Monday, 29. August 2016
23.03.2016
 
 

TV-Standpauke für die Politik: »Dann kommt wirklich eine Revolution«

Markus Gärtner

Die Richterin Jeanine Pirro hat dem politischen Establishment in Washington im Fernsehen eine Standpauke gehalten, die sich gewaschen hat und entsprechende Wellen schlägt: »Wir wussten, es würde eine politische Revolution geben«, sagte die wortgewandte Dame im Sender Fox News zu dem Versuch der Republikaner, Donald Trump durch einen Zusammenschluss aller anderen Kandidaten der Partei im letzten Augenblick doch noch zu verhindern, »aber ihr wollt doch nicht, dass daraus eine wirkliche Revolution wird«. Es geht um etwas, das auch viele Millionen Deutsche umtreibt: die Arroganz und die Korruption in der politischen Kaste, die am Volk vorbei regiert und sogar Wahlergebnisse ignoriert, wie Angela Merkel die drei Landtagswahlen am 13. März.

 

»Die Amerikaner haben den korrupten Kapitalismus bis oben hin satt«, sagte Pirro in ihrem einminütigen Statement, das sich gewaschen hat. Sie sagt einen Aufstand vorher. In diesem Fall geht es um die interne Verschwörung der Republikaner-Elite gegen jenen Kandidaten – Donald Trump –, der in den Vorwahlen bei seinen Auftritten so viele Besucher anzieht wie schon lange niemand mehr in diesem Land. »Warum sollten die Republikaner ihren eigenen aussichtsreichsten Kandidaten sabotieren und damit riskieren, dass Hillary Clinton von den Demokraten das Rennen um das Weiße Haus gewinnt?«

Nach Berlin, auf deutsche Verhältnisse übersetzt, heißt das: »Ihr schmiedet lieber neue Koalitionen mit denselben alten Parteien und Standpunkten, obwohl das Wahlvolk euch zunehmend dafür abstraft.«

 

Das Resultat sei, dass alles beim Alten bleibe und am Ende der Aufstand komme: »Die Lobbyisten behalten ihre Büros nahe den Abgeordneten, die Pharmafirmen bezahlen weiter die Abgeordneten, die Gewerkschaften verbessern ihre Pensionen und die Abgeordneten verdienen sich viel hinzu, während der Rest der Gesellschaft sich dumm und dämlich arbeitet und seine Kinder über Generationen hinweg die Schulden abtragen müssen.«

 

Hier kommt die übersetzte Abschrift der Standpauke von Jeanine Pirro, die im Original hier zu finden ist (mit Video):

 

 

»Ihr könnt also Donald Trump nicht ausstehen! Und ihr wollt, dass sich alle anderen Kandidaten verbünden, um zu verhindern, dass Trump die Vorwahlen gewinnt.

 

Noch einmal zum Mitschreiben: Ihr wollt den Kandidaten stoppen, der in der Geschichte der republikanischen Vorwahlen teilweise die bisher höchsten Stimmenzahlen auf sich vereinigt? Aber so lautet gegenwärtig das Mantra der Republikanischen Partei: Donald Trump muss aufgehalten werden! Ich war auch nicht immer mit der Auswahl meiner Partei für das Amt des Präsidentschaftskandidaten einverstanden, aber ich habe ihn im Allgemeinen unterstützt.

 

Gut, dass Trump wenigstens ein Weißer ist, sonst hätte man der Republikanischen Partei noch vorgeworfen, rassistisch zu sein, und glücklicherweise ist Trump auch nicht schwul, sonst hätte man sie beschuldigt, Homosexuelle zu verunglimpfen.

 

Mal sehen, ob ich hier alles richtig verstehe: Dieser Typ gewinnt eine Vorwahl nach der anderen, obwohl er als Frauenfeind, als Rassist und fremdenfeindlich beschimpft wird. Er hat bisher bei diesen republikanischen Vorwahlen trotz der 17 Gegenkandidaten schon die Hälfte der Delegiertenstimmen für sich gewonnen. Und die Republikanische Partei sieht es jetzt als ihre vorrangige Aufgabe an, Trumps Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu verhindern?

 

Welche Droge habt ihr eigentlich eingeworfen? Gut, ihr zieht Ted Cruz vor. Wie schön für euch. Aber er muss 80 Prozent der noch verbliebenen Delegierten auf sich vereinigen. Träumt also ruhig weiter – das wird er niemals schaffen. Und John Kasich – netter Typ. Aber er hat keine Chance auf eine Nominierung.

 

Und so frage ich mich: Warum? Warum sollten die Republikaner ihren weit vorne liegenden, chancenreichsten Kandidaten sabotieren und damit riskieren, dass ein Demokrat oder eine Demokratin ins Weiße Haus einzieht? Mir fällt immer wieder nur eine Antwort ein: Das republikanische Partei-Establishment, die Parteifunktionäre und die Parteiführung haben einen Pakt mit den Demokraten abgeschlossen!

 

Wenn Hillary gewinnt, haben sie daher nichts verloren, denn alles geht weiter so wie bisher. Die Lobbyisten behalten ihre Büros in der K Street und werden weiterhin von den Pharmakonzernen bezahlt. Die Gewerkschafter erhöhen weiterhin stetig ihre Rentenansprüche und die Abgeordneten erhalten wie immer ihre Bestechungsgelder – Verzeihung, ich meine natürlich: ihre Wahlkampfspenden –, während wir, die unteren Schichten, weiterhin zwei oder sogar drei Jobs benötigen und dennoch ein gewaltiger Schuldenberg aufgehäuft wird, den unsere Kinder und Enkel noch viele Generationen lang abtragen müssen!

 

Um die Wähler dazu zu bringen, diesen Schwindel zu akzeptieren, sagen sie voraus, Trump werde die Wahlen niemals gewinnen können. Aber dann erklärt doch einmal, warum er dann eine Vorwahl nach der anderen gewinnt und Menschenmassen anzieht, wie wir es in der Geschichte der amerikanischen Vorwahlen noch nie erlebt haben?

 

Laut dem neuesten Stand der Vorwahlen hat Trump bereits 678 Delegierte gewonnen. Zu einem Sieg benötigt er insgesamt 1237 Delegierte. Er hat drei geschlossene und 13 offene Vorwahlen und sogenannte ›Caucuses‹ für sich entschieden (›Caucuses‹ sind Versammlungen der registrierten Wähler einer Partei, die sich dann nach einer Aussprache in offener Wahl für den einen oder einen anderen Kandidaten entscheiden, bei sogenannten ›offenen‹ Wahlen können auch Nichtmitglieder oder sogar Mitglieder einer anderen Partei mitstimmen). Warum ist das wichtig?

 

Diese Zahlen besagen, dass Trump nicht nur die Parteibasis hinter sich schart, sondern auch nicht gebundene Wähler oder sogar Demokraten anzieht. Ist das nicht ein gutes Zeichen für die Wahlen im November – noch dazu, wenn es sich bei der Gegenkandidatin um eine Politikerin des Establishments handelt, die die meisten Menschen für unglaubwürdig und unehrlich halten?

 

Sie behaupten, er polarisiere. Aber die Plünderungen, Brände und Unruhen in Ferguson ereigneten sich lange vor Trump. Auch andere Bewegungen wie Black Lives Matter, Occupy Wall Street oder MoveOn gab es schon lange vor Trump. Und Sprechchöre mit Slogans wie ›Was wollen wir: Tote Polizisten! Wann wollen wir sie: Jetzt‹ – alles gab es schon, bevor Trump seine Kandidatur erklärte.

 

Es ist schon erstaunlich: Republikaner verschwören sich gegen ihren eigenen Spitzenkandidaten!

 

Hätten das Parteiestablishment und die Parteifunktionäre damals bei den Wahlen 2012 für Mitt Romney die gleiche Energie wie heute aufgebracht, hätte er vielleicht gewonnen. Aber auch damals spielte das eigentlich keine Rolle, denn wie die Wahlen auch ausgehen, das Parteiestablishment gewinnt immer: Seine Jobs, seine Büros und sein Lebensstil bleiben unangetastet, da es weiterhin an dem Geld und der Macht Washingtons beteiligt ist.

 

Die Parteioberen sind angesichts Trumps wie versteinert. Dieser Mann ist niemandem verpflichtet. Wenn er gewinnt, bedeutete dies das Ende der Elite. Gewinnt Hillary, geht alles so weiter wie bisher.

 

Vorsicht, Washington. Wir hören euch nicht mehr zu, denn wir haben es satt. Ihr habt kein einziges Problem gelöst. Die Lügen, die Korruption, die Verschuldung, die Steuern, die ungebremste Zuwanderung, die Bestechungsgeschenke, das Fehlen jeglichen Verantwortungsbewusstseins und jeglicher Rechenschaftspflicht, die rechtsfreien Räume für illegale Einwanderer, die sie vor Abschiebung schützen, und die Tatsache, dass Religionen gezwungen werden, angesichts von Geburtenkontrolle und Abtreibungen im Namen von Obamacare gegen ihre Glaubensprinzipien zu verstoßen – dies alles wollen wir nicht mehr. Immer wieder predigt ihr das eine und tut dann das Gegenteil.

 

Die Unterstützungsmaschinerie und das wohlfeile Leben auf unsere Kosten – damit ist es jetzt vorbei. Ihr hört einfach nicht zu. Für uns geht es nicht einfach nur um eine Wahl – es geht auch um die zukünftige Berufung von Richtern an das Oberste Gericht und die Richtung, die unser Land in den kommenden Generationen einschlägt.

 

Wir wollen nur das verwirklichen, was unsere Gründerväter anstrebten. Diesen langsamen Abstieg in den Sozialismus lehnen wir ab. Wir wollen ein Amerika, in dem die Strafverfolgungsbehörden, das Militär und unsere Verbündeten nicht als Feind gesehen werden.

 

Leute, eure Arroganz ist schon atemberaubend. Und eure Herablassung und Verachtung gegenüber der Bevölkerung ist umwerfend und erinnert an eine bestimmte Phase unserer Geschichte.

 

Es war uns von Anfang an klar, dass es hier um eine politische Revolution geht. Passt nur auf, Leute, und seid vorsichtig. Es wird euch nicht gelingen, diese Revolution aufzuhalten oder zu verändern.«

 

 

 

 

 

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