Freitag, 9. Dezember 2016
15.12.2015
 
 

US-Regierung knöpft sich Drohnenpiloten vor, die Kritik geäußert haben

J. D. Heyes

Dass die US-Regierung rachsüchtig ist, dürfte wohl niemanden mehr überraschen. Das bekommen jetzt auch vier ehemalige Drohnenpiloten der US Air Force zu spüren, die sich öffentlich gegen Amerikas Drohnenkrieg ausgesprochen haben.

 

Wie die Anwältin der vier Veteranen, die Menschenrechtsexpertin Jesselyn Radack, am 21. November twitterte, wurden den Soldaten in den vergangenen Tagen die Kreditkarten gesperrt und die Bankkonten eingefroren. Das berichten The Daily Sheeple und Democracy Now. Es handelt sich offenbar um einen unverhohlenen Vergeltungsakt des Staates.

 

Zuvor war bereits die Mutter von Brandon Bryant, einem der Piloten, Opfer eines Vergeltungsakts geworden. Bryant hatte gerade vor dem Deutschen Bundestag eine Aussage zum amerikanischen Drohnenprogramm gemacht und dabei die US-Regierung scharf angegriffen, da tauchten zwei Offiziere der Air Force bei Bryants Mutter in Missoula im Bundesstaat Montana auf. Sie stehe auf der »Abschussliste« des IS, erklärten die Offiziere der Frau. So meldete es Newsweek.

 

Weiter heißt es in dem Newsweek-Bericht:

»Bryant, inzwischen ein lautstarker Kritiker des amerikanischen Drohnenprogramms, verließ die Luftwaffe, nachdem er einen Moment moralischer Klarheit hatte, wie er es nennt. Einem Untersuchungsausschuss des Bundestags sagte er vor einer Woche: Wir jagten gerade Anwar al-Awlaki, einen amerikanischen Staatsbürger. Ich erkannte plötzlich, dass ich mit meinen Handlungen die amerikanische Verfassung brach, die ich geschworen hatte zu schützen. Da entschied ich, dass ich aus dem Drohnenprogramm raus muss.«

Den Parlamentariern schilderte Bryant, welch zentrale Rolle der amerikanische Militärstützpunkt in Ramstein beim amerikanischen Drohnenprogramm spielt: »Ramstein ist absolut zentral im US-Drohnenprogramm. Alle Informationen und alle Daten laufen über Ramstein. Für alle Operationen weltweit. Auch für die CIA-Einsätze.«


»Befeuert die Hassgefühle«

 

Dass auf dem in der Nähe von Kaiserslautern gelegenen Stützpunkt das Hightech-Herz von Amerikas Drohnen schlägt, geht auch aus einem streng geheimen Dokument hervor, das The Intercept zugespielt wurde.

 

»In Ramstein steht eine Satelliten-Relaisstation, dank der die Drohnenpiloten im amerikanischen Südwesten mit ihren Flugkörpern über dem Jemen, über Somalia, Afghanistan und anderen Zielländern kommunizieren können«, meldete die auf investigative Nachrichten spezialisierte Webseite. »Die streng geheime, auf den Juli 2012 datierte Folienpräsentation erlaubt den bislang detailliertesten Blick auf die technische Architektur, mit deren Hilfe Predator- und Reaper-Drohnen ihre Luftschläge durchführen können.«


Unterdessen ereifern sich Präsident Obama und republikanische Präsidentschaftskandidaten über Donald Trump. Trump hatte gefordert, die Einreisebedingungen für Muslime in die USA dramatisch zu beschneiden oder die Einreise völlig zu verbieten. Aussagen wie diese seien es, die den Hass auf die USA anfachen und dem IS Rekruten zutreiben, so die Kritik.

 

Die vier ehemaligen Piloten dagegen behaupten, das uneingeschränkte Drohnenprogramm richte viel größeren Schaden an.

 

Sie haben ihre Gedanken zu Papier gebracht und warnen vor einer Verlängerung des Drohnenkriegs: Das »befeuert die Hassgefühle, die den Terrorismus und Gruppen wie den IS entfachen«. Democracy Now interviewte kürzlich die ehemaligen Piloten und schrieb im Anschluss:

»Sie haben Präsident Obama einen Brief geschrieben. Darin warnen sie, dass das amerikanische Drohnenprogramm einer der verheerendsten Faktoren ist, die den Terrorismus am Leben erhalten. Sie werfen der Regierung vor, zu lügen, was die Effektivität des Drohnenprogramms angeht. Das Programm sei gut darin, Menschen zu töten – nur leider nicht die richtigen.«


Die ehemaligen Piloten sind jetzt ohne Zuhause, pleite und müssen vor Gericht

 

Ihr Schreiben haben die Piloten auch an Verteidigungsminister Ashton Carter und CIA-Direktor John O. Brennan gerichtet. Wie die Piloten schreiben, seien sie Opfer einer posttraumatischen Belastungsstörung geworden. Das Militär habe sie daraufhin freigestellt und ihnen Ansprüche sowie eine angemessene psychologische Betreuung verweigert. Einige der vier sind nach eigenen Angaben obdachlos, alle vier kämen nur mit Mühe und Not über die Runden.

 

»Wir wurden Zeugen von grober Verschwendung, Missmanagement und Machtmissbrauch und erlebten mit, wie unsere Staatsführung öffentlich log, was die Effektivität des Drohnenprogramms angeht«, heißt es in dem Schreiben. »Wir können nicht still daneben sitzen und Tragödien wie die Anschläge in Paris mitansehen in dem Wissen, welch verheerende Wirkung das Drohnenprogramm im Ausland und daheim hat. Ein derartiges Schweigen wäre ein Verstoß gegen unseren Eid, die Verfassung zu unterstützen und zu verteidigen.«


Jetzt müssen sie sich vor Gericht verantworten – »gegenüber einer Regierung, die in einer beispiellosen Art und Weise gegen Whistleblower vorgeht«, so Democracy Now.


Den vollständigen Brief können Sie hier lesen.

 

Die Geschichte der Drohnenpiloten können Sie sich hier anhören.

 

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Drohnenkrieg unter Wasser – Wurde ein Anschlag auf die Nordstream-Pipeline vereitelt?

Markus Gärtner

Wird der Drohnenkrieg jetzt auch auf die Ozeane ausgeweitet? Die schwedische Marine hat nördlich der Insel Gotland nahe der zur Erweiterung anstehenden Nordstream-Gaspipeline ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug mit Sprengsätzen entdeckt.  mehr …

»Vampir-Drohnen«: Pentagon-Denkfabrik plant ICARUS

Andreas von Rétyi

Die führende Denkfabrik des US-Verteidigungsministeriums zielt nun auf die Entwicklung einer neuen Form von Drohnen ab. In einem aktuellen Projekt will die DARPA gespenstische Flugkörper schaffen, die ihren Auftrag zuverlässig erfüllen und sich dann selbst im Nichts auflösen, beispielsweise bald nach Anbruch der bürgerlichen Dämmerung. Auf den  mehr …

Hellseherei: Alois Irlmaier sagte bereits 1950 Kampfdrohnen und Handys voraus

Stephan Berndt

Seit einigen Jahrzehnten versuchen die Massenmedien dem lieben Bürger weiszumachen, dass die »klassische« Prophetie und Hellseherei in Europa nur Relikte einer längst vergangenen Zeit sind. Im sogenannten New Age hat man diese Sichtweise dankbar aufgenommen, und ihr zusätzlich noch ein »spirituelles« Outfit verpasst, sodass man sich mit der These  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Krebsindustrie räumt ein: Chemo- und Strahlentherapie sorgen für enorme Folgegeschäfte und Gewinne

Julie Wilson

In den USA nimmt die Zahl der Zweitkarzinome explosionsartig zu, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Jeder fünfte neue Krebsfall betrifft demnach Personen, die zuvor schon einmal an Krebs erkrankt waren. Der Studie zufolge hat die Zahl der Zweitkarzinome seit den 1970er-Jahren um 300 Prozent zugenommen. Bei Zweitkarzinomen handelt es sich  mehr …

Drohnenkrieg unter Wasser – Wurde ein Anschlag auf die Nordstream-Pipeline vereitelt?

Markus Gärtner

Wird der Drohnenkrieg jetzt auch auf die Ozeane ausgeweitet? Die schwedische Marine hat nördlich der Insel Gotland nahe der zur Erweiterung anstehenden Nordstream-Gaspipeline ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug mit Sprengsätzen entdeckt.  mehr …

Neokonservative wollen die Menschheit an den Rand der Auslöschung bringen

Dr. Paul Craig Roberts

Meine Warnung, die Neokonservativen hätten die Gefahr eines atomaren Weltuntergangs, die von Reagan und Gorbatschow abgewendet worden war, wieder aufflammen lassen, wird auch von Noam Chomsky, dem früheren amerikanischen Außenminister William Perry und anderen einfühlsamen und kenntnisreichen Beobachtern geteilt.  mehr …

Hellseherei: Alois Irlmaier sagte bereits 1950 Kampfdrohnen und Handys voraus

Stephan Berndt

Seit einigen Jahrzehnten versuchen die Massenmedien dem lieben Bürger weiszumachen, dass die »klassische« Prophetie und Hellseherei in Europa nur Relikte einer längst vergangenen Zeit sind. Im sogenannten New Age hat man diese Sichtweise dankbar aufgenommen, und ihr zusätzlich noch ein »spirituelles« Outfit verpasst, sodass man sich mit der These  mehr …

Werbung

Wasserkrieg

Wasserkrieg

Der Kampf um das durch Talsperren kontrollierte Ruhrwasser begann 1937, als britische Militärs planten, diese zu sprengen, um die deutsche Rüstungsindustrie eines Großteils ihrer Wasservorräte zu berauben. Der dazu gegründeten 617. Bomberstaffel gelang es im Mai 1943, die Sperrmauern von Möhne und Eder zu sprengen. Helmuth Euler stützt sich in seinem Buch auf jüngst freigegebene offizielle Dokumente internationaler Archive und auf Aussagen weiterer Zeitzeugen. Über 350 äußerst seltene Fotos und Dokumente zeigen das Ausmaß der Möhne- und Ederkatastrophen und der dramatischen Folgen.

mehr ...

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

NATO Geheimarmeen in Europa

Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung

Für den Fall einer sowjetischen Invasion in Westeuropa gründete die NATO geheime Armeen, das sogenannte »Stay-behind«- Netzwerk. Es sollte hinter den feindlichen Linien operieren und örtlich begrenzte Widerstandsbewegungen im feindlichen Territorium aufbauen. So wäre leicht ein Guerillakampf gegen die östlichen Invasoren möglich gewesen. Doch nicht nur das: die Geheimarmeen wurden außerdem skrupellos eingesetzt, um unter Führung der USA gezielt Attentate gegen die eigene Bevölkerung auszuführen, Unsicherheit zu erzeugen und den Ruf nach einem starken Staat zu unterstützen.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Die echten Men in Black

Eine dringend notwendige Untersuchung des am meisten verkannten Aspekts des UFO-Phänomens

Die echten Men in Black ist eine längst überfällige Erkundung eines unheimlichen Phänomens, das in der Regel im Zusammenhang mit UFO-Sichtungen auftritt. Augenzeugen ungewöhnlicher UFO-Phänomene werden unmittelbar nach ihrem Erlebnis von mehreren dunkel gekleideten Herren aufgesucht, die sich als Mitarbeiter des Militärs oder der Regierungsbehörden ausweisen und die Zeugen unverhohlen auffordern, nicht über ihre Erlebnisse zu sprechen. Häufig muten die MIB aber auch nicht menschlich an.

mehr ...

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.