Monday, 27. June 2016
30.04.2014
 
 

»Verschwörungstheorie« wird Mainstream: Herausgeputzte »moderate« syrische Rebellen erhalten Panzerabwehrlenkwaffen

Kurt Nimmo

Wie die Washington Post berichtete, hat die Rebellengruppe Harakat Hazm (»Bewegung der Standhaftigkeit«) die erste Lieferung von Panzerabwehrlenkwaffen, so genannte »Tube Launched Optically Tracked Wire Guided Missiles« (TOW), erhalten, die den Rebellen von den Vereinigten Staaten versprochen worden waren, um deren Bemühungen zum Sturz der syrischen Regierung zu unterstützen.

Weiter heißt es in der Post, die erst vor Kurzem gegründete Söldnergruppe sei »aufgrund ihrer moderaten Einstellung und, ebenso wichtig, ihrer Disziplin ausgewählt worden, diese Waffen zu erhalten. In dem Stützpunkt der Gruppe, der sich in einer felsigen und bewaldeten Wildnis in der syrischen Nordprovinz Idlib befindet, tragen die Soldaten Uniform, werden medizinisch betreut und schlafen in Etagenbetten unter ausreichend schützenden Bettdecken«.

 

Berichten zufolge steht Harakat Hazm mit Selim Idriss, dem früheren Stabschef des Obersten Militärrates der Freien Syrischen Armee (FSA) in Verbindung. Idriss fordert seit Längerem die Lieferung so genannter »Game-Changing«-Waffen, mit denen das Kräfteverhältnis zum Vorteil der Rebellen verändert werden soll. Die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei setzen auf die Rebellen, die syrische Regierung zu stürzen. Idriss hatte Berichten zufolge in Katar Zuflucht gesucht, nachdem er von seiner Position als Stabschef des Obersten Militärrats der FSA entlassen worden war.

 

 

Am 8. April berichtete die Zeitung The National, die Gruppe, die eine Brigade innerhalb der Freien Syrischen Armee bildet, habe ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen sei, wie ihre Söldner eine Panzerabwehrlenkwaffe vom Typ BGM-71 TOW abfeuern.

 

Diese modernen Panzerabwehrlenkwaffen befinden sich auch in den Händen der Syrischen Revolutionären Front (SRF), die von Dschamal Maaruf angeführt wird. Wie bereits am 3. April berichtet wurde, baute Maaruf die sich »gemäßigt« gebende SRF mithilfe der CIA sowie saudischer und katalanischer Geheimdienste auf.

 

Einem Bericht der britischen Zeitung The Telegraph zufolge wurden diese Söldnergruppen hervorragend ausgerüstet und erhielten Millionen an Dollar, um es mit den Extremisten aufnehmen zu können. Zu diesen Extremisten zählt man vor allem den Al-Qaida-Ableger Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIL), dem man vorwirft, die ausländischen Bemühungen zum Sturz des Regimes Baschar al-Assads »übernommen« und sich an die Spitze des Aufstandes gestellt zu haben.

 

Gegenüber der britischen Zeitung The Independent erklärte Maaruf, der Kampf gegen al-Qaida sei nicht ihr Problem und räumte darüber hinaus ein, die Söldner, deren Anführer er mit Unterstützung der USA, Saudi-Arabiens und Katars sei, hätten auch gemeinsame Operationen mit einem weiteren Al-Qaida-Ableger in Syrien, der Dschabhat al-Nusra, durchgeführt. Weiter sagte er, er sehe kein Problem darin, mit al-Qaida zusammenzuarbeiten, solange es um den Sturz der Regierung Assads gehe. »Wenn die Leute, die uns unterstützen [USA, Saudi-Arabien, Katar], uns sagen, wir sollten Waffen an eine andere Gruppe liefern, tun wir das«, meinte er nur.

 

Im Dezember hatte Al-Monitor berichtet, die Freie Syrische Armee sei wenig leistungsstark und spiele bei den Kämpfen in Syrien nur noch eine untergeordnete Rolle. »Die FSA ist praktisch bedeutungslos, zumindest was ihre frühere Form und Zusammensetzung betrifft. Wir haben es gegenwärtig am Beginn einer neuen Entwicklungsphase, deren wesentliche Aspekte immer noch unklar sind, mit einer Neubewertung der Funktion der Armee zu tun.«

 

Der bekannte und erfahrene Journalist Patrick Cockburn stellte schon im vergangenen Jahr fest: »Die FSA und ebenso die Syrische National-Koalition, also die Gruppen, von denen die USA und Großbritannien seit Jahren behaupten, dass sie den Kern der militärischen und politischen Opposition in Syrien bilden, sind diskreditiert.« Ihre Söldner »sind auf der Flucht, haben die Seiten gewechselt oder bemühen sich nur noch darum, die Angriffe der Dschihadisten oder der mit al-Qaida in Verbindung stehenden Brigaden zu überleben«.

 

Seit 2012, so die New York Times im Dezember 2012, sei »al-Qaida zu einer der kampfstärksten Kräfte des Aufstandes geworden« und dominiere zusammen mit ihrem Ableger, der Al-Nusra-Front, den Stellvertreterkrieg gegen Assad.

 

»Für die syrischen Oppositionssoldaten sind die Al-Qaida-Kämpfer willkommene arabische und muslimische Freiwillige, Mudschahedin, Brüder in der Religion, die sich selbst unter anderem als Dschabhat an-Nusra li Ahl asch-Scham (›Unterstützungsfront für das syrische Volk‹) bezeichnen«, schrieb Ed Husain im August 2012 für das Magazin National Review. »Seit den Tagen des afghanischen Dschihad gegen die Sowjets hat der globale Dschihadismus nicht mehr diese seltene Kombination aus sunnitisch-muslimischer Gastfreundschaft der Einheimischen, einer überzeugenden Sache, ausreichend verfügbaren Finanzmitteln, einer großen Bereitschaft der Araber zur Unterstützung, westlicher Duldung und der ständigen Verstärkung durch junge Muslime, die für dieses Ziel der Errichtung einer islamistischen Regierung kämpfen wollen, vorgefunden.«

 

Der afghanische Dschihad und die Mudschahedin wurden von der CIA und dem pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) mit finanzieller Unterstützung Saudi-Arabiens aufgebaut. Ein sehr ähnlicher Prozess vollzieht sich derzeit in Syrien. Die Washington Post, die New York Times und andere Flaggschiffe der Establishment-Propaganda charakterisieren die FSA immer noch als eine verlässliche und starke Armee, während hier in Wirklichkeit nur eine »gemäßigte« Fassade errichtet wurde, um Gruppen, die Gefangene hinrichten, Christen köpfen und Selbstmordanschläge auf zivile Ziele unternehmen, ein freundlicheres Gesicht zu verleihen.

 

 

 

 


 

 

 

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