Saturday, 30. July 2016
07.03.2011
 
 

Mexiko verschärft »Anti-Dollar-Gesetz«

Michael Grandt

Die mexikanische Regierung versucht durch rigorose Maßnahmen, ihre Wirtschaft vor dem tödlichen Sog eines Dollar-Crashs zu bewahren.


In Mexiko galt der US-Dollar bisher als Ersatzwährung für den Peso. Familienväter, die in den Vereinigten Saaten arbeiten, haben schon immer einen Teil ihres Lohnes in Dollar zu ihren Angehörigen nach Hause geschickt und auch der Zahlungsverkehr der mexikanischen Wirtschaft wurde größtenteils in US-Währung abgewickelt. Doch damit will die Regierung in Mexico-City jetzt endgültig Schluss machen. Nachdem sie bereits im September 2010 ein Gesetz erlassen hatte, das die Verwendung des US-Dollars extrem einschränkt, will sie dieses nun noch konsequenter anwenden als bisher.

Seither konnten Mexiko-Reisende in den großen amerikanischen Einkaufszentren einkaufen oder in einem der amerikanischen Fast-Food-Restaurants essen und ihre Rechnungen in US-Dollar begleichen. Doch das ist nun vorbei. Aber auch amerikanische Konzerne, die ihre Standorte in Mexiko haben, bleiben von dem neuen Gesetz nicht verschont: Alle geschäftlichen Transaktionen müssen nun in Pesos abgewickelt werden – und zwar ohne Ausnahme. Auch Banken, Einzellhandelsgeschäfte und Hotels dürfen keine Dollars mehr bar gegen Pesos umtauschen. Nur Bankkunden, die über ein spezielles Devisenkonto verfügen, dürfen noch Einzahlungen in US-Währung tätigen. Diese sind allerdings nur als Sichteinlagen erlaubt, zudem ist bei jeder Transaktion mit der Fremdwährung eine zusätzliche Gebühr fällig.

Für Touristen und Geschäftsreisende aus den USA gibt es nur noch eine Möglichkeit, ihr Geld umzutauschen, und zwar in Wechselstuben, den so genannten »Casa Cambios«. Dort sind allerdings nur Transaktionen bis zu einer Höhe von 300 US-Dollar möglich. Da es für den Umtausch der Währung aber keine Mitbewerber mehr gibt, ist der Wechselkurs nicht mehr an den der Banken gebunden.

In der offiziellen Stellungnahme der mexikanischen Regierung wurde als Begründung zum »Anti-Dollar-Gesetz« der Kampf gegen die Drogenkartelle angegeben, die sich ihre »Ware« in US-Dollar bezahlen ließen und dieses Schwarzgeld dadurch unkontrolliert in der heimischen Wirtschaft zirkuliere. Gegen diese »Geldwäschen« in Milliardenhöhe wolle man nun rigoros vorgehen. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

In Wirklichkeit will sich Mexiko langsam von der Dollar-Knechtschaft befreien, denn der Greenback hat in den vergangenen Jahren aufgrund der exorbitant hohen Verschuldung der USA permanent an Kaufkraft verloren. Die Regierung in Mexico-City kam deshalb wohl zu der Auffassung, dass »ihr« Peso mittelfristig einen höheren Wert haben wird, als der US-Dollar. Sind die mexikanische Wirtschaft und der Finanzmarkt erst einmal vom Dollar »gesäubert«, dürfte das Land von einem künftigen Crash oder hohen Kaufkraftverlust weniger betroffen sein. Deshalb versucht Mexiko alles, um immer mehr Dollar aus seinen Märkten abzuziehen.

Diese Maßnahmen haben dafür gesorgt, dass sich jetzt auch viele einheimische Investoren und Privatleute von ihren Dollar-Beständen trennen, weil sie nicht auf »minderwertigem« Geld sitzen bleiben wollen.

 

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Quelle:

http://www.thepeoplesvoice.org/TPV3/Voices.php/2011/02/03/mexican-government-successfully-sheds-th

 

 

 


 

 

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