Friday, 1. July 2016
17.12.2013
 
 

Dent, Faber, Celente, Maloney und Rogers: Wie lauten ihre Prognosen für das Jahr 2014?

Michael Snyder

Einige der in der Finanzwelt angesehensten Prognostiker warnen, die Ereignisse des kommenden Jahres und darüber hinaus würden Amerika in seinen Grundfesten erschüttern. Viele der folgenden Zitate stammen von Persönlichkeiten, die tatsächlich die Kernschmelze des Subprime-Hypothekenmarktes und die Finanzkrise von 2008 schon lange zuvor vorhergesagt hatten.

Sie können also auf zutreffende Prognosen verweisen. Aber garantiert dies auch, dass ihre Vorhersagen zum Jahr 2014 stimmen müssen? Natürlich nicht. Und wie Sie sehen werden, stimmen ihre Prognosen auch nicht in allen Punkten überein. Aber ohne Zweifel verweisen alle ihre Vorhersagen auf drohendes Unheil. Im Folgenden nun Zitate aus den jeweiligen Vorhersagen zum Jahr 2014 und darüber hinaus von Harry Dent, Marc Faber, Gerald Celente, Mike Maloney, Jim Rogers und neun weiteren renommierten Prognostikern:

  • Harry Dent, Verfasser des Buches The Great Depression Ahead: »Unsere besten langfristigen und mittleren Zyklen legen einen weiteren Wirtschaftsrückgang und Aktiencrash nahe, die sich sehr früh zu Beginn des Jahres 2014 und Anfang 2015 beschleunigen werden. Möglicherweise halten sie bis ins Jahr 2015 oder sogar 2016 an. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden die negativsten wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen 2014 und 2019 einsetzen. Die amerikanische Wirtschaft wird Anfang 2015 vermutlich unter einem kleineren oder größeren Einbruch und einem weiteren Absturz zwischen Ende 2017 und Ende 2019 oder spätestens Anfang 2020 zu leiden haben.«

  • Marc Faber, Chefredakteur und Herausgeber des Gloom, Boom & Doom Report: »Man muss feststellen, dass wir uns wieder einmal in einer gigantischen Finanzblase bei Anleihen, Anteilswerten und bei anderen Vermögenswerten befinden, die alle dramatisch zugelegt haben.«

  • Gerald Celente: »Jeder einsichtige Erwachsene, der McConnell, Reid, Boehmer, Ryan hört, einen nach dem anderen, und diesen Schwachsinn glaubt … hat es nicht anders verdient. Und was die internationale Bühne angeht … die ganze Sache ist dabei, zusammenzubrechen. Das ist unsere Vorhersage.Wir gehen davon aus, dass der große Einbruch im zweiten Quartal 2014 erfolgen wird … oder es geschieht etwas, das unsere Aufmerksamkeit davon ablenken soll, dass der große Zusammenbruch gerade stattfindet.«

  • Mike Maloney, Produzent und Moderator der Hidden Secrets of Money: »Beim Crash von 2008 handelte es sich meiner Ansicht nach nur um eine Bodenwelle auf dem Weg zum wirklich großen Krach … die Folgen werden erschreckend ausfallen … der Rest dieses Jahrzehnts wird uns in die schlimmsten Finanzschwierigkeiten der Geschichte stürzen.«

  • Jim Rogers: »Denken Sie an das, was 2008 bis 2009 geschah. Damals war die Lage viel schlimmer als bei den vorangegangenen wirtschaftlichen Rückschlägen, da die Schulden um so vieles höher waren. Gegenwärtig ist die Verschuldung noch deutlich weiter angestiegen, und die nächste Krise, wann immer sie einsetzen wird und was immer sie auch auslösen mag, wird schlimmer als in der Vergangenheit ausfallen, eben aufgrund dieser unglaublich hohen Verschuldung und dieses unglaublichen Gelddruckens weltweit. Es gibt allen Grund, sich Sorgen zu machen. Treffen Sie entsprechende Vorbereitungen. Möglicherweise kommt es nicht vor 2016 oder in etwa in diesem zeitlichen Rahmen zum [Zusammenbruch]. Ich habe keine Ahnung, wann genau es dazu kommen wird. Aber wenn der Zusammenbruch eintritt, müssen Sie sehr vorsichtig und umsichtig sein.«

  • Lindsey Williams: »Es wird zu einem weltweiten währungspolitischen Neuanfang kommen.«

  • Russell Napier (CLSA Asia-Pacific Markets): »Wir stehen am Vorabend eines deflationären Schocks, der die Equity-Bewertung vom derzeit hohen Stand auf ein sehr niedriges Niveau abstürzen lassen wird.«

  • Howard Marks (Oaktree Capital Management): »In bestimmten Bereichen hat die Risikobereitschaft in der letzten Zeit stark zugenommen; hohe Gewinne mit risikoreichen Wertpapieren haben dazu verführt, weitere Geschäfte dieser Art abzuschließen, und die Märkte heizen sich immer stärker auf. Der Saldo variiert von Bereich zu Bereich, aber ich zweifele nicht daran, dass die Märkte derzeit größere Risiken als jemals seit dem Tiefpunkt der Krise Ende 2008 (was Kredite betrifft) oder Anfang 2009 (was Anteilswerte angeht) aufweisen, und diese Entwicklung verschärft sich noch.«

  • Jeff Berwick (Finanzredakteur): »Wenn ein Anstieg der Zinsen zugelassen wird, bedeutete dies praktisch den Bankrott der amerikanischen Regierung, und sie würde daran zerbrechen… Sie bereiten sich auf einen massiven gesellschaftlichen Zusammenbruch vor. Das ist offensichtlich, und es wird so kommen. Und dies werden sehr beängstigende und sehr gefährliche Zeiten werden.«

  • Michael Pento, Gründer von Pento Portfolio Strategies: »Es ist zwar eine Enttäuschung, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Regierung uns nur aus der Großen Rezession gerettet hat, um uns dann der größeren Depression auszusetzen, die eine natürliche Folge der Normalisierung der Zinsen sein wird.«

  • Prof. Laurence Kotlikoff (Wirtschaftswissenschaftler der Universität Boston): »Irgendwann wird jemand dies erkennen und dann damit beginnen, seine Anleihen zu verschleudern, daraufhin werden die Zinsen steigen, die Inflation wird folgen – und dann beginnt das große Finale.«

  • Hugo Salinas Price (mexikanischer Milliardär): »Ich glaube, dass wir eine Reihe von Bankrotten erleben werden. Ich glaube, dass der Zinsanstieg das unheilvolle Signal ist, das eine Derivatekrise auslösen wird. Diese wird das Derivatesystem (und das Finanzsystem) zu Fall bringen.

Es gibt (mehr als) eine Billiarde Dollar an Derivaten, die meisten sind an Zinsen gekoppelt. Der Anstieg der Zinsen in den USA könnte das Gebäude ins Wanken bringen. Dann werden wir den Moment erleben, an dem es weltweit zu massiven Bankrotten kommt.«

  • Robert Shiller (einer der Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften): »Ich will hier nicht die Alarmglocken läuten, aber in vielen Ländern haben die Aktienkurse ein hohes Niveau erreicht, und auf vielen Immobilienmärkten sind die Preise stark angestiegen … das könnte ein böses Ende nehmen.«

  • David Stockman (unter Präsident Reagan Chef der Aufsichtsbehörde Office of Management and Budget – OMB): » Wir erleben überall – von Japan über China und Europa bis hin nach England – die Entstehung massiver Blasen. Als Folge davon sind meiner Ansicht nach die Finanzmärkte extrem gefährlich und instabil. In Zukunft ist dort mit ernsten Schwierigkeiten und Turbulenzen zu rechnen.«

Und es gibt noch weitere deutlich sichtbare Anzeichen dafür, dass sich die amerikanische Wirtschaft in den letzten Wochen des Jahres 2013 abkühlt. So erfuhren wir bspw. am Donnerstag,

dass die Erstanträge auf Arbeitslosengeld in der vergangenen Woche um 68 000 Anträge auf einen erschreckend hohen Wert von 368 000 Anträgen gestiegen waren. Das ist der höchste Anstieg seit mehr als einem Jahr.

 

 

Wie schon berichtet hat auch der Schienenverkehr in den USA abgenommen. In der letzten Novemberwoche hatte der Güterverkehr auf der Schiene um 16,3 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum abgenommen. Der Güterverkehr ist ein wichtiger Indikator für den Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten.

 

Außerdem mehren sich die Hinweise darauf, dass die amerikanische Mittelschicht immer weiter unter Druck gerät und sich in den USA Armut immer stärker ausbreitet. Eine Untersuchung ergab vor Kurzem, dass die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe und das Ausmaß der Obdachlosigkeit in amerikanischen Großstädten im vergangenen Jahr deutlich angestiegen sind:

»Eine Untersuchung in 25 amerikanischen Städten, darunter auch einige der größten Städte des Landes, ergab, dass das Ausmaß der Lebensmittelhilfe und die Obdachlosigkeit jährlich zunehmen.

In den untersuchten Städten aus 18 Bundesstaaten stieg die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe im Vergleich mit dem gleichen Vorjahreszeitraum im Durchschnitt um sieben Prozent an. Diese Zahl wurde in einer Untersuchung der US Conference of Mayors (USCM, die offizielle Organisation und Interessenvertretung für Städte mit einer Bevölkerungszahl von über 30 000 Einwohnern) am Mittwoch veröffentlicht.

Mit Ausnahme von vier Städten berichteten alle anderen Städte im Zeitraum von September 2012 bis August 2013 einen Anstieg der Hilfsbedürftigkeit.«

Wenn die Wirtschaftsexperten, die wir eben zitiert haben, Recht behalten, stehen wir erst am Beginn immenser Probleme. Die nächste Welle des wirtschaftlichen Zusammenbruchs naht mit großer Geschwindigkeit, und die Lage wird sich noch massiv verschlechtern.

 

 

 


 

 

 

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