Monday, 30. May 2016
23.05.2015
 
 

»Produkt der Vergangenheit« – Greift China im Oktober den US-Dollar an?

Mac Slavo

Noch ist der US-Dollar die globale Leitwährung, aber wie lange noch? Droht schon im Oktober der Anfang vom Ende? Zweimal pro Jahrzehnt kommt der Internationale Währungsfonds zusammen und diskutiert, welche vier Währungen den Währungskorb für die Sonderziehungsrechte (SDR) ausmachen sollen. Aktuell sind es der US-Dollar, der Yen, das britische Pfund und der Euro. Wenn sich aber in einigen Monaten die Chinesen durchsetzen, könnte der chinesische Renminbi in den elitären Club aufsteigen.

 

Amerikas Finanzminister Jacob Lew meint dazu: »China ist noch nicht bereit für den Status einer Leitwährung.« Er würde die Chinesen gerne draußen lassen und den Status des Dollar bewahren. Momentan ist der Dollar im Welthandel die erste Wahl.

 

Was können Lew und seine Vorgänger vorweisen? Unter ihrer Führung haben die USA die größte Staatsverschuldung in der Geschichte der Menschheit angehäuft. Die Chinesen dagegen haben sich strategisch gut aufgestellt, ähnlich wie es die Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts taten.

 

Die Chinesen sind jetzt in einer guten Ausgangslage, nicht nur zur weltgrößten Volkswirtschaft aufzusteigen, sondern auch die Supermacht des 21. Jahrhunderts zu werden.

 

Vergessen wir für einen Moment das Gerede von Analysten, Strategen, Politikern und Finanzbeamten, die behaupten, China sei noch nicht so weit. Sehen wir uns lieber an, was China tut, und es wird deutlich, was Chinas Präsident Hu Jintao damit meint, wenn er sagt, der Dollar sei ein Produkt der Vergangenheit.

 

Ein Auszug von Future Money Trends:

»Bereits jetzt beobachten wir, dass China und Russland Gold horten. Vor allem die Nachfrage aus China ging in den vergangenen zwölf Monaten durchs Dach… China ist sowohl der weltgrößte Goldproduzent als auch der größte Importeur… Sie kaufen also nicht nur Gold wie verrückt, von der eigenen Förderung verlässt nicht eine Unze das Land. China bereitet … in allen Bereichen … etwas Großes auf den Devisenmärkten vor. [...] Die Welt hegt Zweifel am Dollar-System… Chinas Präsident Hu sagt, der Dollar sei ›ein Produkt der Vergangenheit‹.«

Früher einmal wurde der Dollar durch Gold abgesichert. Das stärkte die Währung und führte dazu, dass man ihr auf dem offenen Markt Vertrauen entgegenbrachte. Und heute? Schaut man hinter die Fassade, erkennt man, dass absolut gar nichts den Dollar absichert.

 

Diese Schwäche wollen die Chinesen ausnutzen, und deshalb haben sie in den vergangenen Jahren Tausende Tonnen Gold angehäuft. Aber das ist nur Teil der Geschichte. Neben ihren physischen Goldreserven verfolgen die Chinesen nämlich noch eine Geheimstrategie zur Anhäufung von Gold und über diese Strategie spricht keiner:

In den vergangenen Jahren haben sich die Schlagzeilen ausschließlich darauf konzentriert, wie viel physisches Gold China, Russland und andere östliche Zentralbanken aufkaufen. Was dabei übersehen wurde, ist eine 7000 Jahre alte Strategie, mit der China zusätzlich arbeitet.

Aus Bloomberg-Daten geht hervor, dass Bergbauunternehmen aus Hongkong und vom (chinesischen) Festland 2013 die Rekordsumme von 2,2 Mrd. Dollar für Zukäufe ausgegeben haben.

China übernimmt Goldminen im Rekordtempo… ein Punkt, den sowohl die Mainstream-Investoren übersehen als auch die Goldanalysten, denn diese achten zumeist nur auf die Barrenkäufe, doch dazu macht China seit 2009 keine offiziellen Angaben mehr.

Dennoch schätzt Bloomberg anhand der Handelsdaten, dass die physischen Goldreserven sich seitdem verdreifacht haben.

China kauft aggressiv Gold auf. Wenn die Regierung offenlegen würde, wie groß die eigenen Reserven tatsächlich sind, würde das gewaltige Wellen schlagen.

Aber man stelle sich vor, wie groß die Aufregung wäre, wenn man zu alledem noch die Vorkommen hinzurechnet, und zwar nicht nur in China, sondern auch international. Für 2,2 Mrd. Dollar bekommt man 46 Tonnen Goldbarren… wenn man sich jedoch in Goldvorkommen einkauft, die noch geschürft werden müssen, reden wir hier vielleicht über 5000 Tonnen oder noch mehr.

Und das ist das Ergebnis von nur einem Jahr Rekordausgaben chinesischer Bergbauunternehmen.

Gerüchten zufolge könnte China den Umfang seiner Goldreserven vor der IWF-Tagung im Oktober offenlegen, um der Welt auf diese Weise zu beweisen, dass der Renminbi nicht nur wert ist, in den SDR-Währungskorb aufgenommen zu werden, sondern dass er zudem sogar noch verlässlicher ist als der US-Dollar.

 

Die Zeiten ändern sich und schon bald werden die Chinesen in der Weltwirtschaft das Sagen haben. Sie wissen, dass große Veränderungen anstehen, und sie bereiten sich darauf vor, indem sie in großem Stil den einzigen Vermögenswert kaufen, der im Laufe der Zeit immer wieder seine Tauglichkeit als Tauschmechanismus unter Beweis gestellt hat.

 

Gehören Sie zu den Menschen, die überlegen, wo sie ihr Geld anlegen sollten, bevor sich an den Märkten wieder einmal der Wind dreht? Vielleicht sollten Sie erwägen, es den Chinesen gleich zu tun.

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (15) zu diesem Artikel

23.07.2015 | 18:47

1000 bagger

Kaufkraft kann man persönlich aus diesem System nur retten wenn man in Gold, Silber oder gute Goldaktien investiert. Nicht vergessen, Gold wird ca. 10000 heutige Kaufkraft und Silber 500 Kaufkraft im Falle einen Währungszusammenbruchs erreichen. Ein 100 Euro Investment in die derzeit extremst unterbewerten Minen könnte sogar bis zu 100.000 bei einem Goldpreis von 20000 Dollar bringen. JEDER sollte ein paar hundert Euro in diese Aktien als Ergänzung zu physischen Gold und Silber...

Kaufkraft kann man persönlich aus diesem System nur retten wenn man in Gold, Silber oder gute Goldaktien investiert. Nicht vergessen, Gold wird ca. 10000 heutige Kaufkraft und Silber 500 Kaufkraft im Falle einen Währungszusammenbruchs erreichen. Ein 100 Euro Investment in die derzeit extremst unterbewerten Minen könnte sogar bis zu 100.000 bei einem Goldpreis von 20000 Dollar bringen. JEDER sollte ein paar hundert Euro in diese Aktien als Ergänzung zu physischen Gold und Silber investieren. Selbst bei diesem stark gedrückten Goldpreis gibt es Goldaktien die eine positive Chartdynamik aufweisen. http://gebert-trade.weebly.com/my-predictions.html


03.06.2015 | 23:45

rotepmal

@Bernhard: Sie werden weiterhin machen, was sie schon lange machen: Auf Dollar lautende wertpapiergestützte Fonds auflegen für die die FED haftet. Diese dienen dann als Grundlage für kleine und große Infrastrukturprojekte in Afrika und Asien und Lateinamerika. Das ist "pädagogisch wertvoll"!


03.06.2015 | 17:42

Dingo

Jedes Land welches seine Währung auch als internationale Leitwährung verwendet, wird die gleichen Erfahrungen machen wie die USA. Das Problem des US Dollar besteht auch darin, dass es keine Trennung zwischen internationalen Geldtausch und dem nationalen Gebrauch der Währung gibt. Eine Internationale Währung darf nicht gleichzeitig nationales Zahlungsmittel sein. Wenn überhaupt muss ein internationales Währungsystem analog zu nationalen Währungen stehen.


26.05.2015 | 01:42

dERaDDY

Es gibt Alternativen zum Monetären System." The Venus Projekt" eine Ressoursenbasierte Weltweite Wirtschaft ohne Störende Einflüße von Politik und Wirtschaft wir müssen uns auf unser Wurzel besinnen. Geld ist eine Kreation des Menschen die den Menschen über den Kopf gewachsen ist und ihn nun in einer Art Religiösen Wahn hält. Wir entziehen uns mit dem Kapitalismus die Lebensgrundlage das das niemand begreifen will. Kleines Beispiel: Wenn man Hefe ins Zuckewasser gibt...

Es gibt Alternativen zum Monetären System." The Venus Projekt" eine Ressoursenbasierte Weltweite Wirtschaft ohne Störende Einflüße von Politik und Wirtschaft wir müssen uns auf unser Wurzel besinnen. Geld ist eine Kreation des Menschen die den Menschen über den Kopf gewachsen ist und ihn nun in einer Art Religiösen Wahn hält. Wir entziehen uns mit dem Kapitalismus die Lebensgrundlage das das niemand begreifen will. Kleines Beispiel: Wenn man Hefe ins Zuckewasser gibt wird die Hefe solange Alkohol produzieren bis Sie an dem Produzierten Alkohol stirbt. Das ist der Kapitalismus für unseren Planeten was der Alkohol für die Hefe ist. Aber macht ruhig weiter so über kurz oder lang sind die Böden vergiftet, viele Tierarten (Bienen) ausgestorben und erst dann wenn es kaum Nahrung und sauberes Wasser gibt wird die Politik erkennen das wir am Arsch sind und das man nichts mehr tun kann. Nur wird uns dann diese Erkentnis nicht mehr weiterhelfen da wir uns dann schon im Weltenbrand befinden werden in einem ewig währenden Kampf um die wenigen verbliebenen Ressourcen des Planeten.


25.05.2015 | 19:09

Michel Jacobs

im Gegensatz zu westlich gebürsteten Einfallspinseln, verstehen die Chinesen ( und nicht nur diese ) eine Tugend die da heißt: den Anderen das Gesicht wahren lassen! Es wird Grand Europa und Dollardisneyland, noch eine lange Zeit, zu mindest dem Schein nach geben. Tugenden sind nicht zum Nachteil dessen der sie wahrt. Schöne Pfingstgefühle.


24.05.2015 | 16:03

Huber

Den Amis wird die Luft dünn, jetzt versuchen sie die Chinesen zu provozieren. Hoffentlich geht in diesem Drecksland bald der Yellowstone hoch, damit sie vom Milliomär zum Tellerwäscher mutieren !

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