Sunday, 31. July 2016
04.09.2013
 
 

Syrer aus Ghouta berichten Reportern, saudische Rebellen hätten den Chemieangriff verübt

F. William Engdahl

Ein sensationeller Bericht aus erster Hand eines jordanischen Journalisten in der syrischen Region Ghouta hat bestätigt, dass von Saudis gelieferte und von saudi-finanzierten Terroristen eingesetzte Chemiewaffen zu den Todesopfern in Ghouta führten. Die Enthüllungen wurden unter den Teppich gekehrt, da US-Außenminister John Kerry, Saudi-Arabien und Netanjahus Israel lauthals die Kriegstrommel rühren. Der Bericht ist aber zumindest lesenswert.

Der jordanische Journalist Yahya Ababneh hat gemeinsam mit der erfahrenen AP-Journalistin Dale Gavlak nach der Attacke mehrere Interviews in Ghouta geführt. Ghouta ist die Region, in der, wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen meldete, 355 Menschen gestorben waren. Die Symptome hätten auf den Einsatz chemischer Waffen hingedeutet (Syrien: Ärzte ohne Grenzen oder Ärzte ohne Skrupel?). Die Ärzte machten keine Aussage darüber, wer hinter dem Angriff

stehen könnte, obwohl sie behaupteten, ihre Informationen stammten von assoziierten Ärzten und anderem medizinischen Personal vor Ort.

 

Ababneh befragte Abu Abdel-Moneim, den Vater eines getöteten Rebellen aus Ghouta: »Mein Sohn kam vor zwei Wochen zu mir und fragte mich, was meiner Ansicht nach die Waffen seien, die man ihm zu tragen gegeben hatte.« Abdel-Moneim sagte, sein Sohn und zwölf weitere Rebellen seien in einem Tunnel ums Leben gekommen, der zur Lagerung von Waffen verwendet wurde. Diese habe ein saudischer Kämpfer, der unter dem Namen »Abu Ajesh« bekannt war und ein Bataillon führte, geliefert. Der Vater beschrieb die Waffen als von »rohrförmigem Bau«, während andere wie eine »riesige Gasflasche« ausgesehen hätten. Einwohner von Ghouta sagten, die Rebellen nutzten Moscheen und Privatwohnungen als Schlafplätze, während sie ihre Waffen in Tunneln lagerten.

 

Über ein Dutzend von Ababneh befragte Rebellen berichteten, ihr Lohn komme von der saudischen Regierung. Eine Rebellin, die sich »K« nannte, berichtete dem Reporter: »Sie haben uns nicht gesagt, was diese Waffen waren und wie sie benutzt wurden. Wir wussten nicht, dass es Chemiewaffen waren. Wir hätten nie gedacht, dass es chemische Waffen waren. Wenn Saudi-Prinz Bandar Menschen solche Waffen in die Hand gibt, dann muss er sie Menschen geben, die wissen, wie man damit umgeht«, warnte sie.

 

Bei einem weiteren Interview erklärte ein bekannter Rebell aus Ghouta namens »J«: »Die Kämpfer von Dschabhat al-Nusra arbeiten nicht mit anderen Rebellen zusammen, außer bei Kämpfen vor Ort. Sie teilen keine vertraulichen Informationen. Sie lassen ein paar normale Rebellen lediglich dieses Material tragen und bedienen. Wir waren sehr neugierig über diese Waffen. Und leider haben ein paar der Kämpfer sie unsachgemäß gehandhabt und die Explosionen ausgelöst

 

Prinz Bandar von Saudi-Arabien wurde im vergangenen Jahr von König Abdullah zum Geheimdienstchef ernannt, mit dem Sondermandat, Assad in Syrien zu stürzen. Bandar, der 20 Jahre lang saudischer Botschafter in Washington war, stand der Bush-Familie so nahe, dass ihm George W. Bush den Spitznamen »Bandar Bush« verlieh. Seit seinem Amtsantritt hat Bandar sehr viel Geld und Waffen an Rebellentruppen geschickt, darunter dem Vernehmen nach auch die mit al-Qaida verbundenen Rebellen von Dschabhat al-Nusra. Geheimdienstagenten aus Saudi-Arabien arbeiten gemeinsam mit CIA-Leuten, Agenten aus Jordanien und anderen in einem gemeinsamen geheimen Einsatzzentrum in Jordanien an der Ausbildung und Bewaffnung handverlesener syrischer Rebellen, wie aktive und ehemalige Vertreter aus den USA und dem Nahen Osten berichten. Ghouta liegt nahe der Grenze zu Jordanien und zu Israel.

 

Wenn diese Berichte zutreffend sind, wird verständlich, warum die saudische und israelische Lobby in den Medien und in Washington versucht hat, Präsident Obama derart stark unter Druck zu setzen, Syrien den Krieg zu erklären und zu bombardieren, noch bevor die UN-Inspektoren ihren Bericht über ihre Untersuchungen in Syrien übergeben haben. Obamas Entscheidung in letzter Minute, den Kongress über einen Krieg abstimmen zu lassen – eine Abstimmung, die nicht vor dem 9. September stattfinden kann –, könnte gerade genügend Zeit verschaffen, dass die Wahrheit über die Geschehnisse ans Licht kommen kann.

 

 

 

 


 

 

 

 

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