Friday, 30. September 2016
12.04.2012
 
 

Krieg? Als iranische Soldaten verkleidete israelische Agenten auf Mission

Julie Lévesque

In einem Bericht der Sunday Times vom 25. März wird behauptet, »Israel benutzt eine ständige Basis im irakischen Kurdistan für grenzüberscheitende geheimdienstliche Einsätze, um ›unwiderlegbare Beweise‹ dafür zu finden, dass der Iran an der Entwicklung eines atomaren Gefechtskopfes arbeitet« (»Israeli spies scour Iran in nuclear hunt«, in: The Sunday Times, 25. März 2012).

Westliche Quellen erklärten gegenüber der Times, Israel messe die »Radioaktivität und das Ausmaß der Testexplosionen«. Darüber hinaus setzten »Spezialeinheiten [Transport-]

Hubschrauber vom Typ Black Hawk ein, um Spezialkommandos zu transportieren, die als Angehörige der iranischen Streitkräfte verkleidet sind und iranische Militärfahrzeuge benutzen«. Die Quellen sind der Ansicht: »Die Iraner versuchen Beweise für den Test von Atomgefechtsköpfen vor dem Hintergrund einer möglichen IAEA-Inspektion beiseite zu schaffen« (zitiert nach »Report: Israeli soldiers scour Iran for nukes«, in: Ynet, 25.März 2012).

 

In dem Bericht heißt es weiter, die Zahl der israelischen Geheimdiensteinsätze auf dem Militärstützpunkt Parchin im Iran hätte in den vergangenen Monaten zugenommen. In der gleichen Zeit habe Teheran mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verhandelt, die eine Inspektion in Parchin gefordert habe. Der Ständige Vertreter des Iran bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, erklärte, beide Seiten hätten sich Ende Februar darauf verständigt, dass ein Besuch im März stattfinden solle (Gareth Porter, »Details of Talks with IAEA Belie Charge Iran Refused Cooperation«, IPS, 21. März 2012).

 

Die IAEA hatte bereits Ende Januar und auch Ende Februar eine Inspektion Parchins gefordert, nachdem man sich bereits auf einen Termin im März geeinigt hatte. Damit forderte die IAEA einen Besuchstermin in dem Militärkomplex genau zu dem Zeitpunkt, als Israel seine Geheimdiensteinsätze ausweitete, angeblich um nach »unwiderlegbaren Beweisen« zu suchen.

 

Vor einigen Jahren wurde behauptet, Israel sei die Quelle für gefälschte Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit dem angeblichen Atomprogramm des Iran gewesen, die sich auf einem gestohlenen Notebook befanden. Die New York Times berichtete 2005 über diese, wie man damals behauptete, »sehr stichhaltigen Beweise« dafür, dass der Iran an Atomwaffen arbeite:

 

»[Mitte Juli] bestellten hochrangige amerikanische Geheimdienstoffiziere führende Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA auf das Dach eines Hochhauses in Wien mit Blick über die Donau und informierten die IAEA-Vertreter über den Inhalt des angeblich gestohlenen iranischen Notebooks.

 

Sie hielten [diese Beweise] für die bisher deutlichsten Beweise dafür, dass der Iran entgegen seiner Beteuerungen, sein Atomprogramm diene nur friedlichen Zwecken, daran arbeite, einen kompakten Gefechtskopf zu entwickeln, der auf seine Shahab-Rakete passe, deren Reichweite Israel und andere Länder des Nahen und Mittleren Ostens einschließe« (William J. Broad und David E. Sanger, »Relying on Computer, U.S. Seeks to Prove Iran's Nuclear Aims«, in: New York Times, 13. November 2005).

 

Im Jahr 2010 kam ein investigativer Bericht zu dem Ergebnis, die betreffenden Dokumente seien Fälschungen:

 

»Die Gefechtsköpfe in den Zeichnungen wiesen die vertraute ›Narrenkappe‹ der ursprünglich nordkoreanischen Nodong- Rakete auf, die der Iran Mitte der 90er Jahre erworben hatte…

 

Die Dokumente in dem Notebook hatten die überarbeiteten Entwicklungsstudien der falschen Wiedereintrittskörper beschrieben […]

 

Möglicherweise wird die Herkunft der Notebook-Dokumente niemals schlüssig nachgewiesen werden können, aber die vorhandenen Hinweise weisen in Richtung Israel als Urheber. Bereits 1995 versuchte der Leiter der Forschungs- und Bewertungsabteilung des israelischen Militärgeheimdienstes, Yaakov Amidror, erfolglos, die Amerikaner davon zu überzeugen, dass der Iran an Atomwaffen arbeite. Und in den Jahren 2003 bis 2004 wurden die Berichte des Mossad zum iranischen Atomprogramm von hochrangigen amerikanischen CIA-Vertretern als Versuch gewertet, die Regierung Bush zu einem Militärschlag gegen iranische Nukleareinrichtungen zu drängen, wie israelische Quellen berichten, die von einer proisraelischen Nachrichtenagentur zitiert wurden« (Gareth Porter, »Exclusive Report: Evidence of Iran Nuclear Weapons Program May Be Fraudulent«, in: Global Research, 18. November 2010).

 

Die Tatsache, dass sich israelische Geheimdienstoffiziere im gleichen Zeitraum, als Iraner verkleidet und mit iranischen Militärfahrzeugen ausgestattet, zu Geheimdiensteinsätzen in Parchin aufhielten, als die IAEA Druck auf Teheran ausübte, genau diese Einrichtung besuchen zu können, wirft ernste Fragen auf. Diese Geheimeinsätze dienen dem erklärten Ziel, nach »unwiderlegbaren Beweisen« zu suchen. Die »unwiderlegbaren Beweise«, die schon einmal im Zusammenhang mit den angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen vorgelegt worden waren, erwiesen sich im Nachhinein als Fälschung und beweisen, dass derartige Beweise manipuliert werden und so genannte präemptive Kriege auslösen können.

 

 


 

 

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