Monday, 25. July 2016
30.10.2012
 
 

Der Todestrieb der Wikipedia

Henning Lindhoff

Seit einigen Wochen leidet die Qualität von Wikipedia erheblich unter dem Einfluss feministischer Propaganda. Liest man sich die Diskussionsseiten der Artikel zu den Themen Männerrechtsbewegung, Feminismus oder häusliche Gewalt durch, dann stößt man immer wieder auf die gleichen Namen.

Seriöse Autoren haben den Braten schon gerochen und wenden sich von der Bearbeitung dieser Artikel ab, sobald sie Autorenpseudonyme wie »Finn«, »schwarze Feder« oder »SanFran Farmer« lesen. Viele langjährige Autoren des Internet-Lexikons wollen sich nicht mehr durch Propagandalügen einiger weniger »Kollegen« zermürben lassen. Auch Wikipedia-Autor »El

Capitan« zog sich zurück, nachdem er die unwissenschaftlichen Entwicklungen der Online-Enzyklopädie treffend mit den Worten analysiert hatte:

 

 

»Üblicherweise sollte man hier konstruktive Vorschläge einbringen, was ich auch gerne täte. Dieser Artikel mit seinen unzähligen Fehlern dient nicht der Information, sondern der Desinformation. Nach meinem Dafürhalten müsste er komplett entfernt und neu geschrieben werden. Dieses Mal jedoch von Personen, die – so, wie es die Regeln der Wikipedia vorschreiben – sachliche und richtige Informationen liefern und nicht eine feministische Propaganda betreiben. Ich bin bestürzt darüber, wie hier die Wikipedia missbraucht wird, um seine eigenen Ideologien durchzusetzen. Ich habe nichts Weiteres zu sagen. Die Zeiten, als ich noch gerne für Wikipedia gearbeitet habe, sind definitiv vorbei. Auf Wiedersehen.«

 

 

Die Projektmanagerin der deutschen Wikipedia, Nicole Ebber, lud die Schar der radikalen Feministen zu einem kollegialen Austausch ein: »Wir sind inhaltlich mit euch auf einer Linie. Die Anregungen werden definitiv in unsere weiteren Überlegungen einfließen. Wollen wir mal einen Hangout machen oder ein Treffen?« Auf den Diskussionsseiten wird mittlerweile immer wieder deutlich, dass die einschlägig bekannten Feminismus-Propagandisten freie Hand haben und eine Sperre durch die Administratoren nicht fürchten müssen. So können sie teilweise täglich von neun Uhr morgens bis drei Uhr nachts an ihren Artikeln arbeiten und innerhalb von 44 Tagen 2.500 Einträge, Änderungen, Meldungen und Diskussionsbeiträge, also 57 Einträge pro Tag, verfassen. Solch ausuferndes Engagement lässt auf finanzielle Unterstützung von außen schließen und eine Erwerbstätigkeit außerhalb der eigenen vier Wände als unmöglich erscheinen.

 

Dazu passen auch Gerüchte innerhalb der Autorengemeinschaft, dass eine gewisse Martina S. aus Berlin zu der Propagandistenschar gehöre und gleichzeitig von einer parteinahen Stiftung entlohnt werde. Die Propagandaschlacht breitet sich mittlerweile zu einem Flächenbrand aus. Sie hat nun auch politisch wenig korrekte Medien, etwa die Zeitschriften eigentümlich frei und Junge Freiheit erfasst. Ihren Herausgebern, Redakteuren und Autoren wird latenter bis offenherziger Rechtsradikalismus unterstellt, wobei man sich einseitig auf die Werke einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlern aus der linksorientierten Soziologie beruft. Auch an dieser Stelle sind die oben erwähnten Wikipedia-Pseudonyme anzutreffen.

 

Patron Nicole Ebber arbeitet für die Wikimedia e.V., die mit Erlaubnis der amerikanischen Wikimedia Foundation die deutsche Wikipedia koordiniert. Wie ihre Vereinskollegen auch stammt sie aus der Autorenelite der Wikipedia und besitzt daher vielerlei Zugriffsrechte auf die Artikel. Eine inhaltliche Einflussnahme streitet der Verein jedoch ab. Sein ursprünglicher Zweck war es im Jahr 2004, Spenden einzusammeln und Spendenquittungen auszustellen. Die Spendenkasse füllte sich schnell und ist auch heute noch prall gefüllt. Doch weil die deutsche Wikipedia zum Betrieb kein Geld benötigt, die gesamte Seite auf Servern der amerikanischen Wikipedia gehostet wird und die Autoren kein Geld mit ihren Artikeln verdienen, war lange nicht klar, wie man die Spendengelder wieder sinnvoll ausgeben könnte. Der Verein leistet sich daher neben Geschäftsführern und diversen Funktionären auch eine Pressesprecherin und Assistenten. Mitglieder mit solchen Posten fliegen um die halbe Welt, um an Diskussionsveranstaltungen teilzunehmen, die auch online durchgeführt werden könnten. So genannte »Forschungsreisen« der Aktivisten werden von Spendengeldern bezahlt, als deren Ergebnis banale Artikel zu lokalen Begebenheiten stehen, die sicherlich auch von dort ansässigen Autoren geschrieben werden könnten.

 

Auch in Kooperationen mit ökologisch korrekten Unternehmen versickern Spendengelder. Vereinsmitglieder fungieren dort als Berater für den werbewirksamen Umgang mit Wikipedia. Propaganda und Misswirtschaft – der Todestrieb der zentralistischen Gesellschaft hat nun auch Wikipedia erfasst. Jimmy Wales, Erfinder der Wikipedia und Gründer der amerikanischen Wikimedia Foundation, bekennt sich offen als Libertärer, als Anhänger der Ideen von Ayn Rand und Friedrich A. von Hayek. Mit Wikipedia wollte er beweisen, dass Hayeks Modell der spontanen Ordnung umsetzbar ist. Doch Wikipedia krankt an der Anonymität der Autoren. Ohne Angabe des Klarnamens fehlt jeder Sinn für Eigenverantwortung. Unter Pseudonym können Propagandalügen in die Welt gesetzt werden, ohne dass die Urheber zur Rechenschaft gezogen werden können. Doch Eigenverantwortung ist die notwendige andere Seite der libertären Medaille. Ohne sie führt Freiheit ins Chaos.

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