Saturday, 2. July 2016
01.08.2014
 
 

Argentinien ist zum zweiten Mal in zwölf Jahren pleite

Markus Gärtner

Eine Einigung mit Altgläubigern, die bei der ersten Staatspleite 2001 den Schuldenschnitt nicht mitmachen wollten und immer noch mindestens 1,3 Milliarden Dollar Rückzahlung auf ihre alten Anleihen verlangen, hat es nicht gegeben. Sie haben sich nicht weichklopfen lassen.

Der hartnäckigste unter diesen »Aasgeiern«, wie Argentiniens Wirtschaftsminister die hartnäckigen Investoren in dieser Woche nannte, ist ein Hedgefonds aus New York namens Elliott Management.

Deutschland ist der größte einzelne Kreditgeber Argentiniens, erwartet aber, dass die nächste Tilgung im kommenden Jahr überwiesen wird. Bis dahin könnte es doch noch zu einer Einigung zwischen den Aasgeiern und den Südamerikanern kommen, so die Hoffnung.

 

Doch das eigentliche Thema, über das kaum einer in den Mainstream-Medien schreibt, ist ein ausgemachter Skandal. Er beleuchtet wieder einmal, wie rigoros die Banken im Finanz-Universum so gut wie jeden Aspekt akribisch kontrollieren und für sich ausnutzen.

 

Sofort nach Bekanntwerden der zweiten Staatspleite gestern hörten wir, dass die Schweizerische Großbank UBS den zuständigen Ausschuss der Internationalen Swaps- und Derivate-Vereinigung angerufen hat, um klären zu lassen, ob im Falle Argentiniens ein »Kredit-Vorfall« eingetreten ist.

 

Sollte dieser Ausschuss bis Freitag entscheiden, dass dies der Fall ist, dann kassieren einige Hedgefonds und Banken die Versicherungen, die sie in großem Umfang auf die Schuldscheine Argentiniens abgeschlossen haben. Sie könnten sich gütlich halten und in einigen Fällen sogar dann Gewinne auf ihre faulen Anleihen einstreichen, wenn sie mit Argentinien überhaupt keine Einigung mehr erzielen.

 

Und wer sitzt in dem Gremium, das diese Entscheidung fällen wird?

 

Satte 15 Aasgeier und Banken, die bei einem JA-Votum zum Teil selbst Versicherungen kassieren könnten. Mitglieder sind unter anderem der Hedgefonds Elliott Management, die Citigroup und JP Morgan.

 

Sollten sich die versicherten Gläubiger mit ihren Vertretern und Branchen-Buddies in dem Gremium der Derivate-Vereinigung die Auszahlung der Versicherungen auf die fast wertlos gewordenen Schuldscheine selbst genehmigen, dann würde ein Kompromiss zwischen Argentinien und seinen Alt-Gläubigern in noch größere Ferne rücken.

 

Die Wackel-Anleihen aus der ersten Staatspleite wären weitgehend oder ganz entschädigt und würden noch mehr an Wert verlieren.

Dann könnte sie jemand zu ALDI-Preisen aufkaufen und den zähen Rechtsstreit gegen Argentinien weiterführen, in der Hoffnung, dass ein wirtschaftlicher Aufschwung des Landes irgendwann in der Zukunft die Preise auf die Anleihen wieder steigen lässt. Die verkaufenden Aasgeier hätten mit dem Erlös für den Verkauf plus der eingestrichenen Versicherung ihre Verluste minimiert oder in einen späten Gewinn umgewandelt.

 

Und siehe da: Auch für diesen Fall scheinen die Banken eine »Lösung« parat zu haben. Denn laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen sowohl die Citigroup als auch JP Morgan Chase über einen Kauf der Argentinien-Anleihen im Portfolio von Elliott Management und anderen Aasgeiern verhandeln. Das Staffelholz wäre über dem gesenkten Kopf des jüngsten Pleitestaates gleich weitergereicht. Man muss eben nur in den »richtigen« Gremien sitzen.

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

03.08.2014 | 17:43

JURGEN PAGEL

Aber die groesste Geldwaschmaschine hat leider immer noch **Herr ROTSCHILD** . Da kommt doch keiner ran . Als gutes Beispiel die USA und **Foreign Aid** nach Israel . Der Amerikanische Staat pumpt sich runde 5 MILLIARDEN DOLLAR im Jahr von der Privaten Rotschild Bank GEGEN ZINSEN , gibt es dann weiter UMSONST nach Israel . Die wiederum geben einen grossen teil zu AIPAC in den USA um politiker zu kaufen ( 90% sind gekauft ) und dieser verein - AIPAC - bekommt offiziell dann von...

Aber die groesste Geldwaschmaschine hat leider immer noch **Herr ROTSCHILD** . Da kommt doch keiner ran . Als gutes Beispiel die USA und **Foreign Aid** nach Israel . Der Amerikanische Staat pumpt sich runde 5 MILLIARDEN DOLLAR im Jahr von der Privaten Rotschild Bank GEGEN ZINSEN , gibt es dann weiter UMSONST nach Israel . Die wiederum geben einen grossen teil zu AIPAC in den USA um politiker zu kaufen ( 90% sind gekauft ) und dieser verein - AIPAC - bekommt offiziell dann von USA unterstuetzung . Denn ohne diese waescherei waere Israel schon lange PLEITE und koennte das licht aus machen und den Laden zu machen . BESSER GEHT ES NICHT MEINE LIEBEN ♥♥


02.08.2014 | 09:42

Jürg Rückert

Die ganze Welt wird unter die Knechtschaft der Großbanken und "Investitoren" gebracht. Eine politische Intervention nicht nur aus Solidarität mit Argentinien, sondern vor allem in eigenem Interesse, wäre dringlich. Die Macht dieses "faulen Kapitals" dürfte aber bereits so groß sein, dass als ultima ratio amerikanische Truppen in Marsch gesetzt würden. Auch uns droht die Staatspleite. Es wird so kommen, dass die Völker ihre Steuern dauerhaft direkt an die...

Die ganze Welt wird unter die Knechtschaft der Großbanken und "Investitoren" gebracht. Eine politische Intervention nicht nur aus Solidarität mit Argentinien, sondern vor allem in eigenem Interesse, wäre dringlich. Die Macht dieses "faulen Kapitals" dürfte aber bereits so groß sein, dass als ultima ratio amerikanische Truppen in Marsch gesetzt würden. Auch uns droht die Staatspleite. Es wird so kommen, dass die Völker ihre Steuern dauerhaft direkt an die "Investitoren" abliefern müssen. Eine Sanierung wie 1948 wird nicht mehr möglich sein.


02.08.2014 | 09:36

Harriet

Solange sich das Volk nicht gegen die Hochfinanzdiktaturen wehrt, werden eben diese Börsen-Oligarchen weiterhin den Regenwald abholzen, der unsere CO2-Waschmaschine ist. Und wenn kein Wald mehr da ist und auch keine Wildtiere mit denen bis zu ihrem totalen Ausrotten auch an der Wall Street in Aktien gehandelt wird dann wird wie bei Mad Max zum Schluss mit dem LETZTEN TROPFEN Wasser spekuliert!!! Da kann man doch manchmal nur hoffen, das irgenein Virus diese kranke geldgierige...

Solange sich das Volk nicht gegen die Hochfinanzdiktaturen wehrt, werden eben diese Börsen-Oligarchen weiterhin den Regenwald abholzen, der unsere CO2-Waschmaschine ist. Und wenn kein Wald mehr da ist und auch keine Wildtiere mit denen bis zu ihrem totalen Ausrotten auch an der Wall Street in Aktien gehandelt wird dann wird wie bei Mad Max zum Schluss mit dem LETZTEN TROPFEN Wasser spekuliert!!! Da kann man doch manchmal nur hoffen, das irgenein Virus diese kranke geldgierige Spezies ohne jeglichen christlichen bzw. hinduistischen Hintergrund ausradiert.


01.08.2014 | 19:12

Klartext123

Die ganze Welt ist am 25.12.2012 zwangsvollstreckt worden und -k e i n e - Zeitung berichtet darüber!


01.08.2014 | 13:54

Marius

Ja, die Internationalen Bankiers können jederzeit von ihren kontrollierenden Geldabnehmern abstauben. Und ich denke, dass das Handeln der Rothschilds von der Citigroup, sowie von Morgan in diesem Fall kein unbedeutender Zufall ist und womöglich in größerem Zusammenhang steht

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