Wednesday, 25. May 2016
10.10.2014
 
 

Perpetuum ruinoso: Mario Draghis gigantisches Lügengebilde

Markus Gärtner

Es gibt kleine Lügen, die arbeiten manche im Beichtstuhl ab oder verdrängen sie schlicht. Es gibt sogenannte Lebenslügen, die viele mit ins Grab nehmen. Und es gibt Lügen, die sind so dick und fett und langlebig, dass sie eine ganze Ära prägen. EZB-Präsident Mario Draghi hat so ein Ungetüm in die Welt gesetzt und es als hübsche kleine Wahrheit für die Galerie ausgesprochen. Das war am Donnerstag, bei einem Auftritt in der Brookings Institution in Washington.

 

Draghi – der zum jährlichen Treffen von IWF und Weltbank angereist kam − wiederholte eine Forderung, die auch die Geld-Dschihadisten in den Notenbanken in Tokyo und Washington gerne aussprechen: Die politische Kaste, in diesem Falle in der Euro-Zone, solle gefälligst strukturelle Reformen in die Wege leiten, um einen Weg aus der Dauerkrise zu bahnen. Er, der Geld-Präsident, der nie demokratisch gewählt wurde, aber mehr als ein Regierungschef unsere Finanzen beeinflusst, wolle derweil eine lockere Geldpolitik fortsetzen und die Politik unterstützen.

 

Hier ist die erste von gleich zwei Lügen, die Draghi in seinen Kommentar eingebaut und diabolisch in schöne Worte verkleidet hat: Draghi ist zu einem guten Teil selbst an der beklagten Reform-Untätigkeit der Politiker schuld.

 

Denn die Regierungen der Euro-Zone – wie die Regierungen in Nordamerika und Japan auch – haben auf politische und soziale Reformen zur Stimulierung der Wirtschaft vor allem deshalb verzichtet, weil Notenbanker wie Draghi das Geld so billig gemacht haben, dass sie nicht nur Sparer enteignen und das große Geld schamlos subventionieren, sondern auch den kritisierten Regierungen die Neuverschuldung so verbilligen, dass sich jede Mühe für Reformen kaum lohnt.

 

Kredite und die Ausgabe von Anleihen sind seit der Finanzkrise dank unserer Notenbanken so billig, dass kaum ein Anreiz für Regierungen besteht, Strukturreformen anzupacken. Lieber neues Geld ausleihen und weitermachen wie bisher. Reformen kosten nur Zeit und Mühe und verursachen schwierige Verhandlungen. Und sie verärgern die Wähler.

 

Doch solange die Manipulateure unseres Geldes die Zinsen zu Boden zwingen wie ein Sumo-Ringer einen Fünfjährigen, solange macht es in den Augen von Finanzministern mehr Sinn, bestehende politische Probleme mit immer frischem Geld zuzukleistern und regelrecht Zeit zu kaufen. Das ist die eine Lüge, von zwei, die Draghi in einem Satz enthüllt hat.

 

Die Zweite wird entlarvt durch eine schlichte Beobachtung, die der bekannte Investor Jim Rogers in dieser Woche sehr gut auf den Punkt brachte. »Eine Menge Leute werden ruiniert«, kritisiert Rogers in einem Interview für das Futures-Magazin in Anspielung auf das Vermögen, das Minizinsen bei Sparern, Steuerzahlern und Rentnern zerstören. »Wir haben das Geld von kompetenten Leuten genommen und es inkompetenten Leuten gegeben«, so Rogers.

 

Das hat der Mann sogar noch diplomatisch ausgedrückt. Das Geld wird in Wahrheit von den Notenbanken teils aus dem Nichts erzeugt, teils den Sparern trotz des hochgelobten Eigentumsschutzes abgenommen und kriminellen Zockern sowie leichtsinnigen und skrupellosen Banken in den Rachen geworfen, um zu verhindern, dass die Spätfolgen von Betrug an Investoren und von haarsträubenden Kasinowetten sie aus dem Geschäft drängen.

 

Volkswirtschaftlich führt uns dieser Raubzug der Notenbanken ins Verderben. Denn der Topf mit Ersparnissen, aus dem in einer nicht manipulierten Wirtschaft Kapital für Kredite und Investitionen ausgeliehen wird, um Arbeitsplätze zu schaffen, der wurde leergeräumt, um Sünden, Finanz-Dilettantismus und Kapitalverbrechen (im wahrsten Sinne des Wortes) zuzudecken.

 

Das Resultat ist verheerend und leicht zu verstehen: Die Minizinsen der Notenbanken sorgen dafür, dass die Töpfe, die unsere Zukunft finanzieren und bauen helfen, geleert werden, um Fehler der Vergangenheit zu tarnen, aber auch, um wilde Finanzmarkt−Spekulationen fortzusetzen, die teilweise schon enteignete Sparer in Form steigender Energie-, Rohstoff- und Immobilienpreise noch einmal zur Kasse bitten. Eine Art perpetuum ruinoso, wenn man so will.

 

Draghi hat gleich auch noch ein drittes Mal gelogen, in dem einen Satz. Er hat mit keinem Wort erwähnt, dass die EZB seit Juni den wirtschaftlichen Niedergang unserer Volkswirtschaften beschleunigt. Das neueste Werkzeug im Folterkasten der EZB sind seitdem negative Zinsen. Sparer müssen künftig bezahlen, wenn sie Geld anlegen, anstatt Zinsen zu bekommen. Die EZB stellt damit ein uraltes wirtschaftliches Prinzip zu Gunsten von Regierungen und Banken – und zu Lasten der Sparer – einfach auf den Kopf:

 

Wer Geld an jemand anderen verleiht, bekommt dafür normalerweise eine Verleihgebühr, die Zinsen. Jetzt aber wird der Ausleiher, also der Gläubiger, für seine Kreditvergabe zur Kasse gebeten. Derjenige, der Schulden macht – zum Beispiel Europas und Amerikas Finanzminister – werden dagegen belohnt, sie bekommen für die Haushalts-Finanzierung auf Pump sogar noch Geld obendrauf.

 

Die Schweizer Notenbank hat signalisiert, dass sie sich ebenfalls auf den Strafzins-Pfad begeben will, wenn der Franken stark unter Druck gerät. Dänemark und Schweden hatten dies 2012 vorübergehend getan. Sie wollten mit Strafzinsen ausländische Anleger auf Distanz halten, die wegen der Turbulenzen in der Euro-Zone Geld in den nordischen Ländern deponieren wollten und damit die lokalen Währungen in die Höhe trieben, was den Exporten geschadet hätte. Japans Notenbank hat über die Anleihekäufe bereits negative Zinsen eingeführt. Und Staatsanleihen in Irland, Belgien und Deutschland haben teilweise schon negative Verzinsungen erreicht.

 

Bei den Sparern ist das Problem noch nicht angekommen. Aber bald wird es soweit sein. Große Firmen, Fonds und institutionelle Börseninvestoren müssen bei einigen deutschen Banken jetzt Strafzinsen zahlen, wenn sie Bares, Tagesgeld oder ähnlich kurzfristige Anlagen dort deponieren. Die kleinen Firmen und privaten Kunden werden bald folgen. Für eine Volkswirtschaft sind negative Zinsen verheerend.

 

Sie geben völlig falsche Anreize. Sie führen dazu, dass Sparer lieber das Geld horten und zu Hause unter die Matratze legen, obwohl sie dort keine Wertsteigerung erreichen können. Aber wenn das Geld auf der Bank bleibt, muss man ja dafür bezahlen, das ist noch schlimmer. Eine solche Volkswirtschaft erlebt einen Infarkt, weil ihr das wichtige Geld entzogen wird. Man muss sich das einfach wie einen Schlaganfall vorstellen.

 

Trotzdem versprechen uns Notenbanker wie EZB-Präsident Mario Draghi eine Entschärfung unserer Dauerkrise. Und das, obwohl sie wissen, dass es dazu nicht kommen wird. Ihr einziges Ziel ist es, die Zinsen so weit wie möglich nach unten zu drücken, den Banken faule Anleihen abzukaufen und den Regierungen die Schuldenfinanzierung der defizitären Haushalte so billig wie möglich zu gestatten. Was aus den Sparern wird, ist ihnen egal.

 

Das Einzige, was uns vor den bankenfreundlichen Extremisten in den Zentralbanken schützt ist die Tatsache, dass die Zinsen nicht zu weit unter die Nulllinie fallen dürfen, denn sonst gibt es einen Run auf die Banken. Stattdessen werden wir im Zeitlupentempo enteignet, weil die Zinsen niedriger sind als die Inflationsrate. Und selbst die ist schon höchst zweifelhaft berechnet.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (19) zu diesem Artikel

11.10.2014 | 12:07

Umlandt Gerhard

Achtung, Meldung außer der Reihe! Auf HG steht geschrieben, daß der österreichische Hotelier Nothegger in die Öffentlichkeit gegangen ist und in einem Schreiben an die Innenministerin fordert, jeder österreichische Hotelier solle Gästezimmer für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Er selbst bietet auf Dauer zwei Zimmer an bei Vollbetrieb, voller Verpflegung, langfristig und kostenlos. Ich habe einen Neger :-) gleich eine Anfrage an die von mir ermittelte Mail-Adresse des Hotels...

Achtung, Meldung außer der Reihe! Auf HG steht geschrieben, daß der österreichische Hotelier Nothegger in die Öffentlichkeit gegangen ist und in einem Schreiben an die Innenministerin fordert, jeder österreichische Hotelier solle Gästezimmer für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Er selbst bietet auf Dauer zwei Zimmer an bei Vollbetrieb, voller Verpflegung, langfristig und kostenlos. Ich habe einen Neger :-) gleich eine Anfrage an die von mir ermittelte Mail-Adresse des Hotels "Erlebnis Post" schicken lassen: ****** wann kann wir komme fur kostenfreies Logis? (gelesen in Nachricht) ******************* lieber Osterreichmensch wichtigstes Anfrage: wann kann wir komme fur kostenfreies Logis? Sehr geehrte Herr Spittaler Hotelier Josef Nothegger. mit hocherfreut haben gelesen Sie aufnehem Gäste in das Hotel im Designhotel "Erlebnis Post". Bitte schnelles Antwort: wann kkan wir komme? Wir Sie begrussen Sie Gutmensch! ich kann Sie Unterschrfit, das nix Ebola!!!! bitte anworten schnellstens!!!! wir grosses Interest wohnen in das Hotel!!!! ************************ Wenn Sie auch einen Neger kennen, schicken Sie für den Neger auch ein Mail, denn wir müssen ja alle politically correct sein. Neeeeiiiinnn! Wir sind kkkeeeeiiiinnneee Nazis! Wir halten jetzt zu den Negern!


11.10.2014 | 10:29

Gesocksbremse

Mario Draghi der Goldman-Sachs Scherge--- Wurde von der Finanzmafia zum EZB-Präsident in dieses wichtige Amt gehoben und funktioniert nun bestens, indem er die kleinen Menschen um ihre Ersparnisse bringt und die Wallstreet-Finanzbanditen noch reicher macht. Deutschland der Marionetten-Staat der USA, mit der deutschfeindlichen aber Lobbyisten freundlichen Kanzlerin tut nichts gegen die Volksenteignung, sondern fördert diese zu Gunsten der Feudal-Plutokratie. Der deutsche Michel...

Mario Draghi der Goldman-Sachs Scherge--- Wurde von der Finanzmafia zum EZB-Präsident in dieses wichtige Amt gehoben und funktioniert nun bestens, indem er die kleinen Menschen um ihre Ersparnisse bringt und die Wallstreet-Finanzbanditen noch reicher macht. Deutschland der Marionetten-Staat der USA, mit der deutschfeindlichen aber Lobbyisten freundlichen Kanzlerin tut nichts gegen die Volksenteignung, sondern fördert diese zu Gunsten der Feudal-Plutokratie. Der deutsche Michel träumt aber weiter den Traum, die Mutti wird es schon irgendwie richten. Ja stimmt! Ihr Richten, wird zur Hinrichtung des (noch) Wohlstandes für das deutsche Volk werden!


11.10.2014 | 08:48

Alias

Nach "Welcher Weg nach Persia" jetzt "Der endliche Weg um €pa zu zerstören" http://landdestroyer.blogspot.it/2011/02/brookings-which-path-to-persia.html


11.10.2014 | 00:39

Ulrich

Denkt daran, wenn man die Machenschaften der durch und durch kriminellen "Hochfinanz" kritisiert, gilt man in Deutschland als "Antisemit"! Siehe das neueste Interview mit uns Jutta, selbsternannte "Antifa" - Aktivistin!


10.10.2014 | 23:40

Fritz

Es geht nur darum, die Masse der Leute zu enteignen und deren Vermögen der Hochfinanz zu übereignen. Die Masse soll möglichst Mittellos sein, damit sie durch die Hochfinanz nach belieben gesteuert werden kann, weil abhängig. Die totale Abhängigkeit ist das Ziel. Alle Papierwerte werden fallen gelassen und verfallen - werden wertlos. Nur wer Edelmetall hat, kann dem entrinnen, weil echtes Geld mit eigenem innerem Wert.


10.10.2014 | 23:24

Joseph Breitenbach

Hallo, liebe Knallchargen von der Vierten Gewalt, Sinn kann man nicht "machen" wie Brezen oder Apfelstrudel oder Würste. Etwas "hat" Sinn, so wie zum Beispiel etwas Masse hat oder elektrische Ladung oder einen Spin. Oder es hat keinen Sinn. Wenn ich so etwas lese wie "... macht ... Sinn ...", dann lese ich auf der Stelle nicht mehr weiter. Dann interessiert mich der ganze Artikel nicht mehr!

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