Sonntag, 4. Dezember 2016
29.06.2015
 
 

Sanktionen und die Geburt des neuen Russland

F. William Engdahl

Heute möchte ich über meine Eindrücke bei meinem jüngsten Besuch in St. Petersburg berichten. Ich war als Redner zu einer Podiumsdiskussion zum Thema »Lassen Sie nie eine gute Krise nutzlos verstreichen« eingeladen. Der Titel ist eine Abwandlung des alten chinesischen Sprichworts: »Jede Krise bietet auch neue Chancen.« Und genau das zeigt sich heute in der Russischen Föderation, von dort sich verbreitend über die Weiten Eurasiens bis hin nach Asien, Afrika, den Nahen Osten und Lateinamerika.

 

In Ermangelung eines besseren Begriffs bezeichne ich das, was sich dort entwickelt, als Neuausrichtung der Welt. Sie ist etwas grundsätzlich anderes als die US-dominierte Neue Weltordnung, die George H.W. Bush nach der Auflösung der Sowjetunion bei einer Rede vor dem amerikanischen Kongress proklamierte. Wörtlich sagte er damals: »Aus diesen unruhigen Zeiten kann sich unser … Ziel – eine Neue Weltordnung – entwickeln…«

 

Heute ist klar, dass sich Bush mit der Neuen Weltordnung skrupellos das Chaos nach dem Ende der Sowjetunion zunutze machen wollte, um eine unipolare Welt zu schaffen, in der eine winzige selbsternannte Elite der ganzen Welt ihre Existenzbedingungen diktieren würde. Dies zu erreichen war das ausschließliche Ziel der US-Außenpolitik, der US-geführten Kriege und Angstkampagnen unter drei US-Präsidenten der vergangenen 25 Jahre seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es war die Triebfeder hinter den von den USA geschürten Bürgerkriegen in der Ukraine und in Syrien, die Kampagne gegen China im Ostchinesischen Meer, die verdeckte Unterstützung für ISIS. Oder die US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland, zu denen Washington auch die EU gewaltsam gedrängt hat – zum Schaden der EU und der Wirtschaft ihrer Mitgliedsländer.

 

Das, was ich nicht nur in St. Petersburg, sondern auch bei anderen Russlandbesuchen in letzter Zeit erlebt habe, kann ich nur mit einem Wort beschreiben: »außergewöhnlich«. Anstatt sich verängstigt der endlosen Barrage von Attacken und wirtschaftlichen oder finanziellen Sanktionen zu beugen, legen Russland und die Führung des Landes größere Zuversicht an den Tag und – ganz entscheidend – agieren selbstsicherer und im positiven Sinne aggressiver als je zuvor, wie ich anhand einiger Beispiele verdeutlichen möchte.

 

Führend bei Bio-Nahrungsmitteln

 

Die heutige russische Führung hat begriffen, dass die Landwirtschaft, die in der von Korruption geprägten Jelzin-Ära als Schwachpunkt galt, in Wirklichkeit eine der größten Stärken des Landes ist.

Im Rahmen des diesjährigen Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg bot sich mir die Gelegenheit zum Gespräch mit dem Vize-Landwirtschaftsminister. Wie er mir berichtete, hat die russische Regierung beschlossen, die Sanktionen und russischen »Gegensanktionen« – das Importverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Europäischen Union – zu nutzen, um die Produktion von Bio-Nahrungsmitteln in Russland auszubauen.

 

Vizeminister Sergei Lewin erzählte, Russland habe bereits die Verwendung von GV-Saatgut [GV=gentechnisch verändert] verboten. Das bestätigte beim Forum auch der stellvertretende russische Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch mit der Ankündigung, Russland werde keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nutzen. Russlands Landwirtschaftsminister Nikolai Fjodorow hat versprochen, Russland werde auch in Zukunft GVO-frei bleiben. Bei einem Treffen mit Vertretern ländlicher Regionen erklärte er kürzlich, die Regierung werde »ihre Bürger nicht vergiften«.

 

Sie haben begriffen, dass der äußerst fruchtbare russische Ackerboden noch weitgehend naturbelassen ist. Denn in der Zeit des Kalten Krieges wanderte der größte Teil der Chemiegüter in den Rüstungssektor, sodass die Ackerflächen weitgehend von der Belastung durch Agrarchemikalien, die in der EU und in den USA dem Ackerland seit 1945 schwere Schäden zugefügt haben, frei geblieben ist. Amerikanische Anbaumethoden haben zwar den Ernteertrag gewaltig gesteigert, nicht aber den Nährwert der produzierten Nahrungsmittel. In dieser Hinsicht kann Russland, wie man dort inzwischen versteht, zum wichtigen Produzenten von GV-freien Bio-Nahrungsmitteln werden. Das fruchtbare Ackerland wird für die Nahrungsmittelversorgung der Welt strategisch sogar noch wichtiger, weil die ähnlich fruchtbare schwarze Erde der Ukraine durch Krieg und Chaos zerstört wird.

 

Russland als Katalysator des Energieaustauschs

 

Bei meinen Gesprächen und Beobachtungen in St. Petersburg wurde mir auch deutlich, mit welcher Dynamik Russland die Veränderung der gegenwärtigen Weltordnung betreibt. Sanktionen zwingen das Land zu wirklich guten Initiativen.

 

Washingtons Versuch, russische Firmen, insbesondere Energiekonzerne, von westlichem Kapital abzuschneiden, ist so lächerlich wie erfolglos. Genauso wie die Eskalation der Provokationen der NATO in den umgebenden Ländern bewirkt er lediglich, dass sich Russland strategisch auf Autarkie oder die Zusammenarbeit mit Handelspartnern außerhalb der NATO orientiert.

 

In St. Petersburg wurde eine beeindruckende Vielfalt wirtschaftlicher Verträge abgeschlossen. Der Journalist und Analyst Andrej Korybko von der Moskauer Nachrichtenagentur Sputnik News beschreibt einige der wichtigsten davon. Er verweist darauf, dass Russland international nicht etwa als Paria-Staat betrachtet wird, sondern vielmehr als Staat, der »gegen die Regeln des von Washington arrangierten Spiels verstößt« und damit in nie dagewesener Weise internationales Interesse auf sich zieht.

 

Das zeigte sich nicht zuletzt an der Teilnehmerliste des diesjährigen St. Petersburger Forums. Obwohl das US-Außenministerium stupide von einer Teilnahme abriet, versammelten sich dieses Jahr rund 10 000 zahlende Gäste – ein Rekord. Sie führten intensive Diskussionen, unterzeichneten mehr als 200 Verträge mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Milliarden Dollar für Handelsgeschäfte mit Russland, über weitere Verträge im Umfang von zig Milliarden Dollar wird noch verhandelt. Es wurden circa 25 Prozent mehr Besucher gezählt als im vergangenen Jahr, trotz der wiederholten Versuche aus Washington und Brüssel, Russland und Putin zu verteufeln.

 

Die britische BP und die niederländisch-britische Royal Dutch Shell sowie die deutsche E.ON gaben ihren jeweiligen Regierungen ein klares Signal: Sie betrachten Sanktionen gegen Russland nicht als Hinderungsgrund für die weitere Zusammenarbeit in der Entwicklung der riesigen nicht erschlossenen Erdöl- und Erdgasvorkommen und unterzeichneten in St. Petersburg wichtige neue Verträge.

 

Der russische Energiekonzern Gazprom und Shell unterzeichneten einen Vorvertrag über den Bau eines dritten Abschnitts für eine Flüssiggasanlage auf der Insel Sachalin an der russischen Pazifikküste. Darüber hinaus schloss Gazprom mit E.ON, Shell sowie dem Wiener Erdöl- und Erdgaskonzern OMV einen Vorvertrag über den Bau einer Erdgaspipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland.

 

Laut diesem Vertrag soll neben der bestehenden North-Stream-Pipeline eine neue Erdgaspipeline nach Deutschland gebaut werden. Über den neuen Strang können zusätzlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr geliefert werden, zweimal mehr als über die North Stream.

 

Trotz der gespannten Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel wird Europa in naher Zukunft mehr Erdgas brauchen, und Russland ist das einzige Land, das diesen Bedarf zu einem konkurrenzfähigen Preis decken kann. »Angesichts der rückläufigen Gasförderung in Europa und des gestiegenen Bedarfs sind europäische Unternehmen gezwungen, neue Infrastruktur zu entwickeln, um die Lieferung russischen Gases an europäische Verbraucher zu gewährleisten«, heißt es in einer Gazprom-Erklärung.

 

Nach dem törichten Versuch aus Brüssel, zukünftige Erdgaslieferungen von Gazprom an die EU zu sabotieren, dämmert es Regierungen der EU-Länder, dass mit zunehmendem Chaos in der Ukraine auch ein großer Teil der russischen Gaslieferungen über Pipelines bedroht sind.

 

Als Konsequenz auf den Druck der EU auf Bulgarien und andere Mitgliedsländer hatte Russlands Präsident Wladimir Putin im Dezember vergangenen Jahres im Rahmen von Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan in Ankara verkündet, die South Stream, ein 45 Milliarden Dollar schweres Projekt zur Lieferung russischen Erdgases über eine Unterwasser-Pipeline durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und weiter auf den Balkan und südeuropäische Märkte, werde nicht gebaut. Für Brüssel war es ein Schock.

 

Stattdessen kündigte Putin Gespräche mit Erdoğan über den Bau der alternativen Pipeline Turkish Stream an. Über diese Pipeline soll russisches Erdgas durch die Türkei direkt an die Grenze zu Griechenland geliefert werden. Welche Route zu welchen EU-Ländern sie danach nehmen soll, hängt von Entscheidungen der EU ab.

 

In diesem Zusammenhang ist bedeutsam, dass bei den Gesprächen, die der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in Petersburg mit russischen Vertretern führte, darunter Putin und der russische Energieminister (auch dessen griechischer Amtskollege war beteiligt), eine Einigung über die Lieferung russischen Gases aus der Turkish-Stream-Pipeline an das (Noch-) EU-Mitglied Griechenland erzielt wurde. Griechenland und Russland unterzeichneten einen Vorvertrag für das Projekt, das Tsipras »Greek Stream« nannte. Bei derselben Konferenz erklärte der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik: »Serbien wird sich sicher an der Turkish Stream beteiligen.«

 

Das waren noch längst nicht alle Verträge über Energielieferungen, die in St. Petersburg geschlossen wurden. Gazprom und die französische Gasgesellschaft Engie diskutierten über die Notwendigkeit neuer Routen für die direkte Gasversorgung nach Europa. Und der russische Ölkonzern Rosneft unterzeichnete mit dem britischen Öl- und Gaskonzern BP eine Vereinbarung, wonach Letzterer eine Beteiligung von 20 Prozent an Taas-Yuryakh Neftegazodobycha in Ostsibirien übernimmt; es entsteht ein neues britisch-russisches Joint Venture.

 

Allen im Westen, die behaupten – wie die Neokonservativen im US State Department, im Weißen Haus oder im Büro von Verteidigungsminister »Ash« Carter –, Putin lege insgeheim den Grundstein für den Wiederaufbau der Sowjetunion, sei gesagt: Wenn solche Behauptungen überhaupt begründet wären, was keinesfalls klar ist, so werden sie desto absurder, je stärker die russische Wirtschaft von Kooperation und gegenseitiger Achtung mit EU-Ländern abhängig ist.

 

Überraschende Verträge mit Saudi-Arabien und Indien

 

Als wären Umfang und Vielfalt dieser neuen Verträge noch nicht ausreichend, unterstrichen Vereinbarungen Russlands mit höchsten Vertretern Saudi-Arabiens und Indiens die Avantgarde-Rolle, die Russland bei der Schaffung einer multipolaren Neuausrichtung der Welt spielt.

 

Zu den geopolitisch faszinierendsten Entwicklungen im Rahmen des St. Petersburger Forums zählte der Auftritt des saudi-arabischen Prinzen Mohammed bin Salman, Verteidigungsminister seines Landes und Sohn von König Salman. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Prinzen erklärte Putin, er habe König Salman zu einem Besuch nach Russland eingeladen und selbst eine Einladung zu einem Besuch Saudi-Arabiens bekommen.

 

Darüber hinaus diskutierten beide über den Kauf russischer Nukleartechnologie. Der Außenminister Saudi-Arabiens, Adel al-Dschubeir sagte gegenüber der Nachrichtenagentur RT, sein Land wolle Russlands Kompetenz beim Bau von bis zu 16 Energie produzierenden Reaktoren nutzen. Russland und Saudi-Arabien unterzeichneten eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Wie Russlands staatliche Atomenergieagentur Rosatom betonte, wird dadurch erstmals in der Geschichte der russisch-saudischen Beziehungen ein rechtlicher Rahmen für die bilaterale Kooperation bei der Kernenergie geschaffen und die Aussicht auf eine Zusammenarbeit bei Bau und Betrieb von Reaktoren, Brennstoffkreislauf sowie bei Aus- und Weiterbildung eröffnet.

 

Russlands Präsident Putin und der saudi-arabische Prinz sprachen über eine mögliche Zusammenarbeit im Rüstungsbereich. Hm. Bisher ist Saudi-Arabien ein wichtiger Kunde der amerikanischen und britischen Rüstungsindustrie. Mit Sicherheit hat die Moskauer Parade der modernsten russischen Waffensysteme am 9. Mai die Aufmerksamkeit von Prinz bin Salman geweckt. Unter Bezug auf die Gespräche zwischen bin Salman und Putin über den möglichen Kauf russischer Waffensysteme durch Saudi-Arabien erklärte Außenminister al-Dschubeir: »Mit dieser Frage [dem Kauf von Rüstungsgütern] beschäftigen sich die Militärexperten unserer Länder. Aber ich möchte betonen, dass uns nichts daran hindert, russische Verteidigungssysteme zu kaufen, genauso wie nichts Russland daran hindert, sie an Saudi-Arabien zu verkaufen.«

 

Diese Erklärung hat in Washington, London und im Brüsseler NATO-Hauptquartier mit Sicherheit mehr als nur Stirnrunzeln verursacht, zumal man dort bisher davon ausging, Saudi-Arabien sei ein Vasallenstaat der USA seit dem berühmten Treffen zwischen US-Präsident Roosevelt und König ibn Saud im Jahr 1945, bei dem amerikanischen Ölgesellschaften das Exklusivrecht zur Erschließung der riesigen Ölvorkommen im Königreich Saudi-Arabien gesichert wurde.

 

Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurden noch weitere Verträge abgeschlossen, zu viele, um sie hier im Einzelnen aufzuzählen. Beteiligt waren Indien, Myanmar und zahlreiche andere Länder. Kurz: St. Petersburg hat der Welt den völligen Bankrott der aktuellen US-Politik vor Augen geführt, die versucht, Wladimir Putins Russland zu isolieren und zu verteufeln.

 

Durch die Strategie, friedliche Wirtschafts- und Handelsverträge mit den Verbündeten in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, vor allem mit China, zu schließen, Verträge mit den BRICS-Staaten Indien, Brasilien, China und Südafrika und innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion zu vereinbaren, wird Russland zur Avantgarde einer Neuausrichtung der Welt, in der die Achtung nationaler Grenzen und nationaler Souveränität wieder zum Kernpunkt wird.

 

Angelehnt an den Text des großen amerikanischen Countrysängers und Songwriters Carl Perkins richtet Russland an Washington die Worte: »You can knock me down, step in my face, slander my name all over the place. And do anything that you want to do. But uh uh, honey, lay off my sovereign right to exist and prosper in peace with my neighbors.« [Deutsche Übersetzung etwa: Du kannst mich niederschlagen, mir ins Gesicht treten, meinen Namen überall in den Dreck ziehen. Und alles machen, was du willst. Aber, meine Liebe, lass mir das souveräne Recht, zu bestehen und in Frieden mit meinen Nachbarn voranzukommen.] Bushs Neue Weltordnung bricht vor unseren Augen in sich zusammen, während Russland diese Neuausrichtung der Welt in die Wege leitet. Das zu beobachten, ist faszinierend und eine große Freude.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (30) zu diesem Artikel

30.06.2015 | 13:30

Lichtarbeiter

Wenn ich mir das peinliche Hampeln unserer Regierung, als auch das gesamte europäische Parlament anschaue wird mir schlecht. wahre Intelligenz ist für mich momentan nur in Russland ersichtlich und ich hoffe Griechenland wird erkennen, dass ihnen NUR von dort wirkliche und ernst gemeinte Unterstützung geboten werden kann. Ich hoffe nicht, dass sich Griechenland an die USA verkauft und sich in deren Abhängigkeit begibt. Sonst wären sie in Windeseile auch ein besetztes...

Wenn ich mir das peinliche Hampeln unserer Regierung, als auch das gesamte europäische Parlament anschaue wird mir schlecht. wahre Intelligenz ist für mich momentan nur in Russland ersichtlich und ich hoffe Griechenland wird erkennen, dass ihnen NUR von dort wirkliche und ernst gemeinte Unterstützung geboten werden kann. Ich hoffe nicht, dass sich Griechenland an die USA verkauft und sich in deren Abhängigkeit begibt. Sonst wären sie in Windeseile auch ein besetztes Land. Vielmehr sehe ich unseren Beitrag darin Griechenland mit Tourismus zu unterstützen (solange unser Ruf durch die Politiker nicht noch mehr ruiniert wurde) und die Reisen in die USA zu boykottieren. Griechenland besitzt das, was der USA fehlt: KULTUR


30.06.2015 | 12:50

freesociety

So positiv dieser Beitrag auch gemeint ist, so sehr führt es Einen auch vor Augen, dass Politik nichts anderes als ein mieses Spiel ist. Egal um welche zwielichtigen Systeme es sich auch handelt, wenn es um Geschäfte wie Öl und Waffen geht, dann würden Sie Alle mit dem Teufel persönlich Verträge unterzeichnen. Türkei, Saudi Arabien, China - wenn das die Partner und Vorzeigeländer in einer neuen multipolaren und freien Welt sein sollen, dann weiß ich auch nicht mehr! Und neue...

So positiv dieser Beitrag auch gemeint ist, so sehr führt es Einen auch vor Augen, dass Politik nichts anderes als ein mieses Spiel ist. Egal um welche zwielichtigen Systeme es sich auch handelt, wenn es um Geschäfte wie Öl und Waffen geht, dann würden Sie Alle mit dem Teufel persönlich Verträge unterzeichnen. Türkei, Saudi Arabien, China - wenn das die Partner und Vorzeigeländer in einer neuen multipolaren und freien Welt sein sollen, dann weiß ich auch nicht mehr! Und neue Atomkraftwerke zu bauen zeigt obendrein nicht von großer Weitsicht. Natürlich versteht man in diesem Zusammenhang, dass die Bewohner dieses Planeten den geisteskranken Chaos Kurs des Anglo Zionistischen Imperiums etwas entgegen setzen müssen, sowie das Putins Russland unter gewaltigen Druck eben dieses Imperiums steht und daher neue Partner finden muß, um für sein Land das Überleben und den Wohlstand seiner Bevölkerung zu sichern. Doch es beweist leider auch, dass Ideologisch alles beim Alten bleibt (bis auf das russische Gen Verbot) und der zerstörerische Weg für unseren Planeten weiter fort geführt wird. Einzig und Alleine die Partner haben gewechselt und noch mehr Länder steigen auf diesen fatalen Kurs der Ausbeutung und Zerstörung der Erde um. Also weder was Neues im Westen noch im Osten!


30.06.2015 | 11:36

Doris Schmidt

Vor Ausbruch des 2. Weltkrieges war es die Finanzelite der USA, die mit dem Faschismus sympatisiert und Hitler finanziell unterstuezt hat. Jetzt haben diese Leute eine reele Chance, ueberall faschistische Strukturen zu schaffen, die sie auch weidlich nutzen. Dabei ist es ihnen voellig gleich, welcher Art der Faschismus ist: ob durch Nazis wie in der Ukraine oder durch Linksfaschisten, wie in der BRD. Hauptsache ist, man erreicht sein Ziel, die NWO. Ob Russland und die anderen...

Vor Ausbruch des 2. Weltkrieges war es die Finanzelite der USA, die mit dem Faschismus sympatisiert und Hitler finanziell unterstuezt hat. Jetzt haben diese Leute eine reele Chance, ueberall faschistische Strukturen zu schaffen, die sie auch weidlich nutzen. Dabei ist es ihnen voellig gleich, welcher Art der Faschismus ist: ob durch Nazis wie in der Ukraine oder durch Linksfaschisten, wie in der BRD. Hauptsache ist, man erreicht sein Ziel, die NWO. Ob Russland und die anderen BRICS-Staaten ein wirkliches, nachhaltiges Gegengewicht zum faschistisch gewordenen Westen aufrichten koennen, bleibt abzuwarten. Es waere aber sehr wuenschenswert. Vielleicht braucht es ja nur die eine oder andere Narturkatastrophe in den USA, um ihre Kornkammern und sonstige Infrastruktur zu zerstoeren. Dann waeren sie u.a. von russischen Getreideimporten abhaengig. Vielleicht wuerde ja des endlich dazu fuehren, dass die USA den Platz einnehmen, der ihnen gebuehrt: ein ganz normaler Staat unter ganz normalen Staaten und ohne jeglichen Anspruch auf Weltherrschaft.


30.06.2015 | 02:35

Kamich

Ich bemerke eine Art "Begeisterung" in diesem Beitrag, als wären die Beschlüsse und Vorvertrage von Petersburg schon Realität - doch sind es nur Absichtserklärungen, die die mittlere und ferne Zukunft betreffen. Da kann es doch einige "Zwischenfälle" geben. Man denke nur an das aufstrebende Deutsche Reich 1914, selbstbewusst und vielen Absichten, den Handel auszubauen und die Briten zu übertrumpfen. Das deutsche Selbstbewusstsein hat zu ein paar dummen...

Ich bemerke eine Art "Begeisterung" in diesem Beitrag, als wären die Beschlüsse und Vorvertrage von Petersburg schon Realität - doch sind es nur Absichtserklärungen, die die mittlere und ferne Zukunft betreffen. Da kann es doch einige "Zwischenfälle" geben. Man denke nur an das aufstrebende Deutsche Reich 1914, selbstbewusst und vielen Absichten, den Handel auszubauen und die Briten zu übertrumpfen. Das deutsche Selbstbewusstsein hat zu ein paar dummen Fehlern geführt - der 1. Weltkrieg hat die Abhängigkeit von freien Handelswegen mehr als deutlich aufgezeigt. Warum wohl sagt der Herr G. Friedman/Stratfor, die USA seien die Macht, die die Weltmeere beherrschten wie eben noch keine Macht zuvor ? Wie will Russland diese Dominanz überwinden ? Klar, der Landweg ... , aber wie müssten denn die zahlreichen Landwege ausgebaut werden um bei einer US-Blockade diese geplanten Handelsbeziehungen umzusetzen ? Russland wäre ja noch nicht mal in der Lage die Enklave Transnistien oder Kaliningrad militärisch-konventionell zu halten, wenn alle westlichen Länder die totale Blockade durchsetzen. Angeschlagene Boxer sind besonders gefährlich, sie lauern auf den sog. lucky punch . Wie sieht es denn mit den potentiellen "Verbündeten" aus, Indien, Südafrika oder Brasilien ? Das sind Länder, die selbst die grössten Probleme im Land haben - keine wirtschaftlichen Hauptgewinne. Ich meine schon - im Gegensatz zum "Westen" - da gibt es ein enormes Entwicklungspotential, grosse Wachstums-Chancen ... , aber diese eben von ziemlich weit unten aus betrachtet. Bei der Korruption in den Ländern kann da auch Einiges schief laufen. Und eine schwere Weltwirtschaftskrise kann die Vereinbarungen auch schnell pulverisieren - noch gibt es kein funktionierendes alternatives Weltfinanzsystem. Ich wünsche viel Erfolg, zu grosser Optimismus aber ist Wunschdenken.


30.06.2015 | 01:46

LoewenBlut

Ueber die sachliche Information zum Weltwirtschaftsgpfel in St.Petersburg bin ich dem Autor sehr dankbar.Aber auch ueber die Putinsche Gelassenheit der Gegenwart.Besonders begruesse ich die Abwicklung der Ukrainefrage.Sollen doch Amis, Merkels und Polen ihr Geld in der Westukraine verpulvern,bis sie genau so pleite sind,wie diese Faschisten dort.Nur schade,dass auch unsere Steuergelder dort floeten gehen, Hauptsache ist,dass die Schuldigen dafuer zur Verantwortlichen spuehrbar...

Ueber die sachliche Information zum Weltwirtschaftsgpfel in St.Petersburg bin ich dem Autor sehr dankbar.Aber auch ueber die Putinsche Gelassenheit der Gegenwart.Besonders begruesse ich die Abwicklung der Ukrainefrage.Sollen doch Amis, Merkels und Polen ihr Geld in der Westukraine verpulvern,bis sie genau so pleite sind,wie diese Faschisten dort.Nur schade,dass auch unsere Steuergelder dort floeten gehen, Hauptsache ist,dass die Schuldigen dafuer zur Verantwortlichen spuehrbar zur Verantwortung gezogen werden!


29.06.2015 | 22:26

Erich

Ich sehe es genauso wie Sie . Die Ereignisse um Ukraine , Krim , Sanktionen etc zeigten den Entscheidungsträgern in Russland , dass das Vasallenensemble der EU keine eigene Stimme haben darf , dass es keine Visionen hat und dass es erpresserisch genötigt wird gegen die eigenen Interessen zu handeln.Was ist in Russland passiert - genau dass was in der Geschichte schon öfters passiert ist .Ein Erstarken im Innern , ein Besinnen auf die eigenen Kräfte im VAterland , einen...

Ich sehe es genauso wie Sie . Die Ereignisse um Ukraine , Krim , Sanktionen etc zeigten den Entscheidungsträgern in Russland , dass das Vasallenensemble der EU keine eigene Stimme haben darf ,
dass es keine Visionen hat und dass es erpresserisch genötigt wird gegen die eigenen Interessen zu handeln.
Was ist in Russland passiert - genau dass was in der Geschichte schon öfters passiert ist .
Ein Erstarken im Innern , ein Besinnen auf die eigenen Kräfte im VAterland , einen Ansehensschub für die Führung , ein Demaskieren des Westens , eine Ernüchterung über die wahren Ziele der NATO - dies alles
wird Folgen haben ! Ich glaube die derzeitige Politik des Westens wird gravierendere Auswirkungen haben , als es bisher scheint . Russland sammelt Investoren , die aus den Dollaranleihen flüchten und lieber in Sachwerten/ Ressourcen anlegen . Was soll Saudi/ Arabien mit seinen ganzen Dollarbeständen ? NAtürlich diversifizieren
und versuchen die eigene Macht zu stützen . Mit der inflationären Geldflut des Westens werden händeringend Anlagen gesucht - und gefunden in Russland. Schöner Nebeneffekt : Wer investiert möchte nicht bomben , also dient dies letzlich der Friedenssicherung und entzieht dem Westen noch zusätzlich Kapital .
Wer jetzt nicht im Investitionsboot sitzt wird schwerlich lukrativere Absatzmärkte finden , sein Rohstoff - und Energieproblem lösen und abgehängt von der Entwicklung nur noch die Rücklichter des Zuges sehen .

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