Tuesday, 31. May 2016
24.05.2014
 
 

27 Alarmsignale für die US-Wirtschaft

Michael Snyder

Sie sind der Meinung, die US-Wirtschaft befinde sich auf einem guten Weg? Dann sollten Sie wirklich diesen Artikel lesen. Kurz vor dem Eintritt in die zweite Jahreshälfte mehren sich die Alarmsignale: Die industrielle Produktion geht zurück. Immobilienverkäufe gehen richtig zurück. Einzelhandelsgeschäfte schließen so schnell wie seit der Lehman-Brothers-Pleite nicht mehr. Die Haushaltsverschuldung ist kräftig gestiegen, in 20 Prozent aller amerikanischen Familien ist jeder ohne Arbeit. Es gibt zig Übereinstimmungen zu dem, was wir im Vorfeld der letzten schweren Wirtschaftskrise beobachtet haben.

Viele der Fehler, die damals begangen wurden, wiederholen wir jetzt, aber trotzdem scheint unsere »Führung« völlig blind zu sein für das, was da passiert. Dabei sind die Alarmsignale sehr deutlich, man muss sich nur einmal offenen Auges umsehen. Nachfolgend führe ich 27 ernste Alarmsignale für die US-Wirtschaft auf.

 

 

1. Die Regierung Obama wird nicht müde, zu betonen, dass wir uns in einer »wirtschaftlichen Erholung« befinden. Dennoch bereitet laut einer aktuellen Gallup-Umfrage kein Thema den amerikanischen Wählern so viel Sorgen wie Arbeitslosigkeit und Angst um den Job.

 

2. In der Vergangenheit waren die Umsatzzahlen vom Baugerätehersteller Caterpillar immer ein guter Indikator dafür, wohin die Weltwirtschaft steuert. Im April brach dort der Umsatz aber leider um 13 Prozent ein, damit fallen die Einnahmen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat nunmehr 17 Monate in Folge.

 

3. Im ersten Quartal 2014 ist beim Büroausstatter Staples der Gewinn um 43,5 Prozent eingebrochen.

 

4. Die Besucherzahlen bei Wal-Mart sind im ersten Quartal um 1,4 Prozent zurückgegangen. Die Analysten scheinen nicht erklären zu können, warum Wal-Mart »unterperformt«. Vielleicht liegt es daran, dass die amerikanische Mittelschicht beständig vernichtet wird und die amerikanischen Verbraucher inzwischen blank sind?

 

5. Man geht davon aus, dass die Kaufhauskette Sears bald weitere Hunderte von Geschäften schließt und früher oder später völlig dicht macht...

Das Unternehmen kündigte diese Woche an, sich möglicherweise von seiner 51-Prozent-Beteiligung an Sears Canada zu trennen. Sears Canada betreibt fast 20 Prozent aller Sears-Geschäfte weltweit. Über das vergangene Jahr hat Sears ohne großes Aufheben nahezu 100 Geschäfte in den USA geschlossen. Nächste Woche wird das Unternehmen voraussichtlich katastrophale Geschäftszahlen für das erste Quartal vorlegen und weitere Schließungen ankündigen.

»Sie haben zu viele Läden und sie machen hohe Verluste, sie verbrennen Barmittel«, sagte der Analyst John Kernan von Cowen. Kernan geht davon aus, dass Sears innerhalb der nächsten Jahre 500 seiner insgesamt 1980 Läden in den USA schließt und letztlich ganz verschwinden wird.

»Für Sears und Kmart gehen die Lichter aus«, so Kernan. »Bei Kmart verstauben die Parkplätze, das Unternehmen hat praktisch völlig an Bedeutung verloren.«

Die »Einzelhandelsapokalypse« läuft und läuft, aber in den Mainstreammedien tut man so, als sei das keine große Sache.

6. Bei den 25- bis 29-jährigen Amerikanern ist die Erwerbsquote auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.

 

7. Nach offiziellen Regierungsangaben sind in 20 Prozent aller amerikanischen Familien sämtliche Familienmitglieder arbeitslos.

 

8. Viele Familien tun sich schwer, ihre Rechnungen zu bezahlen, immer mehr können sich nur mit Schulden behelfen. Wir haben diesen Monat gelernt, dass die Haushaltsverschuldung der Amerikaner drei Quartale am Stück gestiegen ist. Wie ich kürzlich hier [Link eingedeutscht] schrieb, haben die Verbraucherkredite in den USA in den vergangenen drei Jahren um 22 Prozent zugenommen, 56 Prozent aller Amerikaner haben aktuell eine schlechte Bonitätsbewertung.

 

9. Die Verzinsung von Studiendarlehen soll am 1. Juli deutlich steigen.

Zum 1. Juli verteuern sich die Studiendarlehen, und zwar um 0,8 Prozentpunkte verglichen mit den derzeitigen Sätzen.

Die Zinsen für Federal Stafford Loans [eine Form von Studiendarlehen] für Studenten vor dem ersten Hochschulabschluss werden statt derzeit 3,86 Prozent künftig 4,66 Prozent betragen. Die Zinsen der Federal Stafford Loans für Studenten mit Abschluss werden von 5,41 Prozent auf 6,21 Prozent ansteigen.

Bei Darlehen der Typen Federal Grad PLUS und Federal Parent PLUS fallen künftig statt 6,41 Prozent 7,21 Prozent an.

Die Blase bei den Studiendarlehen wächst ohnehin, dadurch steigt der Druck noch weiter an.

 

10. Die industrielle Produktion sank im April um 0,6 Prozent. In einer Wirtschaft, die sich wirklich »erholt«, sollte so etwas nicht passieren.

 

11. Seit nunmehr vier Monaten sinkt in den USA die Zahl der Stellenangebote in der verarbeitenden Industrie.

 

12. Die Nachfrage nach bestehenden Häusern ist in sieben der letzten acht Monate gesunken. Es scheint sich ein Muster zu wiederholen, das schon 2007 zu beobachten war, nämlich im Vorfeld der letzten Finanzkrise.

 

13. In Phoenix herrscht eine Immobilienblase. Die Verkäufe dort lagen im April zwölf Prozent unter den Zahlen vom April 2013, der Grundbestand war 49 Prozent höher. Anders gesagt: Der Markt wird mit Häusern geflutet, aber die Käufer bleiben aus.

 

14. Der Anteil der Hauseigner in den USA ist auf dem niedrigsten Stand seit 19 Jahren.

 

15. Bei allen großen Handelsbanken der westlichen Welt sind die Handelsumsätze deutlich gesunken...

Vergangenen Freitag war es JPMorgan, die ankündigte, dass die Handelsumsätze in diesem Quartal 20 Prozent fallen werden. Nun erklärte Barclays, dass die Handelsumsätze in den ersten drei Monaten um 41 Prozent nachgegeben hätten. Die Bank sprach von »einem anspruchsvollen Handelsumfeld, das zu einer gedämpften Kundenaktivität« geführt habe. Genau wie JPMorgan warnte auch Barclays, dass man für das zweite Quartal nicht mit einer Verbesserung rechne.

16. Jan Loeys, Chef der Vermögensverwaltung bei JPMorgan, warnt, dass die US-Notenbank eine gewaltige Finanzblase erschaffe, die »uns in eine Kreditkrise stürzen könnte«...

Wie wird es weitergehen? Das immer noch sehr zurückhaltende Wirtschaftswachstum sowohl auf US- wie auch auf globaler Ebene spricht aus meiner Sicht dafür, eine lockere Geldmarktpolitik beizubehalten. Es besteht das Risiko, dass die Anleiherenditen nicht schneller wachsen als die Terminzinsen. Eine finanzielle Überhitzung (Inflation der Vermögenswerte) geht viel schneller voran als eine wirtschaftliche Überhitzung (Verbraucherpreisinflation, VPI). Bevor eine VPI auftreten kann und bevor die Geldmarktpolitik reagiert, wird irgendwo schon eine Finanzblase aufgetaucht und korrigiert worden sein, was die Wirtschaftslage drückt. So war es in den vergangenen 25 Jahren. Das Verhalten der Zentralbanken lässt uns nicht daran glauben, dass es dieses Mal anders ablaufen könnte. Die Notenbanken reden von finanzieller Instabilität, definieren diese offenbar aber größtenteils als Bankenverschuldung. Jeder Boom-Bust-Zyklus findet woanders statt. Eine Blase kann auch ohne Schulden auftreten, und niemand kann mit Gewissheit vorhersagen, wo genau dieser Boom-Bust-Zyklus auftreten wird – wüsste man das, könnte man Ausweichmaßnahmen ergreifen, die ein Auftreten verhindern. Ein mögliches Szenario (von vielen) besagt, dass die ultraniedrigen Zinsen die Kreditmärkte dazu verleitet haben, schneller als die Aktienmärkte zu wachsen, was in Kombination mit dem reduzierten Market-Making der Banken (von denen viele zu einer Art Broker geworden sind) eine Liquiditätskrise erschuf, als die US-Notenbank die ersten Zinsanhebungen einleitete. Das könnte so schlimm werden, dass die Primärmärkte versiegen und wir in eine Kreditkrise stürzen.

17. Der Chefanalyst der Lindsey Group, Peter Boockvar, warnt, der amerikanische Aktienmarkt könne um 20 Prozent einbrechen, sobald die Politik der Quantitativen Lockerung völlig beendet ist.

 

18. Viele andere große Namen sagen CNBC, dass sie in Kürze eine umfassende »Korrektur« der Aktienmärkte erwarten.

Ein ganzer Schwung bekannter Namen warnte zuletzt, dass ihrer Meinung nach die Märkte am Rande einer großen Abwärtsbewegung stehen. Von Langzeit-Bullen wie Piper Jaffray bis zu kurzfristig orientierten Händlern wie Dennis Gartman gehen viele davon aus, dass die führenden Kennzahlen vor einem großen Durchsacken stehen, wobei die Prognosen von etwa zehn bis zu 25 Prozent reichen.

19. Inzwischen sind mehr Amerikaner bei der Sozialversicherung als erwerbsunfähig gemeldet, als Menschen in Griechenland leben. Die Zahl ist gerade auf ein neues Rekordhoch gestiegen.

 

20. Im ganzen Land nimmt die Armut zu. 49 Millionen Amerikaner haben mit Ernährungsunsicherheit zu tun.

 

21. Laut Pew Charitable Trusts sind in 26 US-Staaten die Steuereinnahmen noch immer geringer als 2008, und das, obwohl die Steuersätze seitdem in vielen Regionen gestiegen sind.

 

22. Barack Obama tut sein Bestes, um wie versprochen die amerikanische Kohleindustrie zu zerstören...

Die Umweltschutzbehörde wird am 2. Juni eine neue Bestimmung verabschieden, derzufolge die CO2-Emissionen bestehender Kraftwerke sinken müssen. Laut Politico sind die neuen Regeln »die dramatischsten Auflagen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung seit einer Generation«. Die neuen Auflagen werden die Kohleindustrie weiter verkrüppeln, denn sie betreffen vor allem Kohlekraftwerke schwer. Amerika wird bei der Stromproduktion stärker von Erdgas, Solarkraft und Windenergie abhängig sein.

23. Klimaforscher sagen, der Staat Texas erlebe die schwerste Dürreperiode seit 500 Jahren.

 

24. Berichten zufolge wird »Dutzenden texanischer Gemeinden« in weniger als 90 Tagen das Wasser komplett ausgehen.

 

25. Schätzungen zufolge wird die Dürre in Kalifornien die Landwirtschaft 1,7 Mrd. Dollar kosten, rund 14 500 Beschäftigte der Branche werden ihren Arbeitsplatz verlieren.

 

26. Auch wegen der Dürre ist vergangenen Monat der Fleischpreis so stark gestiegen wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

 

27. Jüngsten Umfragen zufolge ist nur ein Viertel der Amerikaner der Ansicht, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickelt.

 

 

 


 

 

 

 

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