Wednesday, 31. August 2016
20.04.2011
 
 

Geht der nächste Crash von China aus?

Michael Grandt

Die Wirtschaft überhitzt, die Immobilienblase wächst und die Inflation galoppiert: Die chinesische Zentralbank zeigt sich zunehmend machtlos gegen die Gefahr eines Crashs.

Der »Fluch« des Kapitalismus holt nun auch China ein: Die Inflation beginnt zu galoppieren und die Verbraucherpreise sind im ersten Quartal 2011 um 5,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das die höchste Steigerung seit drei Jahren. Zum Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Nahrungsmittelpreise um elf Prozent und die Erzeugerpreise um 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit 30 Monaten. Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 9,7 Prozent, obwohl die Regierung dies durch Zinserhöhungen bremsen wollte. Besonders auf dem sowieso schon überhitzten Wohnungsmarkt stiegen die Investitionen um 37 Prozent. Damit rächt sich, dass das Wachstum der chinesischen Wirtschaft durch massive Geldzuflüsse aus gigantischen Konjunkturprogrammen quasi künstlich erzeugt wurde. Eine gigantische Immobilienblase ist durch rasant steigende Preise und die Anhäufung fauler Kredite entstanden.

Dabei versucht Peking seit der Finanzkrise alles, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. Viermal hat die chinesische Zentralbank bereits die Zinsen erhöht, und auch die Mindestreservesätze für Geschäftsbanken wurden mehrmals angehoben, um die Kreditvergabe zu drosseln und so die Inflation einzudämmen. Bisher vergeblich. Die chinesische Zentralbank ist machtlos gegen die Preissteigerungen und die sich aufblähende Immobilienblase. Doch die Chinesen sind an dieser Entwicklung nicht allein schuld. Gründe für die galoppierende Inflation sind die global steigenden Rohstoff- und Lebensmittelpreise und der nicht enden wollende Liquidiätsstrom Richtung Emerging Markets, was wiederum von der Dollar-Schwemme der US-Notenbank mit ausgelöst wurde.

Aber es gibt noch andere Gründe, an Chinas »Untergang« zu glauben: Fast ein Viertel der an Kommunen vergebenen Darlehen zur Finanzierung von Infrastrukturvorhaben in einem Umfang von rund 880 Milliarden Euro sind akut »ausfallgefährdet«. Lohn- und Produktionskostensteigerungen verteuern die Exporte und gefährden chinesische Arbeitsplätze und Standorte ausländischer Investoren. Peking kurbelt deshalb seinen Export weiterhin durch eine künstlich niedrig gehaltene Währung an. Und auch die Dollar-Reserven mit einem Volumen von über zwei Billionen Dollar werden durch die inflationäre Politik der Amerikaner immer mehr entwertet, eine Katastrophe für Peking.

Manche Experten sind deshalb nicht grundlos der Meinung, dass der nächste Crash von China ausgehen wird.

 

 


 

 

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