Tuesday, 31. May 2016
24.08.2013
 
 

Die neueste Story über einen syrischen Gasangriff riecht nach saudischer Kriegspropaganda

F. William Engdahl

Die Nahost-Zeitung Al Arabiya berichtet, mindestens 500 Menschen seien »bei einem Giftgasangriff auf die Region Ghouta im Osten Syriens ums Leben gekommen, wie Al Arabiya von Aktivisten erfuhr...«. Weiterhin wurde in der Zeitung behauptet, verantwortlich für die Angriffe sei die Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Sollten sich die Berichte bestätigen, könnte es die »rote Linie« sein, die, wie US-Präsident Obama sagte, die USA zum militärischen Eingreifen bewegen würde. Das würde Flugverbotszonen und aktive militärische Maßnahmen zum Sturz Assads bedeuten. Und das wiederum könnte nicht nur

einen Flächenbrand im gesamten Nahen und Mittleren Osten auslösen, sondern auch eine Supermächte-Konfrontation mit Russland, China und dem Iran auf der einen und den USA, Großbritannien, Saudi-Arabien, der Türkei und Katar auf der anderen Seite auslösen. Keine guten Aussichten für den Weltfrieden also.

 

 

Deshalb sollte man die Story sorgfältig analysieren. Dabei springen einige Dinge als verdächtig ins Auge. Zunächst einmal die Zeitung, die die Story bringt. Die Al Arabyia ist im Syrienkonflikt nicht neutral. Sie wurde 2002 von der saudischen Königsfamilie in Dubai gegründet. Mehrheitseigner ist der saudische Sender Middle East Broadcasting Center (MBC). Saudi-Arabien ist ein wichtiger finanzieller Unterstützer bei dem Versuch, die syrische Regierung zu stürzen. Das ist aktenkundig. Man sollte deshalb einen so aufwieglerischen Anti-Assad-Bericht in einer Zeitung, die Saudi-Arabien gehört, mit Vorsicht genießen.

 

Wenn wir den gedruckten Inhalt der Story betrachten, wird es noch verdächtiger. Zunächst heißt es da: »Aktivisten beim Syrian Revolutionary Command Council [zu Deutsch etwa: Syrischer Revolutionärer Kommandorat] berichteten, Kampfflugzeuge des Regimes hätten nach der Bombardierung die Region überflogen, sie beschuldigten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad, chemische Kampfstoffe einzusetzen.« Das ist in mehrfacher Hinsicht verdächtig. Zum einen kann man sich vorstellen, dass regierungsfeindliche (nicht namentlich genannte) »Aktivisten«, die gegen Assads Streitkräfte kämpfen, nicht gerade neutral sind.

 

Zum anderen gibt es keine Organisation mit dem Namen Syrian Revolutionary Command Council. Es gibt einen Obersten Rat der Führung der syrischen Revolution oder kurz Oberster Rat der syrischen Revolution. Letzterer wird offen von der Regierung Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei finanziert. Die angebliche Quelle der schockierenden Giftgas-Vorwürfe gegen die Regierung Assad gehört also zu einer Organisation, die die Saudis finanzieren, um Assad mit allen Mitteln zu stürzen. Schwerlich ein Musterbeispiel journalistischer Neutralität.

 

Die Story wird noch undurchsichtiger. Im Artikel lesen wir weiter, nach Angaben der »syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) seien bei der heftigen Bombardierung Dutzende von Menschen getötet worden, darunter auch Kinder«. Nun war das syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte die Quelle sämtlicher negativer Berichte über die Assad-Regierung seit Beginn des Krieges im Jahr 2011. Höchst seltsam ist die Tatsache, dass das so humanitär klingende SOHR, wie investigative Journalisten herausgefunden haben, aus einem einzelnen syrischen Flüchtling besteht, der seit 13 Jahren in London lebt. Es ist ein Mann namens Rami Abdul Rahman, ein sunnitischer Muslim und Eigentümer eines Bekleidungsgeschäfts, der von seiner Wohnung aus eine Twitter-Seite unterhält. Nicht zuletzt aufgrund eines sehr wohlgesonnenen Berichts in der BBC gilt er den Mainstreammedien als glaubwürdig. Er ist alles andere als unvoreingenommen.

 

Im Übrigen drängt sich bei der verdächtigen Story von Al Arabiya die offensichtliche Frage auf: Was würde Baschar al-Assad mit dem Einsatz von chemischen Waffen just in dem Moment gewinnen, wo er eingewilligt hat, diese Woche ein Team von UN-Chemiewaffenexperten nach Syrien einreisen zu lassen, das untersuchen soll, ob und von welcher Seite am 19. März bei einem Angriff auf Khan al-Assal und zwei andere Orte Chemiewaffen eingesetzt wurden. Im Mai erklärte Carla Del Ponte, Mitglied der unabhängigen UN-Kommission zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Syrien, Aussagen von Opfern und Medizinern deuteten darauf hin, dass das Nervengift Sarin von Rebellen eingesetzt worden sei. Das erwies sich als äußerst unangenehm für die Fraktion der Kriegsfalken in Pentagon und State Department, die Obama zu einer direkten Militärintervention einschließlich der Errichtung einer Flugverbotszone gewinnen wollen – de facto ein Kriegsakt gegen die Regierung Assad. 2012 hatte Obama erklärt, der Einsatz von Chemiewaffen durch den syrischen Präsidenten bedeute das Überschreiten einer »roten Linie« und werde die amerikanische Haltung zu einem Eingreifen in den Konflikt verändern.

 

Bevor die jüngsten Anschuldigungen der Al Arabiya nicht von wirklich unabhängiger Stelle bestätigt werden, sind wir gut beraten, diese Story in die Kategorie Kriegspropaganda einzuordnen.

 

 

 


 

 

 

 

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