Wednesday, 1. June 2016
24.01.2008
 
 

KOPP EXKLUSIV: US-Globalstratege fordert: Tötet die Gegner der Globalisierung, wenn sie Widerstand leisten!

Thomas Mehner

Seit dem 11. September 2001 führen die USA einen »Krieg gegen den Terror«. Den Kreuzzüglern des Mittelalters gleich, glauben die Verantwortlichen des US-Establishments und der mit ihnen verbündeten Nationen, die Ex-Sicherheitsberater Brzezinski dereinst »Vasallen« nannte, das »Böse«, wo immer es sich zeigt, besiegen zu müssen. Freie Nationen werden zu Schurkenstaaten erklärt, souveräne Staaten ohne Kriegserklärung überfallen und Hunderttausende aus Gründen der »Verteidigung der Demokratie« am Hindukush und andernorts massakriert.

Die uninformierte Öffentlichkeit, die den Meinungsmachern und Manipulateuren und Ideologen der Establishment-Medien nachweisbar auf den Leich gekrochen ist, glaubt ebenso, in einem Zeitalter des Terrorismus zu leben, dessen Vertreter sie bedrohen. Man fühlt sich unbehaglich, lauern doch allerorten üble, schwer berechenbare Gefahren. Otto Normalverbraucher ist daher mittlerweile gern bereit, neue Sicherheitsgesetze zu akzeptieren, die seine Privatsphäre neutralisieren und die totale Kontrolle und Überwachung dem Moloch Staat überlassen, dem – so meine Meinung als Befürworter eines freiheitlichen Systems – prinzipiell stärkstes Misstrauen entgegengebracht werden sollte.

Was aber, wenn das Gerede vom Terrorismus zumindest teilweise nur ein Trick ist, um in Wirklichkeit die US-Weltherrschaft voranzutreiben? Was, wenn sich die gesamte westliche Welt, die leider in großen Teilen dekadent und denkunwillig bzw. -resistent ist, auf einem Holzweg befindet, der sie in den Abgrund führen wird? Verschwörungstheorie? Nein.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihr Establishment scheinen, so die eigene Überzeugung, so fest im Sattel zu sitzen, dass man getrost auch einmal die Wahrheit über die eigenen Ziele offen legen kann, ohne diese hinter solchen Begriffen wie »Demokratie« und »Freiheit« verstecken zu müssen. Im Übrigen: Wenn heutzutage von Globalisierung gefaselt wird, dann wird meist vergessen, worum es sich dabei handelt. Kein Geringerer als der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger stellte einmal klar, dass Globalisierung nichts anderes sei als US-Weltherrschaft. Es ist die Dominanz von global agierenden Konzernen, Banken, Trusts und einer immer zur Verfügung stehenden Militärmaschinerie, die die Ziele der US-Elite durchzusetzen weiß, wenn es nötig ist.

Entlarvend war auch das Bekenntnis der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, als sie im Umfeld des letztjährigen G-8-Gipfels in ihrer unnachahmlichen Art erklärte, man müsse der Globalisierung »ein menschliches Gesicht geben«. Ergo lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass die Globalisierung bis dahin wohl eher die Fratze eines Teufels hatte (und noch hat?), die es hinter einer Maske geschickt zu verstecken galt und gilt.

Zurück zu den Bekenntnissen des US-Establishments. Einer ihrer führenden Vertreter ist der Strategieberater Thomas P.M. Barnett, ein Verfechter eines weltweit agierenden US-Kapitalismus, der gern als Neue Weltordnung bezeichnet wird. Barnett arbeitete als Strategieberater im Büro von Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, und ihm ist es wohl zu verdanken, dass die Globalisierung auch mit »Schwert und Feuer« durchgesetzt wird. Barnett hat zwei Bücher verfasst, in denen er ganz freimütig aufzeigt, wie sich eine globalisierte Welt unter US-Dominanz darzustellen hat. Ihre Titel: The Pentagon's New Map und Blueprint for Action. In ihnen bezeichnet Barnett die Globalisierung als ein System gegenseitiger Abhängigkeiten, was dazu führt, dass Nationen und die in ihnen stattfindenden wirtschaftliche Prozesse wie auch der einzelne Mensch nicht mehr selbstbestimmt agieren, sondern nur noch durch Einflüsse von außen gesteuert werden, ja sich, was die Nationen anbetrifft, letztlich auflösen. Um den Frieden in der Welt zu erhalten, so Barnett, sei es notwendig, das reibungslose Funktionieren von vier sogenannten »Strömen« sicherzustellen, die da sind: 1) Einwanderer, 2) Kredite, Investitionen, 3) Energie (hauptsächlich in Form von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl) und 4) Militärmacht und Sicherheitskräfte.

Liest man die Bücher, wird erkennbar, warum sich die USA und ihr Establishment einen feuchten Kehricht um jahrzehnetlang mühsam erarbeitetes nationales wie internationales Recht kümmern. Die USA sind der Weltpolizist – und der entscheidet, wann der Knüppel niedersaust und wen er trifft.

Barnett betont dazu passend, dass ihm nationale Grenzen, unabhängige Staaten, sich voneinander abschottende Religionen und alles, was mit Traditionen zu tun hat, ein Graus sind. Er will alles mit allem vermischen, den Zwang der Ökonomie (oder sollte man besser sagen: Terror der Ökonomie?) über alles andere stellen und hofft mit einer bisher an Geschwindigkeit nie dagewesenen Durchmischung aller gewachsenen Strukturen langfristig Frieden und Wohlstand sichern zu können. Dass dabei die Gegner der Globalisierung »erzogen« werden müssen, ja gegebenenfalls sogar unter die Räder kommen, ist für Barnett eher von untergeordneter Bedeutung. Schließlich heißt es ja strategisch zu denken …

Barnett ist in seinen Büchern stellenweise entwaffnend offen; ich will damit sagen, dass dem Leser bei so viel Frechheit und Arroganz, die dieser Establishmentvertreter vorträgt, der Atem stockt. So lässt er beispielsweise wissen, dass nach dem Zerfall des Ostblocks und der Auflösung des Warschauer Paktes als Militärmacht ein neues Feindbild her musste. Schließlich waren ja die Profite des amerikanischen Militärisch-Industriellen Komplexes in höchster Gefahr. Und dieses Feindbild wurde gefunden: in Form der arabischen Welt und des Islamismus. Barnett trägt das Ganze so vor, als habe man den neuen Feind »ausgewürfelt« – es hätte also auch andere treffen können. Und kaum war der »neue Feind« lokalisiert, so hat man den Eindruck, musste ihm etwas in die Schuhe geschoben werden: der 11. September 2001.

In seinem Buch Pentagon’s New Map schreibt Barnett etwas zur Methodologie der amerikanischen Wirtschaftspolitik und wie man die US-Schulden dem Rest der Welt aufbürdet, die das Ganze noch freudig erträgt. Auf Seite 307 meint er in diesem Zusammenhang, dass die Amerikaner aufhören sollten zu jammern, denn es gehe ihnen doch gut, sei der Rest der Welt doch sinngemäß dumm genug, für kleine Fetzen Papier (mit denen er die Dollar-Scheine meint), die in der Herstellung fast nichts kosten würden, Videorecorder, PKWs und Computer zu liefern. Er schreibt wörtlich, dass, wenn die Welt darauf kommen sollte, dass die Amerikaner mit ihrer (nicht gedeckten) Währung ein Luftgeschäft betreiben, man sich erheblichen Ärger einhandeln würde.

Ausnahmsweise kann man Barnett hier zustimmen.

Angesichts solcher Eingeständnisse, die von einem hoch offiziellen Vertreter des US-Establishments in schriftlicher Form verbreitet werden, muss man sich fragen, wann der »Rest der Welt« endlich aufwacht, reagiert und die Vereinigten Staaten in die Schranken weist. Doch auch daran hat Barnett gedacht, wenn er meint, dass die Globalisierung nicht nur eine »amerikanische Verschwörung« ist, sondern dass sie künftig auch von der EU betrieben werde. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (FED) der USA würden die internationale Währungspolitik steuern, während China auf dem technologischen Sektor große Fortschritte erzielen werde, so Barnett.

Auch für die Jugend hat der Strategieberater ein Patentrezept parat: Sie solle sich um eine bessere Zukunft und mehr Spaß bemühen. Wobei er unter Spaß all das versteht, was man heute schon der amerikanischen und – in Teilen auch der europäischen – Jugend zumutet: Soaps, (sinnlose) Fernsehshows (wie Deutschland sucht den Superstar), Hollywood, Disney-Welten etc. pp. Die kommenden Generationen sollen offenbar zu Arbeitsrobotern und Unterschichts-Medienkonsumenten erzogen werden, die weder aufbegehren noch nachdenken. Eine phantastische neue Weltordnung! Dass das Vorhaben aber nicht funktionieren wird, zeigt schon die Gegenwart: Eine unterforderte, wenig gebildete Jugendschicht rebelliert. Noch nicht im Großen, aber im Kleinen: die Gewaltekzesse nehmen zu. Und die Psychologen verstehen die Welt nicht mehr. Derjenige, der analytisches Denken gelernt und sich mit Geschichte befasst hat, wundert sich indes nicht.

Barnett ist damit aber noch nicht am Ende. Er behauptet, dass, wer sich gegen Rassendurchmischung und multikulturelle Systeme wendet, unmoralisch und nicht zeitgemäß handle. Und all jenen, die Widerstand gegen die Globalisierung leisten, will er den Garaus machen. In Blueprint for Action schreibt er auf Seite 282 wörtlich: » … So yes, I do account for nonrational actors in my worldwiew. And when they threaten violence against global order, I say: Kill them.« Ja, Sie haben richtig gelesen: Wer sich gegen die globale Ordnung zur Wehr setzt, soll nach Barnett getötet werden! (Dass das keine Einzelmeinung, sondern mittlerweile offizielle US-Staatspolitik ist, kann jeder erkennen, der sich mit den Ereignissen seit dem 11. September 2001 befasst. Globalisierungsgegner sind de facto »Terroristen«.)

Angesichts solch menschenunwürdiger, hasserfüllter und verhetzender »Argumente« eines Strategieberaters der US-Regierung muss man sich einerseits fragen, ob diese nicht Ausdruck eines despotischen Sendungsbewusstseins, ja wahnhafter Vorstellungen sind. Andererseits bleibt festzuhalten – und das sollten sich alle Globalisierungsfetischisten ins Stammbuch schreiben –, dass die mit der Globalisierung in vielen Fällen parallel laufende Entwurzelung des Menschen ins Chaos führen wird. Ein Baum, den man von seinen Wurzeln trennt, stirbt. Wenn über Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsene Strukturen, Verhaltensweisen und Traditionen innerhalb von geschichtlich kurzer Zeit aufgelöst werden sollen, um einem Einheitsbrei mit gleicher »Religion«, »Kultur«, »Rasse« und Wirtschaft unter US-Herrschaft Platz zu machen, dann wird das – bei Kenntnis der bisherigen Menschheitsgeschichte – auch in diesem Falle in die Katastrophe führen. Schon jetzt sind viele mit den Ergebnisse der Globalisierung unzufrieden. Der Druck im Kessel wächst und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten Rebellionen losbrechen.

Zudem: Die Natur ist in weiten Teilen regional organisiert. Leben ist Vielfalt. Globalisierung hingegen ist Einfalt – und damit widernatürlich. Der Mensch, der gern glaubt, sich über die Natur erheben zu können (in Wirklichkeit aber nur ein unbedeutender Teil von ihr ist), ist möglicherweise der Auffassung, dass widernatürliche Strukturen realisierbar sind. Gewiss sind sie das, aber sie sind nicht von Dauer. Und den ganzen Wahnsinn werden zum Schluss erneut Millionen von Menschen mit ihrem Leben bezahlen.

Wir brauchen keine US-Globalisierung mit wenigen Gewinnern und einer riesigen Armee von Armen, deren Vertreter nur damit beschäftigt sind, ihr Leben zu erhalten, und die global agierenden Monopolen und Konzernen als Manövriermasse dient. Wir brauchen starke Regionen, wir benötigen eine Annäherung der Nationen und einen Austausch an Informationen. Und wir müssen begreifen, dass der Mensch sich in den letzten 6000 Jahren (soweit das geschichtlich überschaubar ist) vom Wesen her nicht geändert hat. Eine Politik, die Erfolg haben will, muss zuerst das Wesen Mensch verstehen. Bisher war es immer anders herum: Rattenfänger, Ideologen und verträumte Visionäre, denen jegliche Bodenhaftung abhanden gekommen war, versuchten die Massen hinter sich zu bringen. Die Ergebnisse sind bekannt. Brauchen wir noch (letzten?) einen Großversuch unter US-Dominanz?

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