Tuesday, 24. May 2016
22.07.2014
 
 

Washington hat die moralische Autorität als maßgebliche Kraft in der Welt verloren

F. William Engdahl

Ganz egal, ob ein Demokrat oder ein Republikaner im Weißen Haus regierte, Washington hat in den letzten Jahren die moralische Autorität als einflussreiche Kraft in der Welt verloren. Seien es die Lügen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen, mit denen der Kongress 2003 dazu manipuliert wurde, Bushs Irakkrieg zu akzeptieren, seien es die Lügen über den Einsatz von tödlichem Giftgas in Syrien oder in der jüngeren Vergangenheit das Ausspähen von Regierungsbehörden von Freund und Feind gleichermaßen durch die NSA – die Fraktion, die Washington unter Kontrolle hat, gleicht eher dem Regime der NSDAP im Dritten Reich, nur mit einem riesigen Vorteil: Washington ist noch immer unangefochten die militärische Supermacht der Welt.

 

Warum?

 

Es stellt sich die Frage nach dem »Warum?« Warum sollte die unangefochten führende Nation ihre Glaubwürdigkeit und ihr moralisches Ansehen unter Ländern und Völkern der Welt so einfach vertun?

Ich nehme an, die Antwort wird viele schockieren. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat eine Kabale von Interessen, angeführt von den sechs oder sieben Megabanken an der Wall Street und den Interessen der Rüstungs- und Ölindustrie de facto einen Staatsstreich verübt. Für einige Bürgerrechtsgruppen wurde das erstmals nach dem 11. September 2001 sichtbar.

 

Heute ist die ehemalige Bastion der Freiheit und Demokratie zumindest für viele zur treibenden Kraft einer globalen Strömung in Richtung Totalitarismus geworden. Das Pentagon nennt es Full Spectrum Dominance (auf Deutsch etwa: Überlegenheit auf allen Ebenen) – im Klartext heißt es, dass eine in Washington ansässige Macht weltweit die Meere, das Land, den Luft- und Weltraum, ja sogar den Cyberraum beherrschen wird.

 

Der Haushalt der NSA, die für elektronische Spionage der US-Regierung zuständig ist, übersteigt den der CIA um einiges. Ehemalige hohe NSA-Beamte sind heute offene Gegner der unkontrollierten Ausspähung von allem und jedem. Zu ihnen zählt Thomas Drake, ein hoch dekorierter Veteran der United States Air Force und Navy, der mit mehreren Verdienstmedaillen ausgezeichnet wurde. Er bekleidete einen hohen Posten in der NSA, bis er nach dem 11. September den Dienst quittierte, weil er die Entscheidung der Bush-Regierung, die Ereignisse vom 11. September de facto dazu zu nutzen, die US-Verfassung außer Kraft zu setzen und einen Massen-Überwachungsstaat zu schaffen, nicht mehr mittragen wollte.

 

Drake, gegen den von der US-Regierung wegen seiner Moral und seines Mutes, an die Öffentlichkeit zu gehen, falsche Anschuldigungen erhoben wurden, erklärte in einem Interview: »Alles sammeln, alles wissen. Das Modell für die NSA ist die Stasi. Es geht nicht nur darum, alles zu wissen, wir müssen alles, was wir wissen, auch speichern können, selbst wenn wir es noch nicht wissen. Es ist die Mentalität von erstmal alles sammeln … dann werden wir alles wissen. Ich nenne es ˃Stillen˂. Mich schaudert, weil ich mit der ostdeutschen Überwachungsstaats-Mentalität bestens vertraut bin.«

 

Wie Drake betont, war Ed Snowden klar geworden, wie die Regierung ihn (Drake) und andere Whistleblower bei der NSA fälschlich beschuldigt hatte. Er sei deshalb so klug gewesen, sich erst außer Landes in Sicherheit zu bringen, bevor er seine Unterlagen an die Presse gab. Dadurch sei es für die Regierung viel schwerer geworden, Snowden mundtot zu machen.

 

Normale Amerikaner sind die Opfer

 

Die Tragödie besteht darin, dass die große Mehrheit der Amerikaner selbst unschuldige Opfer der Maßnahmen der letzten Jahre sind, Amerika in einen Polizeistaat und in die größte Tyrannenmacht der Welt zu verwandeln.

 

Die NSA besitzt private Daten über sämtliche Bürger, ihr privates Sexleben, Finanztransaktionen, alles. Sie haben alle Informationen über jeden Abgeordneten des US-Kongresses. Dadurch herrscht jeder, der über die NSA herrscht, theoretisch auch über die gesetzgebenden Institutionen, und zwar mit einem Erpressungspotenzial, das die Stasi oder die Nazi-Gestapo neidisch gemacht hätte. Das Modell für dieses detaillierte Spionage- und Informationsregister ist das angeblich weltumspannende biografische Register der Gesellschaft Jesu, des Jesuitenordens, in der Zentrale in Rom.

 

Der Grund dafür ist meiner Meinung nach einfach. Die Mächtigen, die heute über die politischen Institutionen der Vereinigten Staaten von Amerika herrschen – angefangen von der Zeit des Kalten Krieges mit dem Dogma der »nationalen Sicherheit«, als jeder Übergriff damit begründet wurde, man gebe die »sowjetische Bedrohung« vor, und später mit den Ängsten nach den Anschlägen vom 11. September –, diese superreiche Elite hinter der Macht der Wall-Street-Banken und der Rüstungsindustrie versteht, dass ihr die weltweite Macht immer schneller entgleitet. Die EU schuf mit einer eigenen Zentralbankwährung eine Alternative zum Dollar. China und immer stärker auch Russland, Länder des Nahen und Mittleren Ostens, Afrikas und Südamerikas bauten wirtschaftliche, militärische und politische Verbindungen auf, durch die sie unabhängiger von der Tyrannei des US-Dollar-Systems wurden.

 

Den Polizeistaat, den die US-Regierung errichtet hat, und die Lügen, mit der sie ihre Kriege seit 2001 rechtfertigt, gibt es nicht, weil Amerika so stark wäre, sondern weil die amerikanische »Oligarchie« zu schwach ist. Sie ist in Panik, ihre Macht zu verlieren. Krieg und totalitäre Herrschaft sind ihre einzige bewährte Antwort auf solche Krisen. Zum Glück hat das in der Geschichte der Menschheit nie längerfristig funktioniert.

 

 

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Leser-Kommentare (23) zu diesem Artikel

26.07.2014 | 16:57

GLADIO

@ Berliner Bär >>> super Beitrag ...


25.07.2014 | 19:24

neinnein

@ berliner bär: .......jesuiten ......... klingt total unlogisch. Warum sollten jesuiten sich die moslems ins bett holen?


23.07.2014 | 15:27

Ulrich

Zu Hans Scholl, Untergang der Weltmacht USA. So könnte es funktionieren, die Brics-Staaten gehen ja schon in diese Richtung. Aber ich finde wir sollten bedenken, dass die Lenker im Hintergrund in der Mehrzahl "Armageddonisten" sind, denen ein dritter Weltkrieg eventuell in Ihrem verwirrten okkulten Denken gerade zur rechten Zeit kommt, und denen auch die amerikanische oder israelische Bevölkerung ziemlich schnuppe ist. Sie denken vielleicht, sie könnten in Ihren...

Zu Hans Scholl, Untergang der Weltmacht USA. So könnte es funktionieren, die Brics-Staaten gehen ja schon in diese Richtung. Aber ich finde wir sollten bedenken, dass die Lenker im Hintergrund in der Mehrzahl "Armageddonisten" sind, denen ein dritter Weltkrieg eventuell in Ihrem verwirrten okkulten Denken gerade zur rechten Zeit kommt, und denen auch die amerikanische oder israelische Bevölkerung ziemlich schnuppe ist. Sie denken vielleicht, sie könnten in Ihren unterirdischen Städten eine Zeit lang überleben, um danach die "bereinigte" Erde als neue "Herrenrasse" zu bewohnen. Wäre doch auch möglich, oder?


23.07.2014 | 12:39

Peter Schiopu

Heut´ zu Tage als "unangefochten die militärische Supermacht der Welt" zu sein, bedeutet nicht als erster sondern als zweiten zu sterben. Mahlzeit!


23.07.2014 | 08:45

Schüler

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn irgendwer in der Presse endlich den Mut fände, den Unterschied zwischen Zionismus und der Religion des Judentum zu erläutern. Diese Anregung entspringt dem Wunsch, dass unsere jüdischen Mitbürger hier in Europa weiterhin in Frieden unter uns leben können und andererseits das Gewaltpotential der globalistisch-zionistischen Polit- und Finanzwelt erkannt wird. Es ist Zeit, dass die Infiltration der Religionen, als ein Mittel der Eliten...

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn irgendwer in der Presse endlich den Mut fände, den Unterschied zwischen Zionismus und der Religion des Judentum zu erläutern. Diese Anregung entspringt dem Wunsch, dass unsere jüdischen Mitbürger hier in Europa weiterhin in Frieden unter uns leben können und andererseits das Gewaltpotential der globalistisch-zionistischen Polit- und Finanzwelt erkannt wird. Es ist Zeit, dass die Infiltration der Religionen, als ein Mittel der Eliten aufgedeckt wird. Das Spiel "gut gegen böse" und " Totschlagargument Schuld " kann als das Vehikel der eigenen Gier entlarvt werden.


23.07.2014 | 08:20

Berliner Bär

Der Artikel ist sehr dicht an der eigentlichen Wahrheit dran, geht aber an ihr vorbei. Schade. Denn entscheidend ist der Hinweis auf die Jesuiten. Nicht die Wallstreet, nicht der militärisch industrielle Komplex greifen nach der Weltmacht, sondern Rom. Banken und Militär sind nur seine Werkzeuge. Der Kommunismus in der Sowjetunion wurde von der Wallstreet finanziert, war aber das Werk der Jesuiten. Stalin war Jesuit! Siehe Wikipedia. Der erste kommunistische Staat war der...

Der Artikel ist sehr dicht an der eigentlichen Wahrheit dran, geht aber an ihr vorbei. Schade. Denn entscheidend ist der Hinweis auf die Jesuiten. Nicht die Wallstreet, nicht der militärisch industrielle Komplex greifen nach der Weltmacht, sondern Rom. Banken und Militär sind nur seine Werkzeuge. Der Kommunismus in der Sowjetunion wurde von der Wallstreet finanziert, war aber das Werk der Jesuiten. Stalin war Jesuit! Siehe Wikipedia. Der erste kommunistische Staat war der Jesuitenstaat Paraguay. Der deutsche Faschismus wurde von den Jesuiten installiert mit Hilfe der Papenregierung. Die EU ist eine reine Jesuitenveranstaltung. Barroso und dieser Rumpuy sind Jesuitenknechte. Farage hat das längst erkannt. Der Karlspreis, mit dem sich die westlichen Eliten gegenseitig behängen, erinnert an Karl den Großen, den Sachsenschlächter, der sich als erster fränkischer Kaiser Europas dem Papst unterwarf. Man könnte die Reihe beliebig fortsetzen. Nur in Russland und China wie in Persien hat sich die römische Pest trotz zeitweiliger Missionserfolge die Zähne ausgebissen. England ist längst wieder in katholischer Hand. Schon Queen Viktoria fraß dem Papst bereits wieder aus den Händen. Rotschild war von Anfang seiner steilen Karriere an der Bankier des Vatikan. Vatikan - City of London - Columbiadistrict - das sind die drei exterritorialen Gebiete, über die die Jesuiten die westliche Welt beherrschen. Die erste Universität Amerikas, die Georgestownuniversität in Washington, ist eine Jesuitenuniversität! Wenn sich die Amerikaner und Westeuropäer befreien wollen, müssen sie sich endlich vom Vatikan befreien, der heute sogar von einem Jesuiten regiert wird. Schwarzer und weißer Papst sind nun erstmals eins. Engdahl sollte sich einmal diesem Thema widmen. Das könnte für ihn und uns eine Offenbarung sein.

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