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Die Rede an die Nation, die US-Präsident Barack Hussein Obama unlängst am 31. August 2010 hielt, lässt darauf schließen, dass die Amerikaner sich aus dem Irak zurückziehen, weil sie kein Geld mehr haben, um ihre dauerhaften Kriegsspiele fortzuführen. Oder wie sonst sollte man seine Worte interpretieren?
Obama schätzte die Kriegskosten auf über eine Billion Dollar (783 Milliarden Euro). Diese hätten zur enormen Schuldenlast der USA beigetragen, erklärte er. Nun sehe er seine Hauptaufgabe darin, die marode US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, weil sich der Führungsanspruch der USA dauerhaft nur durchsetzen lasse, wenn es Amerika wirtschaftlich gut gehe. Obama machte zudem klar, dass er sich jetzt vorrangig um die schwierige Wirtschaftslage im eigenen Land kümmern wolle, um die Wirtschaft wieder aufzubauen.
Zwar halte ich es für arrogant und überheblich, wenn die Amerikaner von »ihrem Führungsanspruch« sprechen, aber die Worte des Präsidenten enthüllen auch, dass er nach dem Truppenabzug eher ein Chaos im Irak in Kauf nimmt, als die eigene Wirtschaft weiter zu schwächen. Die wirtschaftliche Lage in den USA scheint demnach weit schlimmer zu sein, als offiziell zugegeben wird, aber das ist ja nichts Neues.
Obama beziffert die Kriegskosten allein im Irak auf eine Billion Dollar, der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ist der Ansicht, die »wahren« Kosten entsprächen eher drei Billionen Dollar. Abgesehen davon, dass bis zu 23 Milliarden Dollar in »dunklen Kanälen« verschwunden und nicht mehr auffindbar sind, hätte die Summe ein gigantisches Konjunkturpaket gegeben. Aber so verschleuderten die Amerikaner aufgrund ihres »Führungsanspruches« das Geld für unnütze Kriegsspiele, weswegen ihre eigene Bevölkerung nun immer mehr verarmt.
Doch nicht nur der ökonomische Schaden ist gewaltig. Auch die Folgekosten des Krieges dürfen nicht unberücksichtigt gelassen werden: In den Kriegsjahren sind mehr als 1,5 Millionen SoldatInnen im Irak gewesen. In die Bilanz gehören demnach auch die Kosten für jene, die zum Teil eine lebenslange medizinische Betreuung und soziale Absicherung benötigen.
32.000 SoldatInnen wurden durch Straßenbomben und Selbstmordanschläge verwundet und viele davon verloren Gliedmaßen oder leiden bis heute an post-traumatischen Krankheiten. Die Kosten für ihre Betreuung und Behandlung wurden bereits im Jahr 2007 auf bis zu 660 Milliarden Dollar geschätzt. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor, dürften aber kräftig aufgestockt werden.
Bei all der ökonomischen Betrachtung dürfen wir aber nicht die menschlichen Opfer vergessen: 4.735 US-Soldaten und zwischen 110.000 und einer Million Iraker haben seit März 2003 ihr Leben verloren. Nach Angaben der UNO mussten 1,5 Millionen Iraker in andere Landesteile fliehen, noch einmal 1,5 Millionen suchten Schutz in Nachbarländern. Ein Viertel der Menschen im Irak lebt unter der Armutsgrenze und verdient weniger als 2,20 Dollar am Tag. 75 Prozent der gesamten Haushalte sind immer noch nicht an die Kanalisation angeschlossen und 80 Prozent des Wassers ist zum Trinken nicht geeignet.
Die Bilanz des siebenjährigen Kriegsspieles ist also verheerend und schlägt nun auf jene zurück, die diesen Wahnsinn einst bejubelt haben.
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Quellen:
https://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/kriegskosten-und-rezession
http://de.news.yahoo.com/26/20100901/tpl-obama-erklrt-irakkrieg-fr-beendet-a70ba75.html
http://nationalpriorities.org/index.php?option=com_wrapper&Itemid=182
http://www.fas.org/sgp/crs/natsec/RS22926.pdf
http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7444083.stm
US-DOD
icasualties.org
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