Thursday, 25. August 2016
26.02.2014
 
 

Geheimgesellschaft steuert die Wall Street seit den 1930er Jahren

F. William Engdahl

Die Welt der Wall-Street-Finanz ist vollkommen abgehoben vom alltäglichen Wirtschaftsleben der normalen Bürger in Amerika und anderen Ländern. Jetzt wurde eine Organisation entlarvt, die diese Abkopplung befördert. Seit über 80 Jahren sind die mächtigsten Namen an der Wall Street Mitglieder eines geheimen Klubs, einer Bruderschaft im Herzen der Weltfinanz. Die Existenz blieb geheim, bis es einem Journalisten gelang, sich in die Feier zur Aufnahme neuer Mitglieder einzuschleichen. Was er da sah, wird viele schockieren.

Der Klub trägt den griechischen Namen »Kappa Beta Phi«, es ist eine Geheimgesellschaft elitärer Wall-Street-Finanziers. Der Name ist ähnlich wie der von Studentenverbindungen amerikanischer Universitäten. Ihr lateinischer Leitspruch »Dum vivamus edimus et biberimus« bedeutet grob übersetzt: »Während wir leben, essen und trinken wir«.

 

Dieser geheimen Organisation, deren Existenz bis kürzlich weitgehend vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wurde, gehören die mächtigsten und reichsten Titanen der Weltfinanz an – der Money Trust, wie ich ihn in meinem Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums nenne.

 

Jedes Jahr wählen sie 20 Neulinge, die sich in Frauenkleider gewandet mit Perücken auf dem Kopf auf der Bühne präsentieren. Ein mutiger New-York-Times-Journalist namens Kevin Roose schlich sich in ihren jährlichen Initiationsritus im elitären St. Regis Hotel in Manhattan ein. Es gelang ihm, sich eine Kopie der vollständigen Mitgliederliste zu sichern. Darauf stehen neben anderen der Gründer der Bloomberg Financial News, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, die früheren Chefs des Investmenthauses Goldman Sachs Jon Corzine und Robert Rubin, die Chefs von Citigroup, BlackRock, JPMorgan Chase, der Chef von Rockefeller & Co., dem Management des Familienvermögens, und Dutzende anderer Wall-Street-Milliardäre.

Wie Roose, der sich einen Frack auslieh und einfach ohne große Sicherheitsüberprüfung in den Festsaal marschierte, berichtet, kursierten während des Abendessens Witze über das »eine Prozent«, d.h. sie selbst, und darüber, wie die 99 Prozent sie unfairerweise aufs Korn nähmen. Es erklangen lustige Gesänge über die Finanzkrise 2008 und wie sie das Geld für ihre faulen Kredite von der Federal Reserve und den Steuerzahlern erhielten.

 

Lange, geheime Vergangenheit

 

Dass diese Gruppe existiert, ist seit Langem bekannt, aber es gab weder Informationen über derzeitige Mitglieder noch über ihre Praktiken, da alle Versammlungen geheim und unter Ausschluss der Presse stattfanden. Ins Leben gerufen wurde sie nach dem Börsenkrach 1929 an der Wall Street. Erklärter Zweck des Zweiges von Kappa Beta Phi an der Wall Street ist es, »den Geist der ›guten alten Zeit von 1928/29‹ lebendig zu erhalten«. Roose, der gegen Ende des Abends durch einen Zufall enttarnt und auf die Straße gesetzt wurde, beschrieb, was er gerade erlebt hatte:

Die … offensichtliche Schlussfolgerung war, dass sich die oberen Ränge der Finanz aus Leuten zusammensetzen, die vollkommen von der Realität abgekoppelt sind. Kein sich selbst achtender und sozial bewusster Wall-Street-Direktor hätte sich einer Gruppe angeschlossen, deren stillschweigende Mission darin besteht, die Marotten des Finanzsektors ins Rampenlicht zu stellen. Nicht, als Millionen von Menschen durch diese Marotten geschädigt wurden, in Form von Zwangsversteigerungen ihrer Häuser, gescheiterten 401(k)s [private Rentenpläne in den USA – W.E.] und nicht bei einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit … Ihre Jagd nach Geld und Macht hatte sie so traurig weit von der größeren Welt entfernt, dass sie jetzt, auf dem Gipfel ihrer Karriere, nur Umgang mit einer Handvoll anderer prominenter Finanziers pflegen konnten.

 

 

 


 

 

 

 

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