Tuesday, 27. September 2016
07.07.2014
 
 

False Flag in Israel? Mossad-Chef sagte Entführung der Jugendlichen voraus

Gerhard Wisnewski

Nichts gegen den Mossad – der versteht sein Handwerk. Sogar so gut, dass er die Entführung der drei Jugendlichen vom 12. Juni 2014 schon eine Woche vorher voraussagte. Beim Streit um ein neues Sicherheitsgesetz fragte Mossad-Chef Pardo: Was wäre, »wenn in einer Woche drei 14-jährige Mädchen aus einer der Siedlungen entführt werden?« Volltreffer: Denn genau eine Woche später wurden tatsächlich drei israelische Jugendliche entführt. Zufall? Oder hat der Mossad die Entführung selber inszeniert?

 

Es ist ja schließlich zu merkwürdig: »Jedes Mal, wenn sich die israelische Regierung festgefahren hat, springen ihr ihre Feinde bei, um sie zu retten«, wundert sich Kevin Barrett von der amerikanischen Militär-Seite Veterans Today. »Das Muster ist unverkennbar: Die USA üben Druck auf Israel aus, Siedlungen aufzugeben oder den Bau weiterer Siedlungen zu stoppen... und plötzlich geht eine Selbstmordbombe hoch.

Die internationale Gemeinschaft hat Israel mit dem Rücken zur Wand, und schon explodiert eine weitere Bombe. Argentiniens jüdische Gemeinde wird anti-zionistisch – und die israelische Botschaft und das Jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires fliegen in die Luft.« Und nun, da die ganze Welt der frisch versöhnten palästinensischen Koalitionsregierung aus Hamas und Fatah applaudiere, drehe Israel total durch; plötzlich würden drei israelische Jugendliche entführt und Israel beginne eine brutale Razzia auf der Westbank.

 

Wie vom Erdboden verschluckt

 

Was ganz so klingt, als wäre Israel selbst in die angebliche Entführung der Jugendlichen verstrickt – aber das ist natürlich nur eine »Verschwörungstheorie«. Das heißt: Ein bisschen merkwürdig war sie schon, diese Entführung, oder? Selbst manchen Mainstreammedien fiel auf, dass zunächst nicht einmal klar war, um was für Jugendliche es nun eigentlich ging: »Talmud-Schüler«, »Religions-Studenten« oder vielleicht »Siedler-Kinder«? Oder alles zusammen? Darüber hinaus gab es weder eine Lösegeldforderung noch ein Bekennerschreiben. Die Jugendlichen waren einfach wie vom Erdboden verschluckt.

 

Viel mehr als die Behauptung, dass sie entführt worden seien, gab es nicht. Aber stimmte das überhaupt? Und warum ließen die Entführer einfach nichts von sich hören? Und wenn sie nichts von sich hören ließen – welchem Zweck diente das Kidnapping dann überhaupt? Wurde es »einfach so« durchgeführt, um mal wieder jemanden umzubringen? Spiegel Online bemängelte, dass überhaupt nicht klar sei, wer die drei entführt habe; dass die Hamas dahinter stecke, dafür fehlten »konkrete Beweise«. Später lehnte die Hamas sogar jede Verantwortung für die Entführung ab.

 

Auch für unsere Mainstreammedien war klar, dass »die Entwicklungen« dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu »politisch geradewegs in die Hände« spielten, so die taz. Die »Entführung der Studenten kam Israel gelegen«, zitierte auch der Zürcher Tagesanzeiger einen Experten: »Die Entführung der drei Jugendlichen sei für Israel zum richtigen Zeitpunkt gekommen, sagt der Nahost-Experte Pascal de Crousaz. Und sie sei nicht im Interesse der Hamas gewesen.« Selbst der Deutschlandfunk nahm den israelischen Botschafter in die Zange und fragte: »Man hat keine Beweise, hat offenbar keine eindeutigen Hinweise, und jetzt steht schon fest, dass es die Hamas war?«

 

Eine erstaunlich genaue Prophezeiung

 

Tatsächlich kam die Entführung und Ermordung der drei Jugendlichen den Hardlinern in der israelischen Regierung gerade recht, um die neue Koalitionsregierung der Palästinenser zu kompromittieren. Just zu diesem Zeitpunkt tobte aber auch der Streit um ein Sicherheitsgesetz, das den Austausch von Terroristen verbieten soll, die wegen Mordes verurteilt wurden. Die so genannten Sicherheitsbehörden waren gegen das Gesetz.

 

Glaubt man der israelischen Zeitung Ha'aretz, kam es am 5. Juni 2014 zu einer denkwürdigen Sitzung des Sicherheitskabinetts. Dabei versuchte Mossad-Chef Tamir Pardo »die Minister zu überzeugen, das Gesetz nicht zu verabschieden, denn es würde den Handlungsspielraum der Regierung bei zukünftigen Entführungen einschränken«. Als Beispiel erwähnte Pardo die Entführung der 200 Schulmädchen durch Boko Haram in Nigeria. Außerdem entwarf Mossad-Chef Pardo bei dieser Gelegenheit »ein Szenario, das dem Kidnapping der drei israelischen Teenager gespenstisch ähnlich war«, so die israelische Zeitung. »Was werden Sie tun«, fragte der Geheimdienstmann demnach den Wirtschaftsminister Naftali Bennett, »wenn in einer Woche drei 14-jährige Mädchen aus einer der Siedlungen entführt werden? Wollen Sie sagen, es gibt da ein Gesetz, nach dem wir keine Terroristen freilassen dürfen?« Eine erstaunlich genaue Prophezeiung. »Tamir Pardo hat gerade einen Platz in der Ruhmeshalle der False-Flag-Hellseher gewonnen«, spottete Veterans Today.

 

Die Lizenz zum Lügen

 

Rechnen wir einmal nach: Die genannte Sitzung des Sicherheitskabinetts fand am 5. Juni statt, wobei Mossad-Chef Pardo die erwähnte Entführung in einer Woche »in Aussicht stellte«. Am 8. Juni wurde das Gesetz gegen den Willen des Geheimdienstes im Kabinett verabschiedet, und am 12. Juni wurde die Entführung der drei Jugendlichen gemeldet. Also auf den Tag genau eine Woche nach Pardos Warnung.

 

Nicht nur eingefleischte »Verschwörungstheoretiker«, die wieder einmal das Gras wachsen hörten, schöpften Verdacht: »Leitende Beamte der Vereinten Nationen und der Palästinenserbehörde legten nahe, dass Israel die Geschichte der drei von der Hamas entführten Jugendlichen – Eyal Yifrach, Gilad Shaar und Naftali Frenkel – fabriziert haben könnte«, schrieb Israel Today noch am 18. Juni 2014. Und der bekannte israelische Satiriker Gilad Atzmon erklärte am 19. Juni: »Es gibt keine eindeutigen Belege, dass die drei israelischen Siedler entführt wurden. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Analytiker glauben, dass diese jüngste Affäre eine weitere False-Flag-Operation der Israelis sein könnte. Man denke an das Mossad-Motto ›Mithilfe der Täuschung‹. Während wir die verfügbaren Beweise analysieren, stellen wir fest, dass die ›Entführung‹ Israel eine Gelegenheit bietet, hart gegen die palästinensische Führung und Zivilisten loszuschlagen.« Kurz: Die Geschichte von dem Kidnapping kam nicht wirklich gut an – nicht einmal bei den Mainstreammedien. Je mehr die Zweifel wuchsen, desto mehr gerieten die Israelis in Beweisnot.

 

Doch da, am 30. Juni 2014, wurden die Teenager plötzlich tot aufgefunden. Und wer hat die Jugendlichen demnach umgebracht? Etwa auch der Mossad? Nicht unbedingt. Denn Kritiker zweifeln überhaupt an der Entführung. Vielleicht reichte dem israelischen Geheimdienst auch ein bloßes Medienereignis – sprich: eine Inszenierung. Beobachter wiesen auf fehlende Tränen und angeblich leere Bahren bei der Trauerfeier hin und vermuteten »Krisendarsteller« am Werk.

 

Laut israelischer Armee soll zwar sowohl der Wagen der Entführer als auch Blut und Patronenhülsen auf dessen Sitzen gefunden worden sein. Allerdings hat jedes Militär der Welt nun mal nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch zum Lügen. Am Tag nach dem Leichenfund, am 1. Juli, präsentierten die Behörden einen weiteren Beweis: Einen Mitschnitt eines mutmaßlichen Notrufs der Jugendlichen, der bisher nur »auf tragische Weise verschlampt« worden sei, so The Jewish Daily Forward: »Sie haben mich entführt«, soll einer der Teenager am Handy gesagt haben. Dann Schreie und Schläge; anschließend gedämpfte Schüsse. Danach hörte man nur noch das Autoradio dudeln. Klingt ja auch echt – oder vielleicht nicht?

 

Wie man's nimmt: Der Anruf habe keine Konsequenzen nach sich gezogen, weil selbst die Telefonisten der Polizei an einen Schwindel geglaubt hätten, so der Jewish Daily. Oder wie es ein Kommentator auf dem Internetportal des Jewish Daily ausdrückte: »Bei verdächtigen Anrufen sollte man sich zuerst mal das Protokoll ansehen und dann jeden über zwölf Jahre streng bestrafen, der sich einen Scherzanruf bei den Sicherheitsbehörden erlaubt.«

 

 

 


 

 


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