Thursday, 24. April 2014
21.08.2013
 

Russische Kosmonauten als »Cable Guys« im Rekord-Außeneinsatz

Marcia Dunn

In einem Rekord-Außeneinsatz haben russische Kosmonauten am Freitag an der Außenseite der Internationalen Raumstation Kabel für ein neues Labor verlegt, das in einigen Monaten eintreffen soll.

Fjodor Jurtschichin und Alexander Missurkin verbrachten fast den gesamten mehr als siebenstündigen Außeneinsatz mit der Verlegung von knapp 40 Metern Strom- und Ethernet-Kabel. Das Kabel musste abgespult und anschließend einwandfrei und sicher an Geländer und

Haken befestigt werden.

 

»Heute sind wir die Kabel-Leute«, kommentierte einer der beiden auf Russisch gegen Ende der Arbeiten. Der Außeneinsatz dauerte sieben Stunden und 29 Minuten, eine ganze Stunde länger als ursprünglich geplant, um den beiden Kosmonauten Vorarbeiten für einen weiteren Ausflug am nächsten Donnerstag zu ermöglichen.

 

Es war der längste Außeneinsatz von zwei russischen Kosmonauten; der frühere Rekord auf der alten Raumstation Mir aus dem Jahr 1990 lag bei sieben Stunden und 16 Minuten. Den Gesamtrekord halten amerikanische Astronauten mit einem neunstündigen Außeneinsatz im Jahr 2001. Der Außeneinsatz am Freitag erfolgte genau einen Monat nachdem ein italienischer Astronaut beinahe ertrunken wäre, als bei einem Außeneinsatz Wasser in seinen Helm eingedrungen war. Luca Parmitanos Raumanzug wurde von der NASA geliefert. Beim Außeneinsatz am Freitag trugen die Kosmonauten russische Raumanzüge, die sich von der amerikanischen Version unterscheiden.

 

Die NASA untersucht zurzeit den Beinahe-Unfall vom letzten Monat. Das Problem scheint in dem Astronauten-Rucksack zu liegen. Der Raumanzug wird Anfang nächsten Jahres zur Analyse zur Erde zurückgeschickt. Bis das Problem identifiziert und gelöst ist, sind alle US-Außeneinsätze ausgesetzt.

Dieses Bild aus einem NASA-Video zeigt den russischen Kosmonauten Fjodor Jurtschichin

 

Um den Ort der Kabelverlegung am Freitag zu erreichen, bewegte sich Jurtschichin auf dem Ende eines 14 Meter langen Auslegers, den Missurkin bediente. Als Jurtschichin fragte, ob er auf dem Ausleger richtig positioniert sei, versicherte ihm Missurkin: »Du siehst wunderbar aus. Perfekt.«

»Danke«, antwortete Jurtschichin, »ich möchte nicht rot werden«. »Es sieht aus, als ob du im Weltraum wärst«, sagte Missurkin. »Um dich herum ist alles schwarz.«

 

Die russische Weltraumbehörde plant für das Jahresende den Start eines neuen wissenschaftlichen Labors. Es ist das letzte große Modul, das an der Raumstation, die seit 1998 arbeitet, noch fehlt. Es wird eine zwölf Jahre alte russische Andockstation ersetzen, die auch als Luftschleuse dient.

 

Der Ausflug vom Freitag war der dritte von sechs russischen Außeneinsätzen, die für dieses Jahr geplant sind. Die vier anderen Besatzungsmitglieder der Raumstation – zwei Amerikaner, ein weiterer Russe und der Italiener Parmitano – beobachteten den Außeneinsatz aus dem Inneren der Raumstation. Geleitet wurde der Einsatz von der in der Nähe von Moskau gelegenen russischen Kontrollstation.

 

 

 

 


 

 

 

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