Montag, 5. Dezember 2016
09.12.2010
 
 

Grüne Energie verblasst – die Wall Street verliert das Interesse

F. William Engdahl

Während die Delegierten bei der Global-Warming-Konferenz in Cancun – Hoppla! Entschuldigung, wir sollen ja jetzt »Klimawandel«-Konferenz sagen – zu keinem Einvernehmen darüber kommen, ob drastische wirtschaftliche Maßnahmen zur Senkung der Emissionen von fossilen Brennstoffen ergriffen werden sollen oder nicht, lässt die Wall Street das Geld sprechen und wettet darauf, dass die Aktien alternativer Energieunternehmen, wie beispielsweise der Hersteller von Wind- und Sonnenenergieanlagen, in Zukunft fallen. Das sagt uns viel mehr über den Global-Warming-Schwindel, als Politiker preisgeben wollen.

In Amerika hört man häufig den Ausdruck: »Folge der Spur des Geldes« – das heißt, wer wissen möchte, was in einer bestimmten Frage wirklich vor sich geht, der solle prüfen, wohin das seriöse Geld fließt. Bei den alternativen oder sogenannten »grünen« Energieformen wetten die Banken an der Wall Street und die mit ihr verbundenen Hedgefonds jetzt darauf, dass es auf dem Markt für Sonnen- und Windenergie – beide waren noch vor einem Jahr Lieblinge der Spekulationsfonds –mittlerweile trostlos aussieht.

Laut einem Bericht von Bloomberg betreiben Hedgefonds in letzter Zeit in einem Ausmaß wie seit einem Jahr nicht mehr Leerverkäufe der Aktien von Herstellerbetrieben für erneuerbare Energien. Infolgedessen wird zunehmend gegen entsprechende Unternehmen gewettet, wie beispielsweise die First Solar Inc. aus Arizona, dem größten Hersteller von Sonnenkollektoren, gegen Tesla Motors Inc., den kalifornischen Produzenten von Elektroautos, oder Hersteller von Carbonfaser-Rotorblättern für Windkraftanlagen.

Leerverkauf bedeutet, dass man Aktien verkauft, die man gar nicht besitzt, sondern sich nur leiht mit dem Versprechen, dieselbe Anzahl Aktien zu einem festgelegten oder vereinbarten Zeitpunkt zurückzugeben. Der Leerverkäufer wettet darauf, dass bis dahin – in einem Jahr, in sechs Monaten oder auch in drei Monaten – der Marktpreis der Aktie deutlich niedriger sein wird; aus der Differenz ergibt sich sein Gewinn. Das heißt »leerverkaufen«: man wettet dafür, dass die Aktienpreise in den nächsten Monaten fallen.

Ein großes Problem liegt darin, dass die Subventionen der US-Regierung für schadstoffarme Technologien dramatisch zurückgefahren werden, angesichts der angespannten Haushaltslage, die durch Rekorddefizite und eine immer stärker in die Depression abrutschende Wirtschaft verursacht wird. Zudem sind »grüne« Bundesstaaten wie Kalifornien technisch bankrott und deshalb gezwungen, die Förderung für Solar- und Windanlagen zu kürzen. Ohne staatliche Subventionen rechnet sich die Sonnen- und Windtechnologie aber nicht.

Bei der Vorbereitung der globalen Klimagespräche im mexikanischen Cancun haben Leerverkäufer auch Aktien der Hersteller von Windturbinen, Sonnenkollektoren und Elektroautos in Europa ins

Während die Angst vor der Erderwärmung angesichts des kältesten Wetters seit Jahrzehnten schwindet, stoßen Banken Aktien von nutzlosen Anlagen wie Sonnenkraftwerken und Windrädern ab.

Visier genommen, während gleichzeitig mehrere EU-Regierungen die Subventionen für grüne Technologien drastisch kürzen. Das wäre natürlich ein durchaus positives Ergebnis der ansonsten drakonischen Sparmaßnahmen, die überall verhängt werden, um die Banken auf Kosten der Steuerzahler zu retten. Da die Kosten für den Bailout Griechenlands und nun auch Irlands täglich steigen, kürzen europäische Regierungen, die kämpfen müssen, um die Ausgaben im Griff zu behalten, die Vergütung für die Einspeisung von Strom aus Fotovoltaik-Kollektoren.

Wie aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, haben die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die große BlackRock-Gruppe im dritten Quartal ihre Long-Positionen (bei denen ein Preisanstieg erwartet wird) für erneuerbare Energien eingeschränkt; ein Anzeichen dafür, dass sie für die nächste Zukunft fallende Preise erwarten.

Ziemlich genau vor einem Jahr fand in Kopenhagen ein großer Klimagipfel statt – und gleichzeitig entbrannte der sogenannte Klimagate-Skandal um den E-Mail-Verkehr zwischen führenden amerikanischen und britischen Klimaforschungszentren, aus dem hervorging, dass die dort tätigen Wissenschaftler bewusst Klimadaten manipuliert hatten, um einen alarmierenden Temperaturanstieg zu beweisen. In der Zwischenzeit ist nach einem Sexskandal vom Global-Warming-Guru Al Gore nichts mehr zu hören und zu sehen, und gegen den Chef des UN-Klimarats IPCC wird wegen Amtsmissbrauchs zum Zwecke persönlicher Bereicherung ermittelt.

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Die verheimlichte Wahrheit: Europas Schuldennetz – es geht um Billionen
  • Welche deutschen Banken stehen vor dem Kollaps?
  • Brodelnde Krisenherde: Ungarn verstaatlicht private Rentenersparnisse
  • Parentopoli: Wie Kinder von Politikern gefördert werden

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Kauft China künftig keine US-Staatspapiere mehr?

F. William Engdahl

Unter Hinweis auf die jüngste Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, weitere 600 Milliarden Dollar zu drucken, um die taumelnden Wall-Street-Banken und den Immobiliensektor zu stützen, hat die chinesische Ratingagentur Dagong vor wenigen Tagen das Kreditrating für amerikanische Staatsanleihen heruntergestuft. Wenn die People’s Bank of  mehr …

Ackermanns Deutsche Bank: Jetzt rächen sich die Torheiten

F. William Engdahl

Als die amerikanische Börsenaufsicht SEC, die Securities and Exchange Commission, die Wall Street-Großbank Goldman Sachs verklagte, war dies nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Jetzt hat eine Hypothekenversicherungsgesellschaft in den USA eine der Banken angeklagt, die besonders aggressiv am Schwindel mit zweitklassigen Hypotheken, den  mehr …

Die Wall Street nimmt Irland aufs Korn. Die nächste Runde des Finanzkrieges gegen Europa beginnt

F. William Engdahl

Noch im November 2009 waren Devisenhändler und Mainstream-Ökonomen davon überzeugt, dass der Dollar kurz vor dem Absturz stehe. Das US-Haushaltsdefizit, das unter Präsident Obama für unabsehbare Zeit auf über eine Billion Dollar jährlich gestiegen ist, die allgemeine Schwäche der US-Wirtschaft und der historisch niedrige Zinssatz der Federal  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Zweiter Fall »Litwinenko«? Vergifteter Ex-KGB-Agent in Berlin

Udo Schulze

Gibt es in Europa einen zweiten »Fall Litwinenko«? Der ehemalige KGB-Spion hatte sich zum Kritiker der Politik unter Wladimir Putin gewandelt und war im November 2006 in London an einer radioaktiven Vergiftung gestorben. Zuvor hatte er Putin schwerer Verbrechen beschuldigt. Jetzt hat sich KOPP online gegenüber ein Mann geäußert, der behauptet,  mehr …

Kommt der »EU-Länderfinanzausgleich«?

Michael Grandt

Aufgrund der Gefahr, dass nach Griechenland und Irland noch mehr EU-Staaten bankrott gehen könnten, wird darüber diskutiert, den europäischen Rettungsschirm auf 1,5 Billionen Euro zu erhöhen. Im Zuge dieser Maßnahme könnte auch ein »EU-Länderfinanzausgleich« eingeführt werden – der Hauptgeldgeber wäre wieder einmal der deutsche Steuerzahler.  mehr …

Ackermanns Deutsche Bank: Jetzt rächen sich die Torheiten

F. William Engdahl

Als die amerikanische Börsenaufsicht SEC, die Securities and Exchange Commission, die Wall Street-Großbank Goldman Sachs verklagte, war dies nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Jetzt hat eine Hypothekenversicherungsgesellschaft in den USA eine der Banken angeklagt, die besonders aggressiv am Schwindel mit zweitklassigen Hypotheken, den  mehr …

Der Euro ist schlecht für Deutschland

Michael Grandt

Während politisch korrekte Politiker und Ökonomen mantragleich wiederholen, wie gut der Euro doch für uns Deutschen sei, sieht die ökonomische Realität ganz anders aus.  mehr …

Deutsche Pleitebanken vor dem Kollaps?

Michael Grandt

Die sogenannte »Bankenrettung« wird schlimme Folgen haben. Und jetzt verkündet der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia auch noch, dass die irischen und die deutschen Banken seine »größten Sorgenfälle« seien.  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.