Tuesday, 27. September 2016
03.03.2011
 
 

US-Landwirtschaftsministerium befürchtet Unruhen bei weiter steigenden Lebensmittelpreisen

Jonathan Benson

Falls der Höhenflug der Kurse an den Rohstoffbörsen Mitte bis Ende dieses Jahres dann das ganze Lebensmittelsystem erfasst hat, könnte es bei Lebensmitteln zu ähnlichen Preissteigerungsraten wie 2008 kommen, fürchtet der Ökonom des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums Ephraim Leibtag auf dem jährlichen Perspektiven-Forum seiner Behörde. Und sollte sich die Lage dann dramatisch und rasch zuspitzen, sei sogar mit Hungerrevolten und anderen Unruhen zu rechnen.

Das Ministerium geht von einem Preisanstieg um 3,5 Prozent in diesem Jahr aus, was fast einer Verdoppelung der Inflationsrate gleichkäme, aber noch unter der Preissteigerung von 2008 läge, hieß es kürzlich in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. 2008 kletterten die Lebensmittelpreise um 5,5 Prozent, das war der höchste Anstieg seit 1990. Aber die Gefahr, die Lebensmittelpreise könnten ebenso dramatisch ansteigen wie vor drei Jahren, ist nicht von der Hand zu weisen, sondern sehr real.

»Da wir erst am Anfang des Jahres stehen, bin ich mit meiner Prognose eher zurückhaltend«, erklärte Leibtag. »Es ist aber möglich«, fügte er hinzu und schloss die Möglichkeit einer massiven Preisinflation bei Lebensmitteln ähnlich wie 2008 keineswegs aus.

Leibtag erläuterte dann die Bandbreite der Preiserhöhungen, mit denen seine Behörde rechnet: Bei verschiedenen Fleischsorten, Geflügel und Fisch rechnet man mit einer Erhöhung von vier Prozent, bei Obst und Gemüse von 3,5 Prozent, und bei Cerealien und Bäckereiprodukten werden die Preise wahrscheinlich um vier Prozent steigen. Bei Zucker und Süßwaren geht man von einer Verteuerung um drei Prozent aus. Alles in allem liegen diese Steigerungsraten um 20 bis 60 Prozent höher als die Teuerungsraten des vergangenen Jahres.

2008 kam es aufgrund von Nahrungsmittelengpässen und dramatischen Preisanstiegen in 25 verschiedenen Ländern zu Unruhen. In diesem Jahr könnten sich solche Ereignisse wiederholen, und diesmal wären wegen des Wertverlustes des Dollars, Ernteverlusten und anderen wirtschaftlichen Faktoren die USA wahrscheinlich selbst betroffen.

Diese Warnungen sollten die amerikanische Bevölkerung wachrütteln und dazu bewegen, ihr Land wieder selbst in Eigenregie zu bearbeiten und auf lokaler und regionaler Ebene mehr Nahrungsmittel anzubauen. Nach Angaben der Organisation Farm Aid, die sich für bäuerliche Familienbetriebe einsetzt, gingen seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr als fünf Millionen amerikanische Höfe verloren. Und jede Woche geben weitere 330 Landwirte ihren Betrieb auf. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, würde sich die Lage noch weiter verschlimmern.

Im ganzen Land wurden in der Region verankerte Familienbetriebe weitgehend von industriell arbeitenden landwirtschaftlichen Großunternehmen (mit Massentierhaltung und Intensivanbau) verdrängt. Und die Subventionierung gentechnisch veränderten Saatguts durch die Regierung wird nur dazu führen, dass weitere kleinere Familienbetriebe ihren Hof verlieren – und damit das Problem weiter verschärfen.

 

 


 

 

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