Monday, 29. August 2016
13.08.2014
 
 

Japans Wirtschafts-Kollaps im zweiten Quartal bedroht die Weltwirtschaft

Markus Gärtner

Die Japan-Zahlen sind schockierend. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bricht von April bis Juni zum Vorquartal um 1,7 Prozent ein. Das ist zum Vorjahr ein regelrechter Kollaps von 6,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Das Kabinettsbüro hat heute früh in Tokyo diese miserablen Zahlen veröffentlicht. Wir haben es mit dem schärfsten Einbruch der Konjunktur seit 1997 zu tun. Das war das Jahr der Asienkrise, als in Fernost die Lichter ausgingen und Südkorea die Hand beim IWF aufhalten musste. Die Schockwellen dieser Konjunktur-Bombe werden um die Welt rollen. Auch wenn Wirtschaftsminister Akira Amari abzuwiegeln versucht und verspricht, es werde im zweiten Halbjahr alles besser werden.

 

Das hören wir in Europa seit 2009 auch und glauben es nicht mehr. Der private Konsum der Japaner brach 5 Prozent ein. Die vergreisende Gesellschaft hat ihr ökonomisches Pulver verschossen. Die Anhebung der Umsatzsteuer im April hat ihr den Rest gegeben.

 

Die Regierung von Premier Shinzo Abe wollte mit der Steueranhebung die Inflation schüren und die Schulden wegbeamen. Wie bei Raumschiff Enterprise. Doch der Schuss geht nach hinten los.

 

Die Bank of Japan wird keine andere Wahl haben, als die Geldschleusen noch weiter zu öffnen. Sie betreibt seit Anfang 2013 schon eine Verdoppelung der Geldmenge. Wenn diese aggressive Geldpolitik jetzt noch weiter verschärft wird, dann könnte aus der Insel Japan die ökonomische Titanic werden, mit unabsehbaren Folgen für den Westen.

 

Weil auch die US-Konjunktur zuletzt bitter enttäuscht hat, Chinas Finanzsystem wackelt und die Euro-Zone nicht aus ihrer Depression herauskommt, werden die anderen Notenbanken nachziehen und ebenfalls wieder die Geldschleusen weiter öffnen müssen, trotz anderslautender Versprechungen bis in diese Tage hinein.

 

Die Börsen werden sich freuen. Aber weiter steigende Immobilienpreise und Aktienkurse werden die soziale Spaltung der westlichen Gesellschaften bedrohlich verschärfen. Dauerhaft niedrige Zinsen setzen zudem die schleichende Enteignung der Verbraucher und Sparer fort. Mario Draghi, der Chef der EZB in Frankfurt, muss ebenfalls ziemlich bald weiter die Geldzügel lockern. Das wird für neuen Streit mit dem Kanzleramt in Berlin sorgen.

 

Die Verschuldung, die in der Euro-Zone bereits schneller wächst als die Wirtschaft selbst, wird sich noch beschleunigen, weil die Regierungen von Berlin über Paris bis Madrid und Rom dem billigen Geld zum Schuldenmachen nicht widerstehen können. Der Euro wird weiter ausgehöhlt, das Fundament Europas löst sich auf. Die Finanzkrise, die nie zu Ende war – wie uns manche weißmachen wollten – wird sich sehr bald dramatisch verschärfen.

 

Dabei hatte in den vergangenen Tagen ein Umdenken eingesetzt. Stanley Fischer, der zweite Mann an der Spitze der amerikanischen Notenbank, hatte am Montag bei einem Vortrag angedeutet, dass die Geldpolitik nicht die Lösung für die Dauerkrise in Europa und den USA sein kann. Der Ex-Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, hatte sich ähnlich geäußert.

 

Jetzt werden diese Herren für ihre verspätete Ehrlichkeit bestraft. Ihre exzessive Geldpolitik holt sie ein und überrollt sie – und uns alle gleich mit.

 

Jetzt drücken die Notenbanker, die spät, viel zu spät zur Vernunft kamen, noch mehr aufs Gaspedal. Sie zerstören Währungen, Industrien, und unser Vertrauen.

 

Das Einzige was sie aufbauen, sind die bereits bedrohlich hohen Schuldenberge. Und sie beschleunigen die Harakiri-Fahrt in Richtung der bereits sichtbaren Mauer.

 

 

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Leser-Kommentare (8) zu diesem Artikel

16.08.2014 | 19:36

paddy

Ups und Sorry, war im falschen Artikel von Kopp gelandet: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/markus-gaertner/japans-wirtschafts-kollaps-im-zweiten-quartal-bedroht-die-weltwirtschaft.html


16.08.2014 | 19:35

paddy

Huihuihui, Eurokrise, USA Krise, nun auch noch Asienkrise, auch in Sachen Weltwirtschaft deutet sich zunehmend ein "Weltuntergangsszenario" an....;-) Dabei ist es doch ohnehin ein teufliches Finanz- und Währungssystem der Elite, das alles heraufbeschwört und todsicher zu der gewaltigsten Krise seit Menschengedenken führt. Oje, wer kauft dann bspw. noch die Millionen unwichtigen Smartphones, die bereits auf Produktionshalde liegen ;-) 1 € bei ebay? Hihi Gold fängt...

Huihuihui, Eurokrise, USA Krise, nun auch noch Asienkrise, auch in Sachen Weltwirtschaft deutet sich zunehmend ein "Weltuntergangsszenario" an....;-) Dabei ist es doch ohnehin ein teufliches Finanz- und Währungssystem der Elite, das alles heraufbeschwört und todsicher zu der gewaltigsten Krise seit Menschengedenken führt. Oje, wer kauft dann bspw. noch die Millionen unwichtigen Smartphones, die bereits auf Produktionshalde liegen ;-) 1 € bei ebay? Hihi Gold fängt übrigens an, sich als Krisenwährung zu etablieren, es hat trotz weiterhin massiver Drückung durch Zentralbanken eine feste Marke erreicht. Und Thema Goldverbot? Na und, Drogen, Alkohol (Prohibition), Waffen, Pelze und was sonst noch konnten auch immer trotz solcher Verbote gehandelt werden, sogar wesentlich teurer, als es normal wäre. Zumal hier auf Erden alle Menschen es haben wollen. Jedoch wäre eine goldgedeckte Weltwährung durch die NWO fatal! Sie versuchen es aber scheinbar... LG Paddy


16.08.2014 | 19:27

paddy

Ups und Sorry, war im falschen Artikel von Kopp gelandet: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/markus-gaertner/japans-wirtschafts-kollaps-im-zweiten-quartal-bedroht-die-weltwirtschaft.html


13.08.2014 | 23:57

Maria

Egal, wie man es dreht und wendet - es geht nur in eine Richtung - hin zu Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Transparenz. Zerstörung zerstört sich am Ende IMMER selbst.


13.08.2014 | 18:23

Oeconomicus

Mit Japans Wirtschaftspolitik mit radikalen geld-, fiskal- und strukturpolitischen Ansätzen habe ich mich bereits
von Juli-September 2013 auseinandergesetzt:

Abenomics - Teil 1
http://oconomicus.wordpress.com/2013/07/17/abenomics/

Abenomics - Teil 2
http://oconomicus.wordpress.com/2013/09/09/abenomics-japans-neue-wirtschaftspolitik-teil-2/

Leider haben sich meine Prognosen im Kern erfüllt !

Ihr Oeconomicus


13.08.2014 | 17:49

fishman

früher war normal, Schulden zurück zu bezahlen. Wegen der gigantischen Höhe selbiger ist dies nicht mehr möglich. Alternativ dazu werden die Währungen heute durch die Notenbanken inflationiert und damit der Realwert der Schulden aber auch der Vermögen reduziert. Eigentlich wird das gesamte erarbeitete Geldvermögen damit abgewertet - schleichend versteht sich. Gleichzeitig lädt es Spekulanten ein, in allerlei unnütze Dinge mit diesem ständig wertloserem Geld zu investieren...

früher war normal, Schulden zurück zu bezahlen. Wegen der gigantischen Höhe selbiger ist dies nicht mehr möglich. Alternativ dazu werden die Währungen heute durch die Notenbanken inflationiert und damit der Realwert der Schulden aber auch der Vermögen reduziert. Eigentlich wird das gesamte erarbeitete Geldvermögen damit abgewertet - schleichend versteht sich. Gleichzeitig lädt es Spekulanten ein, in allerlei unnütze Dinge mit diesem ständig wertloserem Geld zu investieren solange kurzfristige Gewinne möglich sind. Und wenn dies momentan einigermaßen gut läuft dann läuft auch das was wir unter Konjunktur verstehen auch ganz gut. Aber ist dieses Wirtschaften nachhaltig???? Sicherlich nicht. Ich fürchte es geht so langsam dem Ende entgegen. Aber es kann noch eine ganze Weile dauern.

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