Friday, 30. September 2016
28.05.2012
 
 

Es wird ungemütlich!

Jeff Nyquist

Wir stehen vor schwierigen Zeiten. Die europäische Finanzkrise verschlechtert sich zusehends. Wie sich herausstellt, hat JP Morgan Verluste in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar eingefahren. Doch noch höhere Verluste kommen auf Europa zu, nachdem die Franzosen nun einen sozialistischen Präsidenten gewählt haben, der angekündigt hat, den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent zu erhöhen. Man kann natürlich auf verschiedene Weise Selbstmord begehen.

Wenn die Wirtschaftsnachrichten schon schlecht aussehen, so sind die Aussichten auf allgemeine internationale Stabilität gegenwärtig noch schlechter. An mehreren Orten der Welt drohen militärische Konflikte, was die allgemeine Unsicherheit noch weiter verstärkt.

So seltsam es auch scheinen mag, herrscht derzeit Kriegshysterie in China, nachdem ein Konflikt mit den Philippinen über umstrittene Inseln hochgekocht ist. Gegenwärtig stellen die chinesischen Medien die Philippinen als arrogante »Marionette« Amerikas dar, die angeblich Chinas Aufstieg zur Großmacht behindern. Peking ist der Ansicht, dass Ostasien zu China gehört und man will die

Amerikaner zum Abzug aus dieser Region bewegen. Peking lässt verlauten, dass jede »Eskalation« der Situation durch die Philippinen eine chinesische Antwort garantieren werde. Amerika will natürlich keinen Krieg mit China und doch stellt dies eine Kampfansage dar.

 

Auch in einem anderen asiatischen Krisenherd braut sich etwas zusammen. Amerika und seine Verbündeten in Nordostasien befürchten eine militärische Provokation durch Nordkorea. Anscheinend hat die nordkoreanische Führung »besondere Maßnahmen« befohlen. Es ist unklar, wie diese Maßnahmen aussehen könnten. Nordkorea hat in der Nähe der demilitarisierten Zone begonnen, elektronische Störmaßnahmen gegen alliierte Flugzeuge und Schiffe einzusetzen. Es sind auch bereits nordkoreanische Antischiffsraketen an der Küste in Stellung gegangen, als ob ein Angriff bevorstünde. Es wird darüberhinaus berichtet, dass mehrere nordkoreanische U-Boote vom südkoreanischen Radar »verschwunden« sind, was zwar an sich nicht ungewöhnlich ist, die zeitliche Abstimmung gibt jedoch Anlass zur Sorge, wie es heisst.

 

Unterdessen droht Syrien im Nahen Osten mit einem Raketensperrfeuer gegen Israel für den Fall, dass jemand von außen versuche, Präsident Assad an der Unterdrückung des Volksaufstands in Syrien zu hindern. In Damaskus wurde daher ein spezielles Einsatzzentrum eingerichtet, das rund um die Uhr von syrischen und iranischen Offizieren besetzt ist. Hinzu kommt ein weiteres Einsatzzentrum, das von der Hisbollah im Libanon eingerichtet wurde. Dies lässt den Schluss zu, dass die Hisbollah gemeinsam mit dem Iran und Syrien losschlagen wird, wenn das Pulverfass im Nahen Osten explodiert. Es gibt keinen Zweifel, dass die Situation sehr angespannt ist. Assad drohte bereits in der Vergangenheit damit, den Nahen Osten in Brand zu setzen, wenn seine Position gefährdet wird. Die gegen Israel gerichtete Anzahl von Raketen auf Seiten Syriens, des Irans und der Hisbollah ist atemberaubend. Laut dem Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes Aviv Kochavi sind etwa 200.000 Raketen auf Israel gerichtet. Man kann bei dieser Anzahl durchaus von einem Sperrfeuer sprechen.

 

An einer weiteren Front droht der Chef des russischen Generalstabs der NATO mit einem Präventivschlag, falls das Bündnis an seinen Plänen zu einer europäischen Raketenabwehr festhält. Die russischen Generäle trauen dem Westen nicht und lehnen die Idee einer europäischen Raketenabwehr ab – selbst wenn dieses Abwehrsystem nur gegen iranische Raketen gerichtet wäre.

 

Die Beziehungen zwischen Russland und der NATO haben sich im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich verschlechtert. Vor fünf Jahren wurde der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa von Moskau außer Kraft gesetzt. Vor vier Jahren wurde Georgien von Russland überfallen, was einen Schock in der Ukraine, in Polen und in den baltischen Staaten auslöste.

 

Doch Europa ist mit anderen Problemen beschäftigt. Die Europäische Union steht am Rande des Scheiterns. Das europäische Haus bröckelt an allen Ecken und Enden. Die Franzosen haben durch die Wahl des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Francois Hollande den Sicherungsstift an einer finanziellen Granate abgezogen. Hollande will 60.000 Arbeitsplätze im Bildungswesen schaffen und dies durch neue Steuern für große Konzerne und Banken finanzieren. Das wird katastrophal enden. Und in Deutschland verloren die regierenden Christdemokraten Nordrhein-Westfalen an die Sozialdemokraten. Es scheint, als ob finanzielle Sparmaßnahmen noch nicht einmal mehr in Deutschland mehrheitsfähig sind. Das dürfen wir als ein Vorzeichen für die zukünftige Richtung werten. Die Europäer wollen lieber bankrott gehen als ihre soziale Anspruchshaltung aufzugeben. Und jetzt stellt sich die Frage von Spanien. Wird Spanien zahlungsunfähig?

 

Es braucht nur ein Schockereignis wie etwa einen Kriegsausbruch im Nahen oder Fernen Osten oder eine weitere Invasion Georgiens durch Russland und Europa könnte zerfallen. Die Weltwirtschaft ist derzeit sehr fragil. Der Ölpreis ist zu hoch und der Preis von Kapital war lange Zeit zu niedrig. Der ausufernde Sozialstaat hat zu viel Geld verschlungen. Es wird wahrlich ungemütlich!

 

 

Autoreninfo:

Jeff Nyquist gilt als ausgewiesener Experte der sowjetischen Langzeitstrategie und kommentiert seit vielen Jahren das weltpolitische Geschehen vor dem Hintergrund der fortgesetzten kommunistischen Bedrohung. Er betreibt die Website www.strategiccrisis.com, die über das strategische Zusammenspiel der Weltmächte aufklärt und zeigt, dass Russland und China auf eine Weise gegen den Westen arbeiten, die von den westlichen Eliten nicht verstanden wird.

 

 


 

 

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