Thursday, 25. August 2016
15.09.2014
 
 

Öl als Waffe – Die USA drehen den Spieß um

Markus Gärtner

Die USA setzen verstärkt den Ölpreis als Waffe gegen Russland, den Iran und die OPEC ein. Die Notierungen für das schwarze Gold sind nur einer von vielen Hebeln, mit denen die Supermacht ihren Gegnern rund um den Globus die Daumenschrauben ansetzt und dem Westen hilft. Weil der Fracking-Boom in den USA derzeit über 90 Prozent zur gesamten weltweiten Ausdehnung des Öl-Angebots beiträgt – und eine schwächere Weltwirtschaft die Nachfrage gleichzeitig drosselt – stürzte der Ölpreis allein seit Mitte Juni um 15 Prozent ab.

Zu den aktuellen Preisen können Russland und der Iran ihre Staatshaushalte nicht mehr ausgleichen, die Defizite eskalieren. Der wachsende Druck auf den russischen Staatshaushalt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Rubel auf den tiefsten Stand zum Dollar gefallen ist.

 

Die russischen Konsumenten, deren Wirtschaft ohnehin zunehmend unter den Sanktionen des Westens leidet, müssen wegen ihrer schwachen Währung zusätzliche Preissteigerungen hinnehmen, was die Kaufkraft und damit die Wirtschaft immer stärker ausbremst.

 

Die USA dagegen, die vor vier Jahren noch die Hälfte des Öls, das sie verbrauchen, einführen mussten, importieren jetzt nur noch 20 Prozent ihres Verbrauchs.

 

Niedrigere Energiekosten holen zunehmend Industrie in die USA zurück, verschaffen der lokalen Produktion Kostenvorteile und wirken auf die US-Verbraucher wie eine Steuersenkung.

 

Mehr noch: Weil Kanada und die USA sich über eine regelrechte Öl-Schwemme freuen, wird erstmals wieder über einen möglichen Export von Energie in größerem Umfang diskutiert. Russische Drohungen über Lieferkürzungen haben in dieser Situation weniger Gewicht.

Und die Konflikte im explosiven Nahen Osten, wo die USA ihre Luftangriffe gegen den sogenannten »Islamischen Staat« jetzt auf Syrien ausweiten, können den Öl-Markt nicht mehr so schnell schockieren. Natürlich schaden die niedrigen Öl-Preise auch US-Verbündeten unter den Öl fördernden Ländern wie Saudi Arabien.

 

Doch der weltweit größte Öl-Exporteur nimmt diese Bremsspuren vorerst hin, weil die negativen Effekte des niedrigen Öl-Preises seinen regionalen Rivalen – darunter dem Iran – mehr schaden.

 

Auch gegen den Iran wirken die niedrigeren Öl-Preise zunehmend als Waffe. Die bereits durch Sanktionen geschwächte iranische Wirtschaft wird zusätzlich durch entgangene Einnahmen aus den Öl-Exporten geschwächt. Dem Westen bleibt als Resultat mehr Zeit für den Kampf gegen Irans Nuklear-Programm.

 

Ob die Kalkulation der USA langfristig aufgeht, ist eine andere Frage. Das billige Öl bremst in Amerika den Wechsel zu umweltverträglicheren Energiequellen und zementiert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Von der Belastung der Umwelt – vor allem den Gefahren für das Trinkwasser – ganz zu schweigen.

 

China dürfte als neuer globaler Rivale der USA außerdem davon profitieren, dass viel Öl neue Abnehmer sucht und sich langfristig eher in Richtung Asien orientiert. Ganz zu schweigen davon, dass mit zunehmendem Ölhandel, in den die USA nicht eingebunden sind, der Dollar als Abrechnungswährung weiter aus dem Markt gedrängt wird.

 

 

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Leser-Kommentare (13) zu diesem Artikel

16.09.2014 | 11:18

dvvoid

Ölpreis um 15% gesunken betrifft aber offenbar NICHT Heizöl ..... http://s15.postimg.org/a06g82p3d/Rohoe_Heizoel_Verarschung.jpg


16.09.2014 | 00:37

abraham silberschmied

ÖL ist nicht der einzige FAKTOR. China hat sich zwischenzeitlich zur Weltmacht in den Rohstoffmärkten in Afrika, Asien und Südamerika gemaußert. China und Indien bezieht sowieso das meiste Öl vom IRAN. Jedoch hat Indien mit den USA eine "Nuklearen Deal" 2008 ausgehandelt, damit Ihre Thermonukleare Energiegewinning auf 60% erhöht wird. Und es wird Zeit dass auch der Iran nicht erpressbar wird. Baut in Euren schwer zugänglichen Gebirgen entsprechende Atomwerke zur...

ÖL ist nicht der einzige FAKTOR. China hat sich zwischenzeitlich zur Weltmacht in den Rohstoffmärkten in Afrika, Asien und Südamerika gemaußert. China und Indien bezieht sowieso das meiste Öl vom IRAN. Jedoch hat Indien mit den USA eine "Nuklearen Deal" 2008 ausgehandelt, damit Ihre Thermonukleare Energiegewinning auf 60% erhöht wird. Und es wird Zeit dass auch der Iran nicht erpressbar wird. Baut in Euren schwer zugänglichen Gebirgen entsprechende Atomwerke zur Stromerzeugung und verarbeitet den DU-Abfall zu schmutzigen taktischen Waffen. Nutzt Werksspionage in Israel und USA.


15.09.2014 | 19:52

Rudolf-Robert Davideit

Den Gärtner-Blog habe ich gleichfalls stets mit Vorsicht, wenn auch mit Gewinn gelesen, der obige Twitter-Stil wird meinen vorherigen Eindruck verstärken.


15.09.2014 | 19:00

Christian

Am härtesten trieft es die Bevölkerung der USA selbst !!!
schaut doch mal auf YouTube Gasland an


15.09.2014 | 17:26

Eule

@Claus Na selbstverständlich trifft es Deutschland. Was glauben denn Sie, wieso IM Erika den höchsten israelischen Orden trägt? Seit mehr als 200 Jahren ist es die Politik der City of London und New York Konflikte in Kontinentaleuropa zu befeuern. Und ihre fünfte Kolonne (Rompuy, Barroso, Merkel) der Atlantikbrücke tut alles, damit das so bleibt. Denn eine Achse Paris-Berlin-Moskau würde ja bedeuten, daß die Finanzparasiten nicht mehr so einfach die Völker gegeneinander...

@Claus Na selbstverständlich trifft es Deutschland. Was glauben denn Sie, wieso IM Erika den höchsten israelischen Orden trägt? Seit mehr als 200 Jahren ist es die Politik der City of London und New York Konflikte in Kontinentaleuropa zu befeuern. Und ihre fünfte Kolonne (Rompuy, Barroso, Merkel) der Atlantikbrücke tut alles, damit das so bleibt. Denn eine Achse Paris-Berlin-Moskau würde ja bedeuten, daß die Finanzparasiten nicht mehr so einfach die Völker gegeneinander ausspielen können. Wer das nicht glauben mag, kann auch zwischen Indien - Pakistan, in Afrika oder aktuell bei den Senkaku-Inseln im südchinesischen Meer diese Strategie der Spannung verfolgen. Diese Inseln waren chinesisch, wurden von den Japanern im 2.WK erobert und später von den gelobten Yankees übernommen. Diese haben sie aber nicht an die Chinesen zurückgegeben, denn was würde ja keine zukünftigen Konflikte ermöglichen, sd. haben sie selbstherrlich den Japanern, die nun Unterworfene waren, gegeben. Und jetzt wird durch diese Inseln möglicherweise Asien in die Luft gesprengt werden. Solange die Deutschen nicht durchschauen, was hinter der Maske der westlichen Unwertegemeinschaft in Wahrheit steckt, werden sie ihre schlimmsten Feinde immer wieder wählen.


15.09.2014 | 17:14

Marius

1. hat Iran kein Nuklearprogramm, welches es wert wäre von außen beobachtet zu werden. 2. Ohne das sogenannte Fracking bzw. das Verge**ltigen von Mutter Erde, wären die VSA wirtschaftlich längst tot. 3. Die Oststaaten verfügen mittlerweile über große Handelskapazitäten für die Abwicklung und Förderung von Geldern und Ressourcen 4. Dass die VSA zunehmend von fossilen Brennstoffen abhängig werden, kann ich so bestätigen Im Großen und Ganzen eher eine billige Verlautbarung, der VSA...

1. hat Iran kein Nuklearprogramm, welches es wert wäre von außen beobachtet zu werden. 2. Ohne das sogenannte Fracking bzw. das Verge**ltigen von Mutter Erde, wären die VSA wirtschaftlich längst tot. 3. Die Oststaaten verfügen mittlerweile über große Handelskapazitäten für die Abwicklung und Förderung von Geldern und Ressourcen 4. Dass die VSA zunehmend von fossilen Brennstoffen abhängig werden, kann ich so bestätigen Im Großen und Ganzen eher eine billige Verlautbarung, der VSA noch kurzfristig dem Anschein von wirtschaftlicher Stärke zu verleihen.

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