Wednesday, 23. May 2012
01.07.2011
 

Land für Land versucht Monsanto, die weltweite Versorgung mit Saatgut an sich zu reißen

Kaitlyn Moore

Wer über das Saatgut herrscht, der herrscht über die Nahrungsmittelversorgung, und wer über die Nahrungsmittelversorgung herrscht, der beherrscht die Welt. Es steht völlig außer Frage, dass Monsanto entschlossen ist, das Monopol über den Markt für konventionelles Saatgut an sich zu reißen. Tatsächlich verfolgt der Konzern beharrlich das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der alles kommerzielle Saatgut zu 100 Prozent gentechnisch verändert und patentiert ist – eine Welt also, in der natürliches Saatgut ausgestorben ist.

Und bedauerlicherweise – für die Weltgemeinschaft – ist Monsanto auf dem besten Wege, sein Ziel zu erreichen. Schon jetzt gehören dem Konzern 90 Prozent der weltweit gültigen Patente für Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO), darunter Baumwolle, Sojabohnen, Mais, Zuckerrüben und Raps.

Ja, der Hersteller von Chemikalien, die wegen ihrer Toxizität und fürchterlichen Nebenwirkungen in die Geschichte eingehen werden, versucht, weltweit die Versorgung mit Saatgut zu übernehmen.

Fragen Sie sich doch einmal selbst: Wollen Sie wirklich, dass Unternehmen wie BASF, Bayer, DuPont, Syngenta und Dow etwas mit Ihrem Essen zu tun haben? Leider ist es in erheblichem Grade bereits so. Monsantos Spießgesellen in der Chemie- und GVO-Branche stellen genauso genmanipulierte Saaten her und kreieren die patentierten Herbizide und Pestzide, ohne die die GVO-Feldfrüchte nicht gedeihen.

 

Monsanto ist dafür berüchtigt, sich kleine Bauern zunutze zu machen. Und seit Absichtserklärungen gängige Praxis geworden sind, geschieht dies sogar mit staatlicher Lizenz. Länder wie Indien, Pakistan, Australien und Neuseeland haben Absichtserklärungen mit Monsanto unterzeichnet. Diese erlauben es Monsanto, Anbauflächen in öffentlichem Besitz zum Aufbau sogenannter Demonstrationsfarmen (GVO-Zuchtstätten) zu nutzen, die ihrerseits – zumindest im Fall von Rajasthan – von der Regierung subventioniert werden.

Monsanto nimmt buchstäblich Farmer-Saatgut, kreiert gentechnisch veränderte Kopien und behält dann sämtliche Urheberrechte. Dr. Vandana Shiva, Direktorin von Navandanya Trust, einer indischen Organisation, die sich den Erhalt der organischen biologischen Vielfalt auf die Fahnen geschrieben hat, erklärt, dass »die Absichtserklärungen tatsächlich die Bio-Piraterie von Rajasthans reicher biologischer Vielfalt an dürreresistenten Feldfrüchte möglich machen. […] Da diese Absichtserklärungen keinerlei Klauseln enthalten, die den Biodiversity Act (Gesetz zur Sicherung der Artenvielfalt) und den Farmers‘ Rights Act (Gesetz über die Rechte der Bauern) respektieren, fördern sie die Bio-Piraterie und machen den großangelegten Saatenraub legal

Es ist allgemein bekannt, dass GVO-Saatgut viel schlechter ist als konventionelles. Wie bei allen vom Konzern abgeschlossenen Verträgen schließt Monsanto jegliche Haftung aus – wenn sich also die Versprechen auf höhere Ernten bei weniger Arbeit als geheuchelt erweisen, wenn die Ernte der Bauern ausfällt oder wenn wegen Missernten und lähmenden Schulden massenweise Selbstmord verübt wird, Monsanto macht ungerührt weiter.

Bauern, die sich für Monsantos Saat der Zerstörung entscheiden, begeben sich in völlige Abhängigkeit. Alljährlich sind sie, wie hoch der geforderte Preis auch immer sein mag, von GVO-Saatgut für die neue Ernte abhängig, denn GVO-Saatgut – verfälschte Formen, die sie nun einmal sind – ist steril.

Monsanto hat nicht die geringsten Skrupel, Bauern zu berauben, die ihren Poker nicht mitspielen. Tatsächlich verdient der Konzern sogar noch an ihnen. Konventionell und organisch wirtschaftende Landwirte in Kanada und den USA, die das Pech haben, dass ihre Felder an GVO-Farmen grenzen, finden oft Spuren von Kontamination in ihrem Getreide, das dadurch (sofern organisch) unverkäuflich wird. Monsanto macht sich dies zunutze, zeigt die Farmer wegen Patentverletzung an und gewinnt oft genug diese Prozesse.

Das Resultat: Farmer sitzen auf exorbitant hohen Rechtsanwaltskosten und Strafen, die sie häufig zum Aufgeben zwingen, und Monsanto ist die Konkurrenz los. In einem cleveren Schritt ums Überleben ist in New York im Namen von fast 300.000 Klägern, die Zuflucht zum Recht suchen, vorsorglich Klage eingereicht worden.

Monsanto hat seine Produktion von Gift auf Nahrungsmittel verlagert, die Tradition von Verstößen gegen Recht und Gesundheit von Menschen in aller Welt jedoch beibehalten. Monsanto ist zu 100 Prozent entschlossen, sein Saatgut der Zerstörung mit allen Mitteln an den Mann zu bringen: ob durch Schikane, das Einschleusen von dem Unternehmen gewogenen Personen in hohe staatliche Positionen oder Einschüchterung. Die Bewegung für organische Landwirtschaft trägt nun den Kampf gegen die Machenschaften von Monsanto vor Gericht, betreibt Aufklärung an der Basis und mobilisiert ihre Aktivisten. Die organische Revolution ist Monsantos Achillesferse, ihr Ziel ist eine Monsanto-freie Welt.

 

Quellen:

1. http://www.icis.com/Articles/2002/02/12/156788/austs-nufarm-monsanto-sign-herbicides-mou.html
2. http://gmo-journal.com/index.php/2011/06/02/more-organic-growers-join-the-suit-against-monsanto/
3. http://www.independent.co.uk/news/world/asia/1500-farmers-commit-mass-suicide-in-india-1669018.html

 

 


 

 

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