Wednesday, 27. July 2016
14.09.2013
 
 

Arbeiten Sie in einem Bereich, der irgendetwas mit Immobilien oder Hypotheken zu tun hat? – Dann sollten Sie sich warm anziehen!

Michael Snyder

Hat Ihr Arbeitsplatz etwas mit dem Bau von Wohnungen oder Eigenheimen, dem Erwerb oder Verkauf von Immobilien zu tun oder steht er im Zusammenhang mit der Hypothekenfinanzierung? Dann sollten Sie sich schon einmal nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Das ist kein Scherz! Die Zinsen sind dabei, drastisch zu steigen, und Hypothekenfinanzierer wie die Bank of America, Wells Fargo und JPMorgan streichen Tausende von Arbeitsplätzen im Hypothekengeschäft.

In der vergangenen Woche sank die Hypothekenrefinanzierung auf ihren niedrigsten Wert sei Juni 2009 und die gesamte Hypothekenvergabe sogar auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2008. Aber das ist erst der Anfang. Die Hypothekenzinsen folgen in der Regel der Entwicklung der Rendite amerikanischer zehnjähriger Staatsanleihen. Seit Anfang Mai hat sich die Rendite von

Zehn-Jahres-Staatsanleihen fast verdoppelt und liegt derzeit bei etwa drei Prozent. Schon zuvor hatte ich darauf hingewiesen, dass noch viel »Raum nach oben« sei, bis das »normale« historische Niveau erreicht sei. Am darauf folgenden Tag bemerkte ich, einige Analysten verträten die Auffassung, die Rendite bei Zehn-Jahres-Anleihen werde letztlich noch bis auf sieben Prozent steigen.

 

Sollte das eintreten, würden die Hypothekenzinsen sich gegenüber heute mehr als verdoppeln. Und wir konnten bereits erleben, dass der durchschnittliche Zinssatz bei einer Hypothek mit einer Laufzeit von 30 Jahren von 3,35 Prozent im Mai auf 4,57 Prozent in der vergangenen Woche anstieg. Sollten die Zinsen weiterhin im gleichen Verhältnis steigen, droht uns möglicherweise ein »Immobilien-Armageddon«, neben dem sich der letzte Immobilienzusammenbruch wie ein sonntägliches Picknick ausmacht.

 

Die Mini-Immobilienblase, derer wir uns in den letzten Jahren erfreuen konnten, wird unversehens platzen. Und es spielt wirklich keine Rolle, ob die etablierten Medien von einer »nachhaltigen Erholung« im Immobilienbereich schwätzen. Man muss sich nur anschauen, wie sich die großen Hypothekenfinanzierer verhalten. Ihnen ist klar, die Party ist vorbei. Wie Bloomberg berichtet, kündigte die Bank of America bereits die Streichung von 2100 Stellen im Hypothekengeschäft an:

»Bank of America, der zweitgrößte Hypothekenfinanzierer der USA, wird an die 2100 Stellen streichen und 16 Hypothekenbüros schließen, da angesichts steigender Zinsen die Kreditnachfrage abnimmt, erklärten zwei Personen mit direkter Kenntnis der Pläne.«

Würden sie wohl zu solchen Maßnahmen greifen, wenn wir uns auf eine »nachhaltige Erholung des Immobilienmarktes« zu bewegten? Auch Wells Fargo und JPMorgan sind dabei, Tausende von Arbeitsplätzen im Hypothekengeschäft abzubauen:

»Hypothekenfinanzierer streichen Arbeitsplätze zusammen, da die steigenden Zinsen zu einem Rückgang der Refinanzierungen führen und es als zweifelhaft erscheinen lassen, dass die Erholung des Immobilienmarktes anhalten werde. Wells Fargo & Co., der größte amerikanische Hypothekenfinanzierer, plant den Abbau von mehr als 2300 Jobs, und JPMorgan Chase & Co. will möglicherweise sogar 15 000 Stellen streichen.«

Würden diese Unternehmen zu drastischen Schritten dieser Art Zuflucht nehmen, wenn angeblich doch »eine blühendere Zeit anbricht«? Sicher nicht.

 

Zudem veröffentlichte Wells Fargo sozusagen eine »Umsatzwarnung«. Man gehe davon aus, hieß es aus dem Unternehmen, dass man in diesem Quartal aufgrund der rasch steigenden Zinsen 30 Prozent weniger an Hypothekenkrediten ausgeben werde.

 

Das war‘s dann wohl. Der Mini-Immobilienblase, die die etablierten Medien so lautstark gepriesen hatten, geht die Luft aus.

Wenn Ihr Arbeitsplatz in irgendeiner Weise mit Immobilien oder Hypotheken zu tun hat, sollten Sie sich langsam Gedanken über eine berufliche Veränderung machen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz mit der Refinanzierung von Hypotheken befasst sind. Die klugen Leute haben bereits refinanziert. Da die Zinsen weiter ansteigen, werden als Einzige die Dummen jetzt über eine Refinanzierung nachdenken. Dem Internetportal Zero Hedge zufolge sind die Hypothekenrefinanzierungen seit Anfang Mai bereits um 70 Prozent eingebrochen:

»In 16 der letzten 18 Wochen waren die Hypothekenrefinanzierungen rückläufig (alleine in dieser Woche brachen sie um 20 Prozent ein). Seit Anfang Mai das gefürchtete Wort ›Taper‹ (das Ende der Politik des ›Quantitative Easing‹ oder des Ankaufs von US-Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve) fiel, sind die Refinanzierungen um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Kleine und große Hypothekendienstleister oder  Finanzierer haben bereits damit begonnen, Mitarbeiter zu entlassen. Selbst diejenigen, die an ihrer voreingenommenen Überzeugung eines Bullenmarktes festhalten, können jetzt kaum noch behaupten, die Erholung bei Immobilien sei nachhaltig.«

Und der jetzige Zinsanstieg steht erst in den Startlöchern. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat noch nicht einmal zu »tapern« begonnen. Wenn sie damit einmal beginnt, könnte dies dramatische Folgen haben:

»›Als die Erholung der amerikanischen Wirtschaft Anfang 1994 an Stärke gewann, begann die Fed, die Geldschrauben anzuziehen, und nicht nur in den USA, sondern weltweit brachen die Anleihemärkte zusammen‹, erklärte das Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank Jörg Asmussen am Dienstag. ›Waren die Nebenwirkungen 1994 bereits groß, so ist zu erwarten, dass sie in der noch enger vernetzten Welt von heute noch größer ausfallen‹, fügte er laut Redetext [bei einer Veranstaltung in der Denkfabrik Bruegel] in Brüssel hinzu.«

Aber selbst wenn die Fed ihre Politik des billigen Geldes auslaufen lässt, wäre das wohl weniger eine Geldverknappung als eine Verringerung der Geschwindigkeit des ungebremsten und unbesonnenen Gelddruckens in der Größenordnung vieler Zigmilliarden Dollar. Aber die Folgen wären durchaus mit denen von 1994 vergleichbar.

 

Mit steigenden Zinsen wird es immer teurer, ein Haus zu kaufen, und immer schwieriger, ein Haus zu verkaufen. Um die dramatischen Folgen eines Zinsanstiegs zu veranschaulichen, hier einige Zahlen aus einem meiner früheren Artikel:

»Vor etwa einem Jahr lagen die Zinsen für eine Hypothek mit einer Laufzeit von 30 Jahren bei 3,66 Prozent. Die monatlichen Belastungen einer Hypothek mit 30 Jahren Laufzeit und einer Summe von 300 000 Dollar beliefen sich dabei auf 1374,07 Dollar.

Sollten die Zinsen auf acht Prozent steigen, betrüge die monatliche Rate bei gleichen Bedingungen 2201,29 Dollar.

Erscheinen Ihnen acht Prozent völlig unmöglich?

Das sollte es aber nicht. Im Jahr 2000 galten acht Prozent als völlig normal.«

 

Verstehen Sie allmählich, worauf dies alles hinausläuft?

Bei steigenden Zinsen sinken notwendigerweise die Immobilienpreise. Denn sonst würde sich niemand mehr eine Immobilie leisten können. Am Ende werden Zigmillionen Hausbesitzer nicht mehr in der Lage sein, ihre Hypothekenschulden zu bezahlen.

Wer trägt für diese Entwicklung die Verantwortung? Natürlich die Federal Reserve. Denn sie hat diese Blase geschaffen, indem sie die Zinsen auf ein Rekordtief sinken ließ.

 

An einem bestimmten Punkt ist es unvermeidlich, dass die Zinsen wieder auf ein »normales« Niveau zu steigen beginnen, aber diese »Anpassung« wird für die amerikanische Wirtschaft sehr schmerzhaft ausfallen.

 

Wie wir bereits 2008 und 2009 sahen, wird bei einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Und je höher die Zinsen steigen, desto stärker wird das Leiden sein.

 

Wir wollen hoffen und beten, dass die Zinsen nicht weiter steigen, aber uns zugleich auf das Schlimmste vorbereiten.

 

 

 

 


 

 

 

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