Friday, 27. May 2016
20.03.2016
 
 

Propaganda: Wie der Westen die Migrationswaffe Russland in die Schuhe schiebt

Gerhard Wisnewski

»Hilfe – die Europäer haben kapiert, dass sie Opfer einer Migrationswaffe sind!« – »Ja, was machen wir denn da?« – »Ganz einfach: Wir schieben es den Russen in die Schuhe!« – Genau so funktioniert die neue Propaganda-Strategie des Westens. Aber »leider« hat sie kurze Beine...

 

Am Beispiel der Migrationswaffe kann man idealtypisch die Arbeit von Spin-Doktoren beobachten. Das sind jene Propagandisten, die einer Tatsache oder Information erst einen gewissen Dreh (Spin) geben, damit sie in das eigene Weltbild oder die eigene Propaganda passt. Am 18. Dezember 2014 habe ich die Migrationswaffe hier zum ersten Mal erwähnt, nachdem diese lange Zeit in Vergessenheit geraten war.

Dabei habe ich mich auf das Buch von Kelly M. Greenhill gestützt, das damals nur auf Englisch erhältlich war: Weapons of Mass Migration (heute bei Kopp erhältlich unter dem Titel »Massenmigration als Waffe – Vertreibung, Erpressung und Außenpolitik«). Dabei habe ich dargelegt, wie die USA und ihre Verbündeten Großbritannien und Frankreich durch ihre Umstürze und Bombenkriege in Nordafrika Millionen von Flüchtlingen »freisetzen«, um sie anschließend als Migrationswaffe gegen Europa zu benutzen. Die Revolutions- und Kriegswalze firmiert unter dem Namen »Arabischer Frühling«. In Wirklichkeit handelt es sich um eine arabische Apokalypse.

 

Eine Waffe schlägt Wellen

 

In den folgenden Monaten habe ich mit weiteren Berichten beträchtliches Aufsehen erregt. Bis hin zu einer Empörungsaktion der SPD, die von Verleger Jochen Kopp eine Distanzierung von einem entsprechenden Artikel verlangte. Die »Migrationswaffe« schlug also hohe Wellen. Und der Ausdruck sickerte langsam in die Berichterstattung der alternativen Medien ein.

 

Der Grund für diese »Karriere«: Das Wort »Migrationswaffe« gab einem unheimlichen Phänomen, nämlich der organisierten Masseninvasion von »Flüchtlingen«, erst den richtigen Begriff. Damit standen die westlichen Propagandisten vor einem ernsten Problem. Denn ein starkes Wort, das erst einmal die Runde gemacht hat und sich einzubürgern droht, kann man ja nicht einfach wieder aus dem Wortschatz streichen. Das ist unmöglich.

 

Aufruhr im Ameisenhaufen

 

Man muss sich das in etwa vorstellen wie einen unerwünschten Gegenstand, der in ein Ameisennest fällt. Die Ameisen können den Gegenstand zwar nicht beseitigen, aber viele kleine Ameisen können versuchen, das Objekt wenigstens so zu drehen und zu platzieren, dass es nicht allzu sehr stört. Man muss also versuchen, dem Begriff einen anderen Spin zu geben. Und diesem Versuch konnten wir daher in den letzten Monaten beiwohnen.

 

Was dabei passiert, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Propagandastrategie. Der erste Schritt besteht darin, einen Begriff, der ohnehin nicht mehr totzuschweigen ist, selbst zu übernehmen, aber (zweitens) mit einem gegenteiligen Spin. Beispiele dafür wurden hier bereits in einem Artikel des Kollegen Ulfkotte aufgezählt (KOPP Online, 05.03.2016).

 

Plötzlich übernahm also beispielsweise der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Daniel Ray »Dan« Coats, den Ausdruck und sagte bei einem Deutschlandbesuch: »Es macht mir große Sorge, wie Migration als Waffe eingesetzt wird, um Europa und den Westen zu schwächen.«

 

Aber selbstverständlich beschuldigte er damit nicht sein eigenes Land, sondern die Russen, die sich neuerdings ebenfalls in Syrien militärisch engagierten. Mit dem »richtigen« Spin durfte der Begriff auch von westlichen Medien und Politikern verwendet werden: So nannte die Londoner Tageszeitung Daily Mail den Flüchtlingsstrom nach Europa laut Ulfkotte jetzt eine »Massenvernichtungswaffe«, und auch der Spiegel schrieb plötzlich von »Flüchtlingen als Waffe« – natürlich nur als Waffe der bösen anderen.

 

Im März 2016 habe auch die Süddeutsche Zeitung ganz offen darüber geschrieben, dass Migration als Waffe eingesetzt werde. Schließlich habe auch der einflussreiche republikanische US-Senator John McCain behauptet, der Asylantenstrom nach Europa werde »als Waffe eingesetzt, um die transatlantischen Beziehungen und das europäische Projekt zu untergraben«.

 

Alle setzen plötzlich die Migrationswaffe ein

 

Mit einem Mal drohte angeblich auch der Islamische Staat (IS) »offen mit der Migrationswaffe gegen den Westen«, hieß es auf der Website des Nachrichtensenders n-tv unter Berufung auf die britische Zeitung Daily Mail: »Im Falle einer militärischen Intervention in Libyen werde Europa mit einer halben Million Migranten überflutet... Der IS habe demnach angekündigt, die 500 000 Flüchtlinge gleichzeitig in Hunderten Booten auf das Meer zu schicken. In Italien publizierte Transskripte von Telefonaten würden dies belegen. Der IS plane, erst die Kontrolle in Libyen komplett an sich zu reißen. Anschließend wollten die Terroristen, getarnt als Flüchtlinge, das Mittelmeer überqueren.« (01.09.2015) Plötzlich war die Migrationswaffe also in aller Munde.

 

Mit apokalyptischen Bildern sollte der verheerende Eindruck zugedeckt werden, niemand anderer als der Westen habe diese Waffe eingesetzt. Oder anders gesagt: Alle setzen plötzlich die Migrationswaffe ein – nur nicht die USA.

 

Nun gibt es aber ein Problem: Nämlich das, dass nicht einmal ein Milchmädchen diese Rechnung glauben würde.

 

Denn während Russland erst seit dem 30. September 2015 in die Kämpfe in Syrien eingriff, tobt die westliche Kriegs- und Revolutionswalze schon seit Dezember 2010 über Nordafrika.

 

Folgerichtig steigen die Flüchtlingszahlen in Europa bereits seit Jahren an und erreichten im September 2015 einen ersten Höhepunkt – bevor die Russen in Syrien überhaupt eingriffen. Der alberne Spin-Versuch der westlichen Propagandisten hat also extrem kurze Beine.

 

 

 

 

 

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