Montag, 26. Juni 2017
20.04.2011
 
 

Adios USA!

Michael Grandt

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind schon lange de facto bankrott. Jetzt sickert diese Erkenntnis langsam aber sicher an die Öffentlichkeit. Sogar die größte US-Ratingagentur erwägt die Herabstufung der amerikanischen Bonitätsnote. Allein die diesbezügliche Ankündigung sorgte für hektische Aufregung an den Finanzmärkten. Die Abwärtsspirale beginnt sich für die Amerikaner unbarmherzig zu drehen …

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht irgendwer. Sie waren lange Zeit die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt und beherbergen mit der Wall Street das Epizentrum der internationalen Finanzmärkte. Gegenwärtig weisen die USA die höchste Verschuldung ihrer gesamten Staatsgeschichte auf, und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind so groß, wie seit 80 Jahren nicht mehr. Niemand in Washington weiß zurzeit, wie die Schulden zurückbezahlt werden sollen.

Jetzt erwägt Standard & Poor’s (S&P), die größte Ratingagentur der Welt, die Kreditwürdigkeit der USA herabzustufen. Das, was für Finanzexperten und Insider schon seit langer Zeit feststeht, platzte wie eine Bombe in das öffentliche Bewusstsein. Kein »normaler« Mensch hat bisher in Betracht gezogen, dass die Wirtschaftssupermacht USA überhaupt jemals in eine solche Lage kommen würde. Und doch ist es so weit – meiner Meinung nach aber viel zu spät. Schon seit George W. Bush das Amt des amerikanischen Präsidenten innehatte und unberechenbar Kriege führte, ist sein Land de facto bankrott – wurde aber bis heute nicht öffentlich thematisiert.

Umso größer also jetzt der Schock, dass die größte Ratingagentur Standard & Poor’s (und ausgerechnet eine amerikanische!) droht, die Bonitätsnote des eigenen Landes bis 2013 zu senken, wenn nichts für den Schuldenabbau getan wird. Das heißt: S&P zweifelt an der Kreditwürdigkeit der USA, deren Defizit bis zu dem genannten Zeitpunkt bei neun Prozent liegen dürfte. Was das bedeutet, kann man gar nicht abschätzen. Jedenfalls waren die Aktienmärkte schon nach dieser Ankündigung in Aufruhr. Sollte die Abstufung tatsächlich erfolgen, hätte dies katastrophale Auswirkungen auf die Finanzmärkte, die Wirtschaft und die Regierung, die sich dann zu ungünstigeren Konditionen Geld beschaffen müsste und die Verschuldung dadurch noch höher treiben würde. Eine Abwärtsspirale, aus der es oft keinen Ausweg mehr gibt.

Die Vereinigten Staaten sind jetzt schon in einer sehr prekären Lage. Hier einige »Hard Facts« hinsichtlich der wahren Situation der Wirtschaftssupermacht, wie man sie sonst nur schwerlich erhält:

  • Die Gesamtverschuldung (Staat, Haushalte, Unternehmen) liegt bei rund 50 Billionen Dollar.
  • Im Jahr 2019 werden 700 Milliarden US-Dollar (17 Prozent der gesamten Budgeteinnahmen) allein für den Schuldendienst benötigt.
  • Die Fed hat ihre Bilanzsumme seit Mitte 2008 um rund 1,4 Billionen Dollar ausgeweitet. Die »Politik des leichten Geldes« vergrößert die Inflationsgefahr.
  • Bei Einkaufszentren wird der höchste Leerstand seit 1992 gemeldet.
  • Der Büro-Leerstand beträgt fast 20 Prozent.
  • Die fällige Refinanzierung von mehreren hundert Milliarden Dollar an Gewerbeimmobilienkrediten wird erst Ende 2013 ihren Höhepunkt erreichen. Daraus folgt: In den nächsten Jahren werden sich Bankrotte häufen; die Gewinne der Investoren, unter ihnen auch Großbanken, werden weiter fallen.
  • Angesichts der dramatisch steigenden Arbeitslosigkeit und des gesunkenen verfügbaren Einkommens wird ein großer Teil dieser Kredite nicht zurückgezahlt werden können. 65 Prozent der zur Refinanzierung anstehenden Hypotheken sind ausfallgefährdet. Somit sind 40 Prozent aller US-Banken in ihrer Existenz bedroht.
  • Sinkende Preise bei Gewerbeimmobilien bedeuten auch einbrechende Gewinne für Hedgefonds, Banken und Rentenfonds.
  • Die Krise auf dem US-Häusermarkt ist noch lange nicht vorbei: Die US-Regierung sicherte den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac Ende Dezember 2009 eine uneingeschränkte Verlustübernahme bis 2012 zu und löste damit die bisher zugesagten 400-Milliarden-Dollar-Garantien ab. Die Regierung begründete diese Maßnahmen mit der Notwendigkeit, den Immobilienmarkt zu schützen, das heißt im Klartext: Den Immobilienmarkt nicht ein weiteres Mal zusammenbrechen zu lassen.
  • Die Banken, die noch immer unter den hohen Verlusten bei Eigenheimhypotheken leiden, werden nicht in der Lage sein, auch noch die nächste Welle von Verlusten bei gewerblichen Immobilien aufzufangen. Es droht die Gefahr, dass Hunderte, wenn nicht gar Tausende mittelgroßer Banken geschlossen werden müssen.
  • Nach Angaben der Federal Reserve verfügen Banken, denen Verluste bei Gewerbeimmobilien drohen, derzeit über einen Notfonds in Höhe von lediglich 38 US-Cents für jeden Dollar an faulen Krediten.
  • Die staatliche Einlagensicherung verzeichnet ein Defizit.
  • Die Arbeitslosenquote (besonders für ungelernte Arbeiter) wird wesentlich länger auf hohem Niveau bleiben, als in vorherigen Rezessionen. Die Gesamtarbeitslosenquote kletterte innerhalb von vier Jahren von sieben auf 14 Millionen.
  • 40 Millionen US-Bürger (zum Vergleich: die Hälfte der Einwohner Deutschlands) sind auf Lebensmittelmarken angewiesen.
  • Rund 50 Millionen Amerikaner erhalten staatliche Unterstützung, damit sie zum Arzt gehen können.
  • Etwa ein Drittel der US-Haushalte hat kaum Zugang zu Hypotheken und Kreditkarten. Dieses Drittel lebt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck, der wegen sinkender Stundenlöhne und Arbeitsstunden oft schrumpft.
  • Eine Rekordzahl kleiner Unternehmen geht bankrott. Dasselbe gilt für Haushalte, weil Millionen schwächerer und ärmerer Kreditnehmer ihre Hypotheken, Kreditkarten und Verbraucherdarlehen nicht bedienen können.
  • Da es in den USA keine umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung gibt, zahlen die meisten US-Bürger in Pensionsfonds ein. Etwa 20 Billionen (!) Dollar warten darauf, an US-Pensionäre ausbezahlt zu werden. Aber woher nehmen?
  • Allein die amerikanische Bundesregierung hat Verbindlichkeiten, die fast 80 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes entsprechen.
  • Der amerikanische Staat bleibt nur noch dank des unbegrenzten Aufkaufs eigener Staatsanleihen durch die eigene Zentralbank (Stützungskäufe) liquide.
  • Im Ausland wird so viel Geld wie möglich geliehen.
  • Wertverluste der US-Währung könnten immer mehr Länder dazu zwingen, ihre Dollar-Reserven abzustoßen (was China, Indien, Mexiko und andere Länder bereits tun). Die Zeit des US-Dollars als Leitwährung scheint vorbei.

 

Als Fazit dieser katastrophalen Bilanz fällt mir nur ein Satz ein: Adios, USA!

 

 


 

 

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