Tuesday, 26. July 2016
05.03.2012
 
 

Google verfolgt iPhones, Apple-Browsersoftware zum Schutz der Privatsphäre umgangen

J. D. Heyes

Ob nun eine Bundesbehörde Ihre Präsenz im Internet überwacht oder die größte Suchmaschine/Mediengesellschaft der Welt Ihre Privatsphäre verletzt – es ist mittlerweile fast unmöglich, dem Missbrauch der Technik zu entkommen, der nun sogar verfassungsmäßig garantierte Rechte aushebelt.

Google, die größte Internetpräsenz der Welt, und andere Anbieter haben die Einstellungen, die Nutzer zum Schutz ihrer Privatsphäre auf ihren iPhones eingerichtet hatten, umgangen, so dass sie in der Lage waren, die Surfgewohnheiten nachzuverfolgen. Genau das hatten die User eigentlich blockieren wollen.

 

Dazu verwendeten die Unternehmen einen speziellen Code, der die Browsersoftware Safari von Apple überlistete, so dass diese ihre Wächterfunktion verlor und die Überwachung der Nutzer möglich wurde. Safari, die meistverwendete Software auf mobilen Geräten, ist so angelegt, dass eine solche Überwachung blockiert wird.

 

 

Ob es »dem Wohl des Landes nützt« oder ob Ihnen etwas verkauft werden soll, es sieht immer mehr danach aus, dass die Technik im Informationszeitalter hauptsächlich dazu genutzt wird, Sie des Rechts auf Wahrung Ihrer Privatsphäre zu berauben.

 

 

Online-Äquivalent von Stalkern

 

Der Code wurde von Jonathan Mayer, einem Forscher der Stanford University, entdeckt und später von dem Technik-Guru Ashkan Soltani für das Wall Street Journal erneut bestätigt. Soltani entdeckte, dass 22 Anzeigen auf »den Top-100-Websites der Welt« den Überwachungscode von Google auf einem Testcomputer installierten. Anzeigen auf 23 Webseiten installierten den Code auf einem iPhone-Browser.

 

Doch damit endete die Überwachung nicht. Der Geheimcode funktionierte so, dass er – sobald er aktiviert war – Google in die Lage versetzte, ein iPhone oder einen Computer über mehrere Webseiten hinweg zu verfolgen. Und Google ist auch nicht der einzige Schuldige, laut Wall Street Journal nutzten drei Werbefirmen – Vibrant Media Inc., WPP PLC’s Media Innovation Group LLC und PointRoll Inc. der Gannett Company – ähnliche Verfolgungstechniken.

 

Nur um es festzuhalten: Vibrant Media ist ein Unternehmen, das laut Businessweek »Lösungen für kontextuelle und InText-Werbung für Werbetreibende und Publizisten« anbietet. Die Media Innovation Group bietet laut eigener Webseite »Marktkommunikatoren… die technische Plattform für überraschende neue Möglichkeiten« (wobei überraschend wohl für die unlautere Verfolgung von Internetnutzern steht). Gannett – Eigentümer von USA Today und einer ganzen Reihe weiterer Zeitungen – ist in erster Linie ebenfalls ein Unternehmen für Medien-Marketing. Alle drei würden also definitiv von der Kenntnis der persönlichen Surfgewohnheiten eines Users profitieren, denn dann könnten sie die Werbung ihrer Kunden gezielter platzieren.

 

 

Alles nur ein Missverständnis?

 

Google seinerseits behauptet, das Wall Street Journal habe die ganze Sache missverstanden. Die Zeitung »stellt falsch dar, was passiert ist und warum es passiert ist. Wir haben bekannte Funktionalitäten von Safari genutzt, um Funktionen anzubieten, die angemeldete Google-Nutzer aktiviert hatten«, hieß es in einer Erklärung von Google. »Wir betonen nachdrücklich, dass diese Werbe-Cookies keine persönlichen Informationen sammeln.«

 

Wirklich? Nun, wenn der Geheimcode tatsächlich keinerlei persönlich identifizierbare Informationen sammeln würde, was nützte es dann den Tätern, die Surfgewohnheiten zu kennen? Angeblich wollte man die Gewohnheiten kennenlernen, damit Werbekunden dieser Medienfirmen ihre Anzeigen gewinnträchtiger anbringen konnten.

 

»Das Online-Surfen aus der geschützten Umgebung der Wohnung heraus mag Ihnen das Gefühl vermitteln, unbeobachtet zu sein, doch in Wirklichkeit verfolgen Suchmaschinen wie Yahoo! und Google jeden ihrer Schritte im Cyberraum. Tatsächlich nutzen selbst Internetprovider technische Methoden, die die Internetaktivitäten ihrer Abonnenten verfolgen«, betont Jennifer Martinez vom Earthlink Security Center.

 

»Bei dieser Praxis, die auch als Behavioral Targeting bekannt ist, handelt es sich um eine von Vermarktern genutzte Methode, Ihnen entsprechend Ihrer Surf- und Kaufgewohnheiten mittels Online-Anzeigen gezielt Inhalte oder Produkte zu präsentieren. Ihre jüngsten Aktivitäten im Internet ermöglichen es den Suchmaschinen, ein Profil über Sie anzulegen, das sie verkaufen oder mit anderen Werbeanbietern teilen können«, schreibt sie.

 

Auch wenn Uncle Sam und Corporate America Ihr Recht auf Schutz der Privatsphäre nicht mehr respektieren, es ist und bleibt Ihr Recht, auch im – oder ganz besonders im – Informationszeitalter.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren unteranderem:

 

- FOXNews

- PCWorld

- EarthLinkSecurity

- NaturalNews

 

 

 


 

 

 

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