Thursday, 25. August 2016
01.09.2013
 
 

Krieg – darum geht es

Janne Jörg Kipp

Der Krieg in Syrien dürfte in die Geschichte eingehen. Neudeutsch heißt es »Irak reloaded«. Erneut werden Vorwände gesucht, um einzumarschieren. Erneut geht es zumindest aus Sicht von Außenstehenden nicht um die Demokratisierung.

Chemische Waffen in Syrien halten dafür her, dass vor allem die USA sich erneut als Kraft der Demokratisierung präsentieren. Die Inszenierung erinnert an die spektakuläre Täuschung im Vorfeld des Irak-II-Kriegs, als die USA »Beweise« vorführten, nach denen der Irak biologische und

chemische Massenvernichtungswaffen besitze. Unvergessen die Bilder, auf denen LKW als angebliches Transportmittel zu sehen waren.

 

Dabei beriefen sich die USA auf einen Mann, dessen Aussagen selbst der BND auf Nachfrage der USA nicht bestätigen konnte. Der Spiegel beschrieb im Jahr 2008 seine Beweise als regelrechte Fälschung. »Con man who caused the war«, also »Betrüger, der den Krieg auslöste«, wird der Mann später in den USA genannt. Nichts von dem, was die Weltöffentlichkeit glaubte, stimmte.

 

Und nun erinnert das Szenario verdächtig an das damalige Schauspiel. Es scheint zunächst unstrittig, dass Chemiewaffen eingesetzt worden sind. Nur ist die Reaktion verdächtig schnell und verdächtig einseitig zur Hand. US-Außenminister John Kerry spricht von einer »moralischen Obszönität (die, Einfügung der Redaktion …..) das Bewusstsein der Welt« schockiere. Nun denn. Es geht um das Gas Sarin. »Ärzte ohne Grenzen« als Hilfsorganisation meldet die Verwendung des Giftes. Genau jene Organisation also, in dessen Spendenlisten US-amerikanische Banken auftauchen. Banken wie Goldman Sachs oder Citigroup.


Dies kann Zufall sein, dies kann System haben. Die Spekulationen darüber gehen in den folgenden Tagen auseinander. Auch dies ist hier nicht zu entscheiden. Allerdings erlauben die Vorgänge eine Frage, die bislang noch nicht beantwortet ist. Wer könnte das Giftgas tatsächlich eingesetzt haben? Der syrischen Führung musste bewusst sein, dass die USA nur auf eine solche Gelegenheit zum Gegenschlag warten. Hat sie wirklich ein Interesse daran, einen Krieg anzuzetteln?

 

Zudem berichteten andere Medien bereits vor einem Vierteljahr darüber, dass die »Freie syrische Armee« über Sarin verfüge. Es soll in Verstecken gelagert worden sein.Auch das ist natürlich kein Beweis dafür, dass die Gegenseite das Gas eingesetzt hat. Aber es bleibt die Frage nach den Gründen für Assad.

 

Demgegenüber haben die USA einen Vorwand, um einen Krieg anzuzetteln, den eigentlich niemand wollte. Jetzt ist die Stimmung dank des Chemieeinsatzes vollständig gekippt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands möchte nunmehr, dass Syrien angegriffen wird – allerdings ohne deutsche Beteiligung. Die USA wie auch Russland, der enge Verbündete Syriens, verfolgen aber seit vielen Jahrzehnten ganz andere Interessen denn als Friedensbringer aufzutreten.

 

In der Hauptsache geht es schlicht um die Kontrolle des Nahen und Fernen Ostens. Der Nahe Osten gilt seit jeher als Schlüssel für die Beherrschung Europas und Asiens. Darüberhinaus geht es um Öl und den Zugang zum Öl. Dies sind die wesentlichen Interessen, die durchaus um politische Aspekte wie den Schutz Israels ergänzt werden können.

 

Zumindest hat sich bis dato noch kein Gegenbeweis für diese allgemein bekannte These gefunden.

 

Ein weiterer Kriegsgrund dürfte die ausufernde Verschuldung sein. 16,7 Billionen US-Dollar reichen inzwischen nicht mehr als Schuldenobergrenze. An eine Rückzahlung ist schon gar nicht zu denken. Um überhaupt steigende Schulden und Ausgaben zu rechtfertigen, braucht es schon eines großen Grundes. Und dies ist, wie so oft, der Krieg. Da die USA sich immer schneller verschulden (der IWF – internationale Währungsfonds – spricht von einer Steigerung von 6,7 Billionen auf 17,6 Billionen zum Ende dieses Jahres innerhalb von nur zehn Jahren), brennt den Amerikanern sozusagen der Kittel. Bis zum Beweis des Gegenteils sind die Kriegsgründe »Kontrolle über den Nahen Osten«, »Öl« und »Schulden« stark genug, um mit einem längeren Krieg zu rechnen.

 

Und das heißt, wir müssen uns sogar auf einen Versorgungsengpass einstellen. Schon jetzt wird Öl zusehends teurer. Der Dollar gewinnt in solchen Situationen typischerweise und damit wird auch die sonstige Versorgung am Weltmarkt schlicht teurer. Krisenvorsorge ist daher das Gebot der Stunde. Nicht immer verlaufen Kriege so lange so weit weg von unserer Haustür wie in Afghanistan, in Teilen Afrikas oder im Irak.

 

 

 


 

 

 

 

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