Saturday, 27. August 2016
13.11.2012
 
 

Juden lieben Ahmadinedschad

Gerhard Wisnewski

Der Mann hasst ja bekanntlich Juden: der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Er soll einer der schlimmsten Antisemiten der Welt sein. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie es sein kann, dass sich derselbe Ahmadinedschad zu einer freundlichen Konferenz mit den angeblich verhassten Juden trifft. Und wie es ferner sein kann, dass die ihn in den höchsten Tönen loben...

Eine herzliche Begrüßung: Erst gibt Mahmud Ahmadinedschad dem älteren Herrn die Hand, dann umarmt er ihn. Anschließend schreitet er die Reihe der restlichen Besucher in dem Konferenzsaal ab, verneigt sich und begrüßt jeden mit Handschlag. Na, und? Was soll sein? Nichts: »na, und«. Denn die Besucher sind Juden. Juden? Aber haben wir nicht gelernt, dass es keinen schlimmeren

Antisemiten und Judenhasser als den iranischen Präsidenten gibt? Und ob: Er ist ein »Israelfeind und Antisemit«, weiß der Tagesspiegel über den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu berichten. Laut Wikipedia gehören »zu den Hauptmerkmalen von Ahmadinedschads internationalem Auftreten … antisemitische Verschwörungstheorien«. Bei seinen Auftritten bei den Vereinten Nationen »setzte Ahmadinedschad mehrmals voll auf die antisemitische Karte«, hat die Tagesschau recherchiert.

 

 

Ein Geschenk für Ahmadinedschad

 

Bloß die Juden scheinen davon noch nichts mitbekommen zu haben. Nicht recherchiert haben unsere Medien nämlich, dass sich Juden und Ahmadinedschad mit Respekt, ja mit Verehrung begegnen. Das kommt davon, wenn man Judentum und Zionismus (Nationalbewegung zur Gründung Israels) nicht unterscheiden kann. Die oben geschilderte Begegnung in New York ist in einem seltenen Videodokument aus dem Jahr 2007 zu sehen. Als westlicher Zeitungsleser glaubt man, seinen Augen nicht trauen zu können. Bei dem Treffen überreichte die jüdische Delegation Ahmadinedschad eine silberne Schale mit der Inschrift: »Möge dieses Geschenk im Auftrag aller Tora-Juden der Welt ein Zeichen der Dankbarkeit für die Liebenswürdigkeit und Liebe  sein, die Sie über den Juden und der gesamten Menschheit ausgebreitet haben. Im Auftrag der Tora-Juden der Welt, überreicht von Neturei Karta International, New York, USA.«

 

 

 

Unter den Führern der Welt, so der Delegationsleiter, sei Präsident Ahmadinedschad »beispielhaft für sein Bewusstsein und sein umfassendes Verständnis für den Unterschied zwischen dem Judaismus, seiner Spiritualität, der Religion, der Hingabe und Dienstleistung für Gott, und dem Konzept des Zionismus, der Materialismus ist, in seinem Wesen gottlos, und ein Streben nach Nationalismus, und der von der Tora ganz klar verboten ist. Die jüdische Religion verlangt von den Juden Demut und in jedem Land, in dem sie leben, loyale Bürger zu sein.«

 

 

Antizionistische Juden demonstrieren gegen Unterdrückung der Palästinenser

(Bild: Brian Naughton / Flickr)

 

Fürsorge für die jüdische Gemeinschaft

 

Wer die Website der jüdisch-orthodoxen Bewegung Neturei Karta (»Wächter der Stadt«) besucht, stellt fest, dass die Freundschaft zu Ahmadinedschad bis heute angehalten hat. Zuletzt traf man sich am 27. September 2012: »Der Präsident gab dem Leiter der Delegation, Rabbi Moshe Dow Beck, einem Holocaust-Überlebenden, die Ehre, die Konferenz zu eröffnen. Der Rabbi sprach Jiddisch, Rabbi Yisroel David Weiss übersetzte ins Englische.«

 

Als erstes bedankte sich Rabbi Beck, dass sich Ahmadinedschad die Zeit genommen hatte, und würdigte dies als Symbol für seine Zuneigung gegenüber den Juden: »Wir sind beeindruckt von der Fürsorge Ihrer Exzellenz für die jüdische Gemeinschaft, die wir selbst bei unseren Besuchen im Iran erfahren haben. Wir besuchten das jüdische Altersheim und das jüdische Krankenhaus und wir waren in der Matzen-Bäckerei, die für Juden unentbehrlich ist. Außerdem ist wohlbekannt, dass die jüdische Gemeinschaft ihren eigenen Parlamentsabgeordneten hat, obwohl sie nicht genügend Mitglieder hat, um einen Parlamentssitz zu bekommen.«

 

Ahmadinedschad drückte seinen Respekt und seine Freundschaft gegenüber dem Judentum aus. Es gebe heutzutage viel Unterdrückung durch die Zionisten. Besonders schlimm sei, dass diese sich Juden nennen und ihre schrecklichen Taten mit dem Judentum rechtfertigen würden. Am Schluss übergab die jüdische Delegation erneut ein Geschenk (diesmal zwei silberne Kerzenleuchter) mit der Bemerkung: »Dies ist ein Geschenk von unseren Herzen für Ihre Exzellenz und ein Symbol des Segens, mit dem der Allmächtige den Pfad Ihrer Exzellenz in Zukunft erleuchten möge...«

 

 


 

 

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