Sunday, 24. July 2016
11.11.2014
 
 

Putinversteher Kissinger sucht neue Weltordnung: Aber die Welt hört ihm nicht zu

Markus Gärtner

Henry Kissinger sucht eine neue Weltordnung und outet sich dabei als Putinversteher. Der nationale Sicherheitsberater und Außenminister der USA von 1969 bis 1977 − den viele in den USA zu seiner Glanzzeit als heimlichen Präsidenten sahen – bringt sein neues Buch »Weltordnung« heraus.

 

Das Werk ist bestens geeignet für alle Journalisten, die Putin im Ukraine-Konflikt zum alleinigen Aggressor stempeln. »Putin sollte man eher mit Peter dem Großen als mit Hitler vergleichen«, schreibt Kissinger, »ich denke nicht, dass er versucht, ganz Europa zu erobern oder die ganze Welt zu dominieren. Was er da gerade tut, ist eine extreme und unangemessene Reaktion auf das, was er für eine Bedrohung von Russlands Sicherheit sieht.«

 

Aus diesen Worten spricht ein Verständnis des Ukraine-Konflikts, das im zwangsfinanzierten Rundfunk und in vielen Zeitungen völlig fehlt. Dort sieht kaum jemand Putin »reagieren«. Russlands Präsident wird stattdessen ganz überwiegend als alleiniger Kriegstreiber bezeichnet.

 

Immerhin: Das Erste befasst sich auf seiner Webseite mit dem Kissinger-Buch und öffnet seiner neuen »Weltordnung« mit Russland die Tür zum Mainstream.

 

Was die globale Großwetterlage angeht, ist Kissinger alarmiert wie wir alle: Terror-Milizen, die ein riesiges Kalifat anstreben und einen neuen Kreuzzug anzetteln, eine Ebola-Krise, die außer Kontrolle zu geraten droht, wachsende Spannungen in Asien, die Weltwirtschaft auf dem Weg in die Intensivstation.

 

In den westlichen Demokratien herrscht derweil sozialer Spaltpilz, dazu zunehmende Bürgerferne einer abgehobenen politischen Kaste sowie eskalierende Verschuldung und eine beunruhigende Aushöhlung der Gesetze.

 

Kissinger versucht, aus all dem einen Sinn zu machen. Doch angesichts der Tatsache, dass er einer der führenden Architekten der bestehenden Weltordnung ist, wirkt er selbst ganz schön verunsichert. Kein Wunder: Der Weltpolizist USA verliert sein Machtmonopol an die aufstrebenden Schwellenländer, während der Kapitalismus sich selbst zerstört und das Vertrauen vieler Menschen in die westlichen Institutionen vor die Hunde geht.

 

Kissinger hält die uns bekannte Weltordnung für »zerbrochen«

 

Seine simple Forderung lautet: Wir sollten eine neue aufbauen. Kissinger weiß, wie man so etwas macht. Er nahm einst bei einer 49 Stunden währenden Überraschungs-Visite in Peking 1971 erstmals auf höchster Ebene Kontakt mit dem kommunistischen China auf.

 

Er leitete eine neue, aber schwierige Beziehung ein, die zu Beginn dieser Woche beim APEC-Gipfel in Peking zwischen den USA und China wegen der wachsenden Spannungen in Asien erneut auf dem Prüfstand steht.

 

Kissinger ebnete nicht nur Chinas Weg zurück ins internationale Staatensystem. Er leitete auch mit geheimen Gesprächen das Ende des Vietnamkrieges ein und bekam dafür den Friedensnobelpreis.

 

Der einstige politische Superstar der 70er-Jahre übt Selbstkritik, die im ermüdenden, sozial gespaltenen und militärisch überdehnten Amerika weitgehend als unpatriotisch gilt und daher tabu ist.

 

Zum Beispiel so: »Die USA müssen sich besinnen. Sie müssen künftig lernen, nicht nur ihre eigenen Ziele zu verfolgen, sondern auch das zu verstehen, was andere Gesellschaften wollen«, fordert der heute 91-Jährige.

 

Sein Rezept: Die erodierende Supermacht braucht neue Verbündete. Wer das sein soll, weiß er auch.

 

Aber seine Antwort gilt im politisch gelähmten und zunehmend polarisierten Washington derzeit als ziemlich unkorrekt.

 

Denn Russland und China zählt der in Deutschland aufgewachsene und mit seiner Familie vor den Nazis nach Amerika geflohene Kissinger dazu. Für Europa sieht Kissinger dagegen keine führende Rolle beim Aufbau der neuen Weltordnung. Für deren Mitgestaltung sei der alte Kontinent zu müde, befindet er.

 

Das neue globale System – unter amerikanischer Führung versteht sich – solle Werte und ein Modell erschaffen, die in weiten Teilen der Welt als akzeptabel betrachtet werden.

 

Doch ein kurzer Blick in die wichtigsten Hauptstädte der Welt zeigt: Das genaue Gegenteil wird derzeit angestrebt. China baut seine neue Machtsphäre zügig gegen die Interessen der USA aus und hat einen Coup gegen den Dollar gestartet.

 

Washington versucht derweil, den wachsenden Einfluss Chinas in Asien zu limitieren. Die Supermacht USA – und der aufstrebende Rivale China − arbeiten beide hart daran, die Europäer in ihrer jeweiligen Machtsphäre festzusetzen.

 

Die US-Regierung versucht dies, indem sie die europäischen Nato-Mitglieder durch einen neuen Kalten Krieg mit Russland bei der Stange halten und zu einem größeren militärischen Beitrag für die Allianz zwingen will.

 

China baut mit über 40 Milliarden Dollar zur gleichen Zeit eine »neue Seidenstraße«, an deren Ende im Westen es gerne Berlin sehen würde. Und die Terror-Milizen des »Islamischen Staates« versuchen, beide großen Mächte zu hintertreiben und von Nahost über den Norden Afrikas bis nach Europa hinein ein Kalifat aufzubauen.

 

Dieses vielschichtige geostrategische Gerangel widerspricht Kissingers Rezept in eminent wichtigen Punkten.

 

Die USA ziehen längst nicht mehr alle Fäden. Und Europa mag zwar müde und ohne politischen Willen zur Reform sein.

 

Doch hier kreuzen sich die Fäden aller großen Zukunftspläne, egal wer sie derzeit rund um den Globus spinnt.

 

 

 

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Leser-Kommentare (36) zu diesem Artikel

01.02.2015 | 12:48

Jörg Häcker

Wenn derTod schon an der Türe steht, bekommt so mancher Angst vor dem was danach passiert. Da will so mancher vom Saulus zum Paulus werden. Diese schäbige Kreatur Kissinger hat soviel Blut an seinen Händen, dass Gott ihm nie verzeihen wird..


07.12.2014 | 18:13

Hihi

Hat der Name "Gärtner" damit zu tun, dass meine Beiträge ständig gelöscht werden?? Wenn man die wohlwollenden Zeilen dieses Herren zu einem der größten Massenmörders liest, könnte man das annehmen. Josef Stalin hieß übrigens mit Nachnamen und übersetzt "Judensohn". Noch Fragen??


20.11.2014 | 17:10

Paschasius

Kissinger versucht sich reinzuwaschen, an seinem Lebensende verständlich. Schließlich ist Kissinger der Erfinder von 9/11 aber 1973. Er war die treibende Kraft hinter dem Vietnamkrieg und deren Ausweitung. Deshalb auch die Ölkrise damit die USA weiter Napalm und Agent Orange als chemische Kampfstoffe einsetzen konnte. Übrigens blühen diese Kampfstoffe auch Mitteleuropa im 3. Weltkrieg der von den Blutlinien des Bösen versammelt in der bi und trilateralen Kommission. Bitte nach...

Kissinger versucht sich reinzuwaschen, an seinem Lebensende verständlich. Schließlich ist Kissinger der Erfinder von 9/11 aber 1973. Er war die treibende Kraft hinter dem Vietnamkrieg und deren Ausweitung. Deshalb auch die Ölkrise damit die USA weiter Napalm und Agent Orange als chemische Kampfstoffe einsetzen konnte. Übrigens blühen diese Kampfstoffe auch Mitteleuropa im 3. Weltkrieg der von den Blutlinien des Bösen versammelt in der bi und trilateralen Kommission. Bitte nach dem gelben Strich googeln, aber nicht erschrecken. Es wird aber noch ein paarJahre dauern, bis dahin, dann ist dieser Schattenmeister des Bösen und viele seiner Richiboy Kollegen in der Hölle. Er kann sich die Hand reichen mit Madelaine Albrigth die locker den Tod von 500000 Menschen mit den Kaltschnäuzigen Worten: Opfer müssen gebracht werden. in Kauf nahm. Aber die Geschichtsschreibung ist bei Siegern immer gefälscht. Doch eines sollte auch den Amerikanern zu denken geben. Die Prophezeiungen gehen davon aus, das die USA keinen Krieg mehr gewinnen werden. Sie hinterlassen aber gemeingefährliches Chaos.


16.11.2014 | 11:46

Franz

Schon der Vorgänger von Obama , Bush der grösste Kriegsverbrecher gehört vor das Tribunal in
Den Haag.(Nord/Südkorea , Lybien,)
Der Nachfolger Obama setzt weiter nur auf Krieg(Ukraine und versucht den dummen "Michel"
und die Vasallen mit hinein zu ziehen.
Mann sollte diesem Presidenten den Friedennobelpreis aberkennen.


16.11.2014 | 00:05

GLADIO

Auszug >>> Strafanzeigen gegen Kissinger >>> Henry Kissinger, der zwischen 1969 und 1977 verschiedene Funktionen innerhalb der US-Regierung ausfüllte, ist der Hauptverantwortliche der von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten begangenen Kriegsverbrechen. Weder wurde seine Verstrickung in die Kriegsverbrechen jemals untersucht, noch wurde er für seine Verbrechen angeklagt. Im Gegenteil: Immer noch ist Henry Kissinger sowohl in Deutschland als auch international herzlich...

Auszug >>> Strafanzeigen gegen Kissinger >>> Henry Kissinger, der zwischen 1969 und 1977 verschiedene Funktionen innerhalb der US-Regierung ausfüllte, ist der Hauptverantwortliche der von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten begangenen Kriegsverbrechen. Weder wurde seine Verstrickung in die Kriegsverbrechen jemals untersucht, noch wurde er für seine Verbrechen angeklagt. Im Gegenteil: Immer noch ist Henry Kissinger sowohl in Deutschland als auch international herzlich willkommen und respektiert. Die Anzeigen werden in sieben Sprachen veröffentlicht (Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Tetum (Osttimor), Laos und Khmer). Diese Sprachen, außer Deutsch, entsprechen den Ländern oder Kontinenten, in denen Kissingers Verbrechen stattgefunden haben. >>> http://www.ecchr.de/id-2012-archiv/Dokumente/Wirtschaft+und+Menschenrechte/El+Haski%2C+Press+release%2C+Judgment%2C+2012-09-27.pdf%26file%3Dtl_files/Dokumente/Universelle+Justiz/US+Accountability%2C+Bush+Six%2C+Amicus+Brief+to+Supreme+Court%2C+ECCHR-CCR%2C+2012-09-25.pdf/articles/das-kissinger-projekt.html


15.11.2014 | 23:31

GLADIO

... wenn er nicht das Zeichen des Tieres hat oder die Zahl seines Namens. -- hier geht es um Weisheit! -- Wer Verstand hat, der deute die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl. Und seine Zahl ist 666. >>> Hier handelt es sich um Numerologie, das heißt >>> die Berechnung von Buchstaben bzw. Wörtern. Wie der Ausschnitt aus der Offenbarung sagt, geht es um die Zahl seines Namens (des Tieres). Nach der Kabbala entspricht jeder Buchstabe auch einer Zahl (z.B. das...

... wenn er nicht das Zeichen des Tieres hat oder die Zahl seines Namens. -- hier geht es um Weisheit! -- Wer Verstand hat, der deute die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl. Und seine Zahl ist 666. >>> Hier handelt es sich um Numerologie, das heißt >>> die Berechnung von Buchstaben bzw. Wörtern. Wie der Ausschnitt aus der Offenbarung sagt, geht es um die Zahl seines Namens (des Tieres). Nach der Kabbala entspricht jeder Buchstabe auch einer Zahl (z.B. das *W*entpricht d. Zahl 6 > WWW=666). Jede Zahl und jeder Buchstabe hat wiederum eine Bedeutung bzw. einen Charakter. Da es verschiedene Zahlenschlüssel gibt, gibt es auch ebensoviele Interpretationsvarianten. Ein Schlüssel ist, dass die Buchstaben in ihrer Reihenfolge nach im Alphabet abgezählt werden (a=1; c=3; u=21) Nehmen wir diesen Wert nun mal sechs (a=6; c=18; u=126) kommen wir zu folgender Entschlüsselung >>> KISSINGER >>> K=66 // I=54 // S=114 // S=114 // I=54 // N=84 // G=42 // E=30 // R=108 >>> enspricht der Summe 666

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