Tuesday, 31. May 2016
09.12.2011
 
 

Die versicherte Katastrophe

Lawrence Solomon

Die Versicherungsindustrie hatte seit den 1970er-Jahren hinter dem Schwindel der globalen Erwärmung gestanden.

Ihre Versicherungsprämien – und die Profite der Versicherungsindustrie – hängen großteils von der Fähigkeit der Industrie ab, zwei Arten von Investitionen vorzunehmen: an der Börse und in eine Marketingstrategie, die ihre Kunden zu Tode ängstigt (scares the bejesus out of its customers).

Der Versicherungsindustrie ging es, wie den meisten in diesen turbulenten Zeiten, seit Kurzem nicht gut beim Ankauf wichtiger Aktien. Aber sie hat es auf brillante Weise verstanden, fundamentale Ängste zu erzeugen – alle in Verbindung mit globaler Erwärmung. Das Ergebnis? Die Versicherungsindustrie möchte mehr Geld, um ihre Verluste an der Börse auszugleichen. Und noch

mehr Geld, um künftigen Risiken im Zuge der globalen Erwärmung zu begegnen. Mit dem Segen der Regierung werden die Versicherer jetzt ihre Prämien im nächsten Jahr um zehn bis 15 Prozent anheben.

Die Versicherungsindustrie verdient jeden Dollar durch die globale Erwärmung – ihre scharfäugigen Marktforscher haben das Potenzial vor allen anderen erkannt. Schon 1973 warnte die Münchner Rück, eine der weltgrößten Versicherer, davor, dass steigende Temperaturen zu sich zurückziehenden Gletschern und schmelzenden polaren Eiskappen, schrumpfenden Seen und steigenden Ozeantemperaturen führen können, mit Kohlendioxid als dem Schuldigen.

»Wir wünschen, diesen Komplex von Problemen noch detaillierter darzustellen, vor allem wegen der – soweit wir wissen – absehbaren Auswirkung auf das langzeitliche Trendrisiko, das bis heute kaum untersucht worden ist«, schlussfolgerte München Rück. Und das Problem detaillierter darzustellen haben sie getan. Die Münchner Rück holte zunächst andere Mitglieder der Versicherungsindustrie ins Boot und trug dann ihr Anliegen methodisch und schonungslos Greenpeace vor sowie anderen Umweltaktivisten und weitere Industrien, die für Profite Gewehr bei Fuß standen.

Das Ergebnis war der größte Erfolg beim Erzeugen von Umweltängsten in der Geschichte. Bis 1979 befand sich eine große Zahl von Wissenschaftlern an Bord; die Weltklimakonferenz hat ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass »die fortgesetzte Ausbreitung der menschlichen Aktivitäten auf der Erde« zu einer Klimaänderung führen kann. Im Jahre 1988 wurde das IPCC ins Leben gerufen. Im Jahre 1992 hielten Al Gore und Maurice Strong die Rio-Konferenz ab, und im Jahre 1997 war das Kyoto-Abkommen Realität.

Auch die kanadische Versicherungsindustrie war führend beteiligt. Ein Jahr nach Kyoto wurde die Industrie gegründet und hat seitdem das Institute for Catastrophic Loss Reduction unterstützt, welches an der University of Western Ontario gegründet worden war. Dieses wissenschaftlich klingende Institut, welches sich selbst ein »unabhängiges, nicht profitorientiertes Forschungsinstitut« nennt, hat Paul Kovaks, vorher beim Versicherungsbüro von Kanada, der Lobbygruppe der Industrie, beschäftigt, zum geschäftsführenden Direktor gemacht. Weitere führende Mitglieder des Instituts? Ihr Tagesjob ist es, Präsident und leitendes ausführendes Organ von kooperierenden Gruppen zu sein, während andere Direktoren, die Spitzen von State Farm Canada, Swiss Reinsurance, Lloyd’s Canada und Allstate Canada, beteiligt sind.

Die Hauptarbeit des Institute for Catastrophic Loss Reduction besteht natürlich darin, katastrophale Verluste bei den Bilanzen der Kooperierenden zu reduzieren, State Farm und die anderen. Die Forschung für diese gekaufte und bezahlte Operation hatte dann höhere Versicherungsraten gerechtfertigt, auf der Basis, dass »die Häufigkeit und Stärke extremer Wetterereignisse zunimmt, was zu einer Zunahme der Leistungen und Kosten führt«.

Gerade erst in dieser Woche hat der Institutsmitarbeiter Gordon McBean, ebenfalls Autor des jüngsten Angst erzeugenden Berichtes des IPCC, diese Ansicht wiederholt. »Wo wir gute Daten für die Klimabeobachtung haben, kann man zeigen, dass es eine zunehmende Häufigkeit von Starkniederschlagsereignissen gibt«, sagte McBean [dem Sender] CBC, und fügte hinzu, dass »eine von Wissenschaftlern durchgeführte Analyse zeigt, dass diese Änderung direkt mit – zunehmenden – Treibhausgaskonzentrationen zusammenhängt. Mit anderen Worten, es ist Teil der vom Menschen verursachten Klimaänderung.«

Noch mehr Angst machendes Zeug tauchte auf der Website des Insurance Bureau of Canada auf, welches die Klimaänderung für Extremwetterereignisse verantwortlich macht, die wiederum zu höheren Schäden der Industrie und damit höheren Raten führen. »Schützen Sie sich vor den Auswirkungen der Klimaänderung!« lautet eine Schlagzeile, gefolgt von der Frage: »Sind Sie auf Katastrophen vorbereitet?« Die Leser haben dann die Wahl zwischen sieben Bedrohungen durch den Klimawandel, auf die sie klicken können – Hurrikane, schwere Stürme, Schneestürme, Waldbrände und so weiter. Die am höchsten eingeschätzte Bedrohung durch den Klimawandel sind bizarrerweise »Erdbeben«, für die nicht einmal das Institute for Catastrophic Loss Reduction die Klimaänderung verantwortlich macht.

Kanadische Versicherer wie TD Insurance behaupten, »es sei eine bewiesene Tatsache«, dass die Klimaänderung die Raten in die Höhe treibt. Das stimmt, aber nicht weil die Wissenschaft steigende Raten rechtfertigt, sondern weil die Regierung und viele in der Öffentlichkeit die Behauptung als gültig akzeptieren. Die tatsächlichen Fakten von denen, die nicht in Verbindung zum IPCC stehen, sagen genau das Gegenteil, und das sehr nachdrücklich.

Im vorigen Jahr hatte die American Meteorological Society eine begutachtete Studie veröffentlicht, die die Behauptungen der Versicherungen über Extremwetterereignisse untersucht hatte. Der Autor der Studie, Laurens M. Bouwer vom Institute for Environmental Studies an der Vrije Universiteit in den Niederlanden, untersuchte 22 frühere Studien über Verluste durch Katastrophen, einschließlich mit Extremwetter verbundener natürlicher Ereignisse wie tropischer Zyklone ebenso wie kleinräumige Ereignisse wie Waldbrände oder Hagelstürme.

Die Schlussfolgerung: »Die Studien zeigen hinsichtlich der Verluste keinen Trend …, die auf die anthropogene Klimaänderung zurückgeführt werden könnten. Daher kann man schlussfolgern, dass die anthropogene Klimaänderung bisher keinen signifikanten Einfluss auf Verluste durch Naturkatastrophen gehabt hat.«

Angesichts der überwältigenden Kritik an seinen Behauptungen zur Klimaänderung hat selbst das IPCC begonnen, zurückzurudern. In der jüngsten Studie verwendet es eine Definition von Klimaänderung, die eingesteht, dass die Menschen wenig oder gar nichts zur Klimaänderung beigetragen haben: »Die Klimaänderung könnte ihre Ursache in natürlichen internen Prozessen oder äußeren Antriebskräften haben, oder auch in anthropogenen dauerhaften Landschaftsveränderungen zusammen mit der Atmosphäre und dem Landverbrauch.«

Dies ist ein müder Abklatsch von der weiter verbreiteten und Angst machenden Definition, wonach die Menschen »für eine Änderung des Klimas verantwortlich sind, die direkt oder indirekt mit menschlichen Aktivitäten zusammenhängt, die die Zusammensetzung der globalen Atmosphäre verändern und welche sich zur natürlichen Klimavariabilität hinzuaddiert, die in vergleichbaren Zeiträumen beobachtet worden ist.«

Der Unterschied zwischen den beiden Definitionen ist nicht akademisch. Sollte die Versicherungsindustrie einräumen, dass es keinen Grund gibt zu glauben, dass eine anthropogene Klimaänderung künftig Extremwetterereignisse zunehmen lässt, würden wir alle zusätzlich Geld im Portemonnaie haben.

 

Lawrence Solomon ist geschäftsführender Direktor von Energy Probe und Autor von The Deniers.

 

Um Einblick in das Potenzial der globalen Erwärmung der Versicherungsindustrie aus dem Jahr 1973 zu bekommen – der ersten Kampagne überhaupt – klicke man hier.

Dieser Artikel erschien erstmals in der Financial Post.

 

Quelle: EIKE.

 

 


 

 

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