Wednesday, 27. July 2016
01.03.2011
 
 

Gerald Celente sagte weltweite Proteste gegen Regierungen voraus: Was kommt als Nächstes?

Gerald Celente

Es ist eine verbürgte Tatsache! Die Flut zutiefst verärgerter, von der Jugend inspirierter Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika stürzt Regierungen, verändert die geopolitische Landschaft grundlegend und erschüttert die Weltmärkte – traf aber die Nachrichtendienste der Welt unvorbereitet. Weder die CIA noch der amerikanische Vereinigte Generalstab noch die National Security Agency (NSA) haben es kommen sehen. Gleiches gilt für den Mossad und den MI5. Und auch all’ den Gelehrten, Experten und Denkfabrik-Strebern, die von den etablierten Medien so hochgepriesen werden, ist es entgangen.

Aber was für die einen die bahnbrechende Neuigkeit war, ist für die Leser des Trend Journals Schnee von gestern. Bereits in der Ausgabe vom Sommer 2010 schrieben wir:

»Was derzeit in Griechenland geschieht, wird sich mit dem wirtschaftlichen Niedergang über die ganze Welt verbreiten. Hinter diesen Protesten steht keine Organisation, es ist ein öffentlicher Aufschrei. Hier wird das Motto ›Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!‹ für das 21. Jahrhundert wiederentdeckt. … Zunächst wurden die Streiks, Unruhen und Proteste der Gewerkschaften, Studentengruppen, der Arbeitslosen, der Rentner und der Wütenden als vorhersehbare (aber kurzlebige und unwirksame) Reaktion abgetan, die sich entweder selbst totlaufen oder von der Polizei niedergeschlagen würde. … Die inoffizielle Realität aber war, wie Gerald Celente wiederholt warnend erklärt hatte: ›Wenn die Menschen alles verlieren und nichts mehr zu verlieren haben, dann rasten sie aus.‹«

Im Herbst 2010 verwies unsere globanomische Methodik darauf, dass sich die sozio-ökonomische Lage in erheblichem Maß und rasch verschlechtern würde. Daher warnten wir unsere Leser vor einer unmittelbar bevorstehenden Explosion: »Ihre Köpfe sollen rollen 2.0«. Diese Überschrift spiegelt den revolutionären Impuls von Menschen wider, die die finanziellen Abgabenlasten, die ihnen das Leben schwer machen, nicht länger hinnehmen können.

Im Folgenden hoben wir hervor, welche Bedeutung den sozialen Medien und Netzwerken (ein Megatrend in der Wartestellung) dabei zukomme, das politische Machtgleichgewicht zu erschüttern und die Umklammerung der Regierungskontrolle zu durchbrechen. Im Dezember 2011 veröffentlichten wir nur wenige Tage, bevor sich die Welt den Ereignissen in Tunesien zuwandte, unsere »Wichtigsten Trends für das Jahr 2011«. Unter ihnen war auch »Journalismus 2.0« zu finden, der, wie wir vorhersagten, mit Facebook, Twitter, YouTube und anderen praktisch jeder Bürgerin und jedem Bürger ein ganzes »Arsenal« digitaler »Waffen« an die Hand gäbe. Wenn jugendliche Revolutionäre diese Möglichkeiten weltweit nutzen, könnten sie die Medienkonzerne und die Regierungsmedien umgehen, Nachrichtendienste austricksen, das Militär und die Polizei ausmanövrieren und die Bevölkerung auf die Straßen und die Barrikaden bringen.«

Vor den Unruhen in Tunesien und Ägypten schrieben wir, diese Ausbrüche würden globale Ausmaße annehmen, und die Ursachen hinter diesen Unruhen seien eher »Brot und Butter« als politische Themen. Wenn der wirtschaftliche Niedergang sich fortsetzt, die Arbeitslosigkeit und die Steuern steigen und Dienstleistungen gekürzt werden, während diejenigen an der Spitze der Gesellschaft immer reicher und die meisten anderen immer ärmer werden – dann werden sich Revolutionen weiter ausbreiten.

Aber so wird das nicht von denjenigen gesehen, die es nicht haben kommen sehen. Die Medien, die Experten und Politiker haben die historischen geopolitischen Ereignisse, die die Nachrichten seit Beginn des neuen Jahres beherrschen, verdreht. Praktisch über Nacht wurden die Revolutionen als mutige Freiheitskämpfer sich nach Demokratie sehnender Menschen verherrlicht.

Aber es ist nicht der Hunger nach Freiheit, der diese Menschen antreibt: Demokratie, Autokratie, Theokratie, Monarchie – rechts, Mitte, links – das hat alles etwas mit Bauchgefühl zu tun, das Gefühl eines leeren Bauches. Wenn dem einfachen Volk das Geld ausgeht, beginnt in den Straßen das Blut zu fließen. Das ist eine einfache Gleichung. Einige wenige ganz oben haben zu viel, und zu viele andere haben zu wenig.

Was kommt als Nächstes: Als Reaktion auf die derzeitigen Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika durchbrach der Goldpreis die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze, für Erdöl vom Typ »Brent Crude« zahlt man 113 Dollar pro Barrel (158,987 Liter). Die Volatilität der Märkte scheint grenzenlos. Wenn die Gewalt weiter eskaliert, wird sich dies auf die ganze Welt auswirken.

Seit Beginn der Finanzkrise im August 2007 und über die sich anschließende Panik 2008 hinaus ist es Washington, die Federal Reserve und die Zentralbanken gelungen, eine wirtschaftliche und finanzielle Kernschmelze vom Ausmaß der Großen Depression durch verschiedene, viele Billionen Dollar schwere Rettungspakete, Stützungsmaßnahmen und Konjunkturprogramme zu verhindern. Seit drei Jahren konnten diese Programme den Eindruck einer auf Wunschdenken aufgebauten und vordergründigen Erholung vermitteln, der ohne eine größere geopolitische Erschütterung, vielleicht bis zu seiner unvermeidlichen Auflösung erhalten geblieben wäre.

Aber jetzt wird diese Erschütterung in der ganzen Welt wahrgenommen, und die Illusion vom Aufschwung zerbröckelt. Ob mit Absicht (als kalkulierte Politik) oder als Folge einer von Furcht geprägten Verweigerungshaltung, die einzelnen Stücke werden nicht mehr zusammengefügt. Die derzeitigen Unruhen sind nicht auf den Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika beschränkt, sondern werden sich, wie wir vorhergesagt haben, auf Europa und andere Teile der Welt ausbreiten. Je brisanter diese Aufstände ausfallen und je massiver sie sich ausbreiten, desto stärker wächst die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kombination von Ereignissen (zum Beispiel ein Erdölschock, ein Terrorangriff, Internet-Krieg oder regionale Kriege) die bereits angeschlagenen Volkswirtschaften endgültig zusammenbrechen lassen wird, mit extremem Aufruhr als Folge.

Seien Sie vorbereitet: Die Lage gerät immer mehr außer Kontrolle. In einigen Ländern sind Bank -und Börsenschließungen sehr wahrscheinlich, ebenso wie die Ausrufung des Kriegsrechts oder des Ausnahmezustands. Wir bekräftigen unsere Vorhersage eines Goldpreises von 2.000 Dollar. Wir empfehlen, Bargeld und andere zum Leben notwendige Güter bereitzuhalten, um Notsituationen überstehen zu können. Wenn das Schlimmste eintritt, und man hat sich nicht darauf vorbereitet, ist man verloren.

 

Gerald Celente ist Leiter des 1980 gegründeten Trend Researche Institute und Herausgeber des vierteljährlichen Informationsdienstes The Trends Journal.

 


 

 

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