Montag, 26. Juni 2017
05.03.2012
 
 

Atombombe und Kriegsgefahr: Exklusiv-Interview mit dem stellvertretenden iranischen Kulturminister Shamaghdari

Gerhard Wisnewski

Nach so viel Hasspropaganda gegen den Iran wollte KOPP-Autor Gerhard Wisnewski nun doch mal selbst das Weiße im Auge des schrecklichen Muslims sehen. Deswegen begab er sich kürzlich in die iranische Botschaft zu Berlin, um dort ein Interview mit einem engen Freund und Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu führen, nämlich dem stellvertretenden iranischen Kulturminister Javad Shamaghdari. Und siehe da: Wisnewski konnte die Höhle des Löwen bei lebendigem Leibe wieder verlassen – sogar mit jeder Menge Antworten auf seine Fragen nach der iranischen Atombombe, dem Verhältnis zu den USA und der aktuellen Kriegsgefahr im Gepäck. Lesen Sie hier das Interview exklusiv.

 

Zur Person:

 

Javad Shamaghdari, 53, ist der Chef des iranischen Kinos. Er wurde am 5. Januar 1959 in Mashhad, Iran, geboren und besitzt einen Abschluß der Islamischen Filmhochschule in Teheran. Er schrieb Drehbücher, war als Regisseur tätig ("Auf Engels Flügeln" 1992"; Sandsturm", 1996) und fördert, berät und lenkt iranische Filmproduktionen. 2005 und 2009 drehte Shamaghdari die Wahlwerbespots für Mahmud Ahmadinedschad. Seit 2010 ist Shamadghdari Stellvertretender Minister für Kultur und Islamische Anleitung in Filmangelegenheiten.

 

Wisnewski: Herr Minister, fühlen Sie sich in Deutschland willkommen geheißen?

 

Shamaghdari: Das ist nicht das erste Mal, dass ich nach Deutschland komme. Insgesamt war ich schon sieben Mal hier. Bei den ersten beiden Besuchen hatte ich das Gefühl, dass die Deutschen nicht so kontaktfreudig sind. Danach bin ich nach Frankreich gereist, dort war es besser – etwas wärmer. Aber die letzten Male, als ich als Gast hier war, war es besser.

 

Wisnewski: Haben Sie denn irgendwelche offiziellen Termine auf Regierungsebene oder diplomatischen Termine hier?

 

Shamaghdari: Nein, auf dieser Reise nicht. Es ist ein inoffizieller Besuch.

 

Wisnewski: Was ist denn der Anlass Ihres Besuchs?

 

Shamaghdari: Es gibt eine iranische Filmwoche hier, dort werden iranische Filme gezeigt, und da ich der zuständige Minister bin, bin ich hergekommen. Außerdem wird zurzeit ein deutsch-iranischer Film gedreht, da wollte ich mal sehen, wie es voran geht.

 

Wisnewski: Erhoffen Sie sich denn große Publizität von dieser Filmwoche, oder glauben Sie, dass sie von den deutschen Medien ignoriert wird?

 

Shamaghdari: Dafür bedarf es natürlich einer guten Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, aber immerhin waren am ersten Abend ein Drittel der Zuschauer Deutsche.

 

Wisnewski: Was finden Sie positiv und was negativ an Deutschland?

 

Shamaghdari: Ich müsste eigentlich noch mehr über Deutschland wissen, um etwas sagen zu können,  aber natürlich gelten die Deutschen als sehr fleißig und arbeitsam, das sieht man auch daran, dass es jetzt, da die Länder Europas mit enormen wirtschaftlichen Krisen konfrontiert sind, Deutschland so gut geht. Und Deutschland versucht sogar, anderen EU-Ländern zu helfen. Das ist ein gutes Beispiel. Und in den kulturellen Bereichen, Filmproduktion, Musik und Philosophie, sehen wir natürlich auch, dass Deutschland ziemlich weit ist. Aber darüber hinaus gibt es natürlich andere kulturelle Bindungen zwischen den beiden Kulturen, wie wir wissen, hatte Goethe ein ziemlich großes Interesse an dem persischen Dichter Hafis, obwohl Hafis 400 Jahre zuvor gelebt hatte.  Und dann gibt es natürlich noch Nietzsche und den altpersischen Philosophen und Religionsstifter Zarathustra.

 

Ich selbst komme aus einer Generation, in der man bei allem, was gut war, gesagt hat, das ist Made in Germany. Aber man hat auch das Gefühl, dass Deutschland momentan politisch unter dem Einfluss der US-Politik steht und keinen besonders großen Handlungsspielraum hat.

 

Und nach dem Zweiten Weltkrieg hat man ohnehin den Eindruck, dass die Zionisten (politische Bewegung zur Gründung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina) Deutschland irgendwie als Geisel genommen haben.

 

Wisnewski: Sie gelten ja als enger Freund von Präsident Ahmadinedschad, wie geht es ihm eigentlich zurzeit?

 

Shamaghdari: Er war vor einigen Tagen in Pakistan, da gab es eine Tagung der drei Staatspräsidenten von Afghanistan, Pakistan und dem Iran. Wenn ich von den Bildern ausgehe, die ich von der Rückreise gesehen habe, war er ziemlich fit und hat das Victory-Zeichen gemacht.

 

Wisnewski: Ich frage wegen der vielen internationalen Angriffe auf den Iran und den Präsidenten – macht das keinen Eindruck auf ihn?

 

Shamaghdari: Diese allseitigen internationalen Angriffe sind nicht neu für uns, die gibt es seit 33 Jahren. Seit der Amtsübernahme von Herrn Präsident Ahmadinedschad sind sie ein bisschen konzentrierter geworden, auch die verbalen Angriffe gegen ihn. Aber wir können in seinen Büchern lesen, dass die USA ja permanent versuchen, ihre Kontrahenten oder ihre Feinde aus dem Feld zu schlagen. Wir sind nicht besonders besorgt.

 

Wisnewski: Ihr Präsident, Herr Ahmadinedschad, wird ja dargestellt als Feind des Westens, ist er das wirklich?

 

Shamaghdari: Das Gegenteil – genau das Gegenteil. Er will nur, dass die Menschen im Westen, dass die Nationen im Westen, befreit werden von den Fesseln der so genannten zionistischen Lobbys. Das ist sein Ziel. Wir wissen, dass sie in Frankreich und im Weißen Haus ziemlich stark sind. Und er ist sehr daran interessiert, dass die westlichen Völker befreit werden, er mag die Menschen im Westen, in Europa und in den USA.

 

Wenn wir diese Frage jetzt umgekehrt stellen, und wenn wir die Kritiker von Herrn Ahmadinedschad fragen, warum und wovor sie Angst haben, und wenn sie eine Antwort geben, werden wir feststellen, dass es gar nichts ist, weil es überhaupt keine Gefahr gibt. Das ist das Produkt einer umfangreichen Propaganda, es ist eine Illusion, die hier vermittelt wird unter den Menschen. Und die Menschen lesen Zeitung, nehmen das für bare Münze und glauben das. Man will nur Schrecken verbreiten in Bezug auf ein bestimmtes Land.

 

Stellen wir mal die Frage: Wie viele Menschenleben, wie viele Tötungen hat der US-Präsident in den letzten zehn Jahren verursacht, wie viele Menschen sind durch diesen Präsidenten ums Leben gekommen, und wie viele Menschen durch den iranischen Präsidenten? Wenn wir diese Frage beantworten, ist eigentlich alles klar.

 

Wisnewski: Aber stellt denn die iranische Atombombe nicht eine Gefahr dar – ist diese Gefahr nicht real? Haben Sie Verständnis für die Ängste im Westen, oder würden Sie sagen, es gibt diese Bombe überhaupt nicht und auch keine Bemühungen, sie zu bauen?

 

Shamaghdari: Diese Angst wird natürlich durch die amerikanische Propaganda geschürt. Wenn wir über dieses Thema einmal etwas logisch nachdenken, müssen wir in erster Linie vor einem Land Angst haben, das Hunderte von Atomwaffen besitzt und diese auch bereits einmal eingesetzt hat – vor einem solchen Land muss man Angst haben, nicht vor dem Iran, einem Land, das die Nuklearenergie zu friedlichen Zwecken nutzen will und nutzt, zum Beispiel in den Bereichen Industrie,  Medizin und Stromproduktion.

 

Die iranischen Nuklearaktivitäten sind unter ständiger Kontrolle der IAEO, die Videokameras sind laufend aktiv und nehmen alles auf, was in diesen Anlagen passiert, und die Inspekteure sind oft im Land und kontrollieren alles vor Ort. Bis jetzt gibt es keinen Bericht dieser Behörde, aus dem hervorgeht, dass der Iran an einer Atombombe arbeitet. Man redet nur von »Besorgnissen« und von »Sorgen«. Und diese Sorgen werden international groß als Gefahr dargestellt. In den letzten Jahren gab es allerdings eine Entwicklung, vor der die USA tatsächlich Angst haben, und das ist das islamische Erwachen. Im Nahen Osten sehen wir die Zeichen und Bewegungen, durch die die Freunde und Regime der USA und Israels eines nach dem anderen gestürzt wurden. Und in Europa und den USA sehen wir auch kleine Volksbewegungen, gesellschaftliche Bewegungen, in deren Rahmen die Menschen auf die Straße gehen, um ihren Protest kund zu tun.

 

Wisnewski: Was den deutschen Leser natürlich interessiert, ist eine klare Antwort auf die Frage: Möchte der Iran denn nun eine Atombombe bauen oder nicht?

 

Shamaghdari: Die einzige Antwort, die ich Ihnen geben kann, ist: Ich muss mich berufen auf die mehrmaligen Anweisungen des Revolutionsführers (zurzeit Ayatollah Khamenei). In der islamischen Rechtsfindung ist es strikt verboten, Massenvernichtungswaffen herzustellen oder zu besitzen. Das ist für uns die einzige Antwort und der einzige Maßstab, dass wir uns nicht in diese Richtung bewegen dürfen. Im Islam ist Massenvernichtung strikt verboten – auch im Krieg. Auch im Krieg darf man keine Massenvernichtungswaffen anwenden. Man muss gegen den Feind kämpfen, aber man darf keine Massenvernichtungswaffen anwenden.

 

Unser erster Imam, Imam Ali, ist ein sehr gutes Beispiel dafür: was er alles in den Kriegen, die er führen musste oder die ihm aufgezwungen wurden, getan hat, während des Krieges und mitten im Kriegsgeschehen - als er plötzlich aufgehört hat, jemanden zu töten, weil er festgestellt hat, in diesem Menschen steckt ein guter Mensch, den sollte man nicht töten – obwohl er ein Feind ist.

 

Wisnewski: Viele Menschen machen sich jetzt Sorgen wegen der aktuellen Lage im Persischen Golf und in der Straße von Hormus – sind diese Sorgen berechtigt oder nicht berechtigt, dass es dort zu einer Konfrontation kommen könnte?

 

Shamaghdari: Ich muss dazu sagen, dass das nicht mein Spezialgebiet ist, aber trotzdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, was in unserer Verteidigungsdoktrin vorgesehen ist, nämlich, dass wir alle Möglichkeiten nutzen werden, um unsere Feinde abzuschrecken. Wir müssen auf alle Möglichkeiten gefasst sein. Wenn sie - wenn der Feind, die USA - uns angreifen, werden wir natürlich entsprechend reagieren. Aber nur, wenn wir angegriffen werden. Als ersten Schritt tun wir das auf keinen Fall, wir werden diese Straße nicht sperren.

 

Wir sind aber der Überzeugung, dass es in den USA und in der Führung und der Politik der USA genügend vernünftige Menschen gibt, die mit den Angriffs- und Kriegslüsternen sprechen können. Und mit denjenigen, die in den USA die Interessen von Israel wahrnehmen. Mit denen können sie sprechen und ihnen klarmachen, dass es der falsche Weg ist. Es ist eine dumme Idee, den Iran anzugreifen. Das muss man ihnen sagen.

 

Es gibt ja eine Antikriegskampagne in den USA, die von vielen Menschen geführt und getragen wird, auch von Prominenten, zum Beispiel dem Finanzminister aus der Amtszeit von Präsident Nixon. Sie machen sehr viel Kultur- und Aufklärungsarbeit, um zu zeigen, dass das, was AIPAC (AIPAC: American Israel Public Affairs Committee) tut, der falsche Weg ist.

 

Präsident Ahmadinedschad hat auf seiner letzten Reise nach New York Gespräche geführt. Viele einflussreiche Amerikaner und Politiker haben mit ihm gesprochen und ihm mitgeteilt, dass auch sie so etwas nicht befürworten. Sie sind ebenfalls der Meinung, dass ein Angriff auf den Iran der falsche Ansatz ist. Und sie haben auch eine Botschaft mitgeteilt, und diese Botschaft lautete: Wir müssen auch einen Weg suchen, um das israelische Übel loszuwerden.

 

Wisnewski: Was ist damit konkret gemeint?

 

Shamaghdari: Das haben die Amerikaner gesagt, nicht die Iraner. Das war die Botschaft der führenden und einflussreichen Amerikaner, dass wir das Übel, das heißt, diese Angriffslust loswerden müssen. Das haben die Amerikaner gesagt.

 

Wisnewski: Es gibt ja die Diskussion im Westen, es gab ja auch verschiedene Übersetzungen von Reden von Herrn Ahmadinedschad: Was wollen Sie mit Israel denn machen, wie wollen Sie dieses aus Ihrer Sicht »Problem« denn lösen?

 

Shamaghdari: Wir müssen zurückblicken auf das, was vor 20 Jahren in der Sowjetunion passierte. Es gab dort ein totalitäres kommunistisches Regime, und durch einen politischen und sozialen Wandel und durch den Wandel der sozialen Atmosphäre und politischen Atmosphäre kam es zu diesem Umbruch, aus dem mehrere Staaten hervorgegangen sind, darunter auch Russland. Wir gehen davon aus, dass auch in Palästina, im palästinensischen Gebiet, wo jetzt auch Israel liegt, dass auch auf diesem Gebiet ein politischer und sozialer Wandel zustande kommt, und dann wird es eine Wende geben. Das ist die Änderung, die wir sehen wollen.

 

Aber das Modell, das wir uns vorstellen können in Bezug auf die palästinensische Frage, das ist das, was der Revolutionsführer mehrmals gesagt hat, dass ein demokratisches Referendum stattfindet unter Beteiligung von allen Menschen, die zu diesem Land dazugehören...

 

Wisnewski: … also Palästina und Israel...?

 

Shamaghdari: Ja! Dass in einem demokratischen System die Leute über ihre Regierungsform und über ihren Staat abstimmen dürfen. Und in diesem Rahmen kann man auch entscheiden, wie man mit den Menschen umgehen soll, die innerhalb der letzten Jahrzehnte aus allen Ländern der Welt nach Israel gebracht wurden, um dort zu leben. Darüber müssen sie selber entscheiden. Und das werden wir respektieren. Wir werden das Ergebnis respektieren.

 

Wisnewski: Ganz konkret gefragt: Es gab hier ein Zitat, das in den westlichen Medien kursierte von Herrn Ahmadinedschad, er wolle Israel von der Landkarte tilgen. Was sagen Sie zu diesem Zitat?

 

Shamaghdari: Er hatte gesagt, das System Israels – nicht Israel –  muss vernichtet werden. Er hat sich auf diese Rede bezogen. Es geht um das politische System, nicht um die Menschen. Aber durch einen politischen und sozialen Prozess. Nicht durch Gewalt, sondern durch die Menschen selbst dort.

 

Wisnewski: Was wir im Moment zwischen dem Westen und dem Iran haben: Ist das ein neuer Kalter Krieg, oder wird das noch ein heißer Krieg werden?

 

Shamaghdari: Ich glaube nicht, dass es zu einem heißen Krieg kommt, weil es auch einen Austausch gibt, einen Kultur- und Informationsaustausch zwischen dem Iran und dem Westen, und dieser Austausch führt zur Aufklärung. Viele Lügen werden dadurch entlarvt, und es wird gezeigt, was alles falsch wiedergegeben wurde, und man wird zum Schluss feststellen, dass wir uns dem Westen und den Völkern im Westen viel näher fühlen, als sie denken.

 

Zwischen dem Islam und dem Christentum gibt es sehr viele Parallelen und sehr viele Gemeinsamkeiten. Das Christentum ist die dem Islam am nächsten stehende Religion. Wir sind der Überzeugung, dass unser Mahdi und Jesus Christus gemeinsam kommen, um uns zu retten. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten mit christlichen Ländern, auch im Iran leben Christen und Muslime sehr eng zusammen.

 

Wisnewski: Es gab hier Presseberichte, dass der Iran Atomanlagen unter die Erde legt – stimmt das, und was sind die Motive dafür?

 

Shamaghdari: Es ist richtig, dass unterirdische Anlagen installiert wurden und werden. Und der Grund ist ganz einfach: Wir haben ja gehört, dass die Israelis und wahrscheinlich auch die USA im Begriff sind, unsere Nuklearanlagen anzugreifen, und die müssen wir irgendwie schützen. Sogar in der New York Times haben wir einen Bericht gelesen, in dem diskutiert wurde, welche Bombe man dort einsetzen müsste, damit man tief genug hinunter kommt. Und deswegen müssen wir die Anlagen schützen, aber das bedeutet nicht, dass diese Anlagen gefährlich sind – sie müssen nur weiterarbeiten. Die Inspekteure der IAEO sind ständig unterwegs im Iran, auch jetzt, während wir miteinander reden.

 

Wisnewski: Was sind denn aus Ihrer Sicht die wahren Motive der USA, so aggressiv gegen den Iran vorzugehen?

 

Shamaghdari: Die wahre Motivation, die wahre Ursache für diese Feindschaft geht auf einen Imageverlust und Machtverlust in unserer Region zurück. Die Amerikaner haben durch die islamische Revolution vor 33 Jahren sehr viel an Image, an Macht und an Stützpunkten verloren. Sie haben ja Iran als zentralen militärischen Stützpunkt benutzt, um in der gesamten Region das Sagen zu haben. Plötzlich war ein Stützpunkt weg. Und die Angst der Amerikaner bestand darin, dass durch das Beispiel Iran sich auch andere Nachbarländer bewegen und einen Aufstand veranstalten. Und das wollten sie nicht. Das ist der wahre Grund für diese Feindschaft und sagen wir mal: aggressive Haltung gegen den Iran.

 

Wisnewski: Wie sehen Sie denn die Welt in zehn oder 20 Jahren?

 

Shamaghdari: Ich bin kein Hellseher. Das hängt vom Willen der Völker ab. Es kommt darauf an, wie dieser – wenn man es so nennen darf: Kulturkrieg, der gerade läuft, ausgeht. Und wie erfolgreich die beiden Seiten darin sind, ihre Meinungen und ihre Informationen an den Mann zu bringen. Die Seite, die das am besten kann, ist der Gewinner.

 

Genauer gesagt, wird voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren Israel nicht mehr in der heutigen Form existieren – also das System Israels. Es geht nicht darum, dass man ein

Land vernichtet, sondern es geht um das System Israel, das Regime. Die islamischen Länder werden Fortschritte machen in Bezug auf ihre Wirtschaft und ihre Wissenschaft. Es wird andere, mächtigere Mächte geben, wie zum Beispiel China und Russland, und der Westen wird seine Position weiter verteidigen können, wenn auch vielleicht in einer anderen Form. Der Einfluss des Zionismus wird nachlassen.

 

Wisnewski: Das Ganze mit oder ohne Krieg?

 

Shamaghdari: Ohne Krieg. Das ist ein politisch-gesellschaftlicher Prozess. Kleine Auseinandersetzungen und Konflikte wird es wahrscheinlich geben, wie der 33-tägige Krieg zwischen Israel und dem Libanon beziehungsweise der Hisbollah oder der 22-tägige mit der Hamas – solche kleinen Konflikte wird es geben, aber keine großen.

 

Wisnewski: Herr Minister, vielen Dank für das Gespräch.

 

 


 

 

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