ravich, Erziehungsexpertin und Pädagogikprofessorin an der New York University (NYU), die die Absichten der Gates-Stiftung skeptisch beurteilt. »Wozu soll diese Forschung dienen? Ich verstehe immer noch nicht, wozu diese Armbänder gut sein sollen.«
Angesichts der sonstigen Pläne der Stiftung kann man sich unschwer vorstellen, dass solche Armbänder in Zukunft dazu eingesetzt werden könnten, beispielsweise Studenten und Lehrer dingfest zu machen, die mit den geplanten Impfungen nicht einverstanden sind oder sich Umweltlügen wie Global Warming widersetzen. Durch die Überwachung von Lehrinhalten und der Reaktion der Schüler darauf könnte Big Brother theoretisch das menschliche Denken in Echtzeit ablesen, eine Vorstellung mit höchst beunruhigenden Folgen.
Wie lange wird es dauern, bis Schulen verlangen, dass die Schüler sich mit diesen Armbändern in das System einklinken, so dass die Behörden menschliches Denken beobachten und kontrollieren können? Werden die Bänder eines Tages so verändert, dass sie Schülern, die aus der Reihe tanzen oder den vorgesetzten Lehrstoff nicht einfach übernehmen wollen, leichte Stromschläge versetzen? Vor uns liegt wirklich eine Schöne Neue Welt und die Gates-Stiftung hilft, ihr den Weg zu bereiten.
Quellen für diesen Beitrag waren unter anderem:
The Washington Post
Forbes
Diane Ravitch's Blog
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