Wednesday, 28. September 2016
01.12.2015
 
 

Monsantos GVO Kabale in Paris besiegt

F. William Engdahl

Eine sehr gute Neuigkeit kommt aus Paris, jener Stadt mit einem aktuell übergroßen Anteil an schlechten Nachrichten. Es handelt sich um einen größeren juristischen Sieg der Vertreter von Wissenschaft und Vernunft über die von Monsanto angeführte Kabale um gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Die Auswirkungen davon werden weltweit zu spüren sein. Wenn es unserer Welt je gelingt, das 21. Jahrhundert von der Pest des Schwarzen Todes, der sich hinter dem Namen Genmanipulation von Organismen oder GVO verbirgt, zu befreien, dann wird sie der mutigen Arbeit von Prof. Gilles-Eric Séralini und seinem Team außerordentlich engagierter Wissenschaftler am CRIIGEN, dem Komitee für unabhängige Forschung und Information über Gentechnik, in Frankreich, ungeheuer großen Dank schulden.

 

In einer Welt, in der die Korruption von Wissenschaftlern durch die Industrie fast alltäglich geworden ist, dürfte die Existenz eines nicht von der Industrie finanzierten Teams von Wissenschaftlern, das sich Forschung und unabhängigen Informationen über Gentechnik und ihre Auswirkungen auf Biologie, Umwelt, Landwirtschaft, Lebensmittel, Medizin und das Gesundheitswesen, einschließlich der kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und auf die Gesundheit des gesamten belebten Ökosystems widmet, soweit mir bekannt ist, einzigartig sein. Nur wenige kennen ihre unermüdliche und weitgehend undankbare Arbeit.

 

Aus diesem Grund ist es eine doppelt gute Nachricht, dass das Oberste Gericht in Paris soeben ein Urteil in einem Verleumdungsprozess zugunsten von Seralini angekündigt hat. Am 6. November 2015 hatte das Oberste Gericht in Paris Professor Marc Fellous, den ehemaligen Vorsitzenden der Französischen Kommission für Biomolekulartechnik wegen »Fälschung« und »der Verwendung von Fälschungen« in einem Verleumdungsprozess verurteilt, den er gegen Professor Séralini verloren hat. Das Strafmaß wird irgendwann im Jahr 2016 beschlossen werden.

 

Die Französische Kommission für Biomolekulartechnik (CGB, auf Französisch) wurde im Landwirtschaftsministerium eingerichtet und ist für ihre Befürwortung von GVO bekannt. Das Gremium hat zu verantworten, in Frankreich eine Reihe verschiedener pflanzlicher GVO als sicher genehmigt zu haben.

 

Fellous selbst ist kein kleiner Fisch. Er ist Mitglied am renommierten Institut Pasteur, Präsident des französischen Verbandes für Biotechnologie an Pflanzen und verantwortlich für die Bewertung der Risiken von GVO im französischen Ministerium für Landwirtschaft, sowie Professor für Humangenetik an der Universität von Paris. Der Rechtsstreit war von Seralini im Januar 2011 angestrengt worden.

 

Laut einer dem Fall nahestehenden Quelle, hat Fellous die Unterschrift eines Wissenschaftlers ohne dessen Zustimmung benutzt oder kopiert, um zu behaupten, Séralini und seine Mitforscher hätten sich bei ihrer Neubewertung der Monsanto-Studien geirrt. Séralinis Neubewertung verwies in den Rohdaten von Monsantos eigenen Fütterungsversuchen an Ratten mit dem GVO-Mais MON 863 auf Anzeichen von Toxizität.

 

Eine weitere ungeheure Fälschung

 

Das gleiche Wissenschaftlerteam um Seralini war mit der Veröffentlichung ihrer explosionsartig vernichtenden Studie, nachdem sie die Auswirkungen auf Ratten über ganze zwei Jahre untersucht hatten, mitten in einen der krassesten jüngeren Fälle professioneller Vergehen geraten. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um die allererste langfristige Studie in der gesamten 20-jährigen Geschichte der Vermarktung von GVO handelte, welche die Auswirkung genveränderter Nahrung auf Ratten dokumentierte. Die Ergebnisse lassen einen bis in die Knochen erstarren.

 

Im September 2012 veröffentlichte Food and Chemical Toxicology, ‒ damals eine angesehene wissenschaftliche Fachzeitschrift ‒ die Studie des Wissenschaftlerteams an der französischen Universität Caen unter Führung von Gilles-Eric Seralini. Die Ergebnisse der Studie sandten Schockwellen rund um die Erde.

 

Seralinis Gruppe hatte gerade die weltweit erste Fütterungsstudie über die Auswirkungen einer Diät von GVO-Mais an mehr als 200 Ratten über einen Zeitraum von zwei ganzen Jahren mit einem Kostenaufwand von drei Millionen Euro abgeschlossen. Die Studie entdeckte alarmierende Fälle von Krebstumoren, schweren Organschäden und vorzeitigen Todesfällen bei Ratten, die mit GVO-Mais, der mit Monsantos Roundup mit Glyphosat behandelt worden war, gefüttert worden sind. Es handelte sich um Monsantos NK603 Roundup Ready Mais. Der geschützte Name »Roundup Ready« bedeutet, dass der GVO-Mais »bereit« (ready) war, einem der giftigsten Unkrautvernichtungsmittel der Welt Stand zu halten, dem Roundup von Monsanto mit einem Cocktail hochgiftigen Glyphosats und anderen Chemikalien, die dem Geschäftsgeheimnis unterliegen.

 

Die Seralini-Studie wurde nach zwei Jahren Forschung unter absoluter Geheimhaltung, um Druck seitens der Industrie zu vermeiden, und nach einem viermonatigen Begutachtungsverfahren durch wissenschaftlich qualifizierte Kollegen, veröffentlicht. Binnen Stunden nach Veröffentlichung der Studie Seralinis brach weltweit eine koordinierte Medien-Kampagne los, um deren Schlussfolgerungen zu diskreditieren. Dabei wurden keine Tatsachen vorgelegt, sondern lediglich die üblichen Behauptungen, die Studie sei »unwissenschaftlich«, oder man habe die falschen Ratten verwendet.

 

Die Welt-Medien zwangen die korrupte, pro-GVO EU-Kommission, die Spuren der Studie zu verwischen. Das offizielle Beratungsgremium der EU für Lebensmittelsicherheit, EFSA, also deren »unabhängige« Experten, verurteilten Seralinis Studie sogar, noch bevor sie eine vergleichbare unabhängige Langzeitstudie durchgeführt hatten, um sie zu verifizieren oder zu widerlegen. Den meisten EU-Bürgern wurde nicht bekannt, dass investigative Organisationen Mitglieder des wissenschaftlichen Vorstands der EFSA bloßgestellt hatten, weil sie direkte und indirekte Verbindungen zu der gleichen GVO-Industrie unterhielten, für deren Überwachung sie verantwortlich waren, auch zu Monsantos Frontorganisationen.

 

Im Januar 2014, über ein Jahr nach ihrer ersten Veröffentlichung, unternahm die Zeitschrift Food and Chemical Toxicology einen bisher beispiellosen Schritt. Sie zog offiziell den Artikel Seralinis mit der unglaublichen Begründung zurück, seine Arbeit sei »nicht schlüssig«. Hier in der Fußnote können Sie den gesamten Austausch zwischen Elsevier, dem Verleger der Zeitschrift, und dem Team Seralinis lesen.

 

Unmittelbar vor der Rücknahme von Seralinis Artikel hatte die Zeitschrift als neuen »Vize-Redakteur für Biotechnologie«, Richard E. Goodman eingestellt. Das war eine neue Position, die offenbar speziell für Goodman im Zusammenhang mit der »Séralini-Angelegenheit« eingerichtet worden war.

 

Goodman war früher Mitarbeiter bei Monsanto und ein aktives Mitglied des International Life Sciences Institute (Intern. Institut für Lebenswissenschaften, ILSI) gewesen. ILSI wird von multinationalen GVO- und agrochemischen Unternehmen, darunter auch von Monsanto, finanziert, um »industriefreundliche« Methoden der Risikobewertung für GVO-Lebensmittel und chemische Verunreinigungen in Lebensmitteln zu entwickeln und in staatliche Vorschriften einzubinden.

 

Eine der ersten Amtshandlungen Goodmans bei der Zeitschrift war es, den Aufsatz Seralinis als »nicht schlüssig« zurückzuziehen. Würde dieses Kriterium auf alle wissenschaftlichen Studien angewandt, gäbe es keine wissenschaftlichen Zeitschriften mehr. Wissenschaft ist per Definition ein Prozess, radikale Hypothesen auszumachen, sie zu überprüfen und alte Hypothesen auf einer weiterreichenden Ebene erneut zu prüfen. Seralinis Aufsatz forderte zu weiterer Forschung auf, um die alarmierenden Ergebnisse zu bestätigen. Stattdessen beschlossen Monsanto und die GVO-Lobby, »den Boten zu erschießen«.


»Flüche sind wie Hühner ...«

 

Eine Redensart aus dem 13. Jahrhundert lautet: »Flüche sind wie Hühner, sie kehren zum Schlafen immer zu ihrer Stange zurück.« Am 30. März 2015, über ein Jahr später, gaben die Herausgeber des Journal of Food and Chemical Toxicology bekannt, dass der frühere Monsanto-Mitarbeiter, Richard Goodman aus der Redaktion der Zeitschrift »entlassen« worden und der Chefredakteur, der Pro-GVO Chefredakteur A. Wallace Hayes auf die unsinnige Position eines »Chefredakteurs für Strategie und Vision« befördert worden sei.

 

Im Juni 2014 hielt es Springers Online-Zeitschrift Environmental Sciences Europe (Umweltwissenschaften Europa) für angebracht, den zurückgewiesenen Aufsatz von Seralini erneut zu veröffentlichen. Hatte der neue Herausgeber des Journal of Food and Chemical Toxicology das moralische Rückgrat zu versuchen, die ernste Schädigung von Seralinis wissenschaftlichem Ruf und die Wahrheit über die tödlichen Folgen des GVO-patentierten Saatguts in Verbindung mit den Unkrautvernichtungsmitteln durch Abdruck einer öffentlichen Entschuldigung wieder gut zu machen? Vielleicht hat das auf ein neues Pariser Gerichtsurteil zu warten. In der Zwischenzeit haben Professor Seralini und seine Gruppe weitere Studien an Ratten durchgeführt und weitere Beweise dafür aufgedeckt, dass alle GVO für Mensch und Tier giftig sind. In der wirklichen Wissenschaft, wie auch der Biologie, wird die durchgestandene Ehrlichkeit schließlich über Täuschung, Betrug, und Korruption triumphieren.

 

Der gesamte Bereich der sogenannten Biotechnologie ist bis in ihren eigentlich unwissenschaftlich reduktionistischen Kern hinein korrupt und verkommen. Das sollte nicht überraschen, da sie bewusst von Amerikas führender Familie der Eugenetik (Rassenhygiene) eingeführt und von ihrer eigenen Rockefeller Stiftung finanziert wurde, um ihre verrückten Eugenetik-Ziele zu fördern. Zur gleichen Zeit hatte die Rockefeller-Stiftung schon die Forschung zur nationalsozialistischen Rassenhygiene am Kaiser Wilhelm Institut in Berlin finanziert.

 

1938, als die Molekularbiologie aufgrund der finanziellen Zuwendungen der Stiftung an Universitäten wie dem California Institute of Technology und der Universität Cambridge in England »erfunden« wurde, war ein Alan Gregg seit 34 Jahren Direktor der Abteilung für medizinische Forschung der Rockefeller Stiftung. Gregg hatte einmal geschrieben: »Es gibt eine alarmierende Parallele zwischen dem Wachstum eines Krebstumors im Körper eines Organismus und dem Wachstum der menschlichen Bevölkerung in der ökologischen Wirtschaft der Erde.«

 

Er behauptete dann weiter: »Krebsgeschwüre brauchen Nahrung, aber soviel ich weiß, wurden sie nie dadurch geheilt, dass sie diese bekommen haben. Die Analogien dazu kann man an unserem geplünderten Planeten erkennen.« James Stillman Rockefeller, der frühere Vorsitzende der First National City Bank, der späteren Citigroup, saß bis zu seinem Tod im Jahr 2004 im Alter von 102 Jahren im Vorstand von Monsanto.

 

GVO und ihre »Unkrautvernichtungsmittel« wurden von ihren Erfindern in der Absicht geschaffen, uns als »unnütze Esser« zu beseitigen oder ‒ wie ich einen kürzlich erschienenen Artikel überschrieben habe ‒ »Wir sind das ›Unkraut‹ für Monsantos Roundup Unkrautvernichter.« In diesem Artikel diskutierte ich eine neue Studie der Arbeitsgruppe von Professor Seralini. Darin finden Sie alles, was Sie entdecken sollten, wenn Sie an Ihrer Gesundheit und der Ihrer Kinder, Verwandten und Freunde interessiert sind.

 

 

 

 

 

 

 

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