Sunday, 26. June 2016
23.10.2013
 
 

47 Millionen Empfängern von Lebensmittelhilfe drohen am 1. November Leistungskürzungen

Michael Snyder

47,6 Millionen Amerikaner werden mit Kürzungen ihrer Lebensmittelhilfe konfrontiert werden, und die meisten von ihnen ahnen noch nicht einmal etwas davon. Es erübrigt sich eigentlich der Hinweis, dass sie sehr aufgebracht sein werden, wenn sie feststellen müssen, dass sie nicht mehr so viel Lebensmittel für ihre Familien kaufen können.

Der Grund liegt darin, dass eine befristete Anhebung der Höhe der Unterstützung, die während der letzten Rezession eingeführt wurde, nun ausläuft. Aber die meisten Menschen, die von den Kürzungen ihrer Leistungen betroffen sind, werden das nicht wissen.

 

Daher wird der Großteil von ihnen darüber sehr aufgebracht sein, dass die Regierung »ihnen Geld wegnimmt«. Und angesichts der »Mini-Unruhen«, die wir am zweiten Oktoberwochenende erlebten, als das Electronic-Benefit-Transfer-System (EBT-System), das Lebensmittelhilfe und auch finanzielle Unterstützung über aufladbare elektronische Geldkarten bereitstellt, für einige Stunden ausfiel, muss man damit rechnen, dass sich viele Empfänger von Lebensmittelhilfe betrogen fühlen und in ihrer Verzweiflung und Frustration ausrasten könnten. Was könnte uns also erwarten, wenn es bereits Anfang nächsten Jahres in Washington zu einer neuen politischen Krise im Zusammenhang mit der Schuldenobergrenze kommt und alle Lebensmittelhilfe eingestellt werden muss?

 

Wann immer in Europa eine drastische Sparpolitik durchgesetzt wurde, kam es zu heftigen Protesten und Krawallen. Wäre Vergleichbares auch in den USA denkbar?

 

Wie die Nachrichtensendung NBC News berichtete, werden alle Empfänger von Lebensmittelhilfe im November Leistungskürzungen hinnehmen müssen. Dies wird die Stimmung bei denjenigen, die ohnehin schon in finanziell schwierigen Lebensumständen leben, nicht gerade erhöhen:

»Für Millionen amerikanischer Familien wird der Tisch in der Vorweihnachtszeit möglicherweise nur spärlich gedeckt sein, wenn die Lebensmittelhilfe im November gekürzt wird. Und dies könnte erst der Beginn weiterer Kürzungen im Lebensmittelhilfsprogramm für bedürftige Familien sein.

Die Höhe der heutigen ›Lebensmittelgutscheine‹, die derzeit im Rahmen des Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) ausgegeben werden, wird am 1. November gekürzt, weil eine Aufstockung, die während der Rezession beschlossen wurde, nun ausläuft.«

Leider ist es eine traurige Wahrheit, dass die gegenwärtige Höhe der Lebensmittelhilfe nicht ausreicht, um viele Lebensmittel zu kaufen. Nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, das für das SNAP-Programm zuständig ist, erhält ein Durchschnittshaushalt monatlich umgerechnet knapp 200 Euro. Und jetzt wird es noch weniger. Laut Regierung muss eine vierköpfige Familie ab dem 1. November mit Einbußen von umgerechnet 26 Euro rechnen. Das hört sich vielleicht im ersten Moment nicht viel an, aber für eine Familie, die an der Armutsgrenze lebt, ist das ein Betrag, den man nicht einfach »einsparen« kann.

 

Wie sollen arme Familien mit dieser Situation fertigwerden? Sollen sie ab jetzt nur noch Tütensuppen essen? Natürlich bestünde die beste Lösung darin, den erwerbsfähigen Familienmitgliedern gutbezahlte Arbeitsplätze zu verschaffen, aber unglücklicherweise betreiben führende Politiker weiter eine Politik des systematischen Arbeitsplatzabbaus, so dass eine solche Lösung extrem unwahrscheinlich ist.

 

In der Zwischenzeit stauen sich bei den in Armut Lebenden Verärgerung und Frustration immer weiter auf. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir bereits in diesem Monat erhalten. Das folgende Zitat stammt aus einem Artikel, der vor Kurzem auch auf der Internetplattform auf Offgridsurvival.com veröffentlicht wurde:

»Am Wochenende brach das Electronic-Benefit-Transfer-System (EBT-System), das Lebensmittelhilfe und auch finanzielle Unterstützung über aufladbare elektronische Geldkarten bereitstellt, mit denen in am System teilnehmenden Einzelhandelsmärkten bezahlt werden kann, zeitweise zusammen. Das darauf folgende Chaos gibt einen Hinweis darauf, was meiner Meinung nach geschähe, sollte die Regierung die USA in eine Art wirtschaftlichen Zusammenbruch steuern.

Eine Reihe von Filialen der Supermarktkette Wal-Mart entschied, trotz des Absturzes des Systems den Leuten zu ermöglichen, einzukaufen, obwohl sie keine Möglichkeit hatten, zu überprüfen, wie viel Geld den Leuten noch zur Verfügung stand. In einzelnen Filialen in Springhill und Mansfield in Louisiana wurden daraufhin einfach die Regale geplündert, als Lebensmittelhilfeempfänger versuchten, die Ladenbesitzer zu betrügen.

Da die Situation immer ungemütlicher wurde und eskalierte, rief man die Polizei. Daraufhin ließen die Leute einfach ihre vollgepackten Einkaufswagen stehen und flüchteten. Als das System dann wieder hochgefahren war und funktionierte, stellten die Kassierer fest, dass einige Leute versucht hatten, Waren im Wert von 700 Dollar mitgehen zu lassen, obwohl sich auf ihrer EBT-Karte manchmal nur noch 49 Cent befanden.«

Aber das ist nur der Anfang. Hier als Vorgeschmack auf das, was möglicherweise auf die USA zukommt, ein Schlaglicht auf jüngste Ereignisse in Italien:

»Am Samstag kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, als Zehntausende von Menschen durch Rom marschierten, um gegen Arbeitslosigkeit, die Kürzungspolitik der Regierung und Großprojekte zu demonstrieren, die nach Ansicht der Protestierer für die Kürzungen bei den Sozialausgaben mitverantwortlich seien.

Vermummte Demonstranten rollten Mülltonnen vor das Wirtschaftsministerium und setzten einige von ihnen anschließend in Brand. Ausgerüstet mit Schlagstöcken und Prügeln griffen sie die Polizei an, die ihnen in Schutzausrüstung gegenübertrat. Die Polizei schlug zurück und verfolgte die Demonstranten in den Straßen.

Die vermummten Demonstranten, die sich unter die größtenteils friedlichen anderen Demonstranten gemischt hatten, warfen Rauchbomben, Eier und Flaschen gegen das Ministerium und zerschlugen die Fenster einer nahegelegenen Bank.«

Da sich die Armut weiter ausbreitet und die Sozialausgaben der Regierung beschnitten werden, wird auch die Verzweiflung derjenigen, die in den USA in Armut leben müssen, weiter steigen. Gegenwärtig gehen sechs Millionen Amerikaner im Alter zwischen 16 Jahren und 24 Jahren weder in die Schule noch einer Arbeit nach. In vielen amerikanischen Großstädten leben derzeit jeweils mehr als »100 000 Jugendliche, die ihre Zeit mit Nichtstun verbringen«. Nehmen wir nur einige der größten Städte der USA: Chicago, Houston, Dallas, Miami, Philadelphia, New York, Los Angeles, Atlanta und Riverside – in jeder dieser Städte leben mehr als 100 000 untätige Jugendliche und junge Erwachsene, wie es in einem Bericht der Organisation Opportunity Nation festgestellt wird.

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es in vielen dieser Städte zu massiven Ausschreitungen und einer massiven Verbrechenswelle kommen wird. Die Bedingungen für einen solchen »sozialen Tsunami« sind gegeben. Es fehlt nur noch der auslösende Funke.

 

Laut einer aktuellen Umfrage von Pew Research vertrauen nur 19 Prozent aller Amerikaner der Regierung. 1958 betrug dieser Anteil noch 73 Prozent. Heute hegen auch nur noch 23 Prozent der Amerikaner eine positive Einschätzung gegenüber dem Kongress, während 1985 immerhin noch 67 Prozent diese Ansicht vertraten.

 

Verärgerung und Verzweiflung nehmen immer mehr zu, und unsere Gesellschaft um uns herum ist im Zusammenbruch begriffen. Treffen Sie entsprechende Vorkehrungen, solange Sie es noch können.

 

 

 


 

 

 

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